Begegne mir: 36 Fragen, die du dir selbst und deinen Liebsten noch nicht gestellt hast (und warum es in Familien keine Off-Limits Themen geben darf)

Wissen die nahen Menschen in deinem Leben, was dich bewegt? Was dich begeistert und inspiriert und was du ablehnst? Kennen sie deine Ziele, Träume, deinen Sinn für Humor? Oder meinst du, bereits alles von diesen Menschen zu wissen?

Kennst du mich?

Vielleicht kennst du das von dir selbst: Gerade in langjährigen Beziehungen kann es passieren, dass der gemeinsame Gesprächsstoff scheinbar „ausgeht“. Auch, wenn es wundervoll und alles andere als selbstverständlich ist, gemeinsam schweigen zu können und sich dabei richtig wohl zu fühlen, so sind Gespräche mit nahestehenden Menschen essentiell, damit sie uns auch nahe bleiben können.

Wollen wir Beziehungen bewusst gestalten, dürfen wir zunächst einmal uns selbst besser kennenlernen. Dieser Prozess ist vermutlich nie ganz abgeschlossen. Und es gibt Fragen – manche banal, manche besonders – die wir uns womöglich niemals stellen würden. Oder auch unseren Nächsten nicht. Entweder, weil wir nicht auf die Idee kämen, in die entsprechende Richtung zu denken oder auch, weil wir glauben, bereits alles – oder zumindest alles „Wichtige“ – über uns selbst oder die uns nahestehenden Menschen zu wissen.

Gelingende Beziehungen brauchen ehrlichen Austausch, aufrichtiges Interesse und den Mut, sich selbst zu zeigen und die Antworten des Gegenübers auszuhalten.

Frei von Erwartung, dafür voller Möglichkeiten.

Das ist so unangenehm!

Was macht die Vorstellung mit dir, beispielsweise deinem Partner eine der Fragen (oder auch mehrere, oder eine ganz andere) zu stellen? Gibt sie dir ein ungutes Gefühl? Wäre es irgendwie seltsam, auf einmal „neue“ Fragen zu stellen? Ich habe selbst erlebt, welchen Widerstand der Gedanke an mögliche Szenarien auslösen kann. Nicht bei allen Fragen, die es so als „Conversation Opener“ gibt, aber doch bei einigen. Gerade wenn sie an „Brennpunkten“ in Beziehungen kratzen.

Kinder brauchen Familien, in denen sich Menschen respektvoll und aufrichtig begegnen, wahrhaftig zeigen und über alles gesprochen werden darf.

Bekommen wir es mit der Angst zu tun, wenn wir unseren Partner fragen, ob er sein Leben als erfüllend wahrnimmt? Oder möchten wir ganz sicher nicht über seinen Traumurlaub sprechen, weil wir wissen, dass die Umsetzung uns weit aus unserer eigenen Komfortzone treiben würde?

Haben wir uns als Familie – womöglich unbewusst – darauf „geeinigt“, manche Themen lieber nicht anzusprechen, aus Angst, dass…? Tja, aus Angst wovor eigentlich?

In diesem Artikel sollen die Fragen im Mittelpunkt stehen, nicht „Unausgesprochenes“ in Familien. Deshalb belasse ich es bei diesem kurzen Exkurs. Einzig einen Gedanken möchte ich noch mitgeben, bevor wir uns den Fragen zuwenden, und berufe mich hierbei etwa auf den Familientherapeuten Jesper Juul und Psychotherapeuten David Schnarch: Kinder brauchen Familien, in denen sich Menschen respektvoll und aufrichtig begegnen, wahrhaftig zeigen und über alles gesprochen werden darf.

Um mit Martin Buber abzurunden: „Alles Leben ist Begegnung.“ Begegne dir und deinen Nächsten.

Erzähl mal…

Die folgenden Fragen sollen Impulse für dich sein, ins Gespräch zu kommen: mit dir selbst, deinem Partner, deinem Kind, deiner Freundin, deinem Elternteil…

  1. Was inspiriert dich?
  2. Wer hat dich in deiner Kindheit geprägt?
  3. Was machst du am liebsten?
  4. Würdest du dich selbst eher als extrovertiert oder introvertiert bezeichnen? Warum?
  5. Wenn du zu einem Abendessen drei Menschen deiner Wahl einladen könntest – egal ob tot oder lebendig: Wer wäre das?
  6. Was ist dein größtes Ziel?
  7. Was bringt dich zum Lachen?
  8. Wie sieht dein idealer Tag aus? Dein ideales Wochenende?
  9. Wie sieht die Welt deiner Meinung nach in 50, 100 oder 500 Jahren aus?
  10. Hattest du jemals einen Spitznamen? Wie kam der zustande?
  11. Was war deine liebste Fernsehserie bzw. dein Lieblingsfilm in deiner Kindheit? Warum?
  12. Welche Fernsehserien oder Filme magst du heute am liebsten?
  13. Erzähl mir etwas von dir, das mich wahrscheinlich überraschen wird.
  14. Wie warst du als Kind? Was hat dich begeistert, was mochtest du nicht?
  15. Wenn du den genauen Tag und die Umstände deines Todes wissen könntest, würdest du es wissen wollen?
  16. Gibt es etwas, das du in deinem Leben unbedingt noch tun, erleben, lernen möchtest?
  17. Wenn es nur ein Lied gäbe, das du für den Rest deines Lebens hören könntest, welches wäre das und warum?
  18. Wenn es nur ein Lebensmittel gäbe, das du für den Rest deines Lebens essen könntest, welches wäre das und warum?
  19. Was sind für dich die 5 schönsten Dinge der Welt?
  20. Erzähl mir von deiner liebsten Kindheitserinnerung: Warum ist sie für dich so besonders?
  21. Was kannst du richtig gut?
  22. Gibt es etwas, das du deiner Meinung nach ganz sicher niemals erleben wirst? Wieso nicht?
  23. Wenn du deinem jüngeren Ich etwas mit auf den Weg geben könntest, was wäre das?
  24. Wenn du auf der berühmten einsamen Insel stranden und nur eine Sache mitnehmen könntest, welche wäre das?
  25. Wie erfüllend ist dein Leben für dich? Gibt es etwas, das du daran ändern möchtest?
  26. Was würdest du tun, wenn du 1.000.000 Euro gewinnen würdest?
  27. Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre das?
  28. Gibt es eine Verantwortung, die du trägst, und die du lieber nicht hättest?
  29. Wie sieht dein Traumurlaub aus?
  30. Wo bist du aufgewachsen?
  31. Wenn eine Schauspielerin bzw. ein Schauspieler in einem Film über dein Leben spielen würde, wer wäre das?
  32. Wie lädst du deine leeren Batterien wieder auf?
  33. Wenn du mit einem Menschen für einen Tag dein Leben tauschen könntest, wer wäre das und warum?
  34. Was ist dein Lieblingsbuch bzw. wer dein Lieblingsautor?
  35. Welche Länder hast du bereits bereist? Welche möchtest du noch sehen?
  36. Was möchtest du vor deinem Tod unbedingt erreichen?

Unlängst habe ich meinen Mann zum ersten Mal gefragt: „Wenn es nur ein Lied gäbe, das du für den Rest deines Lebens hören könntest, welches wäre das?“ Natürlich war es das erste Mal, das ist für mich keine Frage, die mir „einfach so“ in den Sinn kommt. Und wir hörten gemeinsam Musik, schwelgten in Erinnerungen und tauschten uns aus. Und ich erkannte, dass mir die Wahl des Liedes wesentlich schwerer fiel, als ihm. Spannend, schön und unerwartet.


Vielleicht möchtest du die eine oder andere Frage auch beim Abendessen mit der Familie stellen. Lasst uns miteinander reden und etwas über uns selbst und unsere Liebsten erfahren, das uns zuvor noch nicht bekannt war.

Wir werden überrascht sein!

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Jeannine ist 30, Autorin, dipl. Kommunikationstrainerin und Bloggerin aus Wien. Sie ist Veranstalterin einer Workshopreihe für bewusste Elternschaft, Beziehungsautodidaktin und leidenschaftliche Verbreiterin der Idee des „Conscious Parenting“ im deutschsprachigen Raum. Neben all diesen Labels ist sie mit ganzem Herzen Mutter einer kleinen Tochter, Verlobte, Wegbegleiterin und immerfort Lernende.

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