So lang möchte ich diesen Artikel schon schreiben. Aber dann sitzt man – also, ich – vor dem Bildschirm, starrt auf den Editor und denkt sich: ICH soll so etwas schreiben, wirklich? Denn weder bin ich studierte Blog-Expertin, die seit Jahrzehnten ihr Geld mit irgendeiner Beratungstätigkeit in einem riesigen Unternehmen verdient, noch bin ich die super berühmte Lifestyle und Fashion Bloggerin. (Klingt sexier als Elternbloggerin…) Aber ihr fragt immer öfter ausgerechnet mich danach und auch, wenn ich noch immer nicht genau weiß, warum, schmeichelt es mir natürlich ungemein. Mehr noch, es macht mich echt stolz. Danke für das schöne Kompliment!


Meine 13 Top-Tipps für BloggerInnen

Manchmal schmecken uns die Rezepte eines Hobby-Kochs besser als Haubenküche. Würde der nicht kochen, hätten wir das wunderbare Gericht niemals probiert. In diesem Sinne teile ich, ganz ungeniert, 13 „Lessons Learned“ aus meiner Zeit als Bloggerin.

1. Schreibe, wofür du brennst!

Als Mama mit Leib und Seele war für mich, als ich wieder zu bloggen begann, klar, worüber ich hauptsächlich schreiben möchte. Natürlich könnte ich zum Beispiel auch einen reinen Food-Blog betreiben – ich liebe gutes Essen! Aber ich koche nicht oft Außergewöhnliches. Im Alltag muss es einfach schnell gehen. Gutes Essen hat also einen Platz in meinem Leben, aber es ist nicht meine Priorität. Ergo: Hier gibt’s die Kategorie Food, aber der Fokus liegt woanders.

Wenn du noch nicht sicher bist, worüber du schreiben möchtest, frage dich also: Worüber denke ich die meiste Zeit des Tages nach? Was beschäftigt mich nachhaltig? Worüber rede/lese ich am meisten? Was begeistert mich? Wovon möchte ich noch mehr wissen, worüber noch mehr lernen? Worauf hab ich auch in einem Monat, in einem Jahr oder in fünf Jahren noch Bock?

Kurz: Finde deine Leidenschaft und blogge darüber.

2. Behalte deine Stimme!

Egal, welchen Ratgeber du aufblätterst und welchen „Blogger’s Advice“ Blog du besuchst, eines wirst du überall lesen: Bleibe authentisch. Behalte deine Stimme. Schreib, wie du sprichst. Die Art, wie du schreibst, sollte charakteristisch für dich sein. Eine gute Methode, um zu überprüfen, ob du noch bei dir bist: Lass deine Freunde deinen Blog lesen! (Vielleicht lesen sie ihn ja ohnehin? Mich hat es unlängst total überrascht, dass meine kinderlosen Freundinnen komplett Bescheid wussten!) Wenn du als Feedback bekommst, dass deine Texte so überhaupt nicht nach dir klingen, solltest du deinen Ton womöglich nochmal überdenken.

„Wenn ich deine Texte lese, habe ich das Gefühl, mit dir zu sprechen!“ – Genau dahin wollen wir!

Inspiration ist immer gut. Sie motiviert und gibt neuen Treibstoff. Pass aber auf, dass du bei der Unmenge an Einflüssen von allen Seiten dir trotzdem treu bleibst. Merkst du, dass du dich selbst nicht mehr hören kannst, surfe eine Zeit lang nicht wahllos durchs Web und von Blog zu Blog. Konzentriere dich, bis du deine eigene Stimme wieder hörst und dir wieder einfällt, warum du bloggst, ausschließlich auf dein Ding. Und dann: Tippe, was das Zeug hält!

3. Bringe gute Inhalte!

Content ist King! Das ist kein Geheimnis. Während ich davon überzeugt bin, dass das „Gesamtpaket“ einfach stimmen muss, sind deine Texte immer noch das Herzstück eines Blogs. Schließlich haben alle Blogger eines gemeinsam: die Liebe zum geschriebenen Wort.

13 Quick-Tipps für gern gelesene Texte und Inhalte:

  1. Schreibe Artikel, die du selbst gerne lesen würdest.
  2. Sei ehrlich, verstelle dich nicht. Deine Leserinnen spüren das.
  3. Notiere dir Ideen und Stichworte sofort, sonst vergisst du sie.
  4. Schaffe dir ein kreatives Büchlein für deine Ideen an.
  5. Recherchiere gründlich und kritisch! Deine Recherche sollte nachhaltig und nie abgeschlossen sein.
  6. Sieh dir an, welche Inhalte in deiner Nische gerne gelesen werden: Was interessiert deine Zielgruppe?
  7. Frag deine Leserinnen – sie können dir sagen, was sie lesen wollen!
  8. Wenn du nichts Nützliches zu sagen hast, sag es nicht.
  9. Denk an deine Leserinnen und den Lesernutzen: Was haben sie davon, wenn sie deinen Text lesen?
  10. Frage dich, ob und warum deine Inhalte für deine Zielgruppe relevant sind.
  11. Gib Antworten – wenn du keine allgemein gültige hast, dann eben deine eigene.
  12. Vermeide das Offensichtliche.
  13. Mache deinen Blog zu etwas Besonderem mit kreativem, hilfreichen und inspirierenden Content.

Zu Punkt 11, eine Artikel-Idee: Beschreibe, wie du deine persönliche Antwort bei einem schwierigen Thema gefunden hast. Nächster Blogpost? Check!

 5. Finde spannende Überschriften!

Die Meisterdisziplin. „Catchy Headlines“ zu finden ist oft schwer und manchmal sauschwer. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass wir häufig versuchen, uns auch hier kreativ zu verwirklichen. Dabei möchten wir unsere Leserschaft einfach nur wissen lassen, worum es in dem Artikel geht!

5 Quick-Tipps für gute Überschriften:

  1. Formuliere einfach und direkt, ohne viel Schischi.
  2. Verwende Zahlen! Studien belegen übrigens, dass ungerade Zahlen besser ankommen, als gerade.
  3. Verwende „unerwartete“ Adjektive! Worte können begeistern, erstaunen, mitreißen… neugierig machen!
  4. Hab keine Angst vor längeren Überschriften: Artikel mit  8-14 Wörtern performen (statistisch) am besten.
  5. Trau dich, in Überschriften mal „negativ“ zu formulieren, d. h. mit Worten wie „schlecht“ oder „niemals“.

Manchmal, und das ist gerade in meiner Mamablog-Nische oft der Fall, haben all diese Maßnahmen, um Leserinnen zu „aktivieren“, keinen Platz. Da ist ein ehrlicher Satz mehr wert, als alle ungeraden Zahlen, unerwarteten Adjektive oder die vermeintlich richtige Wörteranzahl.

Deshalb gilt: Jede Leserschaft ist einzigartig. Das ist ja das Schöne, es gibt kein Patentrezept, das für alle passt. Vielleicht kommt ja auch eine provokante Frage als Überschrift gut an, die in deinem Artikel beantwortet wird? Einfach ausprobieren!

6. Vernetze dich!

Vitamin B, also die richtigen bzw. gute Kontakte in der Szene und in deiner Nische, sind meiner Erfahrung nach das A und O in Sachen Reichweite. Die Unterstützung deiner Mitbloggerinnen ist Gold wert! Hier ist Netzwerken angesagt: Like die Blogs der anderen, lies sie und hinterlasse Kommentare. Natürlich reicht es nicht, inflationär unter jeden Blogpost über den du stolperst „Toller Blog!“ oder ähnlich Uninspiriertes zu schreiben. Bloggerinnen merken schnell, ob du dich mit ihrem Text auseinandergesetzt hast oder nicht.

Du musst erst selbst leben, was du dir von anderen wünscht. Gutes Networking ist eine Menge Arbeit und wird an manchen Tagen mehr von deiner Zeit benötigen, als die direkte Betreuung deines eigenen Blogs. Aber: Deine Wertschätzung den anderen gegenüber wird bald Früchte tragen – versprochen!

Achja: Kolleginnen können zu lieben Bekannten und sogar zu richtig guten Freundinnen werden. Das ist vielleicht auch ein erwähnenswerter, willkommener Nebeneffekt… ;)

7. Liebe deine bestehenden Leserinnen!

Liebe und schätze die Leserinnen, die du bereits hast. Viele Blogger sind so darauf fokussiert, möglichst schnell möglichst viele neue Leserinnen zu gewinnen, dass sie auf die Bedürfnisse und Erwartungen der bereits vorhandenen vergessen. Behalte im Kopf, warum deine Leserinnen überhaupt zu dir gefunden haben, mach, dass ihre Zeit auf deinem Blog sich lohnt und du wirst sehen: treue, existierende Leserinnen helfen dir dabei, neue zu gewinnen!

8. Lerne von den Großen!

Finde Blogs, die dich selbst ansprechen, inspirieren und eine große Leserschaft haben. Was machen sie wie du, worin unterscheidet ihr euch? Gibt es ein Plug-In oder ein Widget, das du auch gebrauchen könntest? Welche Schriftarten nutzt die Bloggerin und welche Ideen beim Design passen auch für dich? Vielleicht veröffentlicht die Bloggerin regelmäßig eine Kolumne, die dich nicht mehr loslässt? Vielleicht erreicht sie jede Menge Leserinnen durch eine besondere Form der Zusammenarbeit mit anderen Bloggerinnen?

Natürlich möchtest du nicht kopieren, was jemand anderes macht. Aber dir deine liebsten Elemente aus verschiedenen Blogs zu notieren, zu mixen und dein Ding draus zu machen, bringt dich deinem Traum-Blog womöglich um ein großes Stück näher!

Manchmal kann es auf solchen Reisen durchs Netz auch passieren, dass Frust sich breit macht. Das bringt mich zum nächsten Punkt.

9. Vergleiche Gleiches mit Gleichem – oder gar nicht!

Immer wollen wir alle mehr, noch mehr. Wir sehen, wie viele Likes die anderen Bloggerinnen haben und vergleichen uns. Wir sehen, wie hoch das Engagement der Leserschaft ist und wollen das auch erreichen. Vergleiche ziehen ist zeitweise gut, um zu sehen, welche Strategien Kolleginnen verfolgen und uns zum Beispiel organisatorisch oder timing-technisch etwas abzugucken.

In den meisten Fällen führt es aber zu Frustration und schadet unserer Kreativität. All diese Statistiken und die aufgewendete Zeit lenken uns vom Wesentlichen ab. Wir sollten deshalb schnellstmöglich einsehen, dass unsere Vergleiche in den meisten Fällen gar nicht zulässig sind. Andere Blogs sind nämlich nur dann zum direkten Vergleich geeignet, wenn…

  • wir den Blog ähnlich lange betreiben,
  • über ähnliche Dinge schreiben,
  • ähnlich viel Budget für die Bewerbung in die Hand nehmen,
  • in ähnlicher Qualität abliefern,
  • ähnlich viel Zeit investieren und
  • ähnlich häufig veröffentlichen.

Ich traue mich zu wetten, dass dir auf die Schnelle kein einziger Blog einfällt, bei dem das der Fall ist. Was ich damit sagen will? Hören wir auf, uns ständig zu vergleichen! Einen tatsächlich zulässigen Vergleich gibt es ohnehin nicht.

Fokussieren wir uns auf unseren Blog, unseren Content und unsere Ziele. Dieser Baum trägt mehr Früchte, als es ein anderer jemals könnte!

10. Gib Quellen an!

Wenn dich etwas, das du auf einem andren Blog aufgeschnappt hast, maßgeblich inspiriert hat und natürlich auch, wenn du es schlicht übernimmst, dann erwähne das in deinem Artikel unbedingt. Es gibt für Kolleginnen nichts Ärgerlicheres, als eine klare Verbindung zu erkennen, von der im Artikel aber nix zu lesen ist. Andererseits freut es andere Blogger, sich auf anderen Blogs wiederzufinden – es ist ein schönes Kompliment für ihre Arbeit.

Ganz abgesehen davon, ist es bei manchen Themen einfach unerlässlich, z.B. bei medizinischen Themen oder jenen, über die du zwar schreibst, aber keine Expertin bist. Bei Mama-Themen sind das zum Beispiel das Stillen, Geburten oder Impfen, sobald du allgemeine Aussagen tätigst. Schreibst du nur über deine subjektiven Erfahrungen, sind Quellen in den meisten Fällen überflüssig.

11. Teile deine Expertise!

Die Zeiten, in denen jeder still und heimlich sein eigenes Süppchen kochte, sind zum Glück vorbei. Der Community-Gedanke ist stark und er wächst immer weiter.

Zeig deinen Leserinnen, welche Blogs du selbst liest und verlinke zu ihnen! Das wird dich keine Leserinnen kosten, im Gegenteil: Für gute Tipps ist man dankbar! So auch, wenn du jemandem dazu verholfen hast, einen neuen Lieblingsblog zu entdecken, ein neues Modelabel zu finden oder, schlicht und ergreifend, neues Wissen zu generieren.

Teile deine Erfahrungen, deine Tipps und die kleinen Erfolgsstories, und deine Leserschaft wird es dir danken.

Beispiele gefällig? Ein paar Ideen: Wie startest du ausgeruht in den Tag? Welches Produkt hat dir geholfen? Wie schaffst du es, dich besser auf deine Arbeit zu konzentrieren? Wie bekommst du deine Kinder dazu, beim Essen alles mal zu kosten? Wie hast du nach zwei Jahren nachts abgestillt? Wie hast du diese tolle Wandtafel im Kinderzimmer gebastelt?

12. Sei anders!

Es gibt Abermillionen von Blogs und davon mindestens einige hunderttausende in deiner Nische. Um gelesen zu werden, musst du bieten, was sonst niemand hat. Überlege dir, welchen Ansatz/Sichtweise/Umsetzung du wählen könntest, die es so noch nicht gab. Was kannst du konkret anders machen, als die anderen? Was ist dein USP?

Geht es bei deinem Blog zum Beispiel um Fashion für Kinder, wie bei so vielen anderen auch, könntest du eine monatliche Aktion starten, bei der deine Leserinnen, passend zum Thema, Fotos ihrer liebsten Outfits für die Kleinen posten. Die Einsendung, die die meisten Likes bekommt, gewinnt und erhält einen Preis. So etwas habe ich zum Beispiel bei noch keinem anderen Blog entdeckt. Vielleicht ist das ja etwas für dich?

13. Halte durch und bleib dran!

In den wenigsten Fällen kommt der Erfolg über Nacht. Viel harte Arbeit, Unmengen an Zeit und gute, einzigartige Ideen braucht es, um eine treue Leserinnenschaft aufzubauen und zu behalten. Ich bin davon überzeugt, dass Qualität, Konsequenz und Eifer sich auszahlen und wenn ich mir ansehe, wer es in der Szene „geschafft“ hat, liege ich damit richtig. Auf Englisch kannst du auch lesen, wie lang die Straße zum erfolgreichen Blog ist und warum so viele aufgeben.

Wenn du gerade erst anfängst und mit einem Mind-Set a la „Ich will schnell Kohle machen. Blogger werden grad gehyped. Ich mach ’nen Blog und werde reich!“ in die Sache hineingehst und nicht bereit bist, richtig viel zu investieren, dann lass es gleich. Das wird nichts. Zur Orientierung: An diesem Artikel schreibe ich seit zwei Tagen.

 

Schreibe, um des Schreibens Willen und nicht, weil du dir eine eierlegende Wollmilchsau erwartest. Wenn du dich anstrengst, über eine lange Zeit hinweg – we’re talking years – engagierst und viel investierst, weiterentwickelst und dazulernst, kannst du Außergewöhnliches erreichen!


Bist du selbst Bloggerin?

Was sind deine Top Tipps für mehr Reichweite, eine größere Leserschaft oder einfach mehr Freude am Bloggen?

Ich freue mich auf deine Expertise! :)

Quellen und weiterführende Lektüre:

 

Für weitere Anregungen und Tipps, klick dich zum Beispiel hier rein:

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