Interview

Weihnachten bei… Susanne von „Geborgen wachsen“

Als unsere Tochter auf die Welt kam und wir im vergangenen Jahr das erste Weihnachten mit ihr verbrachten, rückte das für mich vieles in ein anderes Licht. „Altes bewahren und Neues ersinnen“ fasst ziemlich gut zusammen, worum meine Gedanken in der Adventszeit und auch zu Neujahr noch kreisten. Ich dachte daran, welche Rituale wir für unsere kleine Familie übernehmen würden und fragte mich, wie und ob sich Papas Weihnachten und das meiner eigenen Kindheit wohl kombinieren ließen.

Wie verbringen andere Familien die Weihnachtszeit? Gibt es Rituale und Werte, die für uns auch passen können? Und warum nicht einfach ein paar meiner liebsten Blogger-Kolleginnen fragen, wie sie die schönste Zeit im Jahr mit ihren Kindern gestalten? Gesagt, getan.

Den Anfang der Reihe macht heute Susanne, Schreiberin des wunderbaren Blogs Geborgen Wachsen.

Ihr findet überall auf „Mini and Me“ verstreut unzählige Verweise auf ihre Internetpräsenz, da ich denke, dass ihre Texte nicht nur informieren, sondern auch die Elternschaft bereichern und das Herz erwärmen. Sie haben mein Verständnis von bindungsorientierter Elternschaft geprägt und mein Muttersein nachhaltig beeinflusst. Für die gesunden Denkanstöße und die Inspiration für das Leben mit Kindern bin ich ihr zutiefst dankbar. Falls ihr Susanne noch nicht lest, solltet ihr ganz schnell damit beginnen! ♡


Wie hat sich Weihnachten und die Zeit drum herum verändert, seitdem du Kinder hast?

Weihnachten ist seit jeher für mich ein besonders Fest und ich habe es schon vor dem Kinderhaben sehr geliebt und mir viel Mühe gegeben, Geschenke passend auszusuchen, sie schön zu verpacken und auch drum herum alles festlich zu gestalten. Seit die Kinder da sind, braucht es aber noch eine kleine Extraportion Zauber, das Magische drum herum.

Ich liebe es, mit meinen Kindern gemeinsam Geschenke zu basteln in der Vorweihnachtszeit für Freunde und Bekannte und ihnen damit zu vermitteln, dass es nicht auf die Größe oder den Preis eines Geschenkes ankommt, sondern darauf, dass das Geschenk wirklich von Herzen kommt und etwas ist, was man für diesen einen Menschen ganz besonders ausgewählt hat.

Ich denke auch, dass sich der Alltag auf diese Weise in der Vorweihnachtszeit etwas verändert hat und ich einfach mehr Vorbereitungen treffe: gemeinsames Backen, die Gestaltung des Jahreszeitentisches, das Vorlesen von Weihnachtsgeschichten, das Singen von Liedern… Und dabei auch immer einen Hauch von Geheimnis und Vorfreude wahren.

Hast du Tipps für (werdende) Mamas oder jene, die das erste Weihnachten mit Kind verbringen werden?

Gerade beim ersten Weihnachtsfest sollten die Erwartungen aber nicht zu hoch hängen. Das weihnachtliche Gefühl kann schnell von Freude und Glück in das Gegenteil wechseln und zu purem Stress werden, wenn man sich zu sehr unter Druck setzt.

Mein Rat ist daher für alle jungen Familien: Alles ganz entspannt und langsam angehen, nicht zu viele Pläne machen, sondern wirklich Besinnlichkeit feiern. Es muss kein großes Festessen sein, der Baum muss nicht perfekt sein – in den nächsten Jahren wird es sowieso oft genug diese Situationen geben, dass nicht alles wie geplant läuft. Familie sein bedeutet irgendwie auch, damit umzugehen und die Unperfektheit zu akzeptieren, die es dann eben doch richtig und rund macht.

Hast du mit Ritualen und weihnachtlichen Bräuchen aus deiner Kindheit gebrochen, als es dann an dir als Mama war, das Fest auszurichten?

Ich denke, ich habe eher noch mehr Rituale eingeführt und natürlich sind auch welche von meinem Mann dazu gekommen, so dass wir jetzt unsere ganz eigenen Familientraditionen haben, die wir begehen.

Was ich wirklich absolut weggelassen habe, ist die Rute im Nikolausstiefel, wenn man nicht „artig“ war – von solchen Praktiken halte ich nichts. Ebenso wenig wie von der Drohung, dass der Weihnachtsmann weniger oder gar nichts bringt, wenn man unartig ist.

Was hast du beibehalten?

Bei uns war es schon immer so, dass wir gemeinsam den Baum geschmückt haben und das liebe ich auch mit meinen Kindern. Erweitert haben wir es darum, dass wir auch zusammen das Essen zubereiten – das war in meiner Familie eigentlich meinen Eltern vorbehalten, aber ich finde es so noch gemütlicher, wenn wir gemeinsam in der Küche sitzen, die Düfte in unsere Nasen steigen und die Vorbereitungen genießen.

Was ist für dich das Schönste rund um die Feiertage, worauf freust du dich am meisten?

Am schönsten ist die Vorfreude der Kinder, das Strahlen in ihren Augen und dieser Funken Magie: Auch wenn meine Große weiß, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, glaubt sie trotzdem irgendwie an ihn. Diesen Funken der Unsicherheit und des Glaubens finde ich sehr schön festzustellen.

Danke fürs Mitmachen, Susanne!

Nächsten Dienstag erwartet euch das nächste Interview zur Serie „Weihnachten bei uns“.

Ich freu mich schon!

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PS: Wenn dir dieses Interview gefallen hat, interessieren dich womöglich auch meine Artikel zur bindungsorientierten Elternschaft. Ich schreibe zum Beispiel über die gesundheitlichen Vorteile des Stillens im zweiten Lebensjahr und darüber, was du fürs Babytragen unbedingt wissen solltest.

Fotos © Susanne Mierau

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