Ich kann es nicht oft genug sagen: Unsere Kinder sind fähig. Absolut fähig. Das zeigt sich auf so viele Arten, jeden Tag aufs Neue. Wir müssen nur „lassen“. Uns zurücknehmen und zusehen, nicht gleich unterbrechen, Kindern Zeit geben, in ihrem eigenen Tempo zu entdecken und zu tun. Das kann schwer sein für uns Eltern, aber es lohnt sich.


Zugang zu Wasser in unserem Haus

Kurz nach dem 2. Geburtstag meiner Tochter gestaltete ich einen Waschtisch nach Montessori. Eine der besten „Erfindungen“, die wir je in unserem Haus für sie umgesetzt haben.

Hatte sie damals beim Waschtisch nicht unbegrenzten Zugang zu Wasser, so kann sie sich mittlerweile sowohl im Bad als auch auf der Toilette komplett selbst bedienen.

Für den Sommer haben wir nun auch eine tolle Möglichkeit gefunden, wie sie „ihr“ Wasser nicht nur selbst abfüllen, sondern auch den Geschmack nach ihren Vorstellungen gestalten kann. Wer Mini and Me auf Instagram folgt, konnte bereits vor zwei Wochen einen kurzen Blick auf den Wasserspender erhaschen, der seit letztem Herbst auf Inbetriebnahme wartet.

Montessori: Zugang zu Wasser in unserem Haus, Wasserspender Wasserstation

Wasser, wann sie es möchte: Unser Wasserspender

Bevor wir den großen Behälter füllen, sehen wir gemeinsam am Balkon, was es Neues gibt. Meine Tochter weiß genau, welche Pflanzen essbar sind und welche nicht. Die Kräuter schneidet sie selbst mit ihrer Kinderschere ab, Erdbeeren und Himbeeren wäscht sie im Sieb.

Hier ist so viel Platz für Übungen des praktischen Lebens, wie sie bei Montessori bezeichnet werden, die ganz natürlich Teil ihres Alltags sind. Hier wird keine Situation künstlich hergestellt, sie macht alles selbstverständlich und freut sich, wenn sie Wasser an alle anderen austeilen darf. Sie ist ein wertvoller Teil der Gemeinschaft, gibt anderen, bevor sie sich selbst etwas einschenkt.

Bei einem anderen Montessori Montag habe ich bereits vor einiger Zeit die verschiedenen „Phasen“ beschrieben, die ein Kind nach Montessori durchläuft, beim Verfeinern der motorischen Fähigkeiten. Dort ging es ums Schütten, zum Beispiel von Reis oder Wasser. Ein Ausschnitt passt auch hier:

„Gerade bei derlei Tätigkeiten kann man gut sehen, in welcher von drei „Phasen“ sich das eigene Kind gerade befindet:

  1. Zuerst geht es um die Tätigkeit selbst – das Schütten alleine macht Freude.
  2. In der zweiten Phase gilt es, so genau wie möglich zu arbeiten und so wenig Wasser wie möglich zu verschütten.
  3. In Phase drei zählt das Ergebnis der Arbeit. Zum Beispiel, dass das Kind in der Lage ist, sich selbst Tee in die Tasse einzuschenken, ohne daneben zu schütten.

Der Kreislauf ist nach Montessori durchlaufen, wenn das Kind seine Fähigkeiten dazu nützt, anderen zu helfen und somit ein wichtiger Teil der Gemeinschaft wird.“ – aus „5 Übungen des täglichen Lebens für Kleinkinder (mit Dingen, die wir daheim haben)

Montessori: Zugang zu Wasser in unserem Haus, Wasserspender Wasserstation

Über falsche Erwartungen und verschüttetes Wasser

Wichtig bei der Beschäftigung mit Wasser ist, nicht mit falschen Erwartungen an die Sache heranzugehen: Es wird Wasser verschüttet werden – mal unabsichtlich, mal aus Übermut. Das darf sein, denn hier passiert Lernen auf ganz natürliche Weise. Und das möchten wir ja, oder?

Je nachdem, ob die Wasserflecken sich drinnen oder draußen ausbreiten, ist es einmal wohl egal, ein andermal wahrscheinlich nicht. Montessori bedeutet auch, Kinder in einem sicheren, überlegten Rahmen frei erforschen und erleben zu lassen. Es ist also an uns Eltern, diesen Rahmen mit Bedacht, Herz und Hirn und nicht willkürlich zu setzen.


Der Montessori-Montag wird präsentiert von Mini and Me und nyani: das Münchner Label steht für hochwertige, freche und gleichzeitig ökologische Kindermode, made in Portugal und GOTS-zertifiziert. Mini trägt das T-Shirt GIRLS Spitze.


Sobald wir im Haus mit Wasser arbeiten, stelle ich mich auf einige Wassertropfen (oder auch mehr als das) ein. Beim Waschtisch im Bad war schonmal der Boden nass, der Spiegel, die Glaswand… eigentlich alles. Es ist das Badezimmer, da sind Fliesen, die wieder trocknen.

Wie ihr einen Wasserspender im Wohnraum vorbereiten könnt, hat vor ein paar Tagen der englischsprachige Montessori-Blog Kavanaugh Report gepinnt. Abtropftasse und Co. machen’s möglich!

Draußen ist es für mich entspannter, da es mir völlig egal ist, ob etwas nass wird oder nicht. Und so darf das Wasser daneben laufen, Blumen werden gegossen, Wasser quer durch den Garten befördert.
Montessori: Zugang zu Wasser in unserem Haus, Wasserspender Wasserstation

Montessori: Zugang zu Wasser in unserem Haus, Wasserspender Wasserstation

Montessori: Zugang zu Wasser in unserem Haus, Wasserspender Wasserstation

Montessori: Zugang zu Wasser in unserem Haus, Wasserspender Wasserstation

Sie hat großen Spaß, ist unglaublich konzentriert bei der Sache und so geschickt,  dass ich beinah neidisch werde. Schön ist das und ich liebe es, ihr zuzusehen.

Natürlich sind die Minuten für mich, in denen sie mit dem Wasser beschäftigt ist, auch eine feine Sache.


Wie ist das bei euch, mit Kleinkindern und Wasser?

Montessori Practical Life: Übungen des täglichen Lebens: Wasser ist Leben - wie freier Zugang zu Wasser unsere Kinder selbständig und unabhängig macht

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Dieser Montessori Montag wird, wie alle anderen auch, liebevoll unterstützt von nyani.

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