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Zähneputzen ist in vielen Familien mit kleinen Kindern ein Reizthema. Denn was tun, wenn das Kleinkind einfach so gar keine Lust darauf hat, die Zähne zu pflegen? Wenn sich jede Argumentation im Wind verliert, angesichts des starken Willens dieses kleinen, geliebten Menschen vor uns? Dann heißt es: kreativ werden! Und, wenn mal gar nichts geht: Keine Angst!


Ich weiß noch, dass es eine Zeit gab, in der das Zähneputzen für uns ein großes Thema war. (Auch heute gibt es Tage, da ist es sowohl für meine Tochter, als auch für mich herausfordernd, alle Wünsche unter einen Hut zu bekommen.) Ich erinnere mich auch daran, dass es für mich damals noch viel angstbehafteter war, als es das jetzt ist. Wie oft hatte ich in meinem Kopf: Wir müssen zwei Mal täglich die Zähne putzen und es muss morgens und abends sein!

Eine Frage der Haltung: Flexibel und angstfrei bleiben!

Abgesehen davon, dass Kinder älter werden und das meiner Erfahrung nach – zumindest bei der Körperpflege – die Dinge einfacher macht, wenn man dann wirklich darüber sprechen kann, half es auch ungemein, diese „Angst“ ein Stück weit loszulassen.

Mich auch hier freizumachen von „Das muss so!“ und hinzusteuern zu einem: „Wir schauen, wie es für uns passt.“

Mir ist klar, dass es für viele zunächst keine Option sein wird, wenn ich erzähle, dass wir manchmal erst gegen Mittag die Zähne putzen. Einfach, weil es manchmal früh morgens ohnehin schon sehr unruhig ist. Weil die Zeit fehlt, viele verschiedene Dinge zu probieren (spielen, reimen, herumalbern im Bad, Handpuppenaction) oder auch, weil das Kleinkind gerade so viele andere Dinge zu erkunden hat, dass ich es mit einem Mindset a la „Es muss aber jetzt sein!“ aus seiner Konzentration, aus der Welt, in der es gerade ist, herausreißen würde.

Gelingt es uns, die Angst im Leben mit unseren Kindern zwar in manchen Situationen als Ratgeber dabei zu haben, ihr aber nicht das Steuer zu überlassen, ergeben sich meiner Meinung nach viele wunderbare Möglichkeiten, für die wir zuvor blind waren.

Binden wir Kinder in die Entscheidungsfindung mit ein, schmieden wir gemeinsam Pläne, dürfen sie mitbestimmen.

Ihre Meinung, sie selbst, sind wichtig.

Fragen wir beispielsweise, ob das Kind lieber jetzt oder in einer Stunde die Zähne putzen möchte, lieber mit der weißen oder der rosafarbenen Zahnpasta, und halten uns dann an ihre Entscheidungen, bieten wir echte Alternativen in einem Rahmen, der sich für uns beide gut anfühlt.

10 Tipps: So kann Zähneputzen Spaß machen

Etwas, das keinen Spaß macht und aber zwei Mal täglich Thema ist, sorgt natürlich nicht gerade für Begeisterung. Das würde es bei mir auch nicht. Wir wurden deshalb schon sehr früh sehr kreativ um unsere Tochter doch noch fürs Zähneputzen zu begeistern.

  1. Früh eine Routine etablieren.
  2. Gleichzeitig oder gegenseitig die Zähne putzen.
  3. Das Kind die Zahnbürste und Pasta selbst wählen lassen.
  4. Das Putzen zum Teil eines liebevollen, immer gleichen Rituals machen.
  5. Zahnputzlieder singen, Reime aufsagen.
  6. Beim Montessori inspirierten Kinderwaschtisch mitsamt Spiegel putzen.
  7. Kleine, bunte Bakterien „jagen“. Hat bei uns super geklappt!
  8. Unterschiedliche Handpuppen putzen lassen. Kasperl war immer besonders motiviert, der Wolf skeptisch, die Hexe hat die Zähne sauber gezaubert und Kasperls Opa war immer etwas vorsichtig und unsicher, ob er auch wirklich alle Zähne erwischt hatte.
  9. Darüber sprechen. Klingt immer so einfach, ist oft aber so schwer. Wir dürfen Kindern erklären, warum es wichtig ist, dass die Zähne geputzt werden. Welche Ängste wir haben, welche Sorgen wir uns machen, wenn nicht geputzt wird. Warum wir selbst unsere Zähne putzen, wie es uns als Kind damit ging.
  10. Bücher! Hier schon lange Favorit: „Zähne Putzen, Pipi machen“ aus der „Wieso, weshalb, warum“ Serie.*

Setting und Stimmung überdenken

Wie ist denn die Grundstimmung, wenn es ans Zähneputzen geht? Ist sie ernst, weil jetzt wieder etwas kommt, dass nunmal sein muss? Oder gelingt es, das Ganze womöglich in ein Spiel mit einzubauen?

Meine Tochter planscht sehr gerne (mit sehr viel Wasser) im Handwaschbecken. Während dieses Spiels putzt sie oftmals selbst. Nachher bin ich dran und darf nachputzen.

Oder aber man findet sich gemeinsam ein, putzt gleichzeitig, schneidet womöglich lustige Grimassen.

Vielleicht kann man auch „Wetten“ abschließen. Was ich damit meine: „Mama, du sagst, du glaubst nicht, dass ich den Mund aufmache. Und ich sage, ich glaub schon, dass ich den Mund aufmache.“ – „In Ordnung. Also, ich glaube ja, du machst den Mund nicht auf!“ Und wie frech sie dann grinst, wenn sie ganz langsam ihren kleinen Mund öffnet und meine erstaunten Augen immer größer werden.

Ich sage: „Hah! Na so etwas!“ Dann geht’s ans Putzen.

Niemals gegen den Willen des Kindes!

Zähneputzen ist wichtig. Darüber müssen wir denke ich nicht diskutieren. Aber wie weit ab von jeglicher Realität der hier (hauptsächlich) lesenden Eltern wäre es, ernsthaft vorzuschlagen: Egal ob das Kind will oder nicht, festhalten, putzen, fertig? Das gehört zu jenen Dingen, die ich für mein Kind nicht möchte. Punkt.

Zähneputzen unter Zwang – oder überhaupt irgendetwas gegen den Willen meines Kindes unter Gewalteinwirkung zu tun – lehne ich kategorisch ab.

Denn, ja klar: Wir sorgen uns um die Gesundheit unserer Kinder. Wird aber allen Ernstes suggeriert, man möge doch das Kind einfach festhalten und machen, so wird die psychische Unversehrtheit des Kindes vollkommen außer acht gelassen.

Kinder haben ein Recht auf die Wahrung ihrer Integrität. Sie haben das Recht über ihren eigenen Körper.

Sie haben per Gesetz das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung.

Zähneputzen unter Zwang ist Gewalt.

Ist es also manchmal – ungeachtet aller Gespräche und abseits jeglicher Tipps und Motivationshilfen wie Handpuppen – einfach nicht möglich, das Kind doch noch fürs Putzen zu begeistern, wirst du von mir niemals etwas anderes lesen als: Dann halt einmal nicht.

Abstand geben und das Kind erfahren lassen, dass seine Meinung wichtig ist und gehört wird.

Druck erzeugt Gegendruck, so auch hier.

Vorleben, miteinander reden und sich viele Gedanken darüber machen, wie das Putzen funktionieren könnte.

Grundsätzlich gilt: Qualität vor Quantität. Lieber ein Mal gründlich putzen, als drei Mal kurz.

Herzensempfehlung auch bei Größeren: Der Zahnputzhase

Vor einiger Zeit erhielt ich eine Nachricht von einer Mama, die mir beschrieb, dass das Zähneputzen bei ihrem Sohn schier unmöglich sei. Seit bei einem Unfall die vorderen beiden Schneidezähne ausgeschlagen wurden, ist er traumatisiert. An dieser Stelle hatte ich nur einen Tipp, den ich geben konnte: Als meine Tochter noch ganz klein war, stolperte ich – damals zufällig – über den Zahnputzhandschuh in Hasenform von MAM.

Dieser kleine Hase ist eigentlich gedacht für Babys, und wenn ich ihn nun als Alternative für „Notlagen“ empfehle, so geht damit die Mehrheit aller Zahnärztinnen wohl nicht konform.

Mir geht es aber immer darum, so gut ich kann, lebbare und umsetzbare Wege aufzuzeigen. Ich denke, das hier ist so ein Fall. Deshalb ist der Hasenhandschuh nach wie vor eine Herzensempfehlung.

Im Grunde ist es wie mit Handpuppen. Aber eine Handpuppe, die nicht nur die Zahnbürste hält, sondern sogar selbst putzt… das ist womöglich wieder etwas ganz anderes, spannendes, neues fürs Kind!


Wissenswertes zur Zahngesundheit bei Babys und Kleinkindern

Um hier abseits aller elterlicher Kreativität auch mit „Hard Facts“ dienen zu können, habe ich bei Univ.-Prof. Dr. Katrin Bekes, MME nachgefragt.

1. Wie beeinflusst das Stillen die Mund- und Zahngesundheit?

Das Stillen hat nicht nur für die Ernährung des Kindes eine zentrale Bedeutung. Durch das Saugen werden Kiefer, Lippen, Zunge sowie die übrige Kopf- und Halsmuskulatur gekräftigt und geformt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt werden bevor dann mit Beikost zugefüttert wird.

2. Welchen Einfluss haben Schnuller auf die Zahngesundheit? Wie kann man mögliche negative Einflüsse möglichst gering halten?

Zunächst einmal ist zu erwähnen, dass durch den Schnuller der angeborene Saugreflex des Babys gestillt wird. Dennoch sind bei seinem Gebrauch einige Dinge zu beachten. So ist es empfehlenswert, einen Schnuller mit möglichst dünnem Saugerhals und abgeflachten, symmetrischen Saugteil zu verwenden. Um das Risiko für die Bildung von Zahnfehlstellungen möglichst gering zu halten, ist es ratsam, nach dem ersten Geburtstag, spätestens aber beim Eintritt des Kindes in den Kindergarten mit der Entwöhnung des Schnullers anzufangen. Das Saugbedürfnis geht im zweiten Lebensjahr bereits stark zurück und der Kiefer sowie die Zähne brauchen Platz zum Wachsen.

3. Welchen Einfluss haben Fläschchen auf die Zahngesundheit?

Dauerhaftes Nuckeln insbesondere an Flaschen, die mit gesüßten oder säurehaltigen Getränken gefüllt sind, verursacht eine frühe Milchzahnkaries (Nuckelflaschenkaries). Durch das ständige Umspülen der Zähne mit zucker- und/oder säurehaltigen Flüssigkeiten werden die Milchzähne angegriffen und machen sie anfällig für Karies. Besonders die oberen Schneidezähne können so geschädigt werden. Im schlimmsten Fall kann es zur vollständigen Zerstörung der Zähne kommen.

Zur Vermeidung der frühkindlichen Karies kann von Seiten der Ernährung Folgendes empfohlen werden:

  • Kein Überlassen des Fläschchens zur „Selbstbedienung“ oder als Nuckelersatz
  • Vermeidung des frequenten Konsums von zuckerhaltigen Getränken aus einer Saugerflasche (insbesondere gesüßte Tees, Instanttees, Obstsäfte oder verdünnte Fruchtsäfte)
  • Verwendung von zucker- und säurefreien Getränken (wie z. B. Wasser, ungesüßtem Tee oder Milch)
  • Abstellen der nächtlichen Flaschengabe mit gesüßten Getränken
  • Füttern unter Verwendung einer Glasflasche
  • Entwöhnung der Flasche zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat mit der Gewöhnung des Kindes an das Trinken aus einer Tasse oder einem Becher

Das Ziel ist die Beschränkung auf wenige Mahlzeiten mit zweckmäßiger Zusammenstellung und das Vermeiden kariogener Zwischenmahlzeiten.

4. Ab wann sollten die Zähne geputzt werden und wie?

Für eine gesunde Zahnentwicklung wird der Beginn der Zahnpflege mit Durchbruch des ersten Milchzahnes empfohlen. So wird das Kind früh an das Ritual der Zahnpflege gewöhnt. Dabei sollte die Zahnreinigung bis zum 2. Geburtstag 1 x täglich abends nach dem Essen mit einer Kinderzahnbürste und einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger* Kinderzahnpasta erfolgen.

Morgens sollte nur mit Wasser geputzt werden.

Ab dem 2. Geburtstag sollte die fluoridhaltige* Kinderzahnpasta dann 2 x täglich angewendet werden. Nach dem abendlichen Putzen sollte nicht mehr gegessen werden.

Weiterhin wichtig ist, dass das Putzen nach einem fixen Schema erfolgt, damit kein Zahn bei der Reinigung vergessen wird. Bei Kleinkindern empfehlen wir dafür die sog. KAI-Methode. Das „K“ steht für die Kauflächen, das „A“ für die Außenflächen und das „I“ für die Innenflächen der Zähne. Wir leiten sowohl Kinder als auch Eltern dazu an, zunächst über die Kauflächen in beiden Kiefern mit geradlinigen Bewegungen zu putzen. Dann werden die Schneidezähne aufeinander gebissen und weiterhin werden in kreisenden Bewegungen die Vorderzähne und die anderen Außenflächen geputzt. Zum Schluss werden die Innenflächen der Zähne gereinigt. Um diese leichter zu erreichen, kann die Zahnbürste hierbei auch senkrecht gehalten werden.

Bedeutend ist, dass die Zahnreinigung der kindlichen Mundhöhle durch die Eltern erfolgt. Obwohl Kinder bereits im Kindergartenalter in der Lage sind, ihre Zähne selber zu putzen, sollte aus qualitativer Sicht ein Nachputzen und eine Kontrolle durch die Eltern bis in das Schulalter hinein geschehen.

Die Zahnreinigungsdauer sollte 2 Minuten betragen.

(* Dr. Bekes hat im Interview die Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta empfohlen. Da es sich um ein Interview handelt, wurde ihre Aussage so übernommen. Ich, mit Mini and Me, bleibe hier neutral und möchte keine Stellung beziehen, da ich nicht über die nötigen Kompetenzen und Kenntnisse verfüge, so etwas öffentlich zu beurteilen.)


Spielerisch pflegen von Anfang an: Die Zahnpflegeprodukte von MAM

Abgesehen von dem Häschen, das ich weiter oben bereits empfohlen habe, begleiteten uns von Anfang an auch Zahnbürsten, Beissring und Co. Die Mundpflegeserie von MAM soll dabei helfen, dass sich Babys Schritt für Schritt an die regelmäßige Mundhygiene gewöhnen.

Ist es anfangs noch der Oral Care Rabbit, macht der später Platz für die Massaging Brush, die das Zahnfleisch massiert und erste Zähnchen vorsichtig reinigt. Durch den langen Griff kann das Baby die Zahnbürste gleichzeitig mit den Eltern halten. besonders lang begleitet hat uns die First Brush in unterschiedlichsten Farben. Sie ist geeignet ab 6 Monaten und reinigt mit den abgerundeten Borsten besonders sanft.

Ein geniales „Zwischending“ zwischen Bürste und Beißring ist Bite & Brush, der mit weichen Borsten die ersten Zähne ganz nebenbei reinigt. Die unterschiedlichen Strukturen massieren und beruhigen und sorgen so für Linderung beim Zahnen. Der Tastsinn wird gefördert und das Beißen trainiert die Mundmuskulatur.

Den „Bite & Play“ durften wir erst im Zuge der Zusammenarbeit mit MAM kennenlernen. Seit er uns vor einigen Wochen per Post erreichte, gehört er zum fixen Inventar beim Puppenspielen. Er ist der Allrounder und vereint ein wassergefülltes Kühlelement mit strukturierten Oberflächen, die das Zahnfleisch massieren, mit einer drehbaren Rassel zum Spielen. Seine gewölbte Form erleichtert Babys das Greifen und Festhalten.

Tipps zum gewaltfreien Zähneputzen (Zahngesundheit bei Babys und Kleinkindern, Zahnärztin gibt Antworten, Zähneputzen Kleinkind, Zähneputzen Kinder, Unerzogen, Frei von Erziehung, Bedürfnisorientiert, Beziehungsorientiert, Leben mit Kindern, Zähneputzen, Mini and Me, bewusster leben, gewaltfrei leben mit Kindern)

Bite & Brush, Bite & Play, Mini Cooler und bunte MAM Friends (Entwicklungsspielzeug)


Welche Erfahrungen hast du mit deinen Kindern bei Zähneputzen und Co. gemacht?

Tipps zum gewaltfreien Zähneputzen (Zahngesundheit bei Babys und Kleinkindern, Zahnärztin gibt Antworten, Zähneputzen Kleinkind, Zähneputzen Kinder, Unerzogen, Frei von Erziehung, Bedürfnisorientiert, Beziehungsorientiert, Leben mit Kindern, Zähneputzen, Mini and Me, bewusster leben, gewaltfrei leben mit Kindern)

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Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit meiner Partnerin MAM und enthält Werbung. Er spiegelt meine ehrliche Meinung wider – ich empfehle nur Produkte, von denen ich selbst überzeugt bin. Mehr zur Transparenz?

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Text und Fotos: © Jeannine Mik, Mini and Me

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