„Erziehen ohne Regeln?“ – Nein! Ich verzichte auf Erziehung! (Einführung in (m)eine Erziehungsfreiheit)

Ich schreibe von Erziehungsfreiheit. Von einem Weg, auf dem man mit seinen Liebsten – egal, wie alt sie sind – in Beziehung lebt und darüber, dass diese Beziehung die Erziehung ersetzt. Damit sorge ich oftmals für erstaunte Gesichter, sowohl durchs geschriebene Wort, als auch in Gesprächen. Es kommen viele Fragen: zum Verständnis auf der einen Seite, zur Lebbarkeit auf der anderen. Manchmal sind es auch nicht Fragen, auf die ich treffe, sondern Missverständnisse und falsche Schlüsse.

Einsteigerfragen: Wie ich Erziehungsfreiheit lebe

Auf Erziehung zu verzichten bedeutet nicht, Gehorsam und elterliche Machtausübung durch eine „Methode“ zu ersetzen, die „funktioniert“. Es ist vielmehr eine moralische Entscheidung, nach der man dann so gut es möglich ist, lebt.

Dabei spielt die Sensibilisierung für eigene Themen, die man aus der Kindheit „mitgenommen“ hat und die nun, durchs Elternsein, wieder zutage treten, eine wichtige Rolle. Ebenso essentiell ist es, die eigenen Gedanken und Handlungen zu reflektieren und Verantwortung dafür zu übernehmen.

Bereits bei diesen Sätzen und entsprechend auf diesem Blog generell stolpern LeserInnen oftmals über Begriffe, die sie womöglich noch nicht kannten, wenn sie frisch im Thema sind. Ich möchte deshalb Fragen, die eine Redakteurin mir unlängst stellte, hier aufgreifen. Weil ich hoffe, dass meine Antworten zu einem ganzheitlicheren Blick verhelfen und ein paar Dinge klarer werden lassen können.


Was hat dich zu deiner Erziehungseinstellung bzw. zum Umdenken gebracht?

Als meine Tochter vom Baby immer mehr zum Kleinkind wurde, entstanden neue Situationen, mit denen ich nicht umgehen konnte. Mein Kind entwickelte seinen eigenen Willen und konnte den auch immer deutlicher äußern. Das ist großartig! Aber es war, wie für vermutlich jeden jungen Elternteil, auch verunsichernd. Hier hörte ich von vielen Seiten: „Wenn du dich jetzt nicht durchsetzt, hast du verloren!“ oder „Da musst du schon konsequent sein, sonst hüpft dir dein Kind auf der Nase herum!“

Dieser Blick aufs Kind, als unersättlich, auf der Nase herumhüpfend, als etwas, dass es zu er-ziehen und verbiegen gilt, da es sonst zum Tyrannen wird… der Blick war für mich grundverkehrt. Ich wollte, dass mein Kind sich bedingungslos angenommen und geliebt fühlt. Immer! Weil es so ist, wie es ist. Und nicht nur, wenn es tut, was ich will.

Wieso können wir schwierige Situationen nicht einfach gemeinsam lösen? Was wäre, wenn ich meinem Kind zuhören würde, anstatt nur nach meinen Vorstellungen zu handeln? Wenn ich anerkennen würde, dass mein Kind ganz wundervoll ist, wie es ist?

Ich begann mich zu informieren, las viel, recherchierte und stellte fest: Mit diesen Gedanken bin ich nicht alleine. Es gibt viele Menschen, die ihre Kinder liebevoll und frei von Angst begleiten möchten. Und massenweise wertvolle Literatur dazu.

Was meinst du, wie es deiner Tochter im Leben helfen wird?

Kinder, die von Anfang an liebevoll begleitet werden, deren Bedürfnisse gestillt werden und die wissen, dass all ihre Gefühle (auch jene, die Eltern mitunter Angst machen, wie Wut, Zorn, Trauer,…) sein dürfen, fühlen sich bedingungslos angenommen und geliebt.

Kinder sind so im Kontakt mit sich selbst, mit ihren authentischen Emotionen. Wenn es uns Eltern gelingt, ihnen das nicht „abzutrainieren“, bleibt dieses wertvolle Fundament erhalten.

Kinder sind so im Kontakt mit sich selbst, mit ihren authentischen Emotionen. Wenn es uns Eltern gelingt, ihnen das nicht „abzutrainieren“, bleibt dieses wertvolle Fundament erhalten.

So bleiben sie „bei sich“, wodurch sie gesunde Beziehungen zu ihren Mitmenschen führen können, gestärkt durchs Leben gehen und auch gewappnet sind für die Herausforderungen, die das Leben so mit sich bringt. Ich hoffe, meine Tochter in einer Weise zu begleiten, die es ihr ermöglicht, ihr Leben bewusst zu gestalten, für ihre Überzeugungen einzustehen und ein geschätzter Teil ihrer Gemeinschaft zu sein.

Gibst du dennoch klare Regeln vor?

Unerzogen bedeutet nicht ungezogen und auch nicht antiautoritär. Hier gilt es klar zu unterscheiden. Wenn ich sage, dass ich all meinen Mitmenschen auf Augenhöhe begegnen möchte, heißt dass nicht, dass ich nicht klar und deutlich meine persönlichen Grenzen aufzeige. Das tue ich. Und meine Tochter darf das auch. Respekt ist keine Einbahnstraße. Denn nur so können wir Beziehungen gestalten: Indem ich weiß, was ich will und was nicht und das meinem Gegenüber auch entsprechend kommuniziere. Wertschätzend und dennoch deutlich.

Es gibt bei uns wenige fixe Regeln, weil ich eingesehen habe, dass mir persönlich die meisten Dinge relativ egal sind und ich nicht sehe, wieso ich meine eigenen Vorstellungen über andere drüberstülpen sollte.

Wie genau funktioniert diese Methode?

Gar nicht. Erziehungsfreiheit ist keine Methode, sondern eine Haltung. Ich entscheide (!) wie ich kleinen und großen Mitmenschen begegnen möchte, wie ich leben möchte. Und dann verhalte ich mich entsprechend. „Unerzogen“ (nicht „ungezogen“) gehört für mich zur bewussten Lebensgestaltung, über die ich auch auf meinem Blog schreibe.

Erziehungsfreiheit ist keine Methode, sondern eine Haltung.

Es gibt leider kein Rezept, keine Taktik, die immer „funktioniert“, denn keine Beziehung ist wie die andere und ebenso jeder Mensch anders als der nächste. Für mich gilt es, auch in schwierigen Situationen „bei mir“ zu bleiben und mein Kind liebevoll, als verantwortungsbewusste Erwachsene, zu begleiten. Miteinander, voller Vertrauen und gleichwürdig.

Bist du selbst ähnlich erzogen worden?

Ähnlich: Ja. Genauso: nein. Vergleicht man die Erziehung meiner Eltern mit der anderer, würde ich schon sagen, dass ich sehr offene, liberale Eltern habe. Sie hatten keine Angst vor Konflikten, nahmen mich ernst, ließen meine Meinung gelten und waren fair.

Vor allem eines ist ihnen gelungen: Ich fühlte und fühle mich von ihnen immer bedingungslos geliebt. Das ist eine absolute Seltenheit in unserer Gesellschaft und etwas, wofür ich unsagbar dankbar bin. Diese empfundene Bedingungslosigkeit macht stark und begleitet Kinder ein Leben lang, auch als Erwachsene.

Worauf verzichtest du dabei bewusst?

Ich will auf jede Art der Machtausübung verzichten. Als die Großen fällt es uns leicht, unsere automatisch vorhandene elterliche Macht einzusetzen, um unser Kind dazu zu bringen, dass es tut, was wir uns wünschen. Wir können erpressen und drohen  („Wenn du nicht aufisst, dann darfst du nicht fernsehen!“), Urängste wecken („Dann geh ich halt ohne dich!“), schreien und anders psychisch oder gar physisch Gewalt anwenden.

Das können wir theoretisch einfach machen. Leider.

Weil das Kind sich nicht wehren kann, es liebt uns und braucht uns.

Diese Macht können wir ausnützen. Und das will ich nicht. Ich will Beziehung leben statt Erziehung. Wenn ich in Beziehung bin mit meinen Mitmenschen (denn das gilt auch für Partner und Co.), dann muss ich nicht erziehen und Menschen nach meinen Vorstellungen verbiegen.

Diesen Ansatz zu leben ist nicht immer leicht. Er braucht viel Fingerspitzengefühl und Selbstreflexion. Nicht immer gelingt es mir beispielsweise, ruhig zu bleiben. Manchmal werde ich laut und danach fühlt es sich unglaublich schlecht an. Dieses Gefühl will ich weder für mein Kind, noch für mich. Deshalb arbeite ich an mir. Und genieße das Leben, mit mir, mit Kind, mit Familie.

Welche positiven Aspekte erkennst du an deiner Einstellung?

Diese Frage möchte ich gerne auf mein persönliches Wachstum beziehen. Ich glaube, dass unsere Kinder, wenn sie in unser Leben treten, eine Einladung aussprechen: Sie fragen uns, wer wir sind. Sie wollen, dass wir uns zeigen und fordern uns heraus, unser Bild vom Leben und uns darin zu überdenken.

Diese einmalige Chance sollten wir ergreifen, denn sie kommt nicht wieder.

Haben wir keine Angst, uns selbst und unsere Unzulänglichkeiten zu reflektieren, Althergebrachtes zu hinterfragen und mutig unseren ganz eigenen Weg zu gehen, kann uns das näher an das führen, was wir eigentlich wollen.

Es ist die Möglichkeit, Beziehungen endlich so zu gestalten, wie wir es wirklich wollen. Authentisch und in Kontakt mit uns selbst zu leben, uns wieder „zu spüren“. Denn viele von uns wurden auf eine Art und Weise erzogen, die viele kleine und große Entwicklungstraumata hinterlassen hat, die wir unser ganzes Leben mit uns herumtragen. Bleiben sie im Verborgenen, sind wir womöglich unser Leben lang nicht imstande dazu, es so zu leben, wie wir es uns eigentlich wünschen. Nie wirklich glücklich, nie wirklich im Jetzt, nie bewusst.

Deshalb will ich hinsehen, auch wenn es manchmal weh tut.

Ich will die Chance aufs persönliche Wachstum ergreifen und meine Tochter nicht blind führen, sondern sie an die Hand nehmen und mit ihr gemeinsam entdecken.

Viele von uns wurden auf eine Art und Weise erzogen, die Traumata hinterlassen hat, die wir unser ganzes Leben mit uns herumtragen. Bleiben sie im Verborgenen, sind wir womöglich unser Leben lang nicht imstande dazu, es so zu leben, wie wir es uns eigentlich wünschen.

Gibt es auch negative Aspekte?

Sicher ist Erziehungsfreiheit schwieriger als Gehorsam, weil es manchmal anstrengend ist, gemeinsam Wege und Lösungen zu finden, mit denen alle halbwegs d’accord sind. Es kann ermüdend sein, über sich selbst und die eigenen Taten nachzudenken.

Eine Beziehung zu gestalten, bei der ich die Meinung des anderen anerkenne und so stehen lasse, fordert mich heraus. Immer wieder. Egal, ob in Beziehungen zu Kindern oder zu Erwachsenen.

Das Leben ist nicht einfach. Wieso sollte es Elternschaft dann sein? Schön, erfüllend, wundervoll… ja! Aber einfach? Nein, nicht immer.

Wie reagiert das Umfeld? Bist du manchmal mit Vorurteilen konfrontiert?

Selten. Ich weiß, dass manche Verwandte mit der Art, wie ich etwa den ganz natürlichen Aggressionen meiner Tochter und ihrer Äußerung begegne, nicht mitgehen. Es ist beispielsweise normal, dass viele Kleinkinder hauen. Das Gehirn ist noch nicht so weit entwickelt, als dass sie bis zu einem gewissen Alter über eine andere Form der Impulskontrolle verfügen würden.

Hier geht es darum, wie ich in einer solchen herausfordernden Situation reagiere: Bin ich selbstsüchtig und gebe meinem Kind mit meiner Reaktion womöglich ein schlechtes Gefühl („Du machst mich traurig!“), oder verteidige ich meine eigenen Grenzen („Ich will das nicht!“), oder schaffe ich es vielleicht sogar in diesem Moment, mein Kind zu begleiten. Indem ich ihm zum Beispiel Worte für seine Emotionen gebe, die ihm helfen, das Erlebte einzuordnen, etwa: „Oh wow, du bist anscheinend richtig wütend! Ich frage mich, was dich so zornig gemacht hat!“

Klar kann und darf ich äußern, dass ich nicht geschlagen werden will. Dabei möchte ich ermutigen, im Hinterkopf zu behalten, dass das Kind davon aber nichts mitnehmen kann, außer der Info, dass ich es doof finde. Deshalb versuche ich, das in einer ruhigen Situation zu kommunizieren. In dem Moment des Hauens sehe ich, dass mein Kind offenbar in Not ist und versuche mich zu verhalten wie die liebende Erwachsene, die ich bin. Und entsprechend zu begleiten. Auch wenn es schwer ist!

Ich halte nichts davon, bei Schönwetter und wenn es leicht geht beziehungsorientiert und frei von Erziehung zu leben, und dann aber in schwierigen Momenten plötzlich Gehorsam von meinem Kind zu verlangen. So will ich nicht leben, womit wir wieder bei dem Thema wären, dass Erziehungsfreiheit eine moralische Entscheidung ist.

Was also tun, in solchen Situationen? Ich weiß es nicht. Am ehesten: Verschiedenes ausprobieren und sehen, welche Reaktion sich für mich im Nachhinein gut anfühlt. Wenn ich mich schlecht fühle mit der Art und Weise, auf die ich reagiert habe, so habe ich beim nächsten Konflikt die Option, etwas anderes auszuprobieren. Bis ich das Gefühl habe, so reagiert zu haben, dass es für mich persönlich stimmig ist.

Der Umgang mit Aggressionen ist für mich ein absolut essentielles Thema. Deshalb hier die Herzensempfehlung des Buchs „Aggression“ von Jesper Juul. (Sowie diese Videoreihe zu Aggressionen in der Familie.)


Erziehungsfreiheit ist nicht laissez-faire, nicht willkürlich. Ich begleite meine Tochter auf Augenhöhe, gleichwürdig und liebevoll. So gut ich es kann. 

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick in meine Gedanken und in mein „Wie“ geben. Wenn du Fragen hast, darf ich dich ermutigen, sie jederzeit zu stellen. Ich freu mich darauf!

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Erziehungsfreiheit: Unerzogen Leben, eine Einführung in das Leben frei von Erziehung (Mini and Me, bewusster Leben) #beziehungsorientiert #kinderbegleiten #familieleben #beziehungstatterziehung

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Text: Jeannine Mik, Foto: Fotolia

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24 thoughts on “„Erziehen ohne Regeln?“ – Nein! Ich verzichte auf Erziehung! (Einführung in (m)eine Erziehungsfreiheit)

  • Reply Deborah (@teamlutz) 17. Februar 2018 at 19:27

    Wow! Diesen Artikel würde ich jedem empfehlen der „anti“ oder aber auch „unerfahren“ bezüglich dieser Thematik ist. Hier bleibt wirklich nichts unbeantwortet. Ich finde es sehr gut dass du darauf hingewiesen hast dass es nicht gleich antiautoritär ist sondern du gerade hier klar deine Grenzen aufzeigst. Diesen Beitrag soll die Woman nochmal als Entschädigung drucken ;) !!! Wäre nur fair. Viel Liebe nach Wien. Deborah (Instagram: @teamlutz)

    • Reply Jeannine 7. März 2018 at 21:29

      Danke dir Deborah! Für deine unglaublich wertschätzenden Worte, darüber freue ich mich sehr! :) Ich habe mich bemüht, möglichst nachvollziehbar zu umschreiben, worum es geht. Gerade bei einem Miteinander, das nicht nach Plan und Methode verläuft, sondern bei dem es ums Fühlen und die immer neue Begegnung im jeweiligen Moment geht, gar nicht so einfach. Ich denke, hier noch konkrete Beispiele zu bringen (wie in einem Kommentar weiter unten vorgeschlagen), wäre eine tolle Sache. Vielleicht fallen dir Situationen ein, in denen du bzw. wir versuchen, anders zu handeln. Ich denke schon fleissig nach! ;)

  • Reply growuploved 17. Februar 2018 at 19:32

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel, der es so was von auf den Punkt gebracht hat hat WAS Erziehungsfreiheit eigentlich bedeutet. Wie sich diese Haltung auch auf das persönliche und individuelle Wachsen auswirkt. Lebenslanges Lernen. 💖👍🏻 Hab den direkt gleich mal teilen müssen!

    • Reply Jeannine 7. März 2018 at 21:26

      Danke dir so sehr meine Liebe, auch hier, für dein Feedback! Und fürs Teilen! :)

  • Reply Anja 18. Februar 2018 at 11:13

    Ein neuer Artikel in meiner Empfehlungsliste, wenn ich mal wieder gefragt werde, wie man dem Umfeld unerzogen näher bringen kann. Danke Jeannine, das du die richtige Version des Interviews noch mal veröffentlicht hast. Es ist so toll und so bereichernd. Ja ich denke, wenn es so veröffentlich worden wäre, hätte es in großer Schritt in Sachen Aufklärung sein können. Um so mehr freue ich mich nun über die Veröffentlichung hier, und hoffe, dass wir damit viele viele Menschen erreichen können.
    Ich werde of jedenfall fleißig in die Welt teilen.

    • Reply Jeannine 7. März 2018 at 21:16

      Danke dir meine Liebe, für dein „Da-Sein“ und deine Unterstützung, auf so vielen Ebenen! :)

  • Reply Kleinstadtlöwenmama 18. Februar 2018 at 20:10

    Super! Den Artikel werde ich gerne teilen!

    • Reply Jeannine 7. März 2018 at 21:16

      Das freut mich, vielen Dank! :)

  • Reply Isabel 19. Februar 2018 at 10:40

    So wichtig, dieser Text!
    Danke für deine ausführlichen Antworten, kann ich mich total mit identifizieren. 💙
    Schade, dass TV und Magazine immer nur die Schlagzeilen sehen und der Inhalt dabei auf der Strecke bleibt!

    • Reply Jeannine 7. März 2018 at 21:17

      Ich danke DIR! :) Danke fürs Lesen und dein Kommentar! :)

  • Reply Karla 24. Februar 2018 at 20:03

    Danke für den guten Text! Wie kann man den als Mutter an den eigenen negativen Kindheitserfahrungen arbeiten? Ich hab das Gefühl ich kann auf die Erinnerung gar nicht richtig zugreifen, da ich es verdrängt habe. Doch meine Erfahrungen spiegeln sich im Alltag mit meinem Kind wieder – auch wenn ich das nicht möchte. Hast du Tipps wie ich daran arbeiten kann mit meiner eigenen Vergangenheit Frieden zu schließen um einen neuen Umgang mit meinem Kind beginnen zu können?

    • Reply Jeannine 7. März 2018 at 21:16

      Hi liebe Karla, danke für dein Kommentar! Ich verstehe gut, was du meinst. Wir begegnen plötzlich uns selbst und sind überrascht von der Person, mit der wir es da zu tun haben. Dan Siegel nennt diese Erinnerungen, die nicht wirklich abrufbar sind aber doch so prägend „umerinnerlich und unvergesslich“. Und sein Buch würde ich dir auch empfehlen: „Gemeinsam leben, gemeinsam wachsen“. Tolle Lektüre! :) Ebenso empfehlenswert ist es, sich zu überlegen, ob man diesen Prozess des Suchens und Findens und der Bewusstwerdung evtl. begleiten lassen wollen würde. Ich selbst habe damit sehr gute Erfahrungen, und auch hier ist wie so oft Mag. Sandra Teml-Jetter von der Wertschätzungszone meine Herzensempfehlung. Schau mal, hier in z.B. diesen Videos: https://www.mini-and-me.com/konflikt-wut-und-aggression-in-der-familie-die-dreiteilige-videoreihe-mit-mag-sandra-teml-jetter/

  • Reply Judith 4. März 2018 at 15:57

    Ich habe den Text gelesen, interessiere mich für deine Einstellung, die meiner vielleicht gar nicht so unähnlich ist – aber ich würde mir mehr Situationsbeispiele wünschen, um besser zu verstehen, was du meinst.
    Danke!

    • Reply Jeannine 7. März 2018 at 21:17

      Danke dir liebe Judith, für den Anstoß! Das greife ich sehr gerne in einem der kommenden Artikel auf! :)

  • Reply LaurA 6. März 2018 at 20:47

    Liebe Jeannine,
    Auch wir leben erziehungsfrei sehr glücklich. Bald kommt meine Tochter in die Kita – darf ich dich fragen ob deine Tochter auch fremdbetreut wird, wenn ja wie sie mit den unterschiedlichsten Stilen zurecht kommt? Das fände ich sehr spannend!

    • Reply Jeannine 7. März 2018 at 21:21

      Liebe Laura, danke für deine Worte! Meine Tochter besucht seit etwa 5 Monaten einen Montessori-Kindergarten. Das ist für mich die einzige Option (neben Waldorf evtl.), da die Grundhaltung gegenüber Kindern nach Montessori der meinen sehr ähnlich ist. Es gibt Regeln, an die Kinder sich halten müssen. Die sind jedoch, soweit ich es erlebt habe, gerechtfertigt und überlegt. Sie werden nicht einfach aufgestellt, sondern es wird mit den Kindern auch in einen Dialog gegangen und ihnen erklärt, warum es diese Regeln fürs Miteinander bei so vielen Menschen braucht. Meine Tochter fühlt sich sehr wohl, die Betreuerinnen sind sehr bemüht um die Kinder und ich denke, meine Tochter ist gut angekommen. Mit den Unterschieden kommt sie gut zurecht. Manchmal erzählt sie mir von den Dingen, die im Kinderhaus anders sind und wenn ich nachfrage, warum es z.B. dort so ist, dass die Kinder sich erst wenig nehmen von einer Speise, wenn sie sie noch nicht kennen, kann sie mir erklären, dass es schade wäre, Essen wegzuwerfen. Wenn sie dann wissen, dass es schmeckt, dürfen sie sich nachnehmen. So besprechen wir verschiedene Dinge – wenn sie Lust dazu hat ;) – und ich bekomme kleine Einblicke. Manchmal bringt sie Formulierungen mit nach Hause, über die ich mich wundere (a la „Wenn du nicht… dann…“), aber ich denke, dass die eher von den anderen Kindern kommen, und nicht von den Betreuerinnen. So wie das meiste, das mich stutzig macht. Ich glaube grundsätzlich daran, dass die Unterschiede, die wir schon alleine in unserem individuellen „Sein“ als Mensch zutage fördern – auch und gerade im Leben mit Kindern – für sie bereichernd sind. Natürlich ist die Voraussetzung dafür, dass man liebevoll ist und nicht per se ein Arsch. ;) Gibt’s ja leider auch, dass Verwandte etwa bösartig Kindern gegenüber sind. Aus welchen Gründen auch immer. Darüber, wie ich es sehe, wenn zB liebevolle (!) Verwandte dem Kind anders begegnen, als ich, habe ich kürzlich geschrieben. Vielleicht kennst du den Artikel noch nicht: https://www.mini-and-me.com/beziehungsorientiert-leben-was-tun-wenn-verwandte-meinem-kind-anders-begegnen-als-ich/

  • Reply Torge 10. März 2018 at 7:58

    Liebe Jeannine,
    die von Dir beschriebene Haltung halte ich in vielen Aspekten für förderlich, um die Entwicklung von Kindern hin zu einer selbstbestimmten Person zu unterstützen. Was mich etwas wundert, ist das Label: „Erziehungsfreiheit“. Uch würde Dir ans Herz legen wollen, Dich mit Erziehungstheorie zu beschäftigen – dabei könnte Dir deutlich werden, dass die von Dir praktizierte Haltung und darauf basierende Handlungen durchaus als Erziehung zu verstehen sind, in einem dialogischen Verständnis. Erziehung ist soviel mehr und kann soviel mehr sein, als das landläufige Verständnis, dass darunter das Auferlegen von Regeln und das Pochen auf deren Befolgung versteht. Ich fände es schön, wenn Du den Leser*innen Deines Blogs dabei helfen würdest, ein differenzierteres Verständnis zu entwickeln. Liebe Grüße Torge

    • Reply Mimi 16. März 2018 at 11:17

      Dem kann ich mich nur anschließen! Liebe Jeannine, ich gratuliere dir zu deiner Haltung. Dem Kind liebevoll, respektvoll und auf Augenhöhe zu begegnen ist aber natürlich auch eine Form von Erziehung. Nicht anders arbeite ich seit vielen Jahren mit meinen – teilweise sehr fordernden – SchülerInnen.. Der Gedanke ist auch keineswegs neu im Kontext Erziehung.
      Was mir Sorgen macht, ist die Skepsis, die dir offenbar entgegengebracht wird. Ich sehe neuerdings in der öffentlichen Diskussion die Wiederkehr überwunden geglaubter rigider Einstellungen zum Kind. Unter jungen Eltern grassieren Perfektionierungswahn und Wettbewerb und es werden heftig autoritäre und garstige Tipps geteilt. (zB zum Thema Durchschlafen)
      Literaturempfehlung: Alfie Kohn, Der Mythos des verwöhnten Kindes.
      Mach weiter so, alles Gute!

  • Reply Tina 12. März 2018 at 21:17

    Liebe Jeannine, danke für diesen tollen Artikel, er hat bei mir einen Nerv getroffen. Meine Tochter beginnt derzeit sehr willensstark und temperamentvoll ihre Autonomiephase, in der ich sie begleiten möchte, ohne sie in ihrer Entwicklung einzuschränken. Von außen höre ich im Moment oft die Formulierung „früh Grenzen setzen“, welche hintergründig meist auf dem Belohnung-/Strafe-Prinzip basiert. Da ich selbst sehr autorität erzogen wurde und aus eigenem Erleben weiß, wie eng dies mit (Ohn)Macht und Angst verbunden ist, möchte ich einen anderen Weg gehen, bemerke jedoch gleichzeitig, dass ich ihn mangels eigenem Erleben nur schwer finde. Da kamen deine Worte gerade zum richtigen Zeitpunkt, beim lesen habe ich gespürt „das ist es!“. Kannst du evtl. weiterführende (Einsteiger?)Lektüre empfehlen?
    Vielen Dank für diesen tollen Artikel!

  • Reply Kathi 25. März 2018 at 20:45

    Das ist ein wirklich toller Artikel. Ich persönlich habe direkt eine Frage an dich! Ich stehe noch am Anfang. Mein Sohn ( mit viel Temperament und einem starken Willen) ist jetzt knapp 17 Monate alt. Mein Mann und ich haben uns auch für so einen Weg entschieden ( bzw. ähnlich). Das problem, gerade in den schwierigen Situation vergesse ich es und falle in die leider laute manchmal hysterische Erziehung meiner Eltern zurück. Eine gute Bekannten gab mir den Tipp, um mehr entspannung zu haben, die „Verbotenen“ Dinge aus Reichweite zu stellen. Nun ist mein süßer Spatz ordentlich gewachsen und ich bin wieder in der Situation. Das Problem ist, das irgendwer den Autopilot anmacht und ich merke erst im Nachhinein was geschehen ist. Natürlich entschuldige ich mich dann und erkläre ihm das. Hättest du da einen Tipp für mich?

    Lg

  • Reply Juli 10. April 2018 at 18:24

    Hallo, ich finde deine Haltung toll ☺ Dennoch verstehe ich eines nicht. Ich frage mich, warum es für diese Art der Erziehung ein eigenes (sich von Erziehung abgrenzendes) Wort geben muss. Erziehungsfreiheit klingt toll, bringt aber eben automatisch auch Gedanken an laissez-faire, unerzogen etc mit. Ich verstehe, dass es bewusst gewählt wird, um sich von den alten ErziehungsMethoden abzugrenzen. Aber, meiner Meinung nach, ist das, was du beschreibst, genau der KERN von Erziehung. Und nicht etwas anderes, davon freies. Erziehung IST eine Haltung. Erziehung IST eine Beziehung aufbauen. Erziehung IST Begleitung. Und Erziehung IST immer auch, sich selbst zu reflektieren und mit den Kindern zu wachsen. Das wussten schon die Alten Griechen ☺ Ich erziehe meine Kinder so, wie du es beschreibst. Mir käme aber nie der Gedanke, dass das keine Erziehung bzw. Pädagogik sei. Ich fände es viel besser, nicht extra wieder ein neues Wort in den Raum zu werfen. Weil das eben automatisch auch Unverständnis, Unsicherheit und (was es ja gerade reduzieren soll!) Distinktion und Wettbewerb unter den Eltern mitbringt. Schöner wäre es, diesen ursprünglichen Gedanken von Erziehung, den du so schön beschreibst, wieder ins Bewusstsein der Menschen/Eltern zu bringen. Und zu sagen, genau DAS bedeutet Erziehung (anstatt eine Art „Trend“ zu kreieren, der dann leider wieder in alle möglichen Richtungen verkehrt werden wird). So könnten, glaube ich, viel mehr Eltern und v.a. Kinder davon profitieren. LG

  • Reply Frida 10. April 2018 at 19:43

    So ein schönen Text, freue mich das gelesen zu haben. Meine Tochter ist erst 8 Monate und als ich dein Text gelesen habe dachte ich , ja! So fühle ich, das will ich auch für mich und meine Kinder!
    Danke für den tollen Text. Und über ein Buch Tipp würde ich mich natürlich auch freuen:)
    ❤️

  • Reply Madi | @die.leiden.der.jungen.mama 10. Mai 2018 at 19:37

    Hallo,
    ich habe dich erst neulich auf instagram entdeckt und finde den Artikel total hilfreich und verständlich.
    Was mich allerdings schon eine Weile beschäftigt… mein Partner sieht ganz grundlegende Dinge völlig
    anders. Ich habe mich nie mit „Erziehungsstilen“ auseinander gesetzt, es hat sich jedoch gezeigt, dass ich wohl sehr bedürfnisorientiert mit meinem Sohn umgehe. Ich finde den Ansatz sehr interessant auf Erziehung zu verzichten aber ich weiß, dass mein Partner da nicht mit konform gehen würde.
    Kann das denn dann überhaupt funktionieren? Sitzt das Kind dann nicht ständig zwischen den Stühlen?

    Was denkst du darüber wenn die Glaubenssätze und vorallem die selbst genossene Erziehung beider Elternteile grundlegend verschieden sind?

    Ganz liebe Grüße aus Berlin
    Madi von @die.leiden.der.jungen.mama

  • Reply Elena 11. Mai 2018 at 11:00

    Liebe Jeannine,
    habe vor einigen Tagen deinen Blog entdeckt und verschlinge deine Artikel und Beiträge auf Instagram seitdem in jeder freien Minute. Besonders dieser Artikel ist für mich sehr wertvoll, da ich totaler Neuling auf diesem Gebiet bin. Mein ältester Sohn ist jetzt fast 2 und in letzter Zeit habe ich immer mehr bemerkt, dass ich hin und her gerissen bin zwischen meinen Werten und den „aufgezwungenen Werten“ unserer Gesellschaft. Deine Einstellung und der Weg sie umzusetzen gibt mir Kraft und Mut und so viele tolle Anregungen, um besser auf die Bedürfnisse meines Kindes eingehen zu können. Ich danke Dir von Herzen und kann nach den wenigen Tagen, in denen ich deinen Blog jetzt kenne, schon sagen, dass ich eine deiner treuesten Leserinnen sein werde ❤

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