Beziehungsorientiert leben: Was tun, wenn Verwandte meinem Kind anders begegnen, als ich?

Ich habe für mich entschieden, wie ich meinem Kind begegnen möchte. Ich habe eine Haltung des Vertrauens eingenommen und so erkunden wir gemeinsam, Hand in Hand und auf Augenhöhe, diese seltsame Welt. Mein Kind ist perfekt, wie es ist. Es muss sich nicht verändern, es muss nicht erst „werden“, damit ich es lieb hab. Meine Liebe ist bedingungslos – und genau so will ich sie auch leben.

Was aber tun, wenn die Verwandten dem Kind anders begegnen? Soll ich mich einmischen und belehren? Raushalten? Akzeptieren? Und was, wenn das nicht geht? Es ist nicht leicht, beziehungsorientiert zu leben, wenn das Umfeld nicht mitmacht.


Die Sache mit den Schwiegereltern: eine Anekdote

Meine Freundin J. und ich sitzen beim Kaffee zusammen. Unsere Kinder spielen. Ihr Sohn ist nicht ganz zweieinhalb Jahre alt. Er und meine Tochter machen sich gerade aus, wer zuerst mit dem viel zu bunten Plastiktelefon spielen darf. Meine Tochter hatte es zuerst und erklärt ihm das auch. Als er sich wenig begeistert zeigt, seufzt sie gut hörbar und hält ihm das Spielzeug vor die Nase. „Nagut, dann du!“, lässt sie ihn wissen.

Niemand hat ihr beigebracht, zu teilen. Sie tut es einfach.

Nicht immer, versteht sich. Denn niemand hat immer Lust dazu.

J. lächelt. Sie ist „mit dieser ganzen Erziehungsthematik“ – wie sie meine Haltung salopp nennt – nicht so befasst. Ich aber stelle immer wieder fest, dass sie es ähnlich leben möchte und das über weite Strecken (wohl unbewusst) auch tut.

Sie denkt laut: „Ist es nicht schön zu beobachten, wenn Kinder die Dinge unter sich ausmachen?“

Ich nicke: „Ja. Vor allem, wenn man ihnen die Chance nicht nimmt, das zu tun.“

„Weißt du“, beginnt sie, „meine Schwiegereltern waren unlängst zu Besuch.“ Sie erzählt von einer Familienfeier. Ihr Sohn und sein Cousin hatten einiges an Bastelzeug zusammengesucht, das sie dem Opa, J.s Schwiegervater, zeigen wollten. „Anfangs lief alles harmonisch, aber wie so oft, wollten sie nach kurzer Zeit eben dasselbe Ding aufs Papier kleben. Mein Schwiegervater schritt sofort ein. Er verlangte, dass mein Sohn das bunte Teil seinem Cousin geben sollte. Das fand ich richtig unfair.“

„Dein Sohn vermutlich auch“, antworte ich.

Überhaupt haben ihre Schwiegereltern nur wenig Verständnis für die Art und Weise, wie J. ihrem Sohn begegnen möchte. Nicht schön, nicht angenehm, nicht stärkend. Und doch Realität.

Was sie noch viel mehr stört allerdings ist die Tatsache, dass sie ihrem Sohn gegenüber – als zwei Menschen von vielen anderen in ihrem Umfeld – so ganz anders sind, als J. das möchte. Fordernd, bestimmend, zeitweise erpressend, durch Lob manipulierend… meist gut gemeint. Die Ursachen dafür sind selbst Erlerntes, unreflektiert Weitergegebenes, Überforderung und Angst: „Was Hänschen nicht lernt…“

Walk a Mile in my Shoes! Oder: Du hast keine Ahnung!

Ja, das kann nervig sein. Das kann auch belasten, klar.

Was wir bei all der Aufregung aber nicht vergessen sollten ist die schiere Tatsache, dass wir nicht wissen, was das Gegenüber geprägt hat.

Wir können das Päckchen des Gegenübers und auch dessen Größe niemals ganz erfassen.

Sprechen wir von einem Menschen, den wir „gut“ kennen, so haben wir womöglich den Hauch einer Ahnung, was er mit sich herumträgt. Was ihn motiviert, was ihn antreibt, wovon er träumt, was er begehrt, wovor er sich fürchtet und welche Traumata er durchlebt hat. Wir haben womöglich einen leisen Schimmer dessen, was ihm selbst bewusst ist.

Dieses riesengroße, dunkle, unerschließbare Meer des Unterbewusstseins aber, werden wir niemals greifen können. Wir sind doch bei uns selbst dazu nicht imstande. Wie soll es jemals bei jemand anders möglich sein?

Vielleicht kann auch er nicht, wie er will.

Worauf ich hinaus möchte: Wenn wir gewisse Verhaltensweisen vom Gegenüber erwarten oder verlangen, wissen wir nicht, was wir ihm damit antun. Richtig gehört. Ihm.

Denn gehen wir davon aus, dass dieser Mensch unser Kind liebt, so dürfen wir voraussetzen, dass er sich ums Kind bemüht. So gut er das kann. Oder nicht kann.

Das eigene Verhalten zu reflektieren kann, gerade im Bezug auf Kinder, schmerzen.

Werden wir Eltern, kommt auch unsere eigene Kindheit nochmals zum Vorschein.

Gerade wenn wir diesen Weg bewusst gehen möchten, braucht es sehr viel Selbstreflexion, das Hinterfragen der eigenen Wünsche und Triebfedern, um an einen Punkt zu gelangen, an dem man halbwegs davon ausgehen kann, bewusst zu handeln. (Und wir alle wissen, dass es selbst an diesem Punkt oftmals einfach nicht gelingt.)

Mein Vater brachte es kürzlich auf den Punkt, nachdem ich ihm erklärt hatte, dass es für mich noch schwerer ist, in einer schwierigen Situation bei meiner Tochter zu bleiben, wenn er sich lautstark mit Floskeln wie „Hey, das macht man nicht!“ einmischt. Er erwiderte daraufhin schnell: „Das passiert ganz automatisch!“ Damit hat er recht, wie Mag. Sandra Teml-Jetter in der dreiteiligen Videoreihe zu den Themen Wut, Konflikt und Aggression in der Familie so einprägsam erklärte. Wir „fallen“ quasi in unser Stammhirn und handeln wie von selbst.

Das Gute dran: Kinder lernen durch Unterschiede!

Unlängst waren wir bei meiner Schwiegermutter. Meine Tochter wollte ihr etwas sagen, war ganz aufgeregt. Aber als sie zu ihr gelaufen kam, war Oma gerade am Telefon. Das Gespräch dauerte gute 10 Minuten. Meine Tochter stand ruhig neben ihr und wartete. Als Oma fertig war, erzählte sie.

Das würde sie bei mir niemals machen.

Was ich damit sagen will? Kinder passen sich an. Kinder lernen von unseren Unterschieden.

Meine Tochter weiß ganz genau, dass Oma auf jeden Fall fertig telefonieren wird. Und sie weiß auch, dass ich mich extra beeilen werde, wenn sie aufgeregt zu mir kommt und dann in den meisten Fällen innerhalb von Sekunden mit den Worten „Ich meld‘ mich später nochmal“ auflegen werde.

Wer von uns es „richtig“ macht? Darum geht es nicht. Oma tut wie sie tut. Und ich, wie ich.

Diese Vielfalt ist ein Geschenk!

Diese Vielfalt ist ein Geschenk. Sie ermöglicht Kindern zu lernen, wie wir uns aufeinander „eintunen“. Dass jeder Mensch anders „funktioniert“, anders reagiert, andere Grenzen hat, andere Bedürfnisse. Dass jeder von uns anders lebt und leben möchte. Andere Werte hat. Anders liebt und diese Liebe sich immer anders äußert.

Wie wundervoll ist es, sich bewusst zu machen, dass kein Mensch auf dieser Welt ist wie der nächste? Wie spannend, diesen Menschen zu begegnen, sich auf Entdeckungsreise zu machen, wohl wissend: Jeder Mensch, den wir jemals treffen werden, weiß etwas, das wir selbst nicht wissen.

Ein Ozean an Unterschieden, voll Potenzialen und einzigartigen Beziehungen.

“Everyone you will ever meet knows something you don't.” - Bill NyeClick To Tweet

Du willst dein Kind nicht erziehen? Dann auch niemand anders!

Ich will mein Kind lieben, wie es ist. Es nicht vorsätzlich verändern, manipulieren, um mir zu gefallen.

Klar, wir leben gemeinsam. Dass wir einander beeinflussen, ist normal. Es ist ganz natürlich, dass das passiert. Wie bei jedem anderen Menschen, mit dem wir leben. Das ist es, was Beziehung mit uns macht.

Nun versuche ich, bei all der Bedürfnis- oder Beziehungsorientierung, mein Kind nicht zu erziehen. Das heißt aber nicht, dass ich anfangen sollte, meinen Partner zu erziehen!

Wir sprechen davon, hinter das Verhalten zu blicken, wollen den allgegenwärtigen Behaviourismus zur Seite zu schieben. Aber dann tun wir bei unserem Partner, den Großeltern und anderen Menschen, die sich dem Kind gegenüber „falsch“ verhalten, genau das: Wir erziehen. Wir lassen sie wissen: Ich hätte dich lieber, wenn du anders wärst. (Bei uns selbst tun wir das übrigens auch permanent!)

Und das können wir tun, natürlich.

Wollen wir aber – vor allem mit dem Partner, der in unser System so unmittelbar verknüpft ist – gemeinsam leben, die Familie Hand in Hand gestalten und in Beziehung sein, wird das vermutlich nicht lange gutgehen. Nicht, wenn wir ihm die ganze Zeit kommunizieren oder ihn fühlen lassen, dass wir ihn lieber anders hätten.

Denn so, wie wir versuchen, unsere Kinder diese Erfahrung weitgehend nicht erst machen zu lassen, so unangenehm ist es auch für geliebte große Menschen, wenn wir permanent signalisieren: „Du machst das falsch. Du siehst das falsch. Du bist falsch.“

Nicht schön, oder?

Die schlechte Nachricht: Der Partner kann Reißaus nehmen. Vermutlich nicht leichtfertig, aber wenn der Preis, den es kostet, die Beziehung weiterzuführen, höher wird als jener, den eine Trennung mit sich brächte, ist der Ausgang vorprogrammiert.

Nachvollziehbar, wie ich finde.

Was also tun?

Ich kann nicht sagen, was zu tun ist. Das weiß wohl niemand wirklich.

Und wenn jemand meint, die eine Lösung zu haben, wäre ich nochmal extra vorsichtig: Die magische Formel X, die eine Methode, gibt es auch hier nicht. Genausowenig wie im Umgang mit unseren Kindern.

Fühlen, nicht wissen.

Was ich versuche zu bedenken ist, dass die andere Person und mein Kind ihre eigene Beziehung zueinander haben. Es ist nicht dieselbe, die ich zum Kind habe. Sie hat ihre eigenen Regeln, ihre eigene Dynamik. Und womöglich funktioniert sie viel besser, als ich von außen beobachten kann.

'Jede Beziehung ist anders. Das bedeutet nicht, dass sie schlechter als die Nächste ist.'Click To Tweet

Wenn Papa keine Gute-Nacht-Geschichte vorliest

Eine Leserin wandte sich kürzlich an Sandra und mich. Sie bringt ihre Tochter sehr liebevoll zu Bett, mit einem fixen Ritual. Außerdem lässt sie immer die Tür offen und das Licht an. Ihre Tochter möchte das so. Als Kind hatte sie selbst Angst im Dunklen und wollte die Tür immer offen lassen.

Bringt der Papa die Kleine zu Bett, gibt’s einen Kuss auf die Stirn. Keine Gute-Nacht-Geschichte. Keine offene Tür und kein Licht am Gang. „Braucht sie nicht“, sagt der Papa, wenn man ihn drauf anspricht. Die Mama versteht das nicht, meint, dass ihre Tochter das natürlich bräuchte!

Das Verwunderliche daran? Vielleicht hat Papa recht. Und Mama. Beide. Denn vielleicht braucht ihr Kind das Licht, die Geschichte und die offene Türe, wenn Mama da ist. Vielleicht braucht sie all das nicht, wenn Papa da ist. Wenn er sie zu Bett bringt und die Monster darunter vertreibt. Einfach, weil er da ist. Und so groß und stark!

Wir wissen es nicht. Das Kind weiß es!

Wir können nicht in die Beziehungen anderer hineinblicken.

Und solange Papa die Tür nicht schließt, wenn seine Tochter ihn weinerlich bittet, sie offen zu lassen – sprich: gegen ihren Willen – ist doch alles gut.

Ich so, er anders. Keiner falsch. Nur anders.

Immer raushalten? Kann ich nicht, will ich nicht.

Was ich persönlich sehr wohl mache, wenn ich unmittelbar neben einer Situation bin: Ich weise auf Zusammenhangloses hin. Ein Beispiel? Großeltern, gut gemeint, da sie Angst haben, die Kleine würde sich erkälten: „Liebling, bitte, wenn du die Jacke nicht anziehst, können wir leider nicht weiter einkaufen.“

Ich frage daraufhin, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Dann frage ich meine Tochter, ob sie die Jacke anziehen will. Verneint sie, lege ich sie wieder in den Einkaufswagen.

Ist das richtig? Ist das weise? Geht das Hand in Hand mit all dem Text, der vor diesen Zeilen hier kam? Ich weiß es nicht.

Es ist ein Gefühl.

Es ist für mich kein Angriff, kein offenes „Mach das anders!“ zu den Großeltern. Für mich ist es eine liebevolle Reaktion auf den absolut nachvollziehbar verwunderten Blick meiner Tochter, die spürt, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Weil sie zusammenhanglose Wenn-Dann-Sätze mit ihrer kindlichen Reinheit und noch so unverfälschten Moral sofort aufdeckt.

Ich begleite meine Tochter, weil sie, ihr Wohlergehen und die Wahrung ihrer Integrität mir – bei allem Verständnis für die Umwelt – das Wichtigste sind.

Miteinander reden braucht Mut!

Ich möchte den Menschen, die mir wichtig sind, mitteilen können, was mich bewegt. Was ich mir wünsche. Als diesen Wunsch möchte ich auch äußern, was mir im Umgang mit meiner Tochter wichtig ist.

Ich kann erzählen, von mir und von meiner Sicht. Ohne jemals den Anspruch zu erheben, alles „richtig“ zu sehen und so viel besser zu machen.

Macht mich das angreifbar? Natürlich! Gerade dann, wenn ich in einer schwierigen Beziehung zum Erwachsenen stehe. Und es macht Angst! Denn ich kann nicht wissen, wie mein gegenüber reagiert. Ablehnend? Zornig? Nachdenklich? Verständnisvoll?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich in einer (meiner kleinen) Welt leben will, in der ich mich und meine Ideen mitteilen darf.

Der Angst vor dem miteinander Reden und daraus vielleicht resultierenden Konflikten, steht die Chance auf gemeinsames Wachstum gegenüber.

Der Angst vor Konflikten steht die Chance auf gemeinsames Wachstum gegenüber.Click To Tweet

Aber: Ich darf mich und mein Kind auch schützen!

Ich denke, es gibt Beziehungen – nämlich beispielsweise jene, die nicht hauptsächlich von Liebe geprägt sind – in denen womöglich nur ein Schlussstrich hilft. Zumindest ein vorläufiger.

Dieser Punkt ist mir (bei allem Verständnis für andere Menschen und ihre Wege) ungemein wichtig: Ich darf mein Kind und mich schützen!

Ich darf Konsequenzen ziehen, wenn’s schädlich ist.

Denn auch wenn ich versuche, Erwachsene zu nehmen, wie sie sind: Bedingungslosigkeit lebe ich bei meinem Kind! Ich lebe sie nicht bei einem Erwachsenen, der mir, meinem Kind oder meiner Familie das Leben schwer macht.

Manchmal hören Menschen ohne Kontaktabbruch einfach nicht damit auf, permanent meine eigenen Grenzen oder die meiner Liebsten zu übertreten. Dann darf ich Konsequenzen ziehen.

Zumindest sehe ich das so.

(M)eine Konklusion: Die eine Wahrheit gibt es nicht

Eine Konklusion? Schwierig.

Für mich persönlich ist die Lösung:

  • Annehmen, was annehmbar ist.
  • Besprechen, was mir am Herzen liegt.

Und ja, in letzter Instanz wohl auch:

  • Unterbinden, was ich nicht hinnehmen kann.

Zum Schutz meines Kindes oder zu meinem eigenen wäre das, wie oben erwähnt, etwa ein Kontaktabbruch.

Wir sind alle zum wahrscheinlich ersten Mal auf der Welt. Ich denke die Einsicht, relativ wenig zu wissen, ist eine, die uns näher an die „Wahrheit“ bringt als der Glaube, weise zu sein.

Sind wir davon überzeugt, den einen und einzig richtigen Weg zu gehen, wird es höchste Zeit, uns nochmal umzusehen.

Ist man überzeugt, den einen und einzig richtigen Weg zu gehen, wird es höchste Zeit, sich nochmal umzusehen.Click To Tweet

Wir tun alle und nähern uns dem an, was wir ganz individuell als schlau, richtig oder wichtig empfinden. Das hat keine Allgemeingültigkeit. Die kann es niemals haben.

Alles Wissen ist Vermutungswissen, sagte Popper. Ich glaube, er hat recht.

Sich diesen Satz immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, erachte ich beim In-Beziehung-Leben als unglaublich wichtig.

Damit der Respekt nicht verloren geht. Und die Vielfalt, von der wir so vieles lernen können.

Wir und unsere Kinder.


Das war selbst für meine Verhältnisse ein sehr langer Text. Ich freu mich, wenn du noch immer hier bist und auch, wenn du mir deine Gedanken zu diesen Zeilen mitteilst. Wenn du magst, gleich hier als Kommentar. Oder auch als E-Mail! Jederzeit!

Lebst du beziehungsorientiert? Und dein Umfeld?

Ich danke dir für den wertvollen und sinnstiftenden Austausch!

Merken auf Pinterest:

Beziehungsorientiert leben: Was tun, wenn Verwandte meinem Kind anders begegnen, als ich? (Frei von Erziehung, Unerzogen Leben, Beziehung statt Erziehung, Kinder begleiten, Leben mit Kindern, Familie Leben, Auf Augenhöhe, Mini and Me, in Beziehung leben) #unerzogen #beziehungsorientiert #lebenmitkindern #bewussterleben #slowfamily

Themenverwandtes auf Mini and Me:

Text © Jeannine Mik // Foto © Fotolia

Her mit dem Newsletter!

Schließe dich über 6.000 anderen Eltern an! Dich erwarten wertvolle Artikel- und Buchempfehlungen, regelmäßige Impulse zum liebevollen Begleiten unserer Kinder und Gedanken zum bewussteren Leben, sowie Infos zu Neuheiten.

Der Newsletter soll maximal bereichern - das ist mein Ziel!

Ich freu mich auf dich!

(Inklusive 9 Artikel, die mir dabei geholfen haben, ein Stückchen mehr die Mama zu werden, die ich sein möchte.)

Genauere Informationen entnimm bitte der Datenschutzerklärung.

Powered by ConvertKit

29. Selbständige Bloggerin, freie Autorin, Kommunikationstrainerin und Schauspielerin. Mama, Verlobte, Wienerin. Cappuccino und Bitterschokolade gehen immer. “Being a mother is learning about strengths you didn’t know you had, and dealing with fears you didn’t know existed.”

www.mini-and-me.com

27 thoughts on “Beziehungsorientiert leben: Was tun, wenn Verwandte meinem Kind anders begegnen, als ich?

  • Reply Johanna 15. Dezember 2017 at 11:21

    Ha, gerade als du schriebst, dass das ein langer Text sei, begann ich nach unten zu scrollen um zu sehen wie lange er noch geht… :-)
    Vor allem ein sehr guter Text, mit ganz viel Nachsicht und Bedacht. Ich habe das Glück selbst schon ziemlich beziehungsorientiert aufgewachsen zu sein. Mit meiner Mama, die viel bei uns ist, kommt es daher zu wenig Konflikten. Nein Mann ist ganz anders erzogen worden. Aber glücklicherweise findet er diesen Weg, der mir so wichtig und natürlich ist, auch einen schönen und wir können ihn zusammen gehen. Ich erzähle ihm viel, was ich lese und denke darüber und er verinnerlicht das mit der Zeit immer mehr. Manchmal ist ihm ein „das macht man nicht“ schon wichtig, z.B. Füße auf den Tisch – aber wenn wir dann gemeinsam überlegen warum, finden wir entweder einen guten Grund dafür, den wir der Tochter erklären können und den sie dann ganz oft versteht, oder er sagt dann doch „warum eigentlich nicht?“

  • Reply Littlejohnssewingmom 15. Dezember 2017 at 12:12

    Puh. Der Text passt gerade zu 2 Baustellen die mich sehr beschäftigen. Ich empfinde fast körperlichen Schmerz wenn mein Mann zu unserem Sohn Dinge sagt die ich nicht mit meiner Sicht vereinbaren kann und den folgenden Wutausbruch völlig entnervt durch andere erlernte Kommentare noch zusätzlich triggert. Und ja ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl mit meiner Schwiegermutter zusammen zu leben, so extrem ähnlich sind die Muster… Kritik bringt uns da nicht voran. Ich versuche es mal mit den Fragen.
    Viel schlimmer ist das mir aufgefallen ist, Das ich zum Beispiel wenn Familie dabei ist, leichter in die alten Muster Fälle oder das bewusste Aushalten der Manipulationen als sehr anstrengend empfinde. Weihnachten wird hart. Die Frage warum der kleine jetzt schon wieder wütet nach einem überstandenen Ausbruch noch gelassen ohne Vorwurf zu beantworten kostet mich viel Kraft. Vielleicht helfen mir jedoch deine Anregungen und es wird nicht so anstrengend wie befürchtet.

    • Reply Sandra 16. Dezember 2017 at 9:54

      Liebe Jasmin! Was genau macht dein Mann, das dir körperliche Schmerzen bereitet? Wäre es für dich ok, mir das ganze Bild zu beschreiben! Liebe Grüße, Sandra Wertschätzungszone

    • Reply Sandra 16. Dezember 2017 at 10:03

      Sorry, ich hab jetzt Jasmin geschrieben – dein Name steht gar nicht da, oder?🙈

  • Reply Yasmin 15. Dezember 2017 at 13:25

    Wow das ist ein wirklich toller Artikel! Mich regt er sehr zum Nachdenken an und allein das ist schon bereichernd. Bis jetzt habe ich mich nämlich etwas „hilflos“ gefühlt, bezüglich des Themas. Also mein Kind ist noch nicht mal da, aber durch Familie und Beruf bin ich sehr in Kontakt damit. Ich stelle dann meist die selben Fragen wie du auf wenn-dann-Aussagen. Bis jetzt Ernte ich dafür leider nur patzige Antworten und Unverständnis. Schade, dass nicht jeder den Mut hat sich so mit seinem Umgang und sich selbst auseinander zu setzen… Danke jedenfalls für diese Denkanstöße! 💕

  • Reply Corinna 15. Dezember 2017 at 15:54

    Hallo Jeannie,
    Vielen Dank für deine Gedanken. Sie haben mich nachdenklich gemacht…….
    Das was ich von anderen Erwachsenen bezüglich des Umgangs mit Ihren Kindern verlangen möchte, weil mich vieles sozusagen ,,anschreit“, kann ich vielleicht gar nicht verlangen. Sie stehen wo anders , sprechen vielleicht eine andere Sprache als ich und fühlen sich persönlich angegriffen, wenn jemand kommt und sagt, dass es z.B. Machtmissbrauch ist oder Gewalt, wie sie in Interaktion treten. Meine Intoleranz gegenüber ihrem elterlichen Verhalten trennt. Ich möchte sie aber gewinnen nachzudenken, umzudenken , Handlungsalternativen zu wollen. Deswegen finde ich es sehr gut, genauso wie bei Kindern erstmal vom bestmöglichen Motiv auszugehen. Das ist für mich in deinem Artikel rüber gekommen. Und auch dass es Kindern hilft, zu merken, dass jeder anders ist und handelt.

  • Reply Ina Müller-Painsi 15. Dezember 2017 at 19:25

    Liebe Jeannine!
    Wenn ich deine Texte lese, ist es, als füllen sich kleine Lücken in einem wachsenden Gerüst in mir! Ist das verständlich beschrieben? Du schreibst mir mit deiner Einstellung und deinen Berichten aus der Seele! Was ich lese macht mich stärker, es festigt mich und schenkt mir innere Sicherheit. Dafür ganz herzlich Danke schön! <3 Ich mag dich sehr als Mensch, den Eindruck, den ich gewinnen durfte, und du bist eine durch und durch bereichernde Persönlichkeit! Dieser Weg macht eben gemeinsam mehr aus! Schön, dass es dich hier gibt!

  • Reply Kleinstadtlöwenmama 15. Dezember 2017 at 19:49

    LIebe Jeannine, ich danke Dir für diesen Text – eine Woche vor Weihnachten und damit dem Aufeinandertreffen oft unterschiedlichster Er-/Beziehungsstile eine schöne Erinnerung daran, auch mal die Perspektive zu wechseln, bevor man urteilt. Das ist – finde ich – gerade in der eigenen Familie nicht immer leicht, weil da zeitweise die eigenen Verletzungen noch zu präsent sind – und ich zumindest dann schnell in „Angriffshaltung“ gehe. Ich musste erst lernen, meine eigene Kindheit auszublenden, mich – so gut es ging – in die Lage des anderen zu versetzen und erst DANACH die Situation zu bewerten.

  • Reply Antonia 15. Dezember 2017 at 20:01

    Liebe Jeannine!

    Vielen Dank für diesen großartigen Blogbeitrag!!! Er ist wirklich wirklich wunderbar, ehrlich, treffend und wahrhaftig. Ich mag deine Art zu schreiben und noch mehr deine liebevolle Art Dinge in Worte zu fassen, wertschätzend und offen zu bleiben!
    Dein Artikel rundet meine Gedanken zu diesem Thema (und zum Thema „der eine richtige Weg“, welches uns -AP Blogger- in den letzten Wochen immer wieder beschäftigt hat) stimmig ab. Vielen vielen Dank!

    Liebe Grüße,
    Antonia

  • Reply Patrizia 15. Dezember 2017 at 20:57

    Liebe Jeannine, vielen Dank, dass wir an deinen Gedanken teilhaben dürfen! Ich kann wieder einmal sehr viel für mich mitnehmen. Deine „Lösung“ – annehmen, darüber reden, eventuell unterbinden – ist so wunderbar auf den Punkt gebracht – kurz und prägnant!!!! Danke fürs Inspirieren & Bewusstmachen!

  • Reply Beziehungsorientiert leben: Was tun, wenn Verwandte meinem Kind anders begegnen, als ich? • babywippen.at 16. Dezember 2017 at 1:13

    […] Original Beitrag ansehen… Author: Jeannine […]

  • Reply mylifeasnolansmom 16. Dezember 2017 at 6:56

    Danke für diesen unfassbar tollen Artikel!
    Ich hab sehr oft Schwierigkeiten damit umzugehen, was ich fühle, wenn ich sehe wie meine Eltern mit meinem Sohn umgehen. Und besonders wenn sie alles schlecht reden, was ich mache. Dein Text hat mir ein wenig Erkenntnis und Hilfe verschafft mit einigem umzugehen!
    Danke! ♥️

  • Reply Ellen Girod 16. Dezember 2017 at 11:18

    Ein kluger, versöhnlicher Text mit frischen, ungedachten Gedanken! Danke! Jeannine as we love her.

  • Reply Eva 18. Dezember 2017 at 8:37

    Ein sehr wertvoller Artikel. Danke für den Denkanstoß. Noch ist das Kind sehr klein, aber ich sehe jetzt schon große Unterschiede in den Erziehungsmethoden der Schwiegereltern und wie ich es leben möchte. Ich bin etwas ängstlich gespannt, wie sich das entwickelt und dein Text macht mich gelassener. Danke!
    Euch eine wunderschöne, entspannte Weihnachtszeit ohne viele Erwartungeb, dafür mit ganz viel Liebe.
    Liebste Grüße
    Eva

  • Reply Umgang mit dem Partner – Babywearing-Dancing Mama und das Dorfleben 18. Dezember 2017 at 21:27

    […] Partner, mit dem Kind anders umgeht als wir. Dazu gibt es nämlich schon einen tollen Artikel bei Mini and Me am Blog. Viel mehr möchte ich heute mit euch teilen, wie wir, wenn wir doch schon sehr gefestigt […]

  • Reply Sophie Mikosch 19. Dezember 2017 at 5:00

    Sehr schön beschrieben. Danke. Das teile ich gerne.
    Grüße Sophie

  • Reply Andrea 20. Dezember 2017 at 5:31

    Puh, Dein Artikel hits close to home. Mein Sohn ist nun fast 4 Monate alt und für meinen Mann und mich steht seit der SSW fest: wir haben Vertrauen in unser wundervolles Kind. Kein Herumerziehen, kein Erpressen, kein Manipulieren. Aber rs fällt mir SO schwer, bei meiner Mutter vor allem ruhig zu bleiben. Ich sehe förmlich das verletzte Kind in ihr und manchmal muss ich weinen, so sehr kommt das kleine Ich zum Vorschein, das ebenso (aus tiefster Liebe und in schlimmer Automatik) massiv manipuliert wurde. Immer im Bewusstsein, so nicht zu passen, zu viel oder zu wenig von etwas zu sein, aber nie so wie ich eigentlich gut gewesen wäre (=den Vorstellungen entsprochen). Ich möchte meinen Sohn unbedingt davor bewahren und das führt grad zu extrem viel Spannung. Ich versuche, immer wieder zum Nachdenken anzuregen, aber hier werden leider auch ständig Grenzen übertreten. Jetzt habe ich auf jeden Fall einiges zum Überdenken. Ich danke Dir dür diesen Anstoß :)

  • Reply Melanie 20. Dezember 2017 at 13:53

    Wooow, der Text ist echt mega gut, tiefgründig, regt zum Nachdenken, abwägen, neu sortieren an. Du schreibst über so einen schwierigen Spagat, ich verfalle manchma in eine extreme, löwenmama Haltung… da ist es gut, nochma genau zu schauen, wie reagiere ich und warum… . Voll gut. Vielen Dank!!!!!
    Außerdem hast du das Talent so schöne, passende Worte für meine Gedanken zu finden.
    Hab gleich ma den Newsletter aboniert😊

  • Reply Katharina 20. Dezember 2017 at 20:41

    Ein wirklich sehr schöner Atikel, der zu meiner momentanen Situation passt.
    Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken darüber gemacht, wie ich es finde, dass meine Schwiegereltern meine Tocher mehr erziehen, als ich es tue. Ich habe bei dem Thema eine völlig andere Haltung als sie.
    Aber durch deinen Artikel sehe ich die Situation deutlich gelassener. Denn wie du schon schreibst, „Kinder lernen durch Unterschiede“. Genau so ist es. Im Kindergarten werden die Erzieher meiner Tochter auch anders begegnen, als ich.
    Vielen Dank für diesen Artikel! Liebe Grüße Katharina

  • Reply Wunderwerdenwahr 22. Dezember 2017 at 10:31

    Liebe Jeannine, besser hättest du dieses so komplexe Thema nicht in Worte packen können .. es ist alles drin, was es braucht .. ich fühle mich durch deine Worte verstanden, empathisch verstanden, und gleichzeitig erinnert es mich an die so wichtige Bedeutung und Achtund der Diversität in den Beziehungen zum Kind.. das kann mir nicht oft genug gesagt werden.. aber dann auch zum Ende hin, die Anregungen, was ich tun kann, wenn ich etwas absolut nicht aushalte .. (und das ist gerade bei der Schwiemu oft der Fall..) ich muss reden! Von Herz zu Herz, von Mutter zu Mutter.. und hoffe, dafür die notwendige Kraft und Lust aufzubringen! Danke dir, ich drück dich du Wundervolle, Franziska

  • Reply Melanie 24. Dezember 2017 at 7:54

    Ach soo lang ist er doch gar nicht.. jedenfalls kam’s mir beim Lesen nicht so vor :-) Ich finde deinen Text wertvoll, denn er zeigt eine andere Sichtweise auf oder besser gesagt beide. Das regt mich zum Nachdenken an. Bei uns ist das auch gerade oder immer wieder ein aktuelles Thema. Was mich vor allem stört ist es, wenn Kinder, wie ich finde, nicht respektvoll behandelt werden. Ein Beispiel: Meine Tochter tanzt im Wohnzimmer – meine Mama sieht sie und lacht laut Hals „Hahaha, wie sie tanzt!“ Ich finde das ist Auslachen… Oder die ständigen Fragen „Kannst du schon….?“ Ich finde sie machen klein und geben eine Erwartungshaltung vor… Ich werde oft ziemlich rasend und manchmal spiegle ich das Verhalten einfach. ich frag mich echt, warum man Kinder so behandelt, wie man einen Erwachsenen niiie und nimmer behandeln würde!? Was meinst Du dazu? Sehe ich das ganze zu streng? Wie gehst Du damit um? Ein fröhliches Fest! :-)

  • Reply Susanne Bregenzer 4. Januar 2018 at 20:01

    Hallo Jeannine!
    Toller Text, bringt es auf den Punkt: mein Mann und ich haben immer wieder die Diskussionen darüber, ob man nahe Verwandte „machen“ lässt, oder belehrt. Ich habe mich nach langer Beobachtung fürs Machen lassen entschieden! Alle Omas und Opas, die wir haben, schaden unseren Kindern nicht, meinen es gut und verhalten sich in meinen Augen manchmal merkwürdig:-) Aber merkwürdig ist ok. Warum sollten unsere Kinder nicht unterschiedliche Weisen kennen lernen? Wir sind hier zu Hause ja auch nicht perfekt!
    Danke für deinen Artikel,
    liebe Grüße
    Susanne Bregenzer

  • Reply Gabriele Weiß 19. Januar 2018 at 7:35

    Hallo
    Wieder mal ein wunderbarer Text, kann mich vielen Kommentaren anschließen. Bei Omas habe ich es bisher auch toleriert und nichts gesagt, wurde von Oma ja selber verwöhnt. Bei meinem Mann und seinen Ansichten fiel es mir schwer, habe aber vorher (aus dem Gedanken, ich würde ja auch nicht wollen, dass er mir seinen Stil auf“zwingt“, kaum was gesagt) jetzt kann ich es noch gelassener sehen. Es wäre zwar schön, wenn wir die gleiche Ansicht hätten, aber er hat schon 2 Kinder aus erster Ehe, nicht beziehungsorientiert erzogen und wird sich wohl nicht mehr ändern.
    Danke
    Lg
    Gabriele

  • Reply Umgang mit dem Partner bei Sorge oder mangelndem Verständnis - BeziehungsweiseLiebe 23. Januar 2018 at 11:51

    […] Partner, mit dem Kind anders umgeht als wir. Dazu gibt es nämlich schon einen tollen Artikel bei Mini and Me am Blog. Viel mehr möchte ich heute mit euch teilen, wie wir, wenn wir doch schon sehr gefestigt […]

  • Reply Mara 24. Februar 2018 at 21:42

    Für mich bleibt die spannende Frage, wo genau sich dieser schmale Grat zwischen mein Kind schützen und die Vielfalt der anderen wertschätzen befindet? Sicher gibt es hier nur individuelle Antworten, jeder hat seine Grenze woanders. Aber vielleicht magst du noch ergänzen, wie du persönlich es handhabst, wenn du deine Tochter bei anderen Bezugspersonen ((Schwieger-) Eltern oä.) lässt. Mein Sohn bspw. ist ab und an für ein paar Stunden ohne mich bei der Oma, sodass ich die Situation nicht begleiten kann. Sie verstehen sich super und er liebt sich über alles. Mir fallen natürlich 1.000 Dinge auf, die ich aus meiner Kindheit kenne und meinem Sohn gerne ersparen möchte, bspw. unbewusste Abwertung von Gefühlen „Sei doch nicht gleich beleidigt…“ oder manipulatives Lob „Bravo, das hast du aber fein gemacht.“ Im Grunde halt ganz „normale“ Erziehungsmuster, die so unbewusst vor sich hinwirken.

  • Reply Colle 26. Juni 2018 at 14:11

    Sehr toller Beitrag, den ich mir für den Mehrfachgebrauch in meiner Favoritenliste abgespeichert habe, um immer mal wieder darin zu lesen.
    Ja , wenn es immer so einfach wäre. Die Frage ist auch, muss man immer selbst reflektieren und agieren, wenn Gegenüber es nicht macht? Ich bin derzeit in einer blöden Situation, die mich schon so oft den Schlaf gekostet hat. Unsere Tochter ist 16 Monate alt und wurde von mir bis dato allein betreut. Mein Mann hat sich, wegen Arbeit oder auch wegen Unsicherheit, das habe ich noch nicht so richtig ergründen können, da er Dinge, die mit Gefühlen zu tun haben, immer „wegschließt“, aus der ganzen Versorgung rausgehalten und lebt seit der Geburt mit ein paar Einschränkungen sein Leben weiter. Ich lasse ihn gewähren und fordere nichts, wozu er nicht selbst bereit ist. Nun habe ich lange gestillt und getragen und unser Mädchen ist ein eher zurückhaltendes Wesen. Das habe ich natürlich durch meine Erziehung verursacht und da nun auch der zweite Versuch sie in die Krippe zu integrieren gescheites ist, zumindest ist sie kurz vor der „Gnadenfrist“ nun doch noch krank geworden und die Einrichtung ist nicht bereit, ihr mehr als 14 Tage Eingewöhnung zu zugestehen und es ist offen, ob wir sie überhaupt noch bringen dürfen. Ich erwarte in ca 2,5 Monaten unser zweites Kind und mein Mann hat nur Sorge, dass die Wohnung nicht sauber ist und wir gar keine Zeit mehr füreinander haben. Man muss dazu sagen, dass er sich die Zeit selbst nie nimmt, auch wenn er könnte. Das Konfliktpotential ist derzeit also sehr hoch. Zu irgendwelchen Veranstaltungen, wie Dorffesten, gehe ich kaum noch, da ich zwar vielleicht noch als hübsches Anhängsel gelte, sofern ich es mal schaffe, mich mehr zu „schmücken“, als sonst, ansonsten wird jede Aussage oder Antwort später kommentiert und bewertet, wenn sie nicht den Vorstellungen entsprach. Mein Mann hat eine schwierige Kindheit, die 3 Jungs wurden gerne mal mit Schuh, Gürtel oder Hand erzogen, obwohl meine Schwiegereltern sehr christlich sind. Bei dem vierten Kind, ein Mädchen mit Behinderungen, kam das Umdenken, sie wird noch heute in Watte gepackt, obwohl sie schon erwachsen ist.
    Und ja, ich möchte ihm gerne mehr Gelegenheit geben, Vater zu sein. Aber irgendwie scheut er sich. Sobald unser Mädchen „quakt“, ist es meine Aufgabe. Ich habe mal beiläufig gesagt, er solle sie doch einfach mal in den Arm nehmen, oft genügt das schon. Er ist sonst ein sehr intelligenter Mensch und daher bin ich manchmal sehr ratlos.
    Man kann also andere durchaus akzeptieren, aber ab wann kann ein Kind/Baby selektieren, dass nicht die Mutter es in solchen Situationen alleine lässt, sondern das es eben eine Situation ist?
    Ich muss dazu sagen, dass unsere Tochter mittlerweile auch den Papa abweist, wenn sie ein Problem hat, wo er ihr eh nicht beistehen würde. Beispiel: sie war dolle krank und lebte wieder auf mir und er wollte wie immer sein küsschen und mit ihr schmusen, sie fing ab einer gewissen Distanz an zu plärren und schob sein Gesicht weg. Dies hat ihn doch etwas gekränkt.
    Also vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie man sich besser verhalten kann.

  • Reply Mother Rave 3. Juli 2018 at 12:03

    Wundervoller Text! Mein Herz schreit „ja“
    Respekt und Anerkennen von allen Persönlichkeiten, kein richtig und falsch nur mein richtig und dein richtig.
    Deinen Text werde ich auf jeden Fall weiterempfehlen, weil wir Mütter doch dazu neigen unseren Weg als den richtigen und einzigen zu sehen ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.