„Mama, nicht schreien!“ – Wie wir es schaffen, unseren Kindern auch in schwierigen Situationen liebevoll zu begegnen (und 5 Alternativen zum Schreien)

In diesem Artikel erzähle ich von einer Situation, in der ich keinen anderen Ausweg sah, als meine Tochter anzuschreien und dann beschoss, etwas zu ändern. Ich beschreibe, wie ein Perspektivenwechsel uns dabei helfen kann, den Alltag mit Kindern harmonischer zu gestalten. Und ich zeige euch konkrete und sofort umsetzbare Wege, mit deren Hilfe wir Konflikte entschärfen und Luft zum Atmen gewinnen können. Liebevoll und auf Augenhöhe mit unseren Kindern.

Wir Eltern sind nicht unfehlbar – müssen wir auch nicht sein. Aber vielleicht schaffen wir es mit kleinen Anleitungen zur Reflexion und Tricks für uns selbst, öfter bei uns zu bleiben.


„Mama, bitte schrei nicht!“

Zwei fundamentale Wahrheiten, auf die ich in meiner bisherigen Zeit als Mama gestoßen bin, lauten: „Dein Kind ist niemals das Problem“ und „Vieles ist dir nicht so wichtig, wie du denkst“. Das ist so einfach dahin geschrieben, und gleichzeitig ein ziemliches Stück zu verarbeiten. Lasst mich ein wenig ausholen…

Wenn Konflikte eskalieren: Die Christbaumnadeln

Es ist Zeit, sich von unserem Christbaum zu verabschieden. Wir nehmen den Schmuck gemeinsam ab – Vater, Mutter, Kind. Der Baum steht schon lange und so rieseln die Nadeln leise wie Schnee zu Boden. Beim Versuch, den Baum aus dem Fenster über den kleinen Balkon raus vors Haus zu werfen, fallen noch mehr Nadeln ab. Meine Tochter findet das große Klasse!

Ich beginne, die Nadeln zu einem Haufen zu kehren. Prompt rennt der aufgedrehte Fortpflanz durch den Haufen. Ich ermahne meine Tochter, das bitte nicht zu tun. Und wieder – wusch! Und nochmal.

Nach dem dritten Mal gehe ich hin, hebe sie hoch und setze sie an einer anderen Stelle wieder ab. Eine Laute Stimme in meinem Kopf ruft: „Aber das muss sie doch so machen! Sie muss doch folgen!“ So fühlt es sich an, wenn die Er-ziehung anklopft und sich über unsere Be-ziehung hinwegsetzt.

Meine Tochter möchte nicht gehoben werden, ich habe ihre Grenze überschritten. Natürlich habe ich das! Noch während ich sie halte, merke ich es. Es tut mir weh, das zu tun. Es widerspricht dem, was und wie ich sein möchte für sie. Meine Tochter kratzt mich im Affekt, ich schreie. Sie weint.

Nach dieser Situation dachte ich mir: Genug. Nie mehr. Das will ich nicht.

“Wenn Eltern frustriert über die Beziehung zu ihren Kindern sind, ist das jedoch niemals die Schuld der Kinder. Vielmehr stehen Sie in der Verantwortung, Ihren eigenen Beitrag zur Gesamtsituation zu ändern. Wenn wir dem Kind die Schuld geben, kränken wir seine persönliche Integrität und reduzieren seine Lebenstauglichkeit.“ – Jesper Juul in „4 Werte, die Kinder ein Leben lang tragen“

Ich habe genug! Oder: einmal Veränderung, bitte!

Es hat mir gereicht. Ich wollte weder die Mama sein, die die Grenzen ihres Kindes ignoriert und überschreitet, noch wollte ich eine schreiende Mama sein. Es widerstrebt jeder Zelle meines Körpers, mich meinem Kind gegenüber so zu verhalten.

Ich fing also an, nachzulesen. Ich beschäftigte mich mit ihr, mit mir, mit uns als Familie und mit unseren Bedürfnissen. Diese Tannenbaum-Situation analysierte ich immer wieder und kam zu einer für mich seither essentiellen Frage:

Ist es mir wirklich so wichtig? Und wenn ja: Warum?

Ich hatte die fixe Idee im Kopf, die Nadeln müssten unbedingt auf einem Fleck bleiben. Dieser Idee gegenüber steht der Entdeckungsdrang meiner Tochter, der unbändige Wille, zu lernen und neue Erfahrungen zu machen.

Sie weiß noch nicht, wie es ist, wenn sie da durchläuft. Wie weit die Nadeln zur Seite fliegen, wo sie landen, wie groß das Durcheinander sein kann. Sie weiß nicht, wie sich die Nadeln unter ihren Füßen anfühlen, ob sie rutschig sind oder nicht.

Und wisst ihr was? Ich weiß das auch nicht.

Aber ich hab das Kind in mir über die Jahre schon so weit verloren, dass ich in der Situation nicht einmal sehen konnte, wie wichtig dieser olle Nadelhaufen gerade für meine Tochter war. Hauptsache, nichts fliegt durcheinander. Wie ausgesprochen langweilig. Und wie traurig.

Ich sehe dich, aber auch ich habe Bedürfnisse.

Nun handelt es sich aber manchmal nicht um unsinnige Ideen von uns Eltern, die wir „durchsetzen“ möchten. Manchmal haben auch wir echte Wünsche oder Bedürfnisse, die gehört werden wollen. (Ich habe für mich kürzlich festgestellt, dass das zum Glück sehr wenige sind.)

Vielleicht haben wir zum Beispiel den Wunsch, nicht von unseren Kindern geschlagen zu werden. Dem gegenüber steht ein bindungs- und bedürfnisorientiert aufgewachsenes Kind, das sich der Liebe seiner Eltern sicher ist. Wir tun seit jeher unser bestes, unsere Kinder wahrzunehmen. Wir haben sie nicht schreien lassen als Babys, sind und waren für sie da. Haben sie angenommen, wie sie sind, und ihre Gefühle ernstgenommen. Sie haben Freiraum und Sicherheit bei uns. Für uns Eltern wäre es also das vermutlich schönste Kompliment, wenn unsere Kinder ihre Gefühle leben und uns gegenüber zum Ausdruck bringen. Pur und ungefiltert. Sie „trauen“ sich das, weil sie sicher sind, auch dann von uns angenommen und geliebt zu werden.

Während Kinder, die gelernt haben, dass die Liebe der Eltern an Bedingungen geknüpft ist, ihren Zorn oft hinunterschlucken – aus Angst vor möglichem Liebesentzug – geben unsere also Vollgas. Und so landet schon manchmal eine Hand unschön auf dem elterlichen Kopf oder anderswo. Nicht oft, nicht regelmäßig, aber es kommt vor. Ich kenne solche Situationen – und ich war einige male davon überfordert.

Ich will nicht geschlagen werden!

Über schlagende Kinder allgemein zu tippen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Deshalb verweise ich an dieser Stelle mit bestem Gewissen auf drei informative Artikel:

„Kinder hauen nicht, weil sie böse sind. Kinder hauen auch nicht aufgrund von liebevoller Begleitung. Indem wir immer nur das Verhalten betrachten, vergessen wir unseren Blick auf die dahinterliegenden Bedürfnisse zu lenken. Und in dem wir den Eltern subtil zu verstehen geben, sie wären zu lasch in der Erziehung, formen wir eine Erziehungskultur, die auf respektloser Autorität fußt, hinterlassen wir verunsicherte Eltern zurück und „diagnostizieren“ Kinder.“

– aus 6 Gründe, warum kleine Kinder hauen

„Während Kinder, die sich in sich zurückziehen, für ihr „gesellschaftsadäquates“ Verhalten meist gelobt werden, ernten Kinder, die ihren Schmerz über das Gefühl des Werteverlustes über die Strategie des „Schwierig-Seins“ offenbaren wollen, meist herbe Kritik. Dadurch erleben sie sich als noch weniger wertvoll und agieren diesen Schmerz noch stärker aus – ein Teufelskreis, der nur durch die Erwachsenen durchbrochen werden kann.“

– aus Wenn das Kind Eltern aggressiv schlägt, tritt und beisst

„Der Auslöser jedes Wutanfalls – sei es der eines Kleinkindes, eines Schulkindes oder auch eines Erwachsenen – ist ein Bedürfnis, das nicht erfüllt ist. So kann Wut für uns sehr wertvoll sein, da sie uns zeigt, dass wir die Grenze unseres Gegenübers nicht wahrgenommen haben. Wir sollten uns daher (wenn wir dazu gerade in der Lage sind) bei jedem Wutanfall unserer Kinder zunächst einmal zurücknehmen und überlegen, was gerade schief läuft und ob es sich mit einfachen Mitteln beheben lässt.“

– aus Trotzphase: Umgang mit Wutanfällen in der Autonomiephase


5 Alternativen zum Schreien

Egal, wie achtsam wir im Umgang mit unseren Kindern sind, da gibt es manchmal einfach zu unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse. Oder wir kriegen unsere „Erwartungen“ nicht in den Griff. Verlangen etwas, wozu unser Kind nicht imstande ist oder etwas, das ihm widerstrebt. Und wir merken nicht, dass unsere Forderung ungerechtfertigt ist. Das wir vielleicht gar nicht fordern sollten. Wie auch immer… Konfliktpotenzial ist da.

Nun sind Konflikte an sich etwas wertvolles, zumal sie sehr lehrreich für alle Beteiligten sein können – vor allem für uns Eltern, da wir (hoffentlich) eher im Stande sind, darüber zu reflektieren, als unsere Kleinkinder.

In der Situation aber, in der wir vor Emotionen nicht wissen, wie wir reagieren sollen, der Druck in der Brust zunimmt und der Kloß in unserem Hals rasend schnell wächst, da muss es flott gehen. Was wir nicht wollen: Schreien.

Was können wir stattdessen tun?

1 Singen!

Tada, ja, das hilft wirklich. Schon ausprobiert. Denn irgendwohin muss diese aufgestaute Energie ja. Durchs Singen – gern auch etwas lauter – kann sie raus. Und in dieser Situation ist das so unpassend und unerwartet, dass vermutlich sowohl das Kind, als auch wir lachen müssen.

Es wäre sicher gut, nicht unbedingt „Alle meine Entchen“ zu singen, wenn uns das schon bei den Ohren rauskommt und wir uns damit noch grantiger fühlen. Geht mal eure Playlist durch, vielleicht findet ihr geeignete Favoriten, die ihr dann so richtig von der Seele weg vortragen könnt.

2 Ganz tief durchatmen.

Innehalten. Abwarten. Dem Reflex, etwas Verletzendes zu sagen oder das Kind anzuschreien, widerstehen. Mit diesem gewonnenen Abstand und dem bisschen Frischluft in den Lungen, fällt es uns schon wesentlich einfacher, wir selbst zu bleiben. Und unserem Kind auf Augenhöhe, liebevoll und so ruhig wie gerade eben möglich zu begegnen.

3 Gefühle ansprechen.

Sätze wie „Ich mag es nicht, wenn du XY tust.“ oder „Ich hasse es, wenn…“ können helfen, den ersten Frust abzulassen. Gefolgt von „Geht’s dir nicht gut? War das so ärgerlich/schlimm/doof für dich?“ So haben wir erst kurz unseren eigenen Gefühlen Raum gegeben und sind dann gleich dabei, unser Kind beim Einordnen und Verbalisieren seiner Gefühle zu unterstützen.

Es gilt auch hier, das zu erreichende Ziel im Auge zu behalten. Vielleicht können wir dorthin gelangen, wenn alle vorhandenen Gefühle ihren Patz haben. Kleinkindern fehlen dafür oft die Worte. Wir helfen also.

4 Bis 5 zählen.

Oder bis 10, falls notwendig. Oder von 10 rückwärts. Eine erste Möglichkeit, unsere Gedanken komplett von der Situation loszulösen und den logischen, „coolen“ Teil unseres Hirns zu aktivieren – salopp formuliert. Vielleicht freut sich das Kind ja drüber, weil es gerade die Zahlen bis 10 gelernt hat, und zählt mit.

5 Die Perspektive ändern.

Diesen Punkt habe ich bei den Christbaumnadeln schon angesprochen. Ist es mir wirklich so wichtig, dass die Nadeln auf einem Haufen bleiben? Ist es wirklich so wichtig, dass mein Kind in der Sekunde zu Tisch kommt? Die Lieblingspuppe in der vollen Badewanne trocknet wieder, die Milch kann man wegwischen, die Pflanze bekommt bald ein neues Blatt. Den Stift kann man zum Glück von der Couch schrubben und der angeschmierte Pulli kommt in die Waschmaschine.

Und ja, die Christbaumnadeln kann man auch später wegfegen, mit ihrem Haushalts-Set zum Beispiel. Vielleicht Staubsaugen wir auch gemeinsam, das macht Spaß.

Mama, bitte, geh nicht weg!

Was ich wirklich nur als allerletzten Ausweg sehe – also nur, bevor die Situation womöglich völlig eskaliert – ist das Weggehen. Einerseits kann es, vor allem bei kleineren Kindern, Urängste auslösen, wenn die Bezugsperson den Raum verlässt. Weiter soll es bei jedem Konflikt (egal ob mit Kindern, dem Partner, Freunden,…) unser oberstes Ziel sein, uns wieder anzunähern.

Gehen wir also einen vorsichtigen Schritt auf unser Kind zu und nehmen eine offene Gestik ein, so signalisieren wir: Ich bin da. Ich sehe dich. Wenn du bereit bist, kannst du zu mir kommen.

Das heißt nicht, dass wir das Kind in seiner Emotion stören, wenn es aufgrund des vorangegangenen Konflikts gerade verärgert ist und Raum braucht. Wir beengen es nicht, drängen es nicht. Wir warten und sind da, wenn es das möchte.

Wenn wir wirklich keine andere Option mehr sehen, dann können wir auf Abstand – in einen anderen Raum zum Beispiel – gehen. Manchmal hilft es vielleicht auch, nur ein paar Schritte zur Seite oder zurück machen. Ein anderer Standpunkt, sozusagen. Vielleicht habt ihr ja noch genug Luft, um euer Rausgehen kurz anzukündigen: „Ich gehe eben in die Küche, komme gleich wieder“. Ihr werdet sehen, wie das bei eurem Kind ankommt. Ob es in Ordnung ist, oder nicht. Auch wenn es OK scheint, solltet ihr damit sehr vorsichtig sein.

Weggehen löst Probleme nicht. Es schiebt sie auf.

Strafen sind nie eine Lösung

Dass Kinder nie in ein Zimmer gesperrt oder wegschickt werden, müssen wir nicht besprechen, oder? Verordnete „Auszeiten“ an einem stillen Ort sind eine „Erziehungsmethode“, von der man niemals Gebrauch machen sollte. Konsequenzen senden – wie alle „Strafen“ – eine falsche Botschaft ans Kind. Kinder fühlen sich nicht in ihrer Not und ihren Gefühlen begleitet, sondern alleine gelassen.

Oftmals geht es zudem um Gefühle, die Kinder noch gar nicht richtig einordnen können. Sätze wie „Denk mal darüber nach, was du gemacht hast!“ sind also nicht nur vollkommen sinnentleert, sondern auch noch schädlich.

„Kinder, die bestraft werden, verlieren vor allem eines: das Vertrauen. In ihre Eltern, in die eigenen Gefühle, daran, geliebt zu werden und letztlich auch das Vertrauen an sich selbst.“

von Aida S. de Rodriguez bei Elternmorphose

Es tut mir leid! – über’s Entschuldigen

Wir Eltern sind nicht unfehlbar, oh nein, das sind wir nicht. Müssen wir auch nicht sein. Echte Gefühle der Eltern und deren Ambivalenz kennenzulernen, ist wichtig für Kinder. Aber wir sollten uns auch eingestehen, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Und uns bei unseren Kindern dafür entschuldigen.

Wie oft schon hab ich sie zu mir auf den Schoß geholt, sie umarmt und ihr gesagt: „Weißt du noch, vorhin, als die Mama dieses und jenes gesagt hat? Das hat dich geärgert / traurig gemacht, gell? Das tut mir sehr leid. Das wollte ich nicht. Wie geht’s dir?“

Kleine Kinder vergeben meistens schnell.

Was haben wir für ein Glück!


Kennt ihr Situationen wie die beschriebene mit den Tannennadeln?

Wie reagiert ihr bei Konflikten? Werdet ihr manchmal laut?

Was hilft euch dabei, ruhig zu bleiben? Ich freu mich auf eure Tipps und Erfahrungen!

 

„Mama, nicht schreien!“ – Wie wir es schaffen, unseren Kindern auch in schwierigen Situationen liebevoll zu begegnen (und 5 Alternativen zum Schreien)

Weiterführende Literatur & nützliche Artikel:

  • Marshall B. Rosenberg: „Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens“

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 4. Februar 2017.

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Jeannine ist 30, Autorin, dipl. Kommunikationstrainerin und Bloggerin aus Wien. Sie ist Veranstalterin einer Workshopreihe für bewusste Elternschaft, Beziehungsautodidaktin und leidenschaftliche Verbreiterin der Idee des „Conscious Parenting“ im deutschsprachigen Raum. Neben all diesen Labels ist sie mit ganzem Herzen Mutter einer kleinen Tochter, Verlobte, Wegbegleiterin und immerfort Lernende.

www.mini-and-me.com

45 thoughts on “„Mama, nicht schreien!“ – Wie wir es schaffen, unseren Kindern auch in schwierigen Situationen liebevoll zu begegnen (und 5 Alternativen zum Schreien)

  • Reply Carmen 4. Februar 2017 at 18:57

    Danke für die Tipps Jeannine, das Thema ist bei uns brandaktuell. Erst heute wieder hat mein Sohn beim Essen eine derartige Sauerei veranstaltet; obwohl er sonst super seinen Grießbrei löffeln kann ging heute jeder zweite Löffel entweder auf den Tisch oder landete mit sattem Platsch in seinem Schoß. Er wollte es selbst wegwischen und hat natürlich alles verschmiert. Anstatt meinem ersten Impuls nachzugeben und laut schimpfend die Mahlzeit zu beenden (aus irgendeinem Grund bringt mich das total auf die Palme) hab ich auch tief durchgeatmet und ihn einfach gefragt was los ist. Ob ich ihm helfen soll. Er schaute mich an und sagte: Ja, Mama füttern. Der Pulli wandert in die Waschmaschine und gut ist’s. Ich hoffe dass ich das jetzt immer öfter so schaffe.

    • Reply Jeannine 6. Februar 2017 at 14:06

      Was für eine tolle Geschichte – und absolut nachvollziehbar! Kenne ich gut, manchmal landet die Milch absichtlich daneben, wird verschmiert… und dann beim Wegwischen noch mehr. Da nicht einzugreifen erfordert sooo viel Geduld. Allein beim Gedanken daran muss ich tief durchatmen! ;) Find ich super, dass du ruhig geblieben bist!

  • Reply Birgit 4. Februar 2017 at 20:22

    Hallo Jeannine,
    ich finde den Artikel super interessant, ich habe mit einem Kind recht wenig geschrien (manchmal muss ich immer noch lachen, was mich mit einem Kind im nachhinein überfordert hat) und mit zwei kleinen Kindern leider eine zeitlang richtig richtig viel (ist gottseisgedankt inzwischen vieeel besser), der Grund war die pure Überforderung, da passiert schreien quasi automatisch, es fehlt diese Zeitspanne in der man darüber nachdenken kann, was man tun kann, bevor man losschreit, um eben nicht loszuschreien weils einfach nicht anders geht – quasi ein Reflex aus der Überforderung heraus. Da gegenzusteuern, das muss man üben und ich übe immer noch, erst dann kann man alternativen zum schreien bewusst wählen. Der Satz: „Ich habe für mich kürzlich festgestellt, dass das zum Glück sehr wenige (Bedürfnisse) sind“ fand ich ein bisschen krass, denn ich glaube nicht, dass wir als Mamas so wenige Bedürfnisse haben, im Gegenteil, ich glaube für uns ist es normal sie zurückzustecken oder zu denken, ich hab eh nur die Grundbedürfnisse. Das ist bei mir gottseisgedankt auch besser geworden, ich gestehe mir mehr zu und ich denke auch meine Kinder verkraften es gut, wenn ich mal sage, sorry, ich hab keine Lust das jetzt mit oder für euch zu machen, auch wenn sie es nicht immer gelten lassen ;-) aber meinen Raum etwas großzügiger abzustecken, hilft definitiv auch gegen das Schreien :-)
    Bussi du Süße <3
    Birgit

    • Reply Jeannine 6. Februar 2017 at 14:11

      Hi meine Liebe! Danke für dein schönes Kommentar und deine Zeit! :) Ich kann mir nur vorstellen, wie schwer es mit zwei Kindern sein muss, wenn eines schon so Gas geben kann! Ich war (und bin immer noch) schon „nur“ mit meiner Tochter überfordert. Und ich übe, manchmal werd ich immer noch laut, aber es ist zum Glück viel besser geworden. So richtig „geschrieen“ hab ich nun schon länger nicht mehr, da bin ich stolz drauf. ;) Aber es läuft momentan auch gut, bis auf ein paar Situationen zwischendurch. Ich glaub das liegt daran, dass ich weniger „streng“ geworden bin, weil sich mein Bild zur Erziehung gerade ändert und ich eigentlich gar nicht mehr erziehen möchte. Hm, keine Ahnung, nenn es Selbstfindungsphase. Aber die kleine Revoluzzerin in mir mag die Vorstellung, so gut wie nicht oder gar nicht zu erziehen. Ganz ohne krieg ich es vermutlich eh nicht hin… ;) Zu den Bedürfnissen: Ich hab festgestellt, dass ich zwar einige Wünsche hab, aber sehr wenige echte Bedürfnisse. Also solche, die in der Sekunde erfüllt werden müssten. Das meiste lässt sich aufschieben für die Zeit, wo die Kleine fernschaut oder überhaupt schlafen geht. Da hab ich dann die Me-Time, mit all meinen Bedürfnissen. Außer, die Maus schläft ganz schlecht. Dann ist nicht nur sie grantig, sondern ich auch, haha! ;) Bussi

  • Reply Frau Lampenhügel 4. Februar 2017 at 22:40

    Hallo liebe Jeannine,

    ein supertoller Artikel, danke! Bei uns Lampenhügels ist dieses Thema auch immer aktuell; meine beiden Kleinkinder (3,5 und fast 2 Jahre alt) halten mich auf Trab. Mit einem Kind hatte ich einen weitaus größeren Puffer; mit 2 Kleinen ist die Belastung einfach potenziert höher. Manchmal ist es die pure Überforderung, die durchkommt, wenn man brüllt. Ich wollte das -ganz bewusst- nie tun und doch ist es mir auch schon passiert und ich habe es bereut; Brüllen macht die Situation nur schlimmer; die Kinder erschreckten sich auch noch über mich… Das Gefühl war furchtbar. Ich habe mich dann aufrichtig bei ihnen entschuldigt und das Thema abends nochmal in Ruhe angesprochen und ihnen gesagt, wie leid es mir tut und dass sie nichts falsch gemacht haben. Sie haben mir verziehen; zum Glück! Natürlich versuche ich immer, die Kinder respektvoll zu behandeln und alles in ihrem Sinne zu halten. Umgeschubste Gläser, etc., bringen mich schon lange nicht mehr aus der Ruhe; da müsste ich mich täglich grämen. So weit ich es für richtig halte, stecke ich auch meine Bedürfnisse zurück (nicht alle!). Einiges kann ich durch viel Reflexion gelassen annehmen und/oder mir erklären, aber manchmal, wenn sie z.B. Dinge kaputtmachen, dann überschreitet es meine Grenze und dann hat es nichts mehr mit der Zurückstellung meiner Person zu tun. Dann stoppe ich ihr Verhalten; auch, wenn ich sie dafür hoch- oder wegnehmen muss. Ich erkläre ihnen wohl, dass sie etwas kaputt gemacht haben und dass das so nicht geht. Nie. Bisher rede ich mir ein, dass sie die Standpauken verkraftet haben – passiert zum Glück nicht oft. Meistens aber habe ich alles ganz klar, dann überlege und handle ich so:

    Ich stelle mir immer vor: Würde ich anstelle meines Kindes auch einen Erwachsenen anbrüllen, wenn der nicht will, was ich will? Nein, würde ich nicht. Würde ICH wollen, dass mich jemand anbrüllt, wenn ich die Nudel fallen lasse? Nein, würde ich auch nicht! Es geht hier um Gleichstellung und das nicht ausnutzen eines klar gesteckten Machtverhältnisses.

    Meine Lösungen:
    Wenn sie die Gummistiefel partout nicht anziehen will, dann GEHT sie eben ohne Gummistiefel raus! Das dauert genau 10 Sekunden, dann will sie sie vor Kälte doch anziehen. Oder: Wenn es mal gar nicht anders geht, laufe ich ins Bad und beiße in ein Handtuch; sehr heilsam (aber ggf. fusselig). Oder raus aus der Situation: Ich beginne wie ein Wolf zu heulen und jage die zwei spontan – dieses Spiel lieben sie und steigen sofort darauf ein; da werde ich selbst meine Wut los und sie gleich auch. Oder ich springe durchs Zimmer wie Rumpelstilzchen und kreische; das ist dann auch noch ein Lacher und sie sind dann tatsächlich so verdutzt, dass sie das Streitthema längst vergessen haben.

    • Reply Jeannine 6. Februar 2017 at 14:18

      Hi meine Liebe, danke fürs ausführliche Kommentar – ich musste bei der Vorstellung des heulenden Wolfs wirklich lachen! :) Ich kann mir nur vorstellen, wie anstrengend es mit zwei kleinen Kindern ist. Da steht man geduldstechnisch nochmal vor einer ganz anderen Herausforderung! Ich finde auch, dass es falsch wäre, sich selbst immer zurückzunehmen. Manches geht einfach nicht, und da hat jede von uns ganz persönliche Grenzen. Bei der einen ist es das Hauen, bei jemand anders das Kaputtmachen von Dingen und so weiter. Ich glaube, ein Patentrezept kann es da ohnehin nicht geben. Und in manchen Situationen ist es auch egal, was man sich vorher überlegt hat, da dann man einfach nicht anders. Aber ich denke schon, dass die bewusste Auseinandersetzung helfen kann. Denn auch wenn Kinder hauen oder Dinge kaputt machen, so denk ich nicht, dass sie es später immer noch machen werden. Also ist es zwar doof für uns, wenn es jetzt passiert, aber es ist etwas, das vermutlich von selbst aufhören wird. (Erinner mich bitte in ein paar Jahren an die Aussage, haha!) Also, ich heul jetzt ne Runde und lauf meiner Maus hinterher! ;) Danke dir, einmal mehr!

  • Reply KW 05/2017 - Nähen. Shoppen in Emden. Krank sein... | 5hearts 5. Februar 2017 at 15:49

    […] Die Geburt rückt näher und irgendwie beschäftigt man sich automatisch auch zunehmend mehr mit dem Thema Erziehung. Folgenden Beitrag über Konflikt-Situationen fand ich dabei sehr interessant: „Mama, nicht schreien!“ – Wie wir es schaffen, unseren Kindern auch in schwierigen Situationen… […]

  • Reply Katharina 26. Februar 2017 at 21:53

    Was für ein toller Beitrag, hab vielen, vielen Dank dafür!! Auch die drei Zitate haben in mir noch mal ganz viel berührt. Wir haben hier auch einen fast zweijährigen, sehr willensstarken wundervollen kleinen Mann, der mir täglich zeigt, wie schwierig es ist, all das Gute, Verstandene, Wichtige dann auch in liebevolle Handlungen umzusetzen, und das noch in Situationen mit Zeitdruck… Aber wie gut ist es zu wissen, dass man es jeden Tag wieder neu und besser machen kann. Und dass man nicht allein ist damit. :-) Ich komme mit Sicherheit bald wieder vorbei :-) Herzliche Grüße aus Berlin, Katharina

    • Reply Jeannine 11. April 2017 at 21:02

      Liebe Katharina, danke für deinen ganz wunderbaren Kommentar, das les ich natürlich gerne! :) Und ja, es ist so schwer. Viel Schwieriger, als weniger reflektiert im Umgang mit unseren Kindern sein zu wollen. Aber ich möchte daran glauben, dass es so richtig – oder zumindest „richtiger“ ist. :) Alles Liebe!

  • Reply Larissa 5. März 2017 at 18:36

    Super Artikel, ich stehe da voll und ganz hinter! Allerdings werde ich doch auch schon recht häufig laut. Ich bin eigentlich schon jemand, der ein Auge zudrückt, wenn es chaotisch wird oder so. Aber es gibt eben Dinge, die müssen sein. Zähne putzen zum Beispiel oder Windeln wechseln. Und mit einem Einjährigen in einer Trotzphase kann man leider auch noch nicht über Gefühle reden. Und leider werden in Ratgebern die Kleinen immer vergessen. :(

    • Reply Sarah 8. April 2017 at 20:19

      Larissa, doch du kannst mit deinem Einjährigen auch schon über Gefühle reden – auch wenn er sich selbst noch nicht in unsrer verbalen Sprache ausdrücken kann. Ich beobachte immer wieder wieviele Menschen Kindern viel weniger zutrauen als sie tatsächlich schon können… Gerade das Hörverstehen entwickelt sich viel früher als das selbst sich verbal mit Worten ausdrücken können. (Das ist bei mir z.B. heute noch so wenn ich mir ne neue Fremdsprache freilernend aneigne).

      Mit meiner Tochter (jetzt 2J.+1,5 Monate) hab ich damals als sie etwa 1 Jahr alt war (sie lief erst mit 1,5J. und fing danach peu a peu an sich mit unseren Wörtern auszudrücken) einfach mal nen Versuch gestartet ihr in meinen Worten zu spiegeln was sie wohl gerade fühlen könnte. Das war zwar ein mal mehr mal weniger langes Ratespiel, bei dem sie mir jedoch schon damals nonverbal durch Nicken oder einen entsprechenden Blick zu verstehen gegeben hat, ob ich mit meiner zuletzt geäußerten Vermutung (annähernd) richtig lag…
      Probiers aus –
      zusätzlich oder ansonsten kannst du ja auch mal schauen ob es im Vokabular der „Babyzeichensprachen“ für euch hilfreiche Zeichen für Gefühlsbegriffe gibt, die ihm helfen können sich für dich verständlicher auszudrücken…

      Und bzgl Windeln wechseln – wenn er das hassen sollte wie die Pest – warum nicht mal mit Abhalten (z.b. über ner großen Schüssel, dem Waschbecken oder dem Klo) probieren, z.b. immer nach dem Aufwachen, oder wenn er offensichtlich an nem großen Geschäft rumdrückt (Signallaute, immer die gleichen sind dabei sehr hilfreich) ? Evtl will er mit seinem Widerstand gegens gewickelt werden ausdrücken, dass er sein Geschäft lieber auch so ähnlich verrichten möchte wie ers alltäglich bei Mama/Papa beobachten kann?

      Und Vorsicht vor zu viel Zwang beim Zähneputzen – bin da aus eigener leidlicher Erfahrung aus meinen Kindertagen gebranntes Kind, das seine Aversion darum noch heute selbst immer extrem überwinden muss, seine Zähne zu putzen…Wer wird schon egal in welcher Situation gern zu was gezwungen was er nicht will?

    • Reply Jeannine 11. April 2017 at 21:05

      Liebe Larissa, danke dir für dein Kommentar! (Und Sarah, an dieser Stelle auch gleich danke an dich für deine wertvollen Ausführungen! :) ) Ich würde mit deinem Sohn auch über deine Gefühle sprechen. Einfach möglichst „normal“ und ihm viel zutrauen. Kinder sind ungemein kompetent. Zum Zähneputzen und Windelwechseln: ich erinnere mich, da hatten wir auch unsere Erlebnisse, die für beide Seiten anstrengend waren. Und ich hab mich damals sicher in vielerlei Hinsicht nicht so umsichtig verhalten, wie ich es heute versuchen würde. Vielleicht ist es eine Option für dich, wenn es gar nicht geht, einfach noch zuzuwarten. Also, zum Beispiel 5 oder 10 Minuten und dann wieder einen „Versuch“ zu starten. Beim Zähneputzen denk ich mir, lieber einmal nur kurz oder nicht so gründlich, als Zwang auszuüben. Und ganz viel Ablenkung… Handpuppen, singen, tanzen, seltsame Geräusche machen und Grimassen ziehen… alles ausprobieren. :) Alles Liebe dir!

  • Reply Sandra 15. März 2017 at 14:25

    Der Artikel ist super geschrieben, die Anregungen sind toll, ich werde sie echt ausprobieren! Mit meinem 4jährigen sehr impulsiven Kind habe ich allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass irgendwann der Geduldsfaden reisst. Es gibt Momente, da explodiert er förmlich, mit kratzen, beissen usw. Wegen Nichtigkeiten. Dann, ich gebs zu, setz ich ihn in ein Zimmer auf einen Sessel, damit ich Luft holen kann und mich sammeln kann. Ja, das geb ich offen zu, man möge mich nicht verurteilen, ich liebe mein Kind über alles. Und das kommt nicht oft vor, also keinesfalls täglich!!

    • Reply Jeannine 19. Juli 2017 at 18:52

      Sandra, ich meine das nicht frech, aber vielleicht würde es auch helfen, wenn du dich auf den Sessel setzt. Also wenn es echt keinen anderen Weg gibt, als Abstand zwischen euch zu bekommen, halte ich es noch immer für besser, wenn DU sagst, dass deine persönliche Grenze erreicht ist, und dass du kurz in ein anderes Zimmer gehst. Also, bevor er sich deinem Willen beugen und in ein anderes Zimmer muss – ob er will oder nicht. Mehr als diesen Gedankenanstoß kann ich in dem Fall nicht geben. Oh doch, ich kann euch beiden gute Nerven wünschen! :) Alles Liebe und danke dir fürs Lesen!

  • Reply Jenni 1. Juni 2017 at 11:33

    Hallo liebe Mamas.
    Ich bin ein wenig hin- und hergerissen wie ich den Beitrag finden soll.
    Ich bin auch kein Freund vom Schreien das mal vorne weg. Ich finde ein Durchatmen… bis 5 zählen o.ä. super.
    Das dies jedoch der Aufhänger ist Erziehung wegzulassen finde ich gar nicht gut.
    Nehmen wir das Tannenbaum-Beispiel: sicherlich… es ist mein Drang die Nadeln jetzt in dem Moment weg zukehren… könnte durchaus auch später gemacht werden… ABER: die Welt, in der wir uns befinden besteht aus vielen Menschen mit vielen Bedürfnisse, wie sieht die Welt aus, wenn keiner lernt, dass manche Dinge einfach jetzt passieren müssen, ich mich nicht immer vollends in jeder SItuation ausprobieren kann und alles immer erst endet, wenn das Kind soweit ist!?!?
    Unser Ziel als Eltern sollte doch sein einen kleinen Menschen auf dem Weg zum großen Menschen zu begleiten ihm Liebe und Zuwendung zu schenken, Respekt und Vertrauen, aber auch Regeln und Grenzen!!!!
    Und in einer Gesellschaft gibt es Regeln und Grenzen, die JETZT eingehalten werden müssen, damit man sich selbst und andere nicht gefährdet und ein Zusammenleben überhaupt erst ermöglicht!!!
    Lasst ihr euer Kind auch an einer roten Ampel rumhampeln, weil ihm gerade danach ist und bittet ihr dann den Verkehr so lange zu warten bis der kleine Schatz ferig ist? Wohl kaum…
    Wie sieht eine Sportmannschaft aus, in der jeder seinen Bedürfnissen nachgeht bis er fertig ist, fällt dann jemals ein Tor?
    Das Kind möchte morgens lieber spielen anstatt seine Schuhe anzuziehen. Ist jetzt der beste Weg, es spielen zu lassen, bis es fertig ist? Der Bus, die Arbeit, der Kindergarten, die Schule… können ruhig alle warten bis der kleine Spatz alle Erfahrungen gemacht hat!?!?
    Die Kleinen müssen auch mit Situationen konfrontiert werden, in denen klar wird, dass es sehr wohl Grenzen gibt und zwar spätestens da, wo andere beginnen oder es gefährlich wird.
    Ich finde es ist unsere Aufgabe den Kleinen Sozialkompetenz mitzugeben und sie nicht zu kleinen „die Welt dreht sich immer nur um mich und meine Bedürfnisse-Wesen“ heranwachsen zu lassen.
    Wieso soll es schaden, wenn man als Eltern eine Vorgabe macht und einen Zeitpunkt festlegt, an dem etwas gemacht wird auch wenn es nicht gerade die instrinsische Motivation des Kindes ist, die es dazu bewegt etwas zu tun. Lernen die Kinder nicht, dass es Dinge und Situationen gibt, die von Außen vorgegebene Regeln beinhalten, an die ich mich halten muss, werden sie nicht fähig sein in der großen weiten Welt klar zu kommen.
    Das sind dann die Kinder, die im Unterricht immer rein rufen, anderen nicht zu hören oder diese aussprechen lassen können, weil sie ja nie gelernt haben, dass nicht sie als erstes dran sind, obwohl sie gerade das dringende Bedürfnis haben etwas zu sagen!!!
    Es sind genau die Kinder, die auf dem Spielplatz stundenlang die Schaukel blockieren und gar nicht bemerken, dass auch andere Kinder gerne einmal schaukeln möchten…
    Es sind die, die am Tisch mit ihrem Smartphone rumtippen statt sich am Familiengespräch zu beteiligen und den Fokus auf das Essen legen, weil sie nicht gelernt haben mal 5 Minuten abwarten zu können, denn sie haben ja jetzt das dringende Bedürfniss nachzuschauen… haben doch nie gelernt das Bedürfnisse nicht direkt und stundenlang ausgeübt werden können.
    Meines Erachtens ist es wichtig eine stetige Kommunikation mit dem Kind zu haben. Ihm die Welt und ihre „Eigenarten“ zu erklären, damit sie sich in dieser zurecht finden und nicht denken, dass sie der Nabel der Welt sind. Erklären, hinterfragen, nachfragen, eigene Bedürfnisse äußern und Kompromisse suchen, das ist der Schlüssel.
    Auch hilfreich ist viele Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen, quasi vorab schon deeskalierend wirken.
    Beispiel Schuhe morgens anziehen:
    Kind spielt Bagger, ich weiß, es wird sich jetzt nicht anziehen wollen… doch die Welt ist JETZT so, dass diese Situation ansteht! Also sprechen: „die Mama geht jetzt auf die Arbeit und du in den Kindergarten. Draußen ist es kalt, also brauchen wir Schuhe, sonst werden die Füße kalt. Guck mal dein Bagger zieht dir die Schuhe an….“ Funktioniert in der Regel ganz gut oder Ablenkung mit Bagger in der Hand hinsetzen und etwas spannendes anderes parat haben (Glitzerstein o.ä.). So wird der Fokus auf den Stein gelegt nicht aufs Anziehen…. oder der „BAgger zählt mal wie lange du brauchst bis wir die Schuhe anhaben….“
    Der nächste Schritt ist oft der, das der Bagger mitsoll in den Kindergarten, was nicht erlaubt ist… „der Bagger ist vom Spielen jetzt müde, er möchte sich ein bisschen ausruhen! Bagger, passt du auf den Stein auf, bis wir wiederkommen? Aber pass gut auf den Stein auf, der darf nicht runter fallen!!!!“
    Klappt auch ganz gut… falls der Trennungsschmerz zu groß ist (kommt an manchen Tagen vor) an dem… „kannst du mir helfen mein Schatz, ich habe so viel zu tragen, nimst du meinen Schlüssel/ machst du mir die Tür auf….?“ ect. (Ablenkung)
    Jetzt denken vielleicht viele, jetzt lernt das Kind ja nicht so ganz, dass es Grenzen gibt, es wird ja abgelenkt.
    Doch es lernt als Routine, dass man morgens die Schuhe anzieht, bevor man aus dem Haus geht, weil die Mama auf Arbeit muss. Es möchte nach ein paar Mal lieber die Tür aufhlten, statt mit dem Bagger spielen. Es lernt anderen zu helfen, statt nur dem eigenen „ich will jetzt Bagger spielen Bedürfnis“ nach zugehen. Dieses Bedürfnis wird von mir als „Erziehungsperson“ beendet, jedoch ohne vordergründigen Zwang, Schreierei, Strafe o.ä. das Kind ist sich in dem Moment nicht bewusst darüber, dass sein Bedürfnis unterbrochen wurde… aber es wurde unterbrochen und diese Erfahrung lehrt ihnen unbewusst, dass es manchmal DInge gibt, die außerhalb meines Bedürfnisses geschehen und es nicht schlimm ist Bedürfnisse zu unterbrechen und sie später fortzuführen (Bagger und Edelstein warten ja auf der Treppe… wenn ich aus dem Kindergarten komme, empfangen sie mich….).
    So genug geschrieben.
    Jeder muss seinen Weg gehen, wie er es für richtighält. Ein Sprichwort sagt: Man sieht erst an den eigenen Enkeln ob man eine gute Mutter/ ein guter Vater war/ ist.
    Liebe Grüße an alle Mamas

    • Reply Danni 30. August 2017 at 12:53

      Wow, Jenni. Dein Beitrag ist so toll. Eigentlich gehe ich konform mit den Meinungen der anderen aber was du beschreibst erscheint mir so viel passender. Ja es stimmt, man muß sich in der Gesellschaft zurechtfinden und die kleinen Zwerge sollten schon früh lernen, dass es Regeln gibt die befolgt werden müssen.
      Dein Beispiel mit dem Straßenverkehr zeigt es eindeutig.
      Das wichtigste ist meiner Meinung nach, dass uns die Kinder zu 100% Vertrauen können und wissen dass sie sich auf uns verlassen können…dann wird auch unser „Befehl“ nicht so schnell in Frage gestellt.
      Aber „laut“ müssen unsere Ansagen wirklich nicht sein. Ich habe selber die Erfahrung gemacht, als ich mal 5 Tage lang keine Stimme hatte wegen einer Kehlkopfentzündung. Mein 3 Jähriger hat in diesen Tagen besser auf mich gehört als je zuvor und unser Umgang miteinander war sehr harmonisch. Ich denke das lag daran, dass ich nicht irgendwelche „Anweisungen“ aus der Ferne gerufen habe sondern ich bin zu ihm gegangen habe ihn angefasst und ihn im Flüsterton und mit Gesten zu verstehen gegeben was ich von ihm möchte.
      Auch wenn ich ihn aus dem Spiel reißen musste zum Schuhe anziehen o. Ä. hat das prima geklappt. Hauptsächlich weil ich nicht aus dem Flur genölt habe er solle doch jetzt endlich kommen, sondern weil ich ihn an die Hand (sanft) nahm, mich mit ihm auf die Treppe gesetzt und ihm seine Schuhe vor die Füße gestellt habe.
      Nicht zu erziehen ist für mich persönlich kein guter Ansatz, da unser Auftrag sein sollte, die Kinder so vorzubereiten, dass sie in unserer Gesellschaft klar kommen. Aber ich bin ein großer Freund von : Vorleben wie es „vermeintlich“ richtig ist (also trage ich selbstverständlich auch einen Fahrradhelm, bleibe jedes mal am Bordstein stehen uns gucke, haue nicht, Frage freundlich, etc, etc.), respektvollem Umgang und bei gegebenem Anlass auch ablenken, quatsch machen mit eine großen Portion Humor.
      Ich denke auch , dass schreien, strafen und beschimpfen nur die eigene Überforderung widerspiegeln und die Kinder der Eltern die diese Art der Erziehung praktizieren tun mir immer fürchterlich leid.

      Ich wünsche euch noch ganz viel liebevolle Zeit mit euren Kinder …und macht das Beste daraus, denn sie sind unser wertvollster Schatz !!!

      • Reply Tina 29. November 2017 at 6:27

        Dann hab mal ganz viel Mitleid mit mir. Denn nachts um 4.30 Uhr, wenn meine fast 4jährige der Meinung ist, aufstehen zu wollen, um zu basteln, dann werd ich durchaus zornig, wenn sie so lange Theater macht und schreit, dass zudem ihr Vater und ihre beiden Brüder aufwachen. Einzelfall? Mitnichten. Madame versucht alles mit schreien durchzusetzen. Uhrzeit egal. Null Rücksicht. Und irgendwann, spätestens bei Schlafentzug, bist dann bei schreien durch Überforderung?! Ob mit oder ohne Mitleid.

  • Reply Natascha 22. Juli 2017 at 23:52

    Mal so nebenbei, wie viel Zeit ohne kinder verbringt ihr ?

    • Reply Jeannine 25. November 2017 at 22:58

      Das ist, bei mir zumindest, sehr unterschiedlich. Seit meine Tochter in den Kindergarten geht, also seit etwa 1,5 Monaten, habe ich mehr Zeit für mich und meine Arbeit. Ansonsten variiert das sehr stark. Wenn ich von meiner Tochter getrennt bin, dann meistens, um Termine wahrzunehmen oder eben zu arbeiten. Da ich selbständig bin, kann ich es gar nicht so festmachen. Zudem war ich in letzter Zeit öfter beruflich unterwegs, auch über Nacht. Wenn wir das außen vor lassen – was vermutlich so gar nicht möglich ist, wenn man ein vollständiges Bild zeichnen möchte – so kommen wir denke ich durchschnittlich auf eine Stunde pro Tag. ;)

  • Reply Asitologe 1. August 2017 at 21:07

    Vielen Danl für die tollen Tipps.
    Ich bin oft so enttäuscht von mir, weil ich meine Tochter wegen Kleinigkeiten anschreien. Zu Hause kommt das selten vor. Wenn wir aber mal bei jemandem zu besuch aind und sie überall rumwuselt, kriege ich die Krise. Und wenn dann mal was runterfällt, dann schimpfe ich auch noch mit ihr. Direkt danach könnte ich heulen.
    Deine Tipps finde ich für zu Hause gut, aber was mache ich, wenn ich mal ubter fremden bin? Dann kann ich ja nicht anfangen zu singen :)

  • Reply Familienleben // Warum Eltern manchmal schreien - FILEA 9. Oktober 2017 at 11:02

    […] dann schaut mal bei meiner Kollegin Jeannine von mini-and-me.com vorbei. Sie schreibt wundervolle Artikel zu dem Thema und setzt diese auch wesentlich besser um, als ich das jemals könnte. Zumindest […]

  • Reply Mea 23. November 2017 at 11:34

    Hallo in die Runde,

    …und was ist mit den Papas? Die können Eure/ Deine Tipps auch sehr gut gebrauchen.
    Oder müssen die auf eine extra Papa-Seite wechseln?
    Denen gelingt es auch nicht, nicht zu schreien…

    • Reply Jeannine 25. November 2017 at 22:54

      Die dürfen natürlich auch sehr gerne mitlesen! :)

  • Reply Claudia 28. November 2017 at 21:56

    Liebe Jeannine,
    deinen Artikel hab ich auf Fb schon mal gelesen und dann nicht mehr wieder gefunden.
    Ich bin froh das ich ihn hier auf pinterest wieder gefunden habe.
    Bin echt verzweifelt 😩, manchmal brülle ich meinen Sohn richtig an und das tut mir danach wirklich sehr leid.
    Ich bin manchmal oft so überfordert mit ihm und versuche wirklich ruhe zu bewahren, aber es gelingt leider nicht immer.
    Danke für deinen Artikel wie ich es in Zukunft schaffen kann nicht mehr zu schreien.
    Lg Claudia aus Tirol 😉

    • Reply Jeannine 3. Februar 2018 at 22:02

      Liebe Claudia, danke dir für deinen Kommentar und die offenen Worte! Es ist so schwer, ich weiß. Und es ist schlicht auch nicht möglich, IMMER so zu reagieren, wie wir es uns von uns selbst wünschen. Was mir beim Lesen deiner Worte eingefallen ist: Kennst du die Videoreihe zu Aggressionen innerhalb der Familie, bei Kinder und auch bei Erwachsenen? Hier der Link: https://www.mini-and-me.com/konflikt-wut-und-aggression-in-der-familie-die-dreiteilige-videoreihe-mit-mag-sandra-teml-jetter/ Vielleicht kannst du dir daraus etwas mitnehmen! Ich für mich empfand Sandras Worte und den Austausch mit ihr – wie immer – ungemein bereichernd! Alles Liebe dir!

  • Reply Elli 18. Dezember 2017 at 16:32

    Ich kann nur immer wieder ganz heiß STEP empfehlen. http://www.instep-online.de/
    Da hättest du gesagt: „Ja, ich weiß, es macht soooooo einen Spaß, in den Nadeln herumzuhüpfen. Aber wir wollen das jetzt wegkehren. Möchtest du dir selbst was anderes zum Spielen suchen oder soll ich dich wegtragen?“
    Das Kind wählt, beide Möglichkeiten sind okay, es fühlt sich ernst genommen (in seinen Gefühlen und in seiner Entscheidung.)
    Funktioniert. Erprobt. Macht alle froh. :)

  • Reply Swetlana 3. Februar 2018 at 21:33

    Ich glaube das nichts im Leben Zufall ist. Wir begegnen Menschen (auch übers Internet) in unserem Leben aus einem bestimmten Grund. Du liebe Jeannine bereicherst momentan mein Leben mit all deinen wertvollen Impulsen, Artikeln und deiner Haltung! Mit meinen Mitmenschen und jetzt mit meinen Kindern in „Beziehung“ zu leben war immer in mir drin. Es fühlte sich immer richtig an. Doch viele Stimmen von außen erstickten dieses Gefühl. Bist deine Stimme auftauchte und mir Mut machte auf meine eigene zu hören!Dieser Artikel ist gerade in meiner Situation (lebhafter und temperamentvoller Junge 2J. und der Kleinste 4 Monate) GOLD wert. Momente in denen ich wie neben mir stehe und wie in Trance Dinge mache und tue die ich NIE machen wollte häufen sich. Verzweiflung, Vorwürfe und Hilflosigkeit überhäuften sich und ich wusste keinen Ausweg. Deine fünf Tipps sind so einfach und doch so hilfreich! Gut zu wissen das jeder Tag, egal wie schwer er auch war, zu Ende geht und ein neuer, unbeschriebener Tag vor uns liegt. D A N K E

    • Reply Jeannine 3. Februar 2018 at 22:00

      Liebe Swetlana, deine Worte berühren mich tief! Danke für deine Offenheit, fürs Lesen und deine unsagbar wertschätzenden Worte. Was für ein wunderschönes Gefühl, dich erreichen zu dürfen. Danke dir von Herzen fürs da Sein!

  • Reply Martina 7. Februar 2018 at 21:43

    Hm… Kinder nicht strafen…. Nicht aus dem Raum schicken…also mein 6-jähriger hat kürzlich den Kopf seines Bruders beim Zähneputzen ( ich stand daneben, kein Konflikt vorausgegangen) plötzlich mit voller wucht gegen das Waschbecken gestoßen. Dem 9-jährigem ist ein großes Stück seines bleibenden Schneidezahnes abgebrochen.
    Da hätt ich jetzt gern mal einen schlauen Tipp. Soll ich dann das Kind zur Belohnung noch in den Arm nehmen und was Nettes ins Ohr säuseln???
    Da täten mich ja mal ein paar Meinungen interessieren…..

    • Reply Jeannine 22. Februar 2018 at 17:23

      Liebe Martina, danke dir für dein Kommentar und die Einblicke. Das muss eine furchtbare Situation für dich gewesen sein, ich wäre da vollkommen überfordert und hätte sicher auch jede Menge Angst gehabt. Vor allem in derlei Situationen können wir oftmals einfach gar nicht reagieren, wie wir es von uns selbst erwarten. Noch dazu, wenn es sich nicht aufgestaut hat, sondern so plötzlich kam. In jedem Fall aber ist Schreien und sind Bestrafungen, mit der Absicht „Na das Kind muss doch lernen, dass…“ immer sinnlos. Komplett. Genauso verkehrt sind übrigens auch Belohnungen. Menschen muss man weder belohnen, noch bestrafen. Vorleben und möglichst authentisch sein – das wär schön. Aber es fällt den meisten Menschen irrsinnig schwer, wirklich authentisch zu handeln. Erziehung (mit erwartetem Gehorsam, Drohen, Strafen und Belohnung, wie sie halt leider oftmals gelebt wird) sei Dank. Na klar find ich das kacke, wenn mein Kind mein anderes kräftig stößt. Und genau das kann ich natürlich formulieren. Auch, dass ich mich mega erschreckt hab! Natürlich hab ich das! Woah, das kam ja aus dem nichts! Wieso denn nicht einfach unsere Mitmenschen dran teilhaben lassen, wie es uns geht? Das wäre doch mal schön. Dann sehen und fühlen sie nämlich, was Handlungen mit uns machen. Und wir dürfen voraussetzen, dass Kinder angenommen werden wollen, wie sie sind. Dass sie viel öfter als wir es wahrnehmen, kooperieren. Vielleicht würde sich dein Sohn, der, der den anderen geschubst hat, auch freuen, wenn du in einer ruhigen Minute zu ihm gehst, und mit aufrichtigem Interesse fragst, was ihn in der Situation gestört hat. Was ihm fehlt, was er sich wünscht. Vielleicht kann er es auch gar nicht benennen, das ist ja in Ordnung. Aber vielleicht gibt es ja etwas, das er dir sagen möchte, das ihn beschäftigt. Wie schön wär es, wenn er hierüber mit dir reden könnte. Logisch ist natürlich: Druck erzeugt Gegendruck. Immer. Entsprechend entstehen viele Situationen einfach aufgrund des Umfelds. Wenn die Liebe eben nicht selbstverständlich ist, sondern vor allem dann gezeigt wird, wenn das Kind sich auf eine Art und Weise verhält, die den Eltern zusagt. Wenn es „brav“ ist. Dabei geht es darum, diese Liebe als bedingungslos zu empfinden. Strafen und Co. sind hierbei mehr als hinderlich. Ich hoffe, ich konnte dir einen kleine Einblick in meine Gedanken hierzu geben. Alfie Kohn ist, was Bestrafungen angeht, ein heißer Tipp. Auf YouTube gibt’s kurze Impulse von ihm. Hier auf Mini and Me gibt es eine dreiteilige Reihe zum Thema Konflikt, Wut und Aggression, die dich vielleicht auch interessiert. (Hier der Link: https://www.mini-and-me.com/konflikt-wut-und-aggression-in-der-familie-die-dreiteilige-videoreihe-mit-mag-sandra-teml-jetter/) Alles Liebe dir!

  • Reply Julia 19. Februar 2018 at 20:37

    Guten Abend,
    auch ich finde diesen Artikel bereichernd. Einen Tipp würde ich gerne aus eigener Erfahrung ergänzen.
    Vorweg muss ich aber einschränken, dass mein ältester Sohn erst zwei Jahre alt ist und ich nicht weiß, ob meine Idee dazu auch Eltern mit älteren Kindern hilft. In extremen Situationen wie du sie beschreibst, Martina, ist meine Idee fehl am Platz. An roten Ampeln erst recht.
    Es geht um Situationen, in denen mein kleiner Schatz einfach so Energie geladen ist, dass er herum hampelt, vermeintlich grundlos Lärm macht, seine kleine Schwester ärgert, frech ist und damit, wenn ich nicht aufpasse, durchaus das Potenzial hat meinen Geduldsfaden zu spannen.
    Es klingt banal aber mein Wundermittel lautet:
    SCHNELLSTMÖGLICH RAUS GEHEN.
    Und ich meine nicht alleine in einen anderen Raum. Ich spreche von gemeinsamem Spazierengehen, Radfahren, Ballspielen… egal bei welchem Wetter… je länger umso besser aber im Notfall auch mal nur 10 Minuten…im Idealfall schon morgens bevor sich die kindliche Energie anstaut.
    Nicht nur Hunde brauchen Auslauf um ausgeglichen zu sein, auch große und kleine Menschen. Nur der innere Schweinehund nicht. Der erzählt gerne, die dreckige Wäsche könne nicht warten.

    • Reply Jeannine 22. Februar 2018 at 17:09

      Liebe Julia, danke dir! Ja, das mache ich auch sehr oft. Manchmal ist eine Situation so verfahren, da kommen wir von einem Konflikt in den nächsten und ich merke, wie sich die Energien aufstauen. Da sag ich dann zu meiner Tochter: „Du, ich will jetzt mit dir rausgehen.“ Wenn sie mich fragt warum, erkläre ich etwa: „Wir müssen weg von hier, ich spüre, hier kommen wir nicht so zueinander, wie ich das gerne hätte. Ich glaube, draußen können wir beide wieder atmen.“ Mittlerweile kennt sie das ja schon und weiß, warum ich vorschlage, rauszugehen. Manchmal reicht es, kurz auf dem Balkon durchzuatmen. Und manchmal gehen wir komplett raus. Das hilft enorm. Szenenwechsel – tolle Sache! :) Danke dir!

  • Reply Friederike 22. Februar 2018 at 17:05

    Liebe Jeannine, ich stoße erste jetzt auf deinen Artikel hier und finde ihn deine Eingangsgeschichte sehr berührend. Was mich jedoch nun sehr beschäftigt, ist die Tatsache, dass ich bei meinem Sohn (18 Monate) nun doch schon das ein oder andere Mal den Raum verlassen habe, wenn ich mich so sehr über etwas ärgerte, dass ich ihn am liebsten angeschrieen hätte. Nun klingt es so als sei das Rausgehen viel schlimmer. Er kam immer auch weinend nach und meist habe ich ihn auch gleich in den Arm genommen und getröstet und mich entschuldigt. Puh, was meinst du, kann da ein Schaden entstanden sein? Ist es wieder gutzumachen. Es würde mir das Herz brechen, wenn ich ihm damit das Urvertrauen genommen hätte. Sonst wächst mein Kleiner auch sehr bedürfnisorientiert auf.

    • Reply Jeannine 22. Februar 2018 at 17:12

      Liebe Friederike, danke dir so sehr für dein Kommentar! Ich kenne dich ja nicht, aber allein die Tatsache, dass du dir solche Gedanken machst, ist erfahrungsgemäß so unendlich viel wert. Du gibst dein Bestes, dein Kind zu begleiten. So, wie es nunmal von Tag zu Tag möglich ist. Wir sind ja keine Maschinen, manchmal ist all die Theorie zwar super, aber ganz und gar nicht umsetzbar. Du hast dich bei deinem Sohn entschuldigt und Verantwortung für dein Verhalten übernommen. Ich denke, du darfst nun auch dir selbst verzeihen. Es kommt nicht darauf an, niemals Fehler zu machen, sondern auf die Haltung: Du lebst vor, was es heißt, menschlich zu sein. Und an jedem Tag können wir weiter versuchen, mehr so zu reagieren, wie wir als Menschen und Eltern sein wollen. Alles Liebe!

      • Reply Friederike 22. Februar 2018 at 21:20

        Liebe Jeannine, vielen Dank für deine lieben Worte. Oh ja, das mir selbst verzeihen fällt mir sehr schwer. Insofern muss ich auch daran arbeiten, dass ich ihm wirklich vorlebe, dass Fehler auch menschlich sind. Alles Liebe euch auch weiterhin!

  • Reply Petra 4. April 2018 at 11:50

    Hallo,
    danke für diesen wirklich grandiosen Artikel. Habe dabei viel über mein Verhalten und meinen Umgang mit Ärger oder Wut nachgedacht.

    Grüße
    Petra

  • Reply Vanessa W. 11. Juli 2018 at 21:34

    Gott segne Euch!!!!! Viel Gesundheit für Euch alle!!!!! 💒💒💒💒💒💒😇😇😇😇😇😇💒💒💒💒💒💒😇😇😇😇😇😇💒💒💒💒💒💒💒💒💒💒💒💒😇😇😇😇😇😇💒💒💒💒💒💒😇😇😇😇😇😇💒💒💒💒💒💒💒💒😇😇😇😇😇😇😇😇💒💒💒💒💒💒

  • Reply Friederike 18. Juli 2018 at 8:47

    Wow ist der Artikel toll. Mir fällt es leider auch manchmal schwer, einfach tief durchzuatmen. Aber deine Tipps sind Weltklasse. Manchmal möchte man ja einfach nur schreien, aber ich versuche mich so gut es geht zusammen zu reißen :-D

  • Reply C.D. 28. August 2018 at 7:40

    Es ist immer wieder toll, wenn Menschen andere zum Innehalte bewegen, zum Nachdenken – über sich, die eigenen Erfahrungen, die Ansprüche, welche man an sich selbst und andere (seine Kinder) stellt, die Gründe für das eigene Verhalten…
    Ein schöner Artikel, bei dem ich schmunzeln musste, denn meine beiden sind schon „groß“.
    Jedes Kind ist anders, jede Familie ebenso.
    Aus Erfahrung kann ich euch sagen – freut euch über die Trotzphase. Denn wenn Kinder diese nicht leben, holen sie sie nach. Spätestens mit Eintritt in die Pubertät, meist schon in der Vor-Pubertät. Und dann meine lieben Eltern, hat niemand, aber wirklich niemand, mehr Verständnis für das trotzende Grosskind, welches sich aufführt wie eine Dreijährige.
    Und ohne Angst machen zu wollen, denn jedes Kind ist ja anders und das eigene Kind macht sowas ohnehin NIE ;), ihr werdet euch diese Phasen, so schwer sie jetzt auch sind, zurück wünschen und herbei sehnen.
    In der Pubertät, mit allem was dazu gehört – Konflikte mit den Eltern, Geschwistern, Freunden, der Schule, sich selbst, der ganzen Welt…. – ist das nicht schreien wollen das wirklich kleinste Problem der Eltern.
    Da hat man plötzlich ganz andere Impulse die es zu unterdrücken gilt.
    Und natürlich liebt man sein Kind – das ist deren großes Glück! – aber man wünscht es zwischendurch zum Mond oder wenigstens zur Oma.
    Es gelten die Sprüche: „Es wird nicht besser, es wird nur anders.“ und: „Kleine Kinder, kleine Sorgen, grosse Kinder, große Sorgen.“ Mir graut es schon jetzt davor, wenn Junior in der Phase unserer Diva steckt 😉.
    In diesem Sinne ihr lieben Jungmamas – genießt es! Ihr werdet diese Erinnerungen brauchen, um Kraft zu tanken und euer Pubertier nicht ganz zu verteufeln.

  • Reply Ulrike 28. Oktober 2018 at 19:25

    Hallo!
    Ich habe ein Problem mit meinem Großen, er ist 20 Monate alt. Seit gut einem halben Jahr wirft er mit allem, was er in die Finger bekommt – es ist also kein „ich will mal ausprobieren wie das ist, wenn ich das werfe“.
    Ich weiß nicht, wieso und wie ich ihm das abgewöhnen kann. Nicht nur, dass er schon Sachen kaputt gemacht hat, wobei er sich selber verletzen kann (Gläser, Vasen, Teller – wenn er Sachen quer über den Tisch schmeißt, und auch Spielsachen), seit 2 Monaten ist sein kleiner Bruder auf der Welt und er hat ihm schon einige Sachen unabsichtlich draufgeworfen. Habe Angst, dass er ihn mal ernstlich verletzt, wenn das so weitergeht.
    Ich versuche wirklich, ihn nicht anzuschreien, aber leider schaff ich das viel zu oft nicht … ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Hab schon alles probiert, erklären, schimpfen, Sachen wegnehmen, schreien, ignorieren …?
    Danke für Ratschläge!

  • Reply Jenny 31. Oktober 2018 at 18:03

    Danke für eure vielen Tipps.
    Ich als junge Mutter (Finn, 18 Monate) bin noch sehr unerfahren mit allem und konnte mir hier sehr gute Ratschläge für die Zukunft abholen.

    VIele Grüße,
    Jenny

  • Reply Caroline 12. November 2018 at 17:27

    Dein sehr ausführlicher Artikel regt sehr stark zum Denken an.
    Manchmal denkt man evtl. zu sehr an sich und schaut nicht, wie man aus den Kinderaugen wirkt…

    Bei der nächsten Auseinandersetzung werde ich mir die Ratschläge zu Herzen nehmen.

    Danke!

  • Reply Emilia 5. Dezember 2018 at 18:26

    Ich habe deinen Artikel und vor allem auch die sehr vielen Kommentaren sehr intensiv gelesen und konnte echt viel lernen.

    Ich habe noch keine Kinder aber beschäftigte mich schon sehr damit, da der Wunsch sehr groß ist.

  • Reply Amelie 11. Dezember 2018 at 16:36

    Danke für eure ganzen tollen und auch weniger tollen Erfahrungen. Nur durch Leute die so etwas teilen, kann man als junge Mutter etwas dazu lernen!

    Danke euch und alles gute an eure Familien :)

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