• Artenvielfalt ist Leben: 5 Gründe, warum Vielfalt überlebenswichtig ist und 5 Wege, sie zu fördern

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    Vermutlich weißt du es schon: Wir Menschen haben ein Problem. Oder eher: Viele! Eines davon ist die Tatsache, dass wir in den letzten 100 Jahren weltweit etwa 75 % der landwirtschaftlich genutzten Vielfalt verloren haben. Täglich sterben Nutzpflanzen aus. Dabei ist Vielfalt für uns überlebenswichtig! Warum wir sie bewahren müssen und wie wir das schaffen. 

    75 % weniger Artenvielfalt: Was heißt das?

    Täglich sterben Nutzpflanzen aus – unwiederbringlich. Es gibt einige Beispiele, die verdeutlichen, was ein Verlust von 75 % der Artenvielfalt bedeutet:

    • In Indien ging die Zahl der angebauten Reissorten von 30.000 in den 1950er Jahren auf heute 50 zurück.
    • Im Südosten Frankreichs kultivierte man bis etwa ins 20. Jahrhundert 250 verschiedene Pflanzenarten. Heute sind es nur noch 60.
    • In den USA verschwanden in den vergangenen 100 Jahren 95 % der Kohlsorten, 91 % der Maissorten, 94 % der Erbsensorten und 81 % der Tomatensorten.
    • In Österreich wuchsen um 1900 herum etwa 3.000 bis 5.000 verschiedene Apfelsorten. Heute sind es nur noch 400 bis 500. Und nur die wenigsten davon finden wir in den Regalen im Supermarkt.

    Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung ist die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft. Es werden also nur noch Arten und Sorten verwendet, die für einen intensiven, industriellen Gemüseanbau geeignet sind. Das sind wenige, und sie verdrängen andere Pflanzen; weniger ertragreiche oder solche, deren Anbau aufwändiger ist.

    All diese Informationen stammen von der Arche Noah. Sie ist ein Verein, der sich seit mehreren Jahrzehnten der Erhaltung der Artenvielfalt bei Nutzpflanzen verschrieben hat. Die lebendige Vielfalt seltener Gemüsesorten soll sowohl auf dem Acker, als auch im Garten und auf den Märkten wieder Einzug halten. Damit wir das vielfältige Kulturerbe erhalten und an unsere Kinder weitergeben können.

    Zum Wohl – der Natur!

    Granny’s, der österreichische Marktführer bei gespritzten Apfelsäften, unterstützt die Sortenerhaltung bei Arche Noah im Rahmen einer langfristig angelegten Partnerschaft. Granny’s hat es sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, den Anteil an Streuobst aus Österreich in den kommenden drei Jahren auf 50 % zu erhöhen. Das bedeutet Streuobst von 5.000 zusätzlichen Apfelbäumen. So kann diese traditionelle Bewirtschaftungsform, die ökologisch und zur Erhaltung der Sortenvielfalt so wichtig ist, bewahrt werden.

    Eines der ersten, wichtigen Etappenziele war es, die Spendensumme von 100.000 Euro bei der großangelegten Spendenaktion „Zum Wohl – der Natur“ zu erwirtschaften. Weniger als ein Jahr nach Start der Partnerschaft ist das nun gelungen, und das ist einfach nur genial! Die Aktion, bei der 5 Cent pro verkaufter Granny’s Flasche an die Arche Noah gespendet werden, wurde um ein weiteres Jahr und 50.000 Euro verlängert. Mehr über die Zusammenarbeit und Granny’s Nachhaltigkeitsplan für die kommenden Jahre findest du online.

    5 Gründe, warum wir Artenvielfalt brauchen
    Sicherheit und Anpassungsfähigkeit:

    Je größer die Vielfalt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Landwirtschaft sich auf geänderte Umweltbedingungen einstellen kann. Gemeint sind beispielsweise die Auswirkungen von Klimawandel, Schädlingsbefall oder auch die Widerstandskraft neuen Krankheiten gegenüber. Wer sich am besten anpasst, wird überleben: Was bei Menschen und Tieren in der Evolutionsgeschichte der Fall war, gilt auch für (Nutz-)Pflanzen. Vielfalt federt also einerseits Störungen ab und sichert zudem den Ertrag, andererseits unterstützt sie die Anpassung an extreme Wetterbedingungen.

    Kulturpflanzenvielfalt ist etwas Lebendiges, sie lässt sich weder in Stein meißeln noch in Tiefkühltruhen einsperren. Sie kennt weder einen klaren Anfang noch ein klares Ende und schon gar keinen Stillstand. – Arche Noah

    Zukunftsressourcen:

    Wir können heute nicht ins Morgen schauen. Entsprechend wissen wir nicht, welche Ressourcen eines Tages für uns wertvoll und die Basis unserer Ernährung ausmachen werden. Sterben alte und lokale Nutzpflanzen aus, können wir sie künftig nicht mehr nutzen, auch, wenn wir sie noch so sehr bräuchten.

    Ernährungssouveränität:

    Einen weiteren wichtigen Punkt stellt die Ernährungssouveränität dar. Zehn Agrochemie-Konzerne dominieren weltweit den Saatgutmarkt. Das resultiert in massiven Abhängigkeiten für kleine Landwirte. Wir können unsere Unabhängigkeit fördern, indem auf staatlicher Ebene der Anbau und Tausch regionaler Pflanzensorten zugelassen und gefördert wird.

    Pestizide:

    Monokulturen sind das Gegenteil von landwirtschaftlicher Vielfalt. Sie machen den Einsatz gefährlicher „Pflanzenschutzmittel“ notwendig. Eine nachhaltige, vielseitige Landwirtschaft andererseits braucht all die Chemie nicht. Ein ausgeglichenes Ökosystem mit robusten Pflanzensorten erhält sich quasi selbst.

    Moral und Verantwortung:

    Die Natur befindet sich – wenn wir nicht intervenieren – in einem empfindlichen Gleichgewicht. Die Dinge bedingen einander, alles ist verbunden, alles hängt zusammen. Vielleicht hast du schon einmal von den katastrophalen Auswirkungen gehört, die es hätte, würden die Bienen aussterben? Nun, die Sache ist die: Wir können nicht alle Zusammenhänge abschätzen. Wir wissen nicht, welche Auswirkungen menschliche Eingriffe auf die Natur haben. Wir haben also auch eine moralische Verpflichtung, die Vielfalt zu erhalten, da wir keine Ahnung haben, was passieren kann, wenn wir nicht achtsam handeln.

    Seit Februar 2017 wird Granny’s zur Gänze klimaneutral produziert. Bis dato wurde dank des hauseigenen Biomassekraftwerkes und eines externen Stromanbieters, der ausschließlich mit erneuerbaren Energieträgern arbeitet, bereits eine Klimaneutralität von 99% erreicht, der verbleibende CO₂-Ausstoß wird durch Klimazertifikate kompensiert. Der Recyclinganteil der Flaschen beträgt aktuell 30 Prozent.

    Vielfalt schaffen und bewahren: 5 Schritte, aktiv zu werden

    Vielfalt ist Leben, Vielfalt ist wichtig – für uns und für kommende Generationen. Wir können unseren Teil dazu beitragen, während wir gleichzeitig unsere Kinder dafür begeistern. Wollen wir, dass sie sich später zuständig fühlen für die Natur, müssen sie sie kennenlernen: Sie darf keine Fremde sein!

    Es gibt viele kleine und größere Schritte, die wir vornehmen können, um Vielfalt zu unterstützen.

    1. Regional und saisonal kaufen! Und auch zu außergewöhnlichen Sorten greifen, die es nicht immer und überall gibt. Vor allem beim Bio-Bauern findest du Raritäten und neue Geschmäcker.
    2. Vielfältig kochen! Und auch andere für die besonderen Zutaten und Geschmäcker begeistern. So kommen mehr Menschen mit seltenen Sorten in Kontakt und wer weiß: Vielleicht beginnen sie schon bald, selbst damit zu kochen!
    3. Selber zur VielfaltsgärtnerIn werden! Wir alle können zum Erhalt der Diversität beitragen, indem wir selbst rare, alte, ganz unterschiedliche Sorten von Nutzpflanzen anbauen. Egal ob im Garten oder auf dem Balkon! Das Gärtnern bereichert uns seit einigen Jahren und wir möchten es nicht missen. Seit etwas mehr als einem Jahr wohnt ein kleiner Apfelbaum bei uns, den wir von Granny’s in Zusammenarbeit mit der Arche Noah bekommen haben. Er hat in seinem ersten Sommer bei uns sogar geblüht und zwei Äpfel getragen. Mehr über den „Babybaum“ und die langfristige Zusammenarbeit der beiden Unternehmen liest du in meinem letzten Artikel zum Thema.
    4. Saatgut und robuste, alte Pflanzensorten verschenken! Im Shop der Arche Noah beispielsweise gibt es Samensäckchen schon um wenige Euro. Darunter finden sich auch seltene Samen in limitierter Auflage für erfahrene „VielfaltsgärnterInnen“.
    5. Kindern einen liebevollen, achtsamen Umgang mit Pflanzen vermitteln! Wie wir Kinder für Artenvielfalt und das Gärtnern (auch am urbanen Balkon) begeistern können, habe ich im Sommer geschrieben.

    Und noch eine Möglichkeit habe ich für dich gefunden! Die gefällt mir so gut, dass ich dir im folgenden Abschnitt ausführlicher davon erzählen möchte:

    Selbst PflanzenzüchterIn werden und experimentieren – auch mit Kindern

    Ich werde Pflanzenzüchterin! Bei Arche Noah habe ich einen Guide gefunden, der dich Schritt für Schritt dabei begleitet, deinen ganz eigenen Gemüsesorten im eigenen Garten zu züchten! Online findest du Kreuzungsanleitungen für Tomate, Erbse, Paprika und Chili! Besonders die „manuelle“ Befruchtung der Erbse fand ich wirklich faszinierend. Sieh dir einmal die entsprechenden Fotos im PDF an.

    Wie genial ist das denn? Ich bin absolut begeistert und werde das in der nächsten Saison auf jeden Fall ausprobieren mit meiner Tochter. Das hat uns in unserem Hobbygärtnerinnendasein noch gefehlt und ich glaube, in unserem bevorstehenden 4. Jahr mit unserem Urban Garden auf dem Balkon sind wir bereit für etwas Neues!

    Die Arche Noah führt zur Bedeutung von Vielfalt durch eigenständiges Züchten und Experimentieren im Garten oder am urbanen Balkon aus: „Der Ausgangspunkt von Diversität bei Kulturpflanzen liegt stets in der Verschiedenheit der Menschen, die sie kultivieren. Kein Wunder, dass pflanzliche Vielfalt verloren geht, sobald wir menschliche Vielfältigkeit nicht zulassen und zentralisierte Lebensmittel- und Saatgutsysteme fördern. Der konsistente Gegenentwurf kann also nur Diversifizierung sein: Vielfalt beim Essen, Vielfalt in der Produktion und Vielfalt beim Saatgut. Je mehr Menschen sich selbst mit Saatgutgewinnung und Sortenentwicklung auseinandersetzen, desto mehr Kulturpflanzendiversität entsteht dabei. Bei dieser Betrachtungsweise verschiebt sich der Fokus von ‚Vielfalt als Produkt‘ zu ‚Vielfalt als Prozess‘.“

    Wo du konkret ansetzen kannst, ist beispielsweise das Sternparadeiser-Projekt der Arche Noah, das 2019 in die nächste Runde geht!


    Urban Gardening bereichert unser Leben! Wir durften beobachten, wie scheinbar abgestorbene Himbeerstauden wieder zum Leben erwachten und sehen, wie unser Salat plötzlich in sämtlichen Töpfen am Balkon aufpoppte. Die letzten Karotten ernteten wir heuer Mitte November, nachdem die Schädlinge, die sie im Sommer befallen hatten, lange verschwunden waren.

    Lass uns den seltenen Apfelbaum pflanzen, vielfältig essen und Gemüsesorten kultivieren, die vom Aussterben bedroht sind. Die Natur ist magisch – schützen wir sie!

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    Quellen:

    Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Granny’s und enthält Werbung.