Warten auf Dich…

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Ein Artikel über die letzten zwei Wochen der Schwangerschaft, gut gemeinte Ratschläge, schmerzende Gliedmaßen und gefährdete Mitmenschen. All das, und die Freude auf etwas ganz, ganz Großes. Kleines.


… raubt mir den letzten Nerv! Vorbei ist die Zeit, in der ich darüber schmunzeln konnte, wenn auf vermeintlich witzigen Facebook-Grafiken die drei Trimester der Schwangerschaft eingeteilt wurden nach „1. Juchu, wir sind schwanger!“, „2. Oh wow, süße kleine Tritte!“ und „3. Macht das Ding aus mir raus!“
Ja, im 2. Trimester findet frau das noch lustig, vielleicht sogar noch am Anfang des 3.! Aber dann! Dann hat sich’s damit, denn spätestens dann ist frau in genau der im letzten Satz beschriebenen Stimmung. Wobei „Ding“ hier nicht abwertend gemeint ist – niemals! Wer über das ungeborene Kind eine abfällige Bemerkung machen sollte, wird ohnehin bei lebendigem Leib zerfleischt. Allein der Gedanke daran lässt den Hormoncocktail in Hirn und Co. überkochen und imaginäre Krallen sprießen. Wobei, „imaginär“: Die Hochschwangere denkt tatsächlich, die Krallen wären wirklich da! Und sie sind lang, scharf und jederzeit einsatzbereit. Ich bin gespannt, wie das sein wird, wenn der kleine Zwuck mal auf der Welt ist. Zurück zum Thema.
Das Warten auf dich zieht sich also ganz schön. Ich hab die Mami-Zeitungen alle durchgelesen. Alle! Weißt du, was das heißt? Sämtliche seichte Schlagzeilen, die mich vor 3 Wochen zumindest noch semi-abgeschreckt haben, hab ich nun intus. Und weißt du, wie viel Zeit ich damit überbrücken konnte? Stunden. Wenige davon. Ich surfe im Internet und auch meine diversen Baby-Apps am iPhone haben ganz tolle Ratschläge dafür parat, wie ich diese letzten Wochen angenehm überstehen kann. Ich solle nochmal meinen Lieblingsfilm gucken. Ich hab aber nunmal nicht einen Lieblingsfilm, und wenn ich einen hätte: Wieso soll ich ihn gerade jetzt anschauen? (Dass ich, sobald du da bist, nicht einmal mehr eine Stunde Zeit für einen Film finden werde, möchte ich momentan einfach nicht glauben. Ich werd’s ja noch sehen!) Quasi-Papa und ich sollen nochmal ausgehen. Die meinen das ernst! Ich rolle vor mich hin, nach fünf Schritten tut mir alles weh, ich glaube, mein Kreuz reißt ab… und soll nochmal abends ausgehen? Alles klar. Der nächste Ratschlag, ich solle putzen. Manchmal krieg ich sogar den Putzfimmel, aber nach zwei abgestaubten Regalen meldet sich wieder das zum Glück noch nicht abgerissene Kreuz. Dann war’s das mit dem Putzen und ich guck auf den Kalender. Ah fein, übermorgen kommt wieder die Raumpflegerin. Einer meiner Lieblingstipps: Ich solle viel schlafen, denn wenn du da bist, hab ich dafür keine Zeit mehr. Das würde perfekten Sinn ergeben, wenn ich Schlaf speichern könnte. So erscheint es mir aber wenig hilfreich… vielleicht hab ich das alles auch falsch verstanden. Wenn nicht, dann hab ich eine Frage an die sehr geehrte Verfasserin der Tipps: Waren Sie schonmal schwanger?!
Das mit dem Bücherlesen hab ich übrigens aufgegeben. Sir Popper steht im Regal, gleich neben dem Dalai Lama, Hemingway und einem dicken „36 Hours“ Reiseratgeber der New York Times. Hauptsache ich les‘ die Mami-Zeitungen. Oh Graus. (Achtung, Guilty Pleasure: Vorgestern hab ich mir zwei Ausgaben der „Wienerin mit Kind“ für nur 4 Euro bestellt. Unglaublich, günstig, oder? Aber ernsthaft, die haben tolle Artikel, das gefällt mir! Mehr Inhalt, als in den meisten anderen Zeitschriften.)Gerade eben kam eine Mail rein, von der Muki-Versicherung. Zu allem Überdruss ist den Herrschaften dort ein Fehler unterlaufen und ich habe meine Karte und Polizze mit falschem Namen erhalten. Das darf einfach nicht passieren, wenn man es mit einer Hochschwangeren zu tun hat! Die reißt nämlich den Umschlag auf, entdeckt sofort den unglaublich schlimmen Fehler, fällt aus allen Wolken, beschwert sich lautstark und minutenlang beim armen Papa-to-be über die Unfähigkeit der Muki-MitarbeiterInnen und schreibt in der Sekunde eine Mail. Spätestens hier versucht sie dann glücklicherweise, ihrem Zorn ein wenig Einhalt zu gebieten und die fleißigen MitarbeiterInnen nicht komplett zur Schnecke zu machen.

„Zur Schnecke machen“ beherrscht die Quasi-Mami mittlerweile übrigens perfekt. Dieses Temperament, unglaublich! Preggo-Monster schafft es ob der circa 6 vorne drangeschnallten Kilos kaum noch, sich liegend von einer Seite auf die andere zu drehen, aber wehe, ihr passt etwas nicht! Kein Servicemitarbeiter, kein Verwandter… niemand ist vor ihr sicher. Da wird der Opi-to-be gnadenlos angeschrien, weil er meint, sie würde ihre Blumen nicht oft genug gießen. Tja, ist ja auch ein schwerer Fehler! Natürlich sind die Blumen gegossen… Quasi-Mami wird doch wohl wissen, wann ihre Blumen Wasser brauchen. Muss! Was würde das denn ansonsten über ihre Mutterqualitäten aussagen? Und stop, spätestens hier kann meiner einer nun leider nicht weiterdenken. Sonst rollen gleich wieder Krokodilstränen. Warum auch immer – es findet sich ein Grund! Für das Geplärre gestern Nachmittag konnte bisher noch keiner erfunden werden, aber wir arbeiten ständig dran… vielleicht fällt uns ja noch etwas ein.

„Wir“. Das bringt mit zum Majestätsplural, über den „wir“ uns am Anfang der Schwangerschaft noch gefreut haben: „Wir sind entzückt!“, „Wir verspüren ein leichtes Hungergefühl, das bitte unverzüglich gestillt werden möge!“ oder auch „Man bringe uns den Hofnarren!“ – Tja, das war einmal, vor langer Zeit, in einem weit entfernten Königreich! Mittlerweile möchte die Quasi-Mami gerne wieder in der Einzahl dastehen. Aber nicht allein! Der Gedanke an das Mini-Me in unmittelbarer Nähe, am besten mit dem Tragetuch ganz fest Babybäuchlein an Post-Schwangerschaftsbauch gewickelt, ist wunderbar. Angsteinflößend (man denke an die verdurstenden Blumen) aber wunderschön. Unbeschreiblich, unvorstellbar schön. Und der Gedanke, dass das Gefühl wahrscheinlich bald nicht mehr unvorstellbar sein wird, weil frau das Glück hat, es selbst zu erleben, ist einer der schönsten, die die Mom-to-be ersinnen kann. Babybauch an Mamabauch. Pure Vorfreude, während des Wartens auf dich<3

Interessante Links für Mommies und Mommies-to-be:

– Hot Mums Club (Facebook Fanseite)
– Etsy (Marktplatz für Vintage und Handgemachtes, auch für Babies)
– Muki (Leistbare Familienversicherung)
– Pollora Tragetücher (von Mamis, für Mamis & Papis, mit Videoanleitung)
– Am I crazy or are You (Tumblr Fotoblog zum Träumen & Inspirieren)

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Jeannine ist 30, Autorin, dipl. Kommunikationstrainerin und Bloggerin aus Wien. Sie ist Veranstalterin einer Workshopreihe für bewusste Elternschaft, Beziehungsautodidaktin und leidenschaftliche Verbreiterin der Idee des „Conscious Parenting“ im deutschsprachigen Raum. Neben all diesen Labels ist sie mit ganzem Herzen Mutter einer kleinen Tochter, Verlobte, Wegbegleiterin und immerfort Lernende.

www.mini-and-me.com

One thought on “Warten auf Dich…

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