• Wie du deine Vergangenheit heilst: Mit 4 klaren Schritten in ein erfüllteres Leben

    „To deal with it, you have to feel it and heal it.“ – Jay Shetty

    Belastet dich deine Vergangenheit? Hält sie dich davon ab, die Gegenwart zu genießen und das Leben zu leben, das du dir wünscht? Viel zu oft schleppen wir schmerzhafte Erfahrungen mit uns herum, als schwerer Rucksack, der uns belastet und runterzieht. Erinnerungen, die einem erfüllten Leben im Weg stehen und Gefühle wie Schuld, Scham oder Reue, die uns begleiten und die Beziehung zu uns selbst und anderen belasten. Der ehemalige Mönch und erfolgreiche Speaker und Coach Jay Shetty beschreibt, wie wir mit der Vergangenheit umgehen können, um ins Jetzt und in die Erfüllung zu kommen.

    Gestalte das Leben, das du dir wünscht!

    In seinem Online Intensiv-Kurs „5 Rules to Create the Life you want“ teilt Jay Shetty sein Wissen und seine Erkenntnisse für ein erfülltes Leben. Seine Inhalte haben mich sehr berührt. Er stellt Techniken und Methoden vor, mit denen es dir gelinden kann, mit deiner Vergangenheit Frieden zu schließen, dein Mindset zu ändern und dich selbst, mit deinem Wollen und deinen Prioritäten wahr- und ernst zu nehmen. Um die Vergangenheit zu heilen, müssen wir uns dem Jetzt bewusst werden und es mit Leben füllen.

    Um die Vergangenheit zu heilen, müssen wir uns dem Jetzt bewusst werden und es mit Leben füllen.

    Ich möchte hier gerne meinen Teil zu Jay Shettys Vision „Make Wisdom go Viral“ beitragen, indem ich mit dir teile, was er mit mir in seinem Kurs geteilt hat. Und wenn diese Impulse dir guttun, sprich darüber! Damit noch mehr Menschen davon erfahren, wie sie mit ihrer Vergangenheit und schlechten Gefühlen umgehen können, um aus ihnen neue Kraft zu schöpfen. Damit auch sie heilen können.

    Die Schritte, die Jay beschreibt, um mit der Vergangenheit umzugehen und belastende Erfahrungen in einem neuen Licht zu sehen, sind keine nett klingenden Gedanken, sondern geprüfte Methoden, die dich ins Tun bringen. Direkt in die Reflexion und damit hin zur Veränderung. Die Impulse in diesem Artikel sind damit nicht theoretisch, sondern absolut praktisch: Übungen, die dich bewegen. Nicht alles davon wird dir leicht fallen, aber es lohnt sich, durch die hochkommenden Emotionen zu gehen und dranzubleiben.

    3 Arten von Angst
    1 Schuld: Hält dich deine Vergangenheit zurück, weil du dich schuldig fühlst?

    Denk an das, was du in deinen Augen falsch gemacht hast und dann daran, was du anders hättest tun können. Das wird dir womöglich nicht leicht fallen. Jay beschreibt das Warum: Dein „Mind“, also dein Bewusstsein, will dich da nicht durchgehen lassen, sondern dass du „lazy“ bleibst, weil das einfacher ist. Das Bekannte ist sicher und gewiss. Auch, wenn es weh tut. Bleib dran! Versuch dir wirklich bewusst zu machen, was du hättest anders machen können.

    Jay bringt ein sehr krasses Beispiel von einem seiner Freunde: Vor ein paar Jahren hat ein unbekannter Mann Jays Freund um etwas zu essen gebeten, aber er wollte ihm nichts geben. Er erfuhr später, dass dieser Mann kurz darauf verstorben war. Dieses Gefühl hat ihn lange begleitet, er hat sich unglaublich schuldig gefühlt. Und jetzt kommt der Punkt: Indem Jays Freund für sich herausgefunden hat, was er hätte anders machen wollen, konnte er im Heute, im Hier und Jetzt aktiv werden: Er wünschte, er hätte dem Unbekannten etwas zu essen gegeben. Heute engagiert er sich in Obdachlosenheimen, schenkt Suppe aus, spendet Geld an Stiftungen, und so weiter. Er tut Gutes, und das tut ihm gut.

    Die beste Entschuldigung ist dein geändertes Verhalten.

    Vielleicht hast du dein Baby schreien lassen, weil du damals geglaubt hast, dass das richtig sei. Wenn du daran zurückdenkst: Wovon wünscht du dir, dass du es anders gemacht hättest? Wünscht du dir, du hättest ihm Zuwendung und Nähe geschenkt, es getröstet? All das, was du damals nicht getan hast, kannst du heute, im Hier und Jetzt tun! Du kannst deinem Kind Liebe schenken, Nähe und Zuwendung, wenn es das von dir braucht. Du kannst für dein Kind da sein, du kannst es wahrnehmen und durch seine Gefühle begleiten. Du kannst jetzt Leuchtturm sein für dein Kind!

    Alles, von dem du dir wünscht, du hättest es in deiner Vergangenheit anders gemacht: Mach es jetzt anders! „The best apology is changed behaviour“: Die beste Entschuldigung ist dein geändertes Verhalten. Wenn du dein Tun im Hier und Jetzt veränderst, hat das Auswirkungen auf die Vergangenheit und die Zukunft, und die Menschen, die dich umgeben.

    Wir können jetzt etwas tun. Dieses Wissen und seine Anwendung sind heilsam.

    2 Scham: Hält dich deine Vergangenheit zurück, weil du dich für etwas schämst?

    Scham kann nur in den dunklen, verborgenen Orten deines Herzens gedeihen. Deshalb musst du ihn ans Licht bringen. Das kannst du tun, indem du darüber sprichst. Und zwar mit einer Person, bei der du dich sicher fühlst, die dich nicht be- oder verurteilen wird, sondern dich hören und sehen kann. Ein Mensch, bei dem du ganz und sicher sein kannst.

    Scham ist ein absolut zerstörerisches Gefühl, weil es dich „Ich bin schlecht“ fühlen lässt, und nicht „Ich habe etwas Schlechtes getan“. Aber genau darum geht es: Du hast eine Sache getan, die du schlecht findest. Diese Sache definiert dich nicht, sie sagt nicht, wer du bist. Deine Persönlichkeit, dein Sein, wird nicht definiert von einer Situation, von einer Erfahrung in deinem Leben.

    Wenn wir über die Sache sprechen, für die wir uns schämen, nehmen wir ihr den Nährboden. Wir holen sie hervor, bringen sie ans Licht, sprechen darüber und nehmen ihr so ihre Kraft, über uns zu bestimmen.

    3 Reue: Hält dich deine Vergangenheit zurück, weil du etwas bereust?

    Du schließt damit Frieden, indem du diese Sache nicht mehr – oder anders – machst und siehst, was diese Erfahrung dich gelehrt hat. Schreib nieder, was dir Schmerzen bereitet hat in deiner Vergangenheit und was dich das gelehrt hat.

    Wenn du zum Beispiel jemandem blind vertraut und er dich verletzt hat, hast du von dieser Erfahrung gelernt, dass deine Mitmenschen sich dein Vertrauen verdienen müssen. Du verschenkst es nicht einfach an jede Person, die du triffst. Vertrauen muss sich aufbauen, nach und nach. Das ist eine wichtige Lektion.

    Wenn wir mit 18 offiziell als Erwachsene gelten, heißt das nicht, dass wir auch emotional erwachsen sind.

    Unseren Kinder fällt das natürliche Lernen viel leichter: Wenn ein Kind etwas „falsch“ macht, also, zum Beispiel, die Flamme der Kerze anfassen will und sich verbrennt, wird es das einfach nicht mehr machen. Es zermartert sich nicht den Kopf, fühlt sich schlecht und denkt: „Oh nein, ich bin falsch! Ich mache alles falsch!“ (Es sei denn, wir als die begleitenden Erwachsenen und Bezugspersonen vermitteln dem Kind dieses Gefühl! Von sich aus wird es das nicht tun.)

    Wir Erwachsenen hingegen können das „sehr gut“: Anstatt einfach von einer unangenehmen Erfahrung zu lernen und es fortan anders zu machen, bleiben wir nur allzu oft stecken und bereuen bis in die Unendlichkeit.

    Schreibe eine Liste von all den Dingen, die du in deinen Augen falsch gemacht hast. Und dann frage dich: Was habe ich dadurch gewonnen? Was hat es mich gelehrt? Wenn du das niederschreibst, auch, wenn es dir schwerfällt, bist du dem Heilen deiner Vergangenheit einen Schritt näher gekommen.

    Dein Hirn als Computer: Warum niederschreiben so wichtig ist

    Es gibt einen Grund, warum wir nicht nur über die Dinge nachdenken, sondern sie auch wirklich aufschreiben: Unser Gehirn ist wie ein Computer. Deine Erinnerungen sind die Dateien. Wenn du eine Erinnerung umschreibst zu einer Lektion, zu etwas, aus dem du lernen konntest, wird diese Erinnerung auch zu einer wertvollen Lektion. Du überschreibst die Datei.

    So verwandelst du deinen Schmerz, Wut, Reue, Schuld in Lernen. Und Lernen ist die Währung für Wachstum.

    Wenn du deine belastenden Erfahrungen niederschreibst und dir denkst: „Ich habe nichts davon gelernt!“, dann lerne jetzt davon. Lernen ist der erste Schritt, es setzt sich zusammen aus Wissen und Bewusstsein. Der zweite Schritt ist, es zu leben.

    Wenn du deine Lektionen niedergeschrieben hast, denk weiter nach, wie du das Gelernte im Jetzt und in der Zukunft anwenden kannst. Lass deine Intuition dich hierbei führen. Mach für diesen Prozess zum Beispiel drei Spalten: Schmerzende Erfahrung – Lektion – Aktion/Anwendung im Heute

    Schmerzende Erfahrung Lektion/Learning Aktion/Anwendung im Heute
    Warum willst du deine Vergangenheit heilen?

    Denk darüber nach, warum du deine Vergangenheit heilen und loslassen möchtest: Was sind deine Gründe dafür? Schreib sie nieder und achte darauf, die Gründe positiv zu formulieren. Zum Beispiel:

    • Weil ich mich so auf das Leben mit meinen Kindern freue!
    • Weil ich ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen will!
    • Weil ich einen unglaublich tollen Partner habe!

    Mach dir eine Liste: „Ich muss mit meiner Vergangenheit Frieden schließen, weil…“ und finde für dich mindestens 3 Gründe. Lies deine Gründe laut vor. Es sind Dinge, die in deinem Leben sind, auf die du dich freust, die dich begeistern.

    Das ist der Punkt, an dem die Gegenwart übernimmt. Das ist der Punkt, an dem das Jetzt wichtiger wird, als die Vergangenheit.

    Wenn du deine Vergangenheit heilst, gibst du dir selbst die Erlaubnis, das Leben zu kreieren, das du leben willst.

    Voll im Leben, ganz im Jetzt

    Um die Vergangenheit zu heilen, darfst du sie nicht vergraben. Sie heilt, wenn du sie dir ansiehst, sie fühlst, dich mit ihr auseinandersetzt, um sie dann gehen zu lassen. Füll dein Leben mit Leben, mit Dingen und Menschen, die dich begeistern. Überschreibe alte Dateien, verwandle sie in etwas Wohltuendes und Heilendes. Wie das gelingen kann, hast du in diesem Artikel gelesen.

    1. Wenn du dich schuldig fühlst, verhalte dich im Jetzt anders!
    2. Wenn du dich für etwas schämst, sprich darüber und nimm der Scham so die Kraft!
    3. Wenn du etwas bereust, lerne daraus!
    4. Schreib deine Dateien, deine Geschichte um: Verwandle schmerzhafte Erinnerungen in wertvolle Lektionen!

    Um emotional erwachsen zu werden, müssen wir uns bewusst Prozessen stellen, hinsehen, reflektieren und wachsen. Die Vergangenheit vergessen wir nicht, wir vergeben ihr. Und wir lernen von ihr, für eine erfüllendere Gegenwart. Heilen heißt nicht, etwas loszuwerden, sondern vielmehr, Neues in dein Leben einzuladen. Für jeden einzelnen Menschen, der dich in deiner Vergangenheit verletzt hat: Lade drei neue Menschen in dein Leben ein, die dir guttun. Lade auch neue Erfahrungen, Orte und Beziehungen ein.

    Mach die Gegenwart zu etwas aufregendem, auf das du dich freust.

    Für ein Heute voll großartiger Möglichkeiten!


    Nicht alles schaffen wir alleine. Deshalb möchte ich dich einladen, dich professionell begleiten zu lassen, wenn du alleine nicht weiterkommst. Wenn du das Gefühl hast, festzustecken. Es ist keine Schande, dir Unterstützung zu suchen. Im Gegenteil, es zeugt von Entschlossenheit und Mut!

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    Text: Jeannine Mik, Mini and Me; Fotos via Pexels