• Betreff: Wie geht es Mamas Figur?

    © Jade Beall Photography | www.jadebeall.com | Thank you so much for your pictures, Jade!

    „Wie geht es Mamas Figur?“ lautet die Betreffzeile des Hipp-Baby-Club Newsletters, den ich heute erhielt. Ohne Witz. Ich hab geglaubt, ich seh nicht recht. Danke, Hipp, so hat mein Morgen gleich ganz wunderbar begonnen. Jetzt mal ehrlich: Was ist denn das bitte für eine bescheuerte Frage? „Wie geht es Mamas Figur?“

    In meinem Kopf bin ich drei Jahre alt, lutsche genüsslich ein Erdbeereis, als sich Nicola S., die mir regelmäßig den Baby-Club Newsletter schickt, zu mir herunterbeugt und fragt: „Na, duzi duzi, wie geht’s denn Mamis Figur? Alles fein ums Bauchibauchi? Hui, ein kleines Schwabberl ist da noch, gell? Jö schau, macht ja nix!“ Ich fühl mich fast ein Bisserl verarscht.

    Nachdem ich den Betreff noch fünf mal langsam gelesen hab, teils laut, öffne ich die Mail. „Viele Frauen mögen ihre neue Mütterlichkeit und versöhnen sich mit den Röllchen um die Taille. Viele aber auch nicht.“ Röllchen. „Hui, na du Mama du, wenn du weiter dein lecker Eisi schleckst, werden die kleinen Röllchen aber groß! Sooo groooß!“ Jetzt streckt Nicola in meiner Vorstellung die Arme weit auseinander. Ich gucke mit weit aufgerissenen Augen nach oben, von Hand zu Hand, dann in ihr grinsendes Gesicht. Nach zwei Sekunden verdauen zieht mein dreijähriges Ich ein Schnoferl, lässt das Stanitzerl fallen und läuft schreiend weg. Mein erwachsenes Ich fühlt ähnlich.

    Der Elternbrief ist eigentlich wirklich lesenswert, ganz ohne Ironie. Er enthält Tipps zu einer eventuell geplanten Diät und zeigt, wie eine ausgewogene Ernährung funktioniert. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass während der Stillzeit eine Diät streng verboten ist. (Durch die Ernährungsumstellungen werden Giftstoffe frei, die direkt in die Muttermilch übergehen.) Mini wird noch gestillt, wenn möglich, noch lange. Also leider, kein Cleansen, kein Detoxen, keine Diät für diese Mami hier. Die Röllchen bleiben, genau wie der Bauch, der nach neun Monaten auch „noch nicht wieder gegangen ist“. („Neun Monate kommt der Bauch, neun Monate geht der Bauch.“ Die Hebammen, die den Spruch etablierten, rechneten wohl nicht mit einer schwangerschaftsbedingten Gewichtszunahme von 50 % des Ausgangsgewichts.)

    Schon fast am Ende des Elternbriefs findet sich übrigens noch der Hinweis, dass die Früchte im Becher ganz ohne Zucker auskommen: „Sie sind auch ein sehr beliebter Imbiss bei Models.“ Bitte entschuldigt mich, ich gehe jetzt weinen. Und danach esse ich mein Schoko-Müsli.

    Also, liebe Hipps, ihr macht eure Sache schon gut. Fragt mich bitte künftig nur nicht um 5.29 Uhr morgens, wie’s Mamas Figur geht. Da reagier ich eventuell mit leichtem Unmut.