Warum LILLYDOO keine Öko-Windelmarke ist (trotz neuer OEKO-TEX Zertifizierung)

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Lillydoo. Habt ihr mich schonmal über eine andere Windelmarke schreiben sehen? Ganz sicher nicht. Das hat gute Gründe. Zum einen fiel mit der Entdeckung von Lillydoo das nächtliche Windelwechseln ein für alle mal flach und auch der rote Popo gehört weitestgehend der Vergangenheit an.

Zum anderen handelt es sich bei Lillydoo für mich um ein Unternehmen, das es schafft, Herz und Hirn zu kombinieren und dabei auch noch gut auszusehen. Das können die wenigsten.


Lillydoo ist OEKO-TEX Standard 100 qualifiziert

Ich weiß, dass die kreativen Köpfe hinter Lillydoo vieles versuchen und auch umsetzen, um so nachhaltig wie möglich zu arbeiten – ohne dabei auf Qualität verzichten zu müssen.

Es freute mich, als ich erfuhr, dass die Windeln von Lillydoo nun auch ganz offiziell und als erste deutsche Einmalwindeln nach OEKO-TEX Standard 100 zertifiziert wurden. Für die Wickelunterlagen gilt übrigens dasselbe.

Aber Lillydoo bezeichnet sich dennoch bewusst nicht als Öko-Windelmarke.

Ich wollte wissen, warum!

Empfindliche Babyhaut und Dinge, die da nicht dran gehören

Nie ist die Haut eines Menschen empfindicher, als zu Beginn seines Lebens. Einerseits ist die Hautschicht dünner und andererseits sind die Talg- und Schweißdrüsen noch nicht vollständig entwickelt. Es fehlen der schützende Fettfilm sowie der natürliche Säureschutzmantel. Somit ist die Haut keimanfälliger und auch Zusatzstoffe – wie Parfüme, Parabene und PEG-Emulgatoren – können die Haut irritieren. Die genannten Zusatzstoffe kommen leider in vielen Babypflegeprodukten zum Einsatz. Lillydoo hingegen verwendet Substanzen, die im Verdacht sehen, Irritationen auszulösen, schlichtweg nicht.

So einfach kann’s sein, wenn man nur wirklich will, oder?

Deshalb sind die Windeln auch auf der Innenseite nicht gefärbt und Lotionen sind auch nicht aufgetragen.

Dass Lillydoo Produkte tatsächlich keine unnötigen oder gar gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalten, testete Lillydoo auch kürzlich mit der Labor-Gruppe Eurofins. Alle getesteten Produkte wurden als völlig unbedenklich eingestuft. Die Werte aller getesteten Substanzen lagen sogar noch unterhalb der Bemessungsgrenzen.

Als ich die Infos zu den Testergebnissen las, fragte ich mich einmal mehr, warum nicht alle Unternehmen, die Produkte für die schutzbedürftigste Gruppe Menschen – für unsere Kinder – produzieren, so arbeiten. Aber das ist wohl ein Thema für einen anderen Artikel.

Leistungsstark, hautfreundlich und wo möglich: nachhaltig

Lillydoo hat erkannt, dass es in ihrer Verantwortung liegt, auf die Welt, in die Babys hineinstarten, acht zu geben.

  • Das ist einer der Gründe dafür, warum Lillydoo Windeln aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff bestehen – aus nachhaltiger Forstwirtschaft, versteht sich.
  • Sie haben sogar eine umweltfreundliche Alternative zu Klebstoff gefunden, um die Flügel der Windel zu verschweißen.
  • Die Verpackung der Windeln ist industriell kompostierbar – nix mit herkömmlichem Plastik.
  • Die Feuchttücher sind zu 100 % biologisch abbaubar. Einmal benutzt, landen sie einfach auf dem Biomüll.
  • Produziert wird in Europa, das erspart lange Transportwege.
  • Und die Kartons, in denen die Lieferungen ankommen, werden aus Holz aus FSC-zertifizierten Wäldern produziert.

Wie viel mehr Aufschwung würde es Lillydoo wohl bringen, sich einfach als Öko-Marke zu bezeichnen? Immerhin tun sie anscheinend alles ihnen mögliche, um sich diese Bezeichnung auch wirklich zu verdienen.

Aber wenn einem Unternehmen Ehrlichkeit wichtig ist, muss es auch sagen, was noch nicht perfekt ist.

Wo die Leistungsfähigkeit oder die Hautfreundlichkeit leiden würde, greift Lillydoo auf gängige Stoffe zurück. Das ist bei den feinen, saugfähigen Mikroperlen, die sich in den Windeln befinden, der Fall. Die stellen sicher, dass die Flüssigkeit gut aufgesaugt wird und Babys Po lange trocken bleibt.

Eine ökologische Alternative mit ähnlicher Leistung gibt es noch nicht.


So, jetzt ist es raus: Lillydoo ist keine rundum Öko-Windel. Noch nicht. Aber ich verspreche euch: Wenn es soweit ist, seid ihr die ersten, die es erfahren! 

Und Lillydoo? Ich mag euch trotzdem!

Wie wickelt ihr?

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In freundlicher Zusammenarbeit mit Lillydoo.

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12 Kommentare

  1. Wir wickeln seit ein paar Monaten mit Stoffwindeln und sind sehr glücklich darüber. Es klappt erstaunlich gut und viel Mehraufwand ist es nicht. War am Anfang skeptisch und mag jetzt nichts anders mehr nehmen. Fast nur natürliche Materialien am Po und kein Müll mehr. Bei unserer Großen habe ich daran leider noch gar nicht gedacht. Aber dein Bericht klingt nach einer guten Alternative, wenn man nicht mit Stoff wickeln möchte.

    • Ich find Stoffwindeln auch sehr interessant und würden wir noch oft wickeln, würd ich es definitiv ausprobieren wollen! :) Du sagst es: Lillydoo ist für mich vom Nachhaltigkeitsaspekt her sowas wie “the next best thing”, wenn Stoffwindeln keine Option sind, bzw. für den Urlaub. Wär’s für uns noch öfter als einmal am Tag Thema, würde ich unbedingt Bio-Stoffwindeln ausprobieren wollen, weil ich neugierig wär, wie es für uns passt. :)

  2. Wie steht es denn mit der Fairwindel? Bin bei der Recherche darauf gestoßen: https://fairwindel.de
    In Kombination mit Stoff sicherlich eine gute Alternative. :)

  3. Superabsorber sind halt mal leider kein bisschen nachhaltig. Deshalb werden sie sicher kein Biozertifikat bekommen. Schlaues Marketing, Dass sie trotzdem bei so vielen den Eindruck erwecken, dass sie es zwar könnten, aber nicht wollen ;) Wirklich nachhaltig sind z.B. Naty und Fairwindel. Wir wickeln mit Stoff, aber nutzen gelegentlich auch mal WWW. Naty halten bei uns auch locker die ganze Nacht, Fairwindel manchmal nicht.

    • Wo sind Naty denn nachhaltiger als Lillydoo? Naty enthalten ebenso Superabsorber aus Polymeren im Kern (wie auch die Lillydoo), da sollte man sich mal genauer informieren ;o) [Auszug aus der Homepage von naty: der Kern besteht aus 100% zertifiziertem Zellstoff und superabsorbierenden Polymeren – d.h. der enthalte Zellstoff ist 100% öko-zertifiziert, die Polymere jedoch nicht.

      Und Fairwindeln sind Stand heute zu 80% aus erneuerbaren Rohstoffen, und ihre Visioin ist, 100% und kompstierbarkeit zu erreichen, also auch diese nicht aktuell nicht “nachhaltiger”.

  4. Wir haben quasi von Anfang an für Lillydoo entschieden. Unser Sohn verträgt gar nichts anderes. Wir sind mehr als happy! Qualität super, total hautverträglich, überaus kundenfreundlich, sehr nachhaltig und schönes Design. Was will man mehr? I love Lillydoos;)

    • Wie genau kann eine Wegwerfwindel nachhaltig sein? Weil die Umverpackung abbaubar ist? Weil keine Lotionen etc verwendet werden? Der Rest ist genauso MÜLL, der nicht abgebaut und unter Einsatz größter Enegie verbrannt werden muss. Zurück bleibt giftige Schlacke, Mikroplastik.

      • Ja, Wegwerfwindeln haben eine schlechtere Ökobilanz als Stoffwindeln, aber darum geht es hier gar nicht. Natürlich ist Stoffwindel eine ökologisch bessere Alternative, wenn man sich aber für Wegwerfwindeln entscheidet (oder entscheiden muss – und es gibt durchaus Gründe dafür) dann ist Lillydoo eine der besten und nachhaltigsten, auf jeden Fall wass die Herstellung und Inhaltstoffe angeht .

    • Moin, ist halt die Frage, was ökologisch sinnvoller ist – Stoffwindeln, die man wäscht und ggf noch in den Tockner haut und ggf bügelt und somit das Abwasser belastet und den Stromverbrauch hochtreibt oder eine Windel, die sehr gern in Müllverbrennungsanlagen gesehen wird und dort hervorragend für Fernwärme und Stromproduktion nutzt.

  5. Wir sind im Krankenhaus mit Pampers gestartet und hatten dann einen Mix aus Lillydoo (zwischendurch auch immer wieder andere, klar), Stoffwindeln (ab Beikost) und Abhalten. Jetzt übern Sommer immer mehr windelfrei und jetzt mit 20 Monaten hatten wir die erste windelfreie Woche in der Kita. Meine Hoffnung ist/war einfach so kurz wie möglich Wickeln zu müssen :) Ich verstehe zwar den Sinn, dass Materialien grundsätzlich gut abbaubar sein sollten, aber das Argument „kompostierbar“ zählt für mich nicht, da volle Windeln nicht auf den Kompost gehören :)

  6. Ich suche umweltverträgliche Alternativen zu Stoffwindeln und bin dabei auf deinem Blog gelandet. Ich finde es erschreckend wie oft Lillydoo in diesem Zusammenhang genannt wird.

    PEFC/FSC Zertifikate, keine Lotionen, Duftstoffe, Latex, Chlor und faire Herstellung in Europa haben inzwischen fast alle Discounterwindeln wie Rossmann, Aldi, Müller etc. Eine Öko-Tex Zertifizierung hat die Pampers Baby Dry auch und die ist alles andere als Öko.

    Wer keinen Wert auf das schicke Design von Lillydoo legt, bekommt die baugleichen Windeln zudem vom gleichen Hersteller bei Netto (Babysoft), Edeka (Elkos) und neu auch bei Müller (Beauty Baby). Für ein Bruchteil des Geldes, einfach mal das Herstellerkürzel auf der Packung vergleichen.
    Die Macher von Lillydoo sind zwei kinderlose Ex-Manager von Pampers die eben wissen wie man gutes Marketing macht und teuer Windeln verkauft…

  7. Ich finde Lillydoo einfach viel zu teuer und außerdem nervt mich die fast schon aggressive Werbung dafür. Mag sein, dass Lillydoo hip, cool und frei von Parfümen und Lotionen sind, toll bedruckt – sie sind und bleiben Wegwerfwindeln, die ne Menge Müll hinterlassen. Ich wickle seit fast drei Monaten fast nur noch mit Stoff und kann mir gar nicht mehr vorstellen, solche Chemiekeulen an den Po meiner Tochter zu lassen.

    Übrigens finde ich diese Lobgesänge auf das “schicke Design” von Lillydoo merkwürdig, da man die Windel doch sowieso kaum sieht.

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