Mini und ich gehen unter die Gärtnerinnen! Das große Sommerprojekt 2016, die „Balkonien-Umgestaltung“, habe ich vor ein paar Tagen auf Instagram angekündigt. Unser jahrelang stiefmütterlich vernachlässigter Balkon steht nun ganz im Zeichen des Urban Gardening mit Kindern. Bereits nach nur zwei Wochen kann ich sagen: Es macht so unglaublich viel Spaß!

Weil ich dazulernen und ein paar mehr typische Anfängerfehler von vornherein vermeiden möchte, hab ich nachgefragt bei einer Frau, die’s wissen muss: Birgit bloggt nicht nur über Minimalismus und Achtsamkeit beim Fräulein im Glück, sondern lebt nun auch noch ihre Garten-Guru-Expertise auf diesem schönen Fleckchen Internet vor. Alles macht sie mit spannenden, inspirierenden Inhalten und auf einem unglaublich hohen Niveau.

„Wenn du so zurückblickst, auf die letzten Jahre und das Gärtnern mit Kindern, was hättest du gerne von Anfang an gewusst?“, hab ich Birgit gefragt, und: „Was muss ich wissen, wenn unsere kleine grüne Balkonoase baldigst in voller Blüte stehen soll?“

Sie hat geantwortet. Merci vielmals, Birgit!


urban gardening mit kindern und Ribisel in Kinderhand

8 Tipps fürs Urban Gardening mit Kindern:

Ich bin grade im Gärtnerinnen-Hoch. Drei Jahre gärtnere ich jetzt schon wirklich intensiv. In Töpfen, in Beeten, am Fensterbrett und heuer ist das erste Jahr, dass ein Großteil meiner Gartenträume wirklich in Erfüllung geht (klopfklopf).

Wieso erst heuer? Und wieso nur ein Großteil und nicht alles?

Weil Gärtnern, egal ob im Topf oder im Beet, eine Sache der Erfahrung ist. Es ist ein ewiges Probieren und aus Fehlern Lernen, denn nie ist ein Balkon oder ein Garten genau gleich: Manche Pflanzen lieben Sonne, andere halten es in der Sommerhitze in der Sonne kaum aus. So probiert man es in einem Jahr mit dieser Pflanze an diesem Standort und im nächsten Jahr eben woanders, bis man die passenden Pflanzen gefunden hat. Bis dahin heißt es probieren, probieren und nicht aufgeben.

Heute möchte ich euch meine Toptipps aus den ersten „Urban Gardening“ Jahren mit Kindern vorstellen, vielleicht bleibt euch damit dann schon einiges an Probieren erspart.

1: Unbedingt große Pflanzgefäße!

Was Pflanzen brauchen ist Erde, je mehr desto besser. Deswegen ist es wichtig, dass du gleich größere Töpfe anschaffst. Es gibt durchaus Pflanzen, die auch wenig Platz brauchen und auch in flachen Gefäßen wachsen (z.B. Salat), andere bleiben dann einfach kleiner und haben eben weniger Ertrag (z.B. Zucchini) aber generell ist man mit „so groß wie möglich“ immer gut beraten. (Das heißt nichts, es gibt auch Lösungen für ganz wenig Platz.)

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2: Weniger ist mehr!

Wie viele Pflanzen genau in einen Topf passen, ist eine wahre Wissenschaft. Im Grunde genommen habe ich von Anfang an unterschätzt, wie sich Pflanzen ausbreiten und wachsen können. Daher würde ich eher empfehlen, ein bisschen weniger zu pflanzen und Platz zu lassen, als alles voll zu pflastern.

3: Eigene Töpfe für die Kleinen!

Ganz wichtig, wenn der Frust auf allen Seiten nicht bis ins Unermessliche steigen soll: Lasst die Kinder ihr eigenes Ding machen.

Gärtnert ihr gemeinsam an einer Pflanze, besteht die Gefahr, dass sie in ihrem Forscherdrang alles zerstören: Kleine Pflänzchen werden weggegossen, Früchte komplett grün geerntet, frische Samen nach drei Tagen wieder ausgegraben. Machen Kinder das in ihren eigenen Töpfen, dann bitte sehr. Dort können sie schalten und walten, wie sie wollen. Gießen kann man auch Erde gut und wenn doch etwas wächst, freuen sich alle. :-) Die Eltern selbst gärtnern dann in ihren Töpfen und von der Ernte haben am Ende trotzdem alle was.

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4: Die Sache mit dem Standort.

Es ist nunmal so, auch wenn ich diesen Spruch aus Gartenbüchern hasse: Nicht alles wächst überall. In Töpfen ist die Erdqualität nicht so bedeutend, denn meistens kauft man ja einen fertigen Sack Erde und der ist ja schon gemischt – obwohl es auch schlechte Erde gibt.

Was aber wichtig ist, hat der Balkon oder Hof, das Fensterbrett den ganzen Tag Sonne? Brennt die Sonne regelrecht alles nieder? Oder ist es ein vollschattiger Hinterhof? Danach trifft man dann die Auswahl an Obst- und Gemüsesorten. Paradeiser lieben es zum Beispiel sonnig, aber selbst wenn man es nicht vollsonnig hat, dann kann man es immer noch mit Cocktailtomaten probieren, da die auch mit wenig Sonne schneller reifen.

Kohlrabi zum Beispiel verträgt es auch mal schattiger. Und bei mir ist der sonnenliebende Basilikum auch gut im Halbschatten gewachsen, also auch hier gilt wieder probieren, probieren, probieren bis man das richtige gefunden hat.

5: Mischkultur im Topf & Rotation

Für mich ein absolutes Aha-Erlebnis, war das Thema Mischkultur. Also Pflanzen, die gut zusammen passen bzw. sich sogar unterstützen nebeneinander pflanzen. (Buchtipp: Mischkultur im Hobbygarten) Ringelblumen, Studentenblumen oder Petersilie passen zum Beispiel hervorragend zu Paradeisern. Karotten und Zwiebel sind die besten Freunde. Nur muss man aufpassen: Pflanzt man in kleinen Töpfen, sind die Möglichkeiten da natürlich begrenzt.

Außerdem solltet ihr nicht jedes Jahr das gleiche in Töpfe bzw. Beete einsetzen, das laugt die Erde aus (Stichwort Monokultur), dafür gibt es natürlich tolle Fruchtfolgeregeln, aber im Grunde genommen reicht es aus, wenn man darauf schaut, dass man immer ein bisschen abwechselt. Für den Hobby-Balkongärtner oder die Hobby-Balkongärtnerin genügt das allemal.

6: Starte mit etwas Einfachem!

Sowohl für und Erwachsene als auch für unsere Kinder gilt: Wir lieben Erfolgserlebnisse. Also warum nicht lieber einfach und damit sicher etwas ernten?

Was immer geht: Erdbeeren, super pflegeleicht auch in Töpfen. Paradeiser, wenn man viel Sonne hat. Einige Kräuter (z.B. Petersilie, Majoran oder Oregano, Minze, Melisse). Super toll und überraschend pflegeleicht: Erdäpfel im Sack.

7: Blumen nicht vergessen!

Damit wir ganz viel ernten können, braucht es natürlich Bienen auf unserem Balkon. Die laden wir gerne ein, und zwar mit einer Topfblumenwiese. Es gibt viele schöne fertige Mischungen.

Ich persönlich pflanze eigentlich nur Blumen, deren Blüten auch essbar sind, damit die Kinder auch noch zusätzlich ihren Spaß haben und ich auch. Das sind z.B. Cosmea, Ringelblumen, Borretsch, Kapuzinerkresse…

8: Und am Schluss: Nicht aufgeben!

Jedes Jahr wird es ein bisschen besser und man erntet ein bisschen mehr. Außerdem lernt man so viel dazu und nichts schmeckt so gut, wie das eigene Gemüse. Das finden auch die Kinder! :-)

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Weitere nützliche Gärtner-Artikel von Birgit findet ihr auf ihrem Blog Sucht das Glück.

Habt ihr auch Tipps fürs Urban Gardening mit Kindern?

Foto © Birgit O., Fräulein im Glück

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