Motherhood

Warum man Babys nicht verwöhnen kann oder warum es einfach falsch ist, sein Kind in der Nacht schreien zu lassen

Julia Spicker Photography

„Meine Güte, wie ihr sie verwöhnt!“, obwohl meine Tochter erst knapp vier Monate alt ist, hörte ich diesen Satz bereits unzählige Male. Vermutlich genau wie jede andere, halbwegs moderne Mama. Meine Antwort war, aus der Tiefe meines Herzens und im Brustton der Überzeugung, weil ich ganz einfach weiß, dass es so ist: „Man kann Babys nicht verwöhnen.“ Und Schluss.

Heute hat mir Papa einen Artikel geschickt, den ich in der Sekunde verschlang. Selten habe ich so viel so Wichtiges so gut zusammengefasst vorgefunden. An alle Alt- und Jungmütter und all jene, die es werden wollen: LESEN! HIER!

In aller Kürze und die Lektüre des Artikels sicher nicht ersetzend:

  • Du kannst dein Baby nicht verwöhnen.
  • Gib deinem Baby die Brust, wann immer es danach verlangt.
  • Lass dein Baby bei dir im Bett oder im selben Zimmer schlafen.
  • Dein Baby will dich nicht manipulieren, es braucht dich!
  • Gib deinem Baby so viel Zuwendung wie möglich.
  • Trage dein Kind so oft wie möglich nah an deinem Körper.
  • Gehe schnellstmöglich auf die Bedürfnisse deines Babys ein.
  • Lass dein Baby niemals schreien! 

Lass dein Baby niemals schreien. Während ich mit Mini schwanger war, empfahl mir eine Bekannte ein Buch, mit dessen Leitfaden es mir möglich sein sollte, die Kleine so schnell wie möglich zum Durchschlafen zu bringen. Wir beide sollten den Schlaf haben, den wir verdienen – so verspricht der Titel. Ich hab also gleich gespannt gegoogelt und musste feststellen, dass das Buch den mir völlig unverständlichen, hirnrissigen Trend verherrlicht, das Baby in der Nacht einfach schreien zu lassen. Weil es dann angeblich schneller lernt, durchzuschlafen. Pfui deibel kann ich da nur sagen! Babys, die nach dieser Methode plötzlich aufhören zu schreien, haben ganz einfach erschöpft aufgegeben oder sind vollkommen fertig eingeschlafen. Sollten Sie ernsthaft in Erwägung ziehen, diese „Technik“ bei Ihrem Baby anzuwenden, dann fühlen Sie sich jetzt bitte angesprochen: Kümmern Sie sich gefälligst auch in der Nacht um Ihren Nachwuchs oder bekommen Sie ihn erst gar nicht. Und bitte hören Sie auf, mich zu lesen. So, Contenance.

Es geht auch anders. In den ersten Wochen nach der Geburt unserer Tochter war ich mit ihr etwa drei Mal pro Nacht wach, manchmal bis zu zwei Stunden lang. Baby wacht auf, muss beruhigt werden, teilweise gewickelt, bekommt die Brust, braucht beim Trinken anfangs noch recht lang, muss manchmal erneut gewickelt werden und schläft an der Brust oder nach ausgiebigem Hutschen wieder ein. Ja, das ist anstrengend und belastet nicht nur den Schlaf, sondern auch die Nerven, aber darauf muss man eben gefasst sein, wenn man Mami wird. Mit dieser Methode schlief unsere Tochter bereits mit etwa zwei Monaten zum ersten Mal durch – von 21.30 Uhr bis 5.15 Uhr! Es war, als hätte sie genug Vertrauen gefasst und wäre sich der Tatsache bewusst geworden, dass ihre Eltern auf jeden Fall für sie da sind, wenn sie sie braucht. Mittlerweile wickle ich Mini in der Nacht nicht mehr, da auch ihre Verdauung sich über weite Strecken eingependelt hat. (Sie ist 3,5 Monate alt.) Wenn sie wach wird, kommt sie direkt zu Brust und schläft nach ca. 10 bis 20 Minuten wieder ein. Ein bis zwei Mal pro Nacht, wobei „ihre“ Nacht in etwa von 21.30 bis 7.00 oder 8.00 Uhr dauert. Es geht also auch ganz ohne schreien, weinen und Enttäuschungen. Meine Empfehlung für die Mom-to-be lautet: Trust your guts! Egal in welcher Hinsicht.

Und nun darf ich noch freudig verkünden, dass wir unseren Wochenendtrip nach Prag gebucht haben! Unsere erste Städtereise zu dritt. 3,5 Stunden Autofahrt und eine Stadt, in der meine Tochter und ich noch nie waren. Papa kennt sich ein Bisserl aus… Wir sind gespannt & freuen uns auf’s Wochenende! <3

Jeannine

*NACHTRAG vom 9.01.2015* Den vorletzten Absatz kann ich nicht unkommentiert lassen. Kurz nach der Veröffentlichung dieses Artikels musste ich mir nämlich eingestehen, wie ahnungslos ich doch war. Als Neo-Mami darf Frau das vermutlich sein, aber ein Update zum Schlafverhalten unserer Mini schulde ich Ihnen dennoch. Sie finden es in diesem neuen Beitrag.

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(Inklusive 9 Artikel, die mir dabei geholfen haben, ein Stückchen mehr die Mama zu werden, die ich sein möchte und Buchempfehlungen.)

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2 Kommentare

  • Reply
    "Hast du dir weh getan?" - Übers Wahrnehmen und Verbalisieren von Schmerz • MINI AND ME
    11. Mai 2016 at 9:58

    […] PS: Babys kann man nicht verwöhnen! […]

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