Montessori

Sensible Phasen nach Montessori: So unterstützen wir kindliches Lernen (Mit vorbereiteter Umgebung „Wind verstehen“)

Montessori Montag: Sensible Phasen erkennen und natürliches Lernen unterstützen (Plus: Vorbereitete Umgebung: Wind erforschen; Montessori, Waldorf, Sensory Play, Wind Spielideen, Wind Activities, Leben mit Kindern, Rund ums Kind, Rund um die Familie, Mini and Me)

Der Wind. Welch eine Wohltat für Körper und Seele er doch in diesen letzten, heißen Wochen war. Wie nervig er doch sein kann, wenn er uns durchs offene Fenster bei einer Autofahrt entgegen bläst und die langen Haare im Schokoeis kleben bleiben. Und wie spannend es doch sein kann, ihn selbst zu erzeugen. Durch Bewegungen und durch unsere Atmung.


Forschen mit Wind

Gestern Abend beobachtete ich meine Tochter dabei, wie sie im Spiel mit Oma alle kleinen Papierstückchen, die sie erst so mühsam aus der großen Zeitung gerissen und dann ganz klein zusammengewuzelt hatte, mit einem starken Ausatmen quer über den Tisch blies.

Besonders schön finde ich es, wenn wir die Begeisterung unserer Kinder für ganz kleine Dinge beobachten und sie dann zum Thema machen können. Es sind „Fenster“ die sich öffnen, in denen unsere Kinder dann ganz besonders Ohr sind bei Dingen, die sie gerade interessieren.

Das ist – sehr vereinfacht ausgedrückt – auch etwas, das Maria Montessori in ihrer Arbeit mit Kindern beobachtet hat und heute noch in entsprechenden Einrichtungen Anwendung findet: Pädagoginnen beobachten das Kind und versuchen so aktuelle Interessen herauszufinden. Dementsprechend werden dann verschiedene Arbeiten angeboten.

Macht Sinn und so ist es auch mir ein Anliegen, das im Alltag mit meiner Tochter wo immer möglich umzusetzen.

Sensible Phasen nach Montessori

Nach Montessori nennt man diese „Fenster“, die sich öffnen, sensible Phasen.

Kennzeichen einer Sensiblen Phase ist die selektive Wahrnehmung, die dem/der Lernenden die notwendigen Dinge ins Blickfeld rückt. Montessoris schöner Vergleich ist die durch einen einzelnen Scheinwerfer beleuchtete Bühne. So wie in diesem Lichtkegel alles ganz klar und deutlich gesehen werden kann, während der Rest eher im Halbschatten verbleibt, beleuchtet die selektive Wahrnehmung alles, was für den nächsten Entwicklungsschritt unbedingt notwendig ist, während alles andere als nicht so wichtig eingestuft wird.

Die Bedeutung der Sensiblen Perioden hängt eng mit dem von Maria Montessori geprägten Begriff des „absorbierenden Geistes“ zusammen. Während Erwachsene ihr Wissen mit Hilfe der bewussten Intelligenz aufnehmen, absorbiert es das junge Kind mit seinem psychischen Leben. Gerade darin äußert sich das qualitative Anderssein der frühkindlichen Intelligenz und ihrer Aktivitäten. Das Schicksal der beschriebenen Sensibilitäten hängt weitgehend davon ab, welche Erfahrungen dem Kind in der Umwelt ermöglicht und aktiv angeboten werden. Zur optimalen Unterstützung des Kindes bei seiner freien, selbsttätigen Arbeit schuf Maria Montessori ihr Entwicklungsmaterial im Rahmen der jeweils angepassten Vorbereiteten Umgebung.

– von Christiane Salvenmoser, Montessori-Zentrum, Wien 2003 (Quelle: montessori.at Publikation)

Ganz fest pusten: Was kann dein Atem?

Du brauchst dafür einen Strohhalm und verschiedene Dinge, die unterschiedlich schwer sind. Wir haben zum Beispiel mit kleinen Wattebäuschen experimentiert, mit Pompoms, Blättern und Blüten aber auch mit Reis in einer Schale.

Wie stark muss ich in den Strohhalm blasen, damit die Watte sich bewegt?

Wie muss ich den Strohhalm halten, um auch zu „treffen“?

Sehr schön können sowohl der Weg als auch die Ergebnisse selbst auch sein, wenn man Wasserfarben „verbläst“ und so mit dem Atem Bilder malt.

Experimentiert man erst mit Strohhalm und lässt ihn nachher weg, erfahren Kleinkinder auch, dass sie ihre Atemluft ohne Halm anders „kanalisieren“ müssen, als mit. Meine Tochter fand das sehr interessant und hat sich in der ganzen Wohnung nach neuen Utensilien gesucht, die wir wegblasen könnten.

Wichtig: Beim Wegblasen von Sand, Reis, Linsen und Co. achtet bitte darauf, dass eure Kinder alt genug sind, um nicht unabsichtlich zu nah ran zu gehen und einzuatmen, statt auszublasen.

Sinnlich erfahren: Spür und sieh den Wind!

Ich finde es immer schön, meine Tochter auf Dinge, die wir gerade hören, riechen oder fühlen können, aufmerksam zu machen. Da ist dann so ein Innehalten, ein ganz bewusstes Hinfühlen von ihr, das ich als ungemein bereichernd empfinde. Ich denke, sie ebenso.

Sind wir unterwegs, kann ich das auch bei einem kleinen Windstoß machen. Oder wir haben daheim mal mehrere Fenster geöffnet. Dann kann ich sie fragen, ob sie den Luftzug wahrnimmt.

Aber wir können Wind nicht nur fühlen, wir können ihn auch anders wahrnehmen: Wir hören, wie er die Blätter zum Rascheln bringt. Wir sehen, wie die Bäume sich hin und her wiegen, durch seine Kraft.


Der Montessori-Montag wird euch präsentiert von Mini and Me und nyani. Die zeitlosen Teile mit gemütlichem Schnitt werden nach GOTS in Portugal produziert. Mini trägt  T-Shirt Dragon Balloon, so ähnlich ist das Shirt Dragon Birds.


Kinder auf diese sinnlichen Erfahrungen aufmerksam zu machen, lässt sie und uns im hektischen Alltag mal für eine kurze Weile ganz still werden. Ähnlich wie die kleine Achtsamkeitsübung der Flüstersteine, die ich bei einem älteren Montessori Montag mit dir geteilt habe.

Mit dem Wind spielen: weitere Aktivitäten für Kinder


Habt ihr weitere Bastelideen oder Impulse?

Ich freu mich auf eure Erfahrungen rund ums Thema Wind und die sensiblen Phasen unserer Kinder!

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Mehr Montessori und Natur auf Mini and Me:

Dieser Artikel enthält Werbung. In freundlicher Zusammenarbeit mit meiner treuen Partnerin nyani.

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