Motherhood

„Mama, siehst du mich?“ – Wie wir die Gefühle unserer Kinder unbewusst verleugnen und der einfache Weg, damit aufzuhören

Süßes Mädchen schaut aus dem Fenster und würde sich verstandener fühlen wenn die Eltern Mini and Me oder Naomi aldorts buch von der erziehung zur einfühlung gelesen hätten

Situationen, in denen wir unseren Kleinkindern nichts recht machen können, gibt es viele. In solchen Momenten spüren wir manchmal eine Distanz, die da vorher nicht war. Sie belastet uns und fühlt sich fremd an. Wir Eltern sind für die Qualität unserer Beziehung verantwortlich, nicht das Kind. Aber der Anspruch, jeden Wunsch erfüllen zu können, ist illusorisch.


„Mama, siehst du mich wirklich?“

Meine Tochter und ich sitzen im Auto. Wir warten seit etwa fünf Minuten auf Oma, die gleich von ihrem Termin zurückkommt. Vorne sitze ich, meine Tochter hinten in ihrem Kindersitz. Sie wollte nicht, dass ich mich zu ihr setze. Ich checke meine Mails am Handy. Eigentlich war Mini gerade noch am Spielen, deshalb dachte ich, das wäre eine gute Gelegenheit.

Da höre ich ein leises „Oma, Oma!“

Ich schaue nach vorne, an die Hausecke, um die Oma eben verschwunden ist. Nichts zu sehen. Über den Rückspiegel sehe ich meine Tochter an und sage: „Oma ist gleich wieder da, mein Schatz.“ Sie guckt unglücklich auf das kleine Büchlein vor sich. „Omaaa…“, maunzt sie, wesentlich verstimmter. Ich füge hinzu: „Sie ist doch gerade erst zum Termin gegangen, wir warten erst ein paar Minuten. Es dauert sicher nicht lange, bis sie wieder kommt.“

Darauf sie: „OHJA! Oma!“

Ihr Ärger über eine Sache, die mit uns beiden nichts zu tun hatte, wurde plötzlich unser Konflikt.

Ein Richtungswechsel: Vom Besinnen und Begleiten

Ich merke, dass da gerade nichts Verbindendes zwischen uns ist, dass ich sie mit meinen Aussagen so gar nicht in ihrer Wirklichkeit abhole. Das muss anders.

Ich drehe mich um zu ihr: „Puh, die Oma braucht ganz schön lange, gell?“ Sofort hebt sie den Kopf und sieht mich mit großen, traurigen Augen an. „Ja“, murmelt sie leise. „Du findest es doof, dass wir so lange warten müssen“, fahre ich fort. Sie nickt und zieht die Mundwinkel jetzt noch weiter nach unten, aber sie hält den Blickkontakt zu mir. Als würde sie darauf warten, was ich als nächstes sage.

Ich versuche, ihre Realität zu beschreiben. Es klappt anscheinend, also mach ich weiter: „Das verstehe ich, ich warte auch nicht gerne. Und Oma ist jetzt schon lang weg.“ Nun kullern bei meiner Tochter die Tränen: „Ja!“

Ich sage nichts, bleibe ihr aber liebevoll zugewandt und aufmerksam.

Nach dem Sturm: Wenn Gefühle ihren Platz hatten

Beim nächsten Satz, den ich kurz darauf sagen möchte, verhasple ich mich. Ich muss lachen, meine Tochter auch. Herzlich. Der Kummer ist vorüber. Er war da, durfte bleiben und ging von selbst, als er erlebt worden war.

Ich frage, was wir mit der restlichen Wartezeit anfangen wollen. „Sollen wir mal aussteigen?“, schlage ich vor. Der Vorschlag gefällt. Als ich sie rausnehme und auf meine Hüfte setze, sehen wir nochmal zur Hausecke.

Da kommt Oma.


3 Arten, die Realität unserer Kinder zu negieren

Woran hatte ich mich erinnert? Naomi Aldort beschreibt in ihrem Buch „Von der Erziehung zur Einfühlung“, wie Eltern  die Realität ihrer Kinder in stressigen Situationen oftmals (unbewusst) negieren.

Das passiert immer dann, wenn wir im Grunde sagen: „Du fühlst falsch.“

  1. Negieren: „Oma ist ja noch gar nicht lang weg.“ Solche Sätze helfen ihr weder in ihrer Situation, noch mit ihrem Empfinden weiter. Es stimmt nicht mit ihrer Realität überein. Sage ich ihr, dass Oma ja noch gar nicht lange weg ist, gebe ich ihr das Gefühl, dass etwas mit ihrer Wahrnehmung nicht stimmt. Für sie ist es nämlich lange, mega lange sogar.
  2. Warum fragen: „Och Mäuschen, warum weinst du denn?“ In vielen Situationen erwische ich mich dabei, nach dem „Warum?“ zu fragen. Mein Warum hätte impliziert, dass ich keinen Grund für ihren Kummer sehen kann, während Kinder aber allgemein glauben, der Grund für ihren Ärger oder die Trauer sei ganz offensichtlich.
  3. Ablenken: „Sollen wir ein Buch lesen?“, hätte ich fragen können, wenn meine Tochter unglücklich „Oma?“ sagt. Ich hätte versuchen können, sie abzulenken. Etwas, das Eltern und Großeltern, die sich besonders liebevoll kümmern möchten, erfahrungsgemäß oft tun. Aber Ablenkungen – wie spannend sie auch immer scheinen mögen – erfüllen nicht das wichtige Bedürfnis, sich über Gefühltes bewusst zu sein. Sie geben keinen Raum, Ärger auszudrücken. Im Grunde verlangen sie: „Komm, wir tun so, als hättest du Spaß!“

Dieses Spiel kann man ewig weiterspielen, da das Negieren von Gefühlen nie etwas löst. Im Gegenteil: Meine Tochter könnte dadurch den Eindruck bekommen, ihre Emotionen auch noch verteidigen zu müssen.

Dass das nichts zum Positiven verändert, liegt auf der Hand.

Ablenkungen erfüllen nicht das wichtige Bedürfnis, sich über Gefühltes bewusst zu sein.Click To Tweet

Nicht ändern wollen, sondern wertschätzen

Ich war meiner Tochter also liebevoll zugewandt, aufmerksam und half ihr dabei, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Das fühlte sich ehrlich, echt und sehr nahe an. So konnte sie, als der Ärger gelebt worden war, akzeptieren, dass wir wohl noch auf Oma warten müssten.

Verständnis zu zeigen und Kinder samt ihren Gefühlen wertzuschätzen, hat seinen Wert in sich selbst.

Es geht dabei nicht darum, die kindlichen Emotionen irgendwie zu kontrollieren oder das Verhalten zu ändern. Weil dein Kind sich dadurch sicher ist, dass seine Gefühle okay sind und sein dürfen, kann es sogar sein, dass es noch mehr weint oder noch wütender wird.

Das kann für uns Eltern hart sein. Klar, wer möchte das eigene Kind schon weinen sehen? Für mich ist es oft kaum auszuhalten, wenn meine Tochter ihre Frustrationstoleranz trainiert. Da möchte ich mitweinen. Aber es geht nicht um uns Eltern und unser Befinden. Es geht um die Gefühle und das Vertrauen des Kindes in sich selbst, in die eigenen Emotionen und in uns. Wir können einfach nur da sein. Und aushalten.

Es ist nicht an mir, mein Kind sofort wieder glücklich zu machen

Das liebevolle Begleiten und Beschreiben der Realität unserer Kinder will also nichts. Unser Ziel als Eltern ist es nicht, sie zu beruhigen, oder sie auf der Stelle wieder happy und zufrieden zu machen.

Für mich ist das ein wichtiger Punkt, denn er nimmt eine schwere Last von meinen Schultern. Allein der Gedanke daran, dass es nicht an mir ist, etwas am Befinden meiner Tochter zu ändern, entspannt.

Unsere Aufgabe als Eltern ist es, unsere Kinder dabei zu begleiten und ihnen Worte zu geben. Wir sollen nicht dramatisieren oder unsere eigenen, subjektiven Empfindungen einbringen.

Es geht darum, die Realität des Kindes zu beschreiben und nicht darum, Auswege anzubieten.

„Äußern Sie Verständnis und Wertschätzung für die Gefühle Ihres Kindes und die Bedürfnisse, die es ausdrückt. Lauschen und Verständnis sind die Zutaten von Liebe. Wenn Ihnen das gelingt, schaffen Sie eine Verbindung zu Ihrem Kind und fühlen sich präsent und sich selbst gegenüber authentisch.“ – Naomi Aldort

Einmal im Bewusstsein ist es einfacher, als gedacht

Zur Zeit, also wenige Monate vor Minis drittem Geburtstag, habe ich täglich jede Menge Möglichkeiten, bei ihr zu sein, wenn sie sich ärgert oder traurig ist.

Ob das nun das gewünschte Eis ist, das wir während der Autofahrt nunmal nicht in der Sekunde beschaffen können. Oder der Türöffner, der schon von Papa betätigt worden ist, weil er nicht wusste, dass unsere Tochter das gerne machen möchte. Oder die Tasse in der falschen Farbe…

„Du hättest dein Eis gern jetzt gleich, richtig?“, kann ich dann sagen, gefolgt von: „Eis schmeckt dir richtig gut. Du möchtest sofort eines essen und nicht warten, bis wir auf dem Heimweg eines holen können.“ Und: „Das versteh ich, ich mag Eis auch gerne.“

Immer tun wir Eltern nichts anderes, als zu beschreiben, was ist. Tatsachen, vollkommen wertfrei. Ich lasse meine Tochter antworten und helfe ihr dabei, Erlebtes einzuordnen.

Antwortet sie, höre ich aktiv zu und vermittle so: Ich sehe dich, ich verstehe dich.

Es fühlt sich einfach richtig an, so mit meiner Tochter zu kommunizieren, wenn sie sich ärgert. Klar lässt sie es nicht immer zu und ärgert sich manchmal darüber, wenn ich überhaupt etwas sage.

Aber dann kann ich einfach still dasitzen.

Und bei ihr sein.

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27 Kommentare

  • Reply
    xx, Deine B.
    2. April 2017 at 16:29

    Wow! Das hat gerade meine Sichtweise auf vieles verändert! 🙂
    Aber dafür muss man schon sehr aufmerksam sein; der Situation gegenüber, sich selbst, dem Kind … Könnte mir vorstellen, dass ein so reflektiertes Verhalten nicht jedem leicht fällt oder die Situation (was passiert ist, warum Mini tatsächlich gerade ein bestimmtes Gefühl hat). Ich denke, ich selbst wäre eine häufige „Warum“- Fragerin bzw würde vlt nachfragen, ob meine Einschätzung gerade korrekt ist. Darf man das auch, oder kontraproduktiv?
    Aber vielleicht ist das irgendwann als Mama ja mal ganz anders u meine Intuition hilft mir dann. 🙂

  • Reply
    abru
    3. April 2017 at 7:52

    Ein sehr guter Artikel. In Thomas Gordon’s „Familienkonferenz“ ist das aktive Zuhören, denn nichts anderes geschieht hier, sehr detailliert beschrieben. Meine Buchempfehlung zu diesem Thema.
    Ich finde es eher schwierig, wenn andere Kontaktpersonen (Oma, Opa, Tante, Onkel u.s.w.) genau das Gegenteil versuchen. Ablenken, Negieren der Gefühle, Ausfragen … Ich stehe dann daneben und bin hin und her gerissen zwischen Eingreifen und die Führung übernehmen oder Aushalten und geschehen lassen, was mit meinem Kind gerade passiert.

    • Reply
      Martha
      9. April 2017 at 19:01

      Mir geht es genau so. Meine schwiegereltern sind auch noch stolz drauf wenn sich mein sohn wieder „besonders toll“ hat ablenken lassen… Aber all die gefühle müssen sein und kommen dann abends raus. Geballt. Bei mir.
      Als Selbstschutz greife ich also ein, langsam und bedacht. Ich kann nicht jedes mal etwas sagen wenn mir etwas nicht passt, aber ich kann immer mal Kleinigkeiten freundlich aber bestimmt anmerken. Leider bringt es nichts, wenn das gegenüber nicht bereit ist darüber zu reflektieren. Und wenn ich nicht dabei bin wird alles eh anders gemacht.
      Also bleibt nur eins: besuche die uns mehr anstrengen als gefallen zeitlich zu begrenzen und rar werden zu lassen…

      • Reply
        Steffi
        26. Juni 2017 at 12:51

        Oh ja, das kenne ich auch so, wie es Martha beschreibt. Auch bei mir sind es die Schwiegereltern /-mutter, deren Verhalten nicht nach meinem Geschmack ist. Das stresst mich und ich habe noch keinen Weg, keine Worte gefunden, passen und zielführend etwas zu sagen.

        Den Artikel, Jeannine, finde ich super, vielen Dank!! Ich werde ich gleich mal mit anderen Mamas und Freunden teilen.

  • Reply
    Helena
    3. April 2017 at 8:52

    Ich finde diesen Artikel sehr toll. Ich selbst habe zwei Kinder, nur 22 Monate auseinander und die Große ist gerade drei geworden. Ab Juni bin ich Tagesmutter und seit dieser Qualifizierung hat sich einiges an meiner “Erziehung“ geändert. Ich reflektiere mich selbst sehr stark und arbeite jeden Tag an mir um ein besseres Zusammenleben mit den Kindern zu haben. Nicht ständig die Gefühle der Kinder zu negieren ist harte Arbeit und erfordert eine Menge Geduld.
    In diesem.Artikel ist aber sehr gut erklärt warum es eben so wichtig ist. Und wenn andere Menschen auf mein Kind reagieren, merke ich oft selbst, wie weit her geholt die Dinge sind, die sie zu meiner Tochter in ihrer Wut, Trauer etc sagen.
    Danke!

  • Reply
    Susanne B.
    3. April 2017 at 9:21

    Toller Artikel. Ich bin erst am Anfang von unerzogen. Mein Kleiner ist jetzt 15 Monate. Der Artikel hat mir gerade wieder mal die Augen geöffnet und mich wieder ein Stück weiter gebracht. Denn ich frage auch noch häufig: Warum weinst du denn?. Oder : Der Papa kommt doch gleich wieder. Vor allem in stressigen Situationen. Das ist mir bisher nie so aufgefallen. Danke fürs „Wachrütteln“. 😍

  • Reply
    Annika
    3. April 2017 at 13:12

    Du hast mir gerade die Augen geöffnet 😶
    Ich frage meinen Zwerg, gerade zwei geworden, im Moment so oft „warum?“. Ich versuche jetzt mal, darauf zu achten und mehr auf ihn einzugehen.
    Vielen Dank für diesen tollen Artikel!

  • Reply
    Kathrin
    3. April 2017 at 14:27

    Danke, Danke, Danke für diesen Artikel.
    Ich sehe es als Werkzeug, das ich in Zukunft nutzen werde.
    Lg Kathrin

    • Reply
      Natalie
      4. April 2017 at 5:45

      Ein wundervoller, einfühlsamer Beitrag. Vielen Dank! 🙂
      Ich selbst habe keine Kinder, aber ich habe ganz viel mit Menschen mit Demenz zu tun. Alles, was Du sagst, trifft genauso auch auf deren Begleitung zu. Auch hier geht es darum, ihre ganz eigene Wahrnehmung der Welt anzuerkennen und die damit verbundenen Gefühle auszusprechen, ihnen Raum zu geben, sie zu „validieren“ (so heisst das in der Fachsprache). Bitte nicht falsch verstehen: Demenzbetroffene soll man nicht wie Kinder begleiten, aber nach deinem Blogbeitrag wage ich zu sagen, dass Kinder wie Demenzbetroffene begleitet werden sollten, natürlich nur in dem oben genannten Sinne …

  • Reply
    Top of the Week KW 13 – D-Day mal anders
    3. April 2017 at 18:47

    […] von mini & me schrieb darüber wie wir die Gefühle unserer Kinder unbewusst verleugnen: „Situationen, in denen wir unseren Kleinkindern nichts recht machen können, gibt es viele. […]

  • Reply
    Antje Lackmann
    4. April 2017 at 7:42

    Das ist liebevolle Achtsamkeitspraxis mit Kindern…oder Meditation im Alltag. Ich übe das mit meinem Sohn auch gerade.Es ist nicht immer einfach sich daran zu erinnern und gleichzeitig fühlt er sich so angenommen wenn es mir gelingt. Vielen Dank für diesen tollen Artikel.

  • Reply
    Madeleine
    4. April 2017 at 18:30

    Danke für diesen tollen Artikel. Es gibt bei uns gerade häufig Situationen, in denen ich impulsartig ihre Gefühle negiere, um schnell einen Konflikt zu „entschärfen“. Letztes Wochenende hatte ich dann einfach mal was anderes probiert, ihr eben einfach zugehört und mit meinen Worten wieder gegeben, was ich verstanden habe. Und wie du es auch beschriebst, sofort war eine Verbindung zwischen uns, sie könnte aufhören zu schluchzen und sich dann auf meinen Vorschlag einlassen. Darüber war ich so froh, weil sonst unsere Konflikte schnell zu schlimmen Wutanfällen führen und wir uns beide länger schlecht fühlen. Aber wie du auch sagtest, wird es schwierig, wenn andere Bezugspersonen dabei sind, oder sich einmischen. Ich bleibe aber weiter dran, unsere Beziehung weiter mit so schönen wahren Momenten zu gestalten.

  • Reply
    Cornelia
    5. April 2017 at 8:53

    Dankeschön!
    Danke für diesen tollen Artikel, der mir die Augen geöffnet hat! Ich beschäftige mich seit der Geburt meiner ersten Tochter mit diesem Thema, aber bisher hat es kaum ein Artikel oder Buch geschafft mir das so gut zu erklären, dass ich es auch besser umsetzen kann! Nach dem Lesen hat es bei mir irgendwie klick gemacht und jetzt sehe ich die Große besser und wir hatten seitdem schon oft genug die Möglichkeit zu üben und es funktioniert jetzt besser und ich bleibe gelassener und sehe meine Grenzen besser und sie fühlt sich offenbar auch besser verstanden. Das ist eine große Bereicherung für uns.
    Danke!
    Liebe Grüße Cornelia

  • Reply
    Sabrina
    5. April 2017 at 11:32

    Irgendwie spürt man, dass man sich als Erwachsener falsch verhält, weiss aber oft im Stress des Moments nicht wie man es anders machen kann. Der Artikel erinnert mich daran es trotzdem immer wieder zu versuchen und an mir als Mutter zu arbeiten. Auch ein sehr gutes Buch zu dem Thema: „Liebe und Eigenständigkeit“ von Alfie Kohn

  • Reply
    Damaris Schulz
    6. April 2017 at 7:27

    Wundervoll beschrieben.
    Danke für den liebevollen Reminder!

  • Reply
    Claudia
    6. April 2017 at 8:45

    Vielen Dank für den wunderschönen Artikel! Meine Tochter ist zwar erst 7 Monate alt aber ich möchte auch oft mitweinen, wenn sie weint und fühle mich dabei so hilflos und denke mir immer, ich muss alles tun, um dieses Weinen zu verhindern. Du hast mir die Augen geöffnet. Das tut grad sehr gut!!

  • Reply
    Vreni
    7. April 2017 at 7:20

    Meine Tochter ist schon fast 8, aber immer noch eine Kandidatin für (scheinbar unmotivierte) Wutanfälle. Dein Artikel hat mich wachgerüttelt und mir vor Augen geführt, dass meine Kommunikation mit ihr bisher gelinde gesagt sch… war. Ich hoffe, ich kann noch was gutmachen und gelobe Besserung! Ab morgen haben wir eine Woche Urlaub zusammen (sonst bin ich oft abwesend weil diejenige, die fürs Einkommen sorgt), dann werde ich ganz viel üben!!!

  • Reply
    Barbara Grebe
    7. April 2017 at 15:12

    Liebe Jeannine, dein Artikel zeigt wunderbar klar, worum es geht: Den Kindern ein Spiegel zu sein für ihre eigenen Gefühle. Ihnen dabei zu helfen sich selbst zu verstehen. Ich möchte sagen, das ist das aller-allerbeste Fundament, das man einem Kind mitgeben kann. Denn dieser Mensch lernt, sich selbst zu trauen. Er erlangt eine Stabilität, die man auf andere Weise gar nicht vermitteln kann. Das was du beschreibst ist genau das, was ich mit den Eltern hochsensibler Kinder als erstes und Wichtigstes übe, wenn sie zur Beratung kommen. Man merkt überall, wie sehr die Kommunikation an der Befindlichkeit des Kindes vorbeirauscht. Nicht aus schlechtem Willen, sondern weil wir alle es nicht anders erlebt haben. Wir alle haben diese Erfahrung des Nicht-Gesehen-Werdens. Und manchmal ist es auch das Hamsterrad des Alltags. Zu viel los, keine Zeit, eigener Druck und Überforderung.
    Danke, dass du dieses wichtige Thema so schön beschreibst. Ich verlinke gerne darauf. lg Barbara

  • Reply
    Morle
    11. April 2017 at 18:02

    wenn dich jemand fragt warum du etwas tust, zum beispiel dein kind dich fragt warum du weinst, negiert es dann dein verhalten? schätzt es dein verhalten nicht wert? oder fragt es dich das weil es wissen will warum du weinst? kinder heucheln kein interresse, das tuen erwachsene. aber auch erwachsene wissen nicht alles und sollten eher fragen als einfach zu bejahen oder zu wiedrsprechen. auch wir sind nicht allwissend. wenn die nonverbale kommunikation auch intrresse impliziert dann kommt auch das beim kind an. kleinkinder können ihre emotionen noch nicht einordnen, deswegen sind sie oft überschießend und den erwachsenen ist es peinlich wenn das kind strampelnd „trotzig“ auf dem boden liegt und schreit. es liegt also auch an uns unseren kindern beim einordnen zu helfen. manchmal müssen auch wir da nachfragen

  • Reply
    uli
    19. April 2017 at 12:27

    Ich mache das viel und oft. Inzwischen beim zweiten Kind. Aber ich frage mich dabei mitunter auch, ob es wirklich immer so richtig ist, dem Kind auf diese Weise gewisse Wahrnehmungen quasi in den Mund zu legen. Ich spreche ja nur aus, was ich GLAUBE, was das Kind gerade empfindet. Manchmal liegt man da vielleicht auch daneben… Dann kann es natürlich ebenso passieren, dass ich das Kind verwirre, weil ich ihm Empfindungen/Wahrnehmungen unterstelle, die es gar nicht hat.
    Besser ist es vielleicht dann doch, über MEINE Wahrnehmung zu sprechen, statt dem Kind seine eigenen erklären zu wollen.

  • Reply
    Freitagslieblinge 21.4.17 Dinge annehmen so wie sie sind - Wheelymum
    22. April 2017 at 8:40

    […] Lieblingsstelle darin lautet „ Wir sollten Tränen zulassen, auch bei unseren Kindern. Gefühle wollen gelebt werden. Wir sollten da sein und unsere Kinder angemessen trösten, ohne dabei sofort von ihren […]

  • Reply
    Lisi
    25. April 2017 at 13:18

    Ich stimme mit dem Artikel nur zur Hälfte überein. Die Autorin hat größtenteils recht mit dem was sie schreibt doch hat sie etwas wichtiges vergessen. Nachdem man sich in das Empfinden seines Kindes hineinbegeben hat, begonnen hat sie zu „sehen“, die Gefühle wahrzunehmen und auch sie sein zu lassen, ist es an an uns den nächsten Schritt zu tun. Dem Kind zu zeigen wie man Situationen noch sehen kann, empfinden kann. Was man daraus machen kann. Jasper Juul beschreibt es mit“ein Leitwolf für die Kinder sein“. Es bringt nicht wenn beide, Erwachsene und Kind in den Emotionen des Kindes hängenbleiben. Der Erwachsene muß dem Kind den nächsten Schritt zeigen. Wunderbar wäre dem Kind zu vermitteln das kein Mangel herrscht, wir sind reich in jedem Moment, auch wenn wir gerade etwas anders hätten….

  • Reply
    Elfenzwirn
    25. April 2017 at 17:53

    Wow, ein toller Artikel! Wir stehen auch gerade vorm dritten Geburtstag. Bis vor kurzem war unser Sohnemann ein kleiner Sonnenschein, aber zurzeit übt er viele Emotionen in kurzer Zeit…. Ein paar einfache Wutausbrüche über falsches dieses und jenes und ich will jetzt sofort das usw. konnten wir mit dem Aufzeigen von alternativen Handlungsweisen schnell in den Griff bekommen. Wir üben nun ganz übertriebene Höflichkeit und das ist sehr lustig für uns. Aber dann gibt es auch aus dem Nichts heraus sehr schwere Situationen.
    Oft muss ich mit den Großeltern diskutieren, dass sie den Kleinen nicht hektisch ablenken sollen, weil mir die Methode immer schon unecht vorkam und ich zusehen muss, wie er sich dabei verschließt. Nach einem Besuch brauche ich manchmal Stunden, bis ich wieder zu ihm durchdringen kann, das bricht mir das Herz.
    Ich versuche immer mein Handeln nach meinem Gefühl zu entscheiden und ich habe in vielen Situationen das Gefühl, dass ich ihn zu sehr „ignoriere“, weiß aber nicht genau, was ich tun soll. Nun habe ich ein einfaches Werkzeug gefunden, damit umzugehen. Dankeschön 🙂

  • Reply
    Kleinigkeiten-Kette (+ 30 Ideen) - Nestling
    10. Mai 2017 at 18:55

    […] dem Artikel „Mama siehst Du mich?“ schreibt Bloggerin Jeannine treffend: „Verständnis zu zeigen und Kinder samt ihren Gefühlen […]

  • Reply
    CamaJu
    20. Mai 2017 at 10:59

    Schöner Artikel mit guten Denkanstößen, aber ist es nicht auch ein Ablenken, wenn man sagt, wir steigen aus…?
    LG

  • Reply
    Katrin
    10. Juni 2017 at 9:44

    Ach wie schön geschrieben. Ich finde es beim Lesen immer so plausibel, einfach und umsetzbar. Dann habe ich im Alltag ift Situationen mit den Zwerg (6), in denen ich weder den nerv oder die Contenance finde, um so fair und kindgerecht zu reagieren. Wenn er mich zB. komplett irgonoriert und bockig auf Sich und die Welt ist und mich gar njcht an sich ranlässt. Ich geb ihm dann nur ein Zeichen, zu mit kommen zu können, wenn er soweit ist. Ich werde mich jetzt durch den Blog lesen, gefällt mit sehr. LG aus münchen, Katrin

  • Reply
    Claudia
    17. Juni 2017 at 9:20

    Ganz toll geschrieben und definitiv ein wichtiger Punkt, den ich als Mutter mehr verinnerlichen möchte.
    Aber einen Punkt möchte ich dazu erwähnen: wir sind NICHT NUR Mütter, sondern auch Menschen mit eigenen Bedürfnissen die ebenfalls wichtig sind… und es ist ebenso wichtig, authentisch zu bleiben und Kinder nicht vor allen Emotionen schützen zu wollen – sonst können sie später nicht damit umgehen….
    Lg Claudia

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