Motherhood

„Räum dein Zimmer auf!“ – Wie wir unsere Kinder um etwas bitten und dabei Klarheit über unsere eigenen Bedürfnisse erlangen

Befehl oder Bitte? Wie wir unsere Kinder um etwas bitten und dabei etwas Wichtiges über unsere eigenen Bedürfnisse lernen (Beziehung statt Erziehung, Unerzogen, Frei von Erziehung, Bedürfnisorientiert, Bindungsorientiert, Naomi Aldort, Jesper Juul, Auf Augenhöhe, Kinder begleiten, Familie leben, Leben mit Kindern, rund um die Familie, Bewusster Leben, Achtsamkeit, Achtsamkeit mit Kindern, Attachment Parenting, Authentic Parenting, Mini and Me)

„Wie würde ich einen Menschen, den ich liebe, um etwas bitten?“ Eine simple Frage, deren Beantwortung dir wahrscheinlich nicht schwer fällt. Warum stoßen Eltern dann so oft an ihre Grenzen, wenn es darum geht, auch ihren Kindern so zu begegnen?


Befehle anstelle von Bitten

„Häng das auf!“, „Trink das leer!“, „Zieh dich an!“, „Wasch dir die Hände!“: Nach einem Nachmittag mit offenen Ohren im Einkaufszentrum kann ich gut ein A4-Blatt mit Befehlen füllen, die Eltern ihren Kindern erteilen. Da der Ton bekanntlich die Musik macht, müsste wohl Heavy Metal im Hintergrund laufen, während ich das hier tippe. Denn nett und herzlich war da wenig. Kalt, fordernd und streng trifft es eher. So, wie Befehle nunmal sind.

Ob das Kind gerade überhaupt Durst hat, ob ihm kalt ist oder ob es sich die Hände lieber abwischen würde? Egal.

„Ich sag – du machst.“

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie es denn sonst sein soll, wenn es schnell gehen muss? Das muss dann doch so! Denn: Würden wir alle jedes Mal, wenn wir meinen, etwas sollte/müsste/könnte getan werden, ein ewig langes Gespräch auf Augenhöhe beginnen, sorgsam alle Für und Wider abwägen um dann erst recht schmollend und nur semi-zufrieden (nämlich das Kind und wir selbst) die Szenerie zu verlassen, da würden wir alt. Oder?

Gemeinsamkeit braucht kein Gegeneinander

Ich bin die Letzte, die dafür grundsätzlich kein Verständnis hätte. Wenn es denn stimmen würde. Derlei fiktive Szenarien mit allen Übertreibungen kommen oft zur Sprache, um gegen Bedürfnisorientierung zu „argumentieren“. Dabei haben sie keine Berechtigung.

Diese „Argumente“ entstehen in Köpfen und Herzen, die erziehen und es damit leider gewohnt sind, dass ihre Kinder sich gegen sie „auflehnen“. Aber nicht, weil Kinder per se Tyrannen sind, die kontrolliert werden müssen. Blind erziehende Eltern erleben das, weil ihre Kinder tagein tagaus mit den Menschen, die sie am meisten lieben, um ihre eigene Integrität, um ihre Würde und die Berechtigung ihrer Bedürfnisse und Wünsche kämpfen müssen.

Dabei brauchen die Liebe und das Leben mit unseren Kindern keinen Kampf.

Begegnen wir ihnen liebevoll und mit Respekt, tun sie es uns gleich und es fällt zusehends leichter, gemeinsam und schnell Entscheidungen zu finden, die passen.

Beziehung nennt man das, was dann passiert.

Dann werden Kinder gesehen und sehen im Gegenzug auch uns. Und wir machen das, gemeinsam, mit Liebe und Respekt und ohne jedesmal sehr viel Zeit in die Löungsfindung investieren zu müssen.

Ja, manchmal dauert es ein wenig. So ist das nunmal, wenn man mit einem gleichwürdigen Menschen sein Leben gestaltet.

Ich entscheide, wie ich dir begegnen will!

Glücklicherweise geht es tatsächlich nicht darum, jede einzelne Situation in jeder Sekunde unseres Alltags mit Samthandschuhen vorsichtig zu zerpflücken, als würden wir verliebt die Blütenblätter eines Gänseblümchens vor uns in die Wiese gleiten lassen.

Es geht um die Haltung.

Um meinen Blick aufs Kind.

Grundsätzlich.

Um das, wie ich meinem Kind begegnen möchte. Um Ethik, Moral und dem, was ich tatsächlich will.

Es geht um aktive Lebensgestaltung und um Entscheidungen.

Es geht darum, mich mal ganz in Ruhe mit mir selbst hinzusetzen, tief durchzuatmen und mir zu überlegen, wie ich leben möchte, wie ich den Menschen, die ich liebe – denn das sind meine Kinder im Idealfall – begegnen möchte.

Und ziehe ich dann den direkten Vergleich – der beim Begleiten unserer Kinder auf Augenhöhe absolut zulässig ist – und überlege, wie mein Partner reagieren würde, bei all den Befehlen, die ich jeden Tag von mir gebe, so träfe mich rasch die bittere Einsicht: Der wäre wohl weg.

Nun sind unsere Kinder leider meistens nicht so frei wie unsere Partner.

Die können nicht weg.

Die müssen sich sehr viel mehr gefallen lassen, müssen einiges mehr ertragen. Klar können sie ihren Unmut kundtun – was ja zum Glück auch häufig passiert, wenn die Angst nicht auch dafür zu groß ist – aber viel mehr Bewegungsspielraum haben sie nicht.

Sie sind abhängig.

Und wir als Eltern oftmals nur allzu sehr dazu verleitet, das auszunützen.

Wenn wir nicht bewusst sind in unserem Umgang, mit unseren Worten und Gedanken.

Sollte ist nicht, was ist: Über mein Bedürfnis und deines

„Glück entsteht dann, wenn man sich für das entscheidet, was ist.“ – Naomi Aldort

Oftmals glauben Eltern zu wissen, was das Beste für ihr Kind ist und sehen dabei nicht, dass sie damit ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen wollen, und nicht die ihres Kindes.

Naomi Aldort weist in ihrem Buch „Von der Erziehung zur Einfühlung“ darauf hin: Das Wort „sollte“ ist oftmals ein guter Hinweis dafür, dass wir gerade nicht den Weg des Kindes berücksichtigen, sondern lieber unsere eigenen Vorstellungen umgesetzt sehen würden. „Mein Kind sollte sein Zimmer aufräumen“, oder „Mein Kind sollte sich die Haare schneiden lassen“ und „Es sollte den Teller leer essen“ drücken aus, was ich für richtig halte.

Hier zu sich selbst „Stop“ zu sagen um zu erforschen, ob man hier wirklich die Bedürfnisse des Kindes im Blick hat oder nur den eigenen Wünschen in Form von Kritik am Kind Ausdruck verleiht, ist essentiell. Erst danach kann ich mein Kind sehen, ihm zuhören und dann einen Weg finden, in dem es sich gesehen und ernst genommen fühlt.

Meinen Wunsch äußern – deine Entscheidung annehmen

Wenn ich für mich festgestellt habe, dass es mein eigener Wunsch ist, dass das Zimmer meines Kindes ordentlich ist, kann ich diesen Wunsch authentisch äußern: „Ich hätte gerne, dass dein Zimmer ordentlicher ist.“ Ich kann mich ans Aufräumen machen und mein Kind bitten, mir dabei zu helfen.

Habe ich meine Bitte geäußert, kann mein Kind sie jederzeit auch ausschlagen – wie das nunmal ist, wenn man jemanden um etwas bittet, und keine Befehle erteilt.

Erfüllt mein Kind meinen Wunsch nicht, ist es wiederum an mir, mit der Situation umzugehen: Ich kann das Zimmer alleine aufräumen, alles einfach liegen lassen oder irgendeinen anderen Weg finden, der gerade für beide passt und mit dem beide zufrieden sind.

„Sollte“ impliziert immer, dass mein Kind gerade etwas falsch macht. Bewerte ich das Verhalten so, nehme ich mein Kind nicht mehr ganz an in seinem Tun in in seinem Sein. Meine Erwartungen stehen mir im Weg: Ich möchte mein Kind, seine Entscheidungen oder Taten ändern. Etwas soll anders werden. So, wie ich es mir wünsche, nicht danach ausgerichtet, was mein Kind braucht/will/ist.

Ich aber will lieben, was ist. Und mein Kind, wie es ist.

„Die Liebe gibt nie eine Richtung vor, denn sie weiß: Einen Menschen von seinem Weg fortzudenken, bedeutet, ihm unseren Weg aufzudrängen, der für ihn nie wirklich richtig sein wird. Er muss frei sein, seinen eigenen Weg zu gehen.“ – Leo Buscalia

Aber das Kind muss doch…

„Aber das Kind muss doch lernen, dass Ordnung wichtig ist.“ Wenn Lernen stattfindet, dann aus Freiwilligkeit und aus der eigenen Motivation des Kindes heraus. Dann, wenn das Kind dazu bereit ist.

Äußere ich eine authentische Bitte, nachdem ich eingesehen habe, dass ich diejenige bin, die sich Ordnung wünscht, wird mein Kind auch lernen, was mir wichtig ist. Wie jeder andere Mensch, mit dem ich zusammen lebe oder viel Zeit verbringe, sieht es, was ich mir wünsche, welche Werte ich habe, wie ich Probleme löse und wie ich liebe.

Um los- und sein zu lassen, muss anstelle der Angst, dass mein Kind irgendetwas Wichtiges nicht lernen könnte, wenn ich keinen Druck ausübe, Vertrauen ins Kind und seine Fähigkeiten treten.

Um los- und sein zu lassen, muss anstelle der Angst, dass mein Kind etwas nicht lernen könnte, Vertrauen treten.Click To Tweet

Mache ich das Zimmer sauber, möchte mein Kind vielleicht von sich aus mitmachen, mir helfen und Teil des Ganzen sein. Ich biete ihm die Chance, selbst zu spüren, wie es sich verhalten möchte. Was dann passiert ist eine Tat aus eigener Motivation heraus, die nicht hervorgerufen wird durch Schuldgefühle. So kann der authentische Wunsch zu helfen aufkommen.

Bietet mein Kind seine Hilfe an, macht mit und bringt sich ein, putze ich nicht hinter ihm her, wenn es mir dabei zusieht. Es hat geholfen, so gut es kann. Es ist nicht an mir, das zu verbessern.

„Das Kind braucht keine Hilfe, um zu lernen, wie es mit uns zusammenleben soll; was es braucht ist, dass wir ihm vertrauen und seinem Lernen nicht im Weg stehen.“ – Naomi Aldort


Es geht nicht darum, dass wir Kinder um etwas bitten, sondern einmal mehr um das WIE. Unsere eigenen Beweggründe zu erforschen kann dabei helfen, uns selbst über unser Tun klarer zu werden. Dann finden wir mit dem Kind gemeinsam Wege, auf denen wir beide gesehen werden und die wir gemeinsam gestalten.

Befiehlst du noch oder bittest du schon? Ich freue mich über deine Meinung und Erfahrungen in den Kommentaren!

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Befehl oder Bitte? Wie wir unsere Kinder um etwas bitten und dabei etwas Wichtiges über unsere eigenen Bedürfnisse lernen (Beziehung statt Erziehung, Unerzogen, Frei von Erziehung, Bedürfnisorientiert, Bindungsorientiert, Naomi Aldort, Jesper Juul, Auf Augenhöhe, Kinder begleiten, Familie leben, Leben mit Kindern, rund um die Familie, Bewusster Leben, Achtsamkeit, Achtsamkeit mit Kindern, Attachment Parenting, Authentic Parenting, Mini and Me)

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Fotoquelle: Fotolia

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13 Kommentare

  • Reply
    Lena von kraftvollMama.de
    30. Oktober 2017 at 10:06

    Liebe Jeannine,
    da bin ich ganz bei dir! Meine ältere Tochter hat mir das eigentlich zuerst beigebracht, die Theorie dazu habe ich mir erst hinterher angelesen. Versuche ich meine Tochter zu irgendetwas zu zwingen – also über sie zu befehlen –, geht bei ihr gar nichts. Sie weigert sich, wird wütend, schreit, weint, aber tut auf keinen Fall das, was ich will. Lasse ich sie jedoch einfach sein, wie sie ist, hat sie eine riesige Freude daran, mir bei allem zu helfen, was ich angehe. Ja, sie spürt tatsächlich meine Haltung zu ihr und kooperiert, wenn ich sie frei entscheiden lasse.
    Elternsein ist faszienierend – und nich immer ganz leicht 😉
    Liebe Grüße
    Lena von kraftvollMama.de

    • Reply
      Jeannine
      30. Oktober 2017 at 11:22

      Liebe Lena, danke dir für dein Kommentar und dass du deine Erfahrungen teilst. Das kann ich genau so unterschreiben! Kinder anzunehmen, wie sie sind, ist für mich die Basis für so viele wundervolle Erfahrungen, für ein so starkes, liebevolles Miteinander. Ich erlebe es als enorm bereichernd und würde mein Kind nie aus einem anderen Blickwinkel sehen wollen. Ich freu mich sehr über die Einblicke, die du gewährst! Alles Liebe!

  • Reply
    Silvia
    30. Oktober 2017 at 10:52

    Ich finde der Vergleich mit dem Partner hinkt massiv… Mein Partner ist ein erwachsener Mensch der weiß dass man sich die Hände wäscht wenn man nachhause kommt, dass man jetzt isst weil man sonst später Hunger hat, etc. Das kann ein Kind oftmals alles nicht abschätzen, deshalb hat es ja Eltern die es leiten und ihm helfen die Welt verstehen zu lernen. Und dazu gehören auch Aufforderungen, die auch befolgt werden müssen. Das muss man lernen, im Leben später kann man auch nicht immer einen Konsens finden was gerade alle am liebsten und gerne machen wollen, die Matheschularbeit würde sich dann wahrscheinlich nie ein Kind aussuchen.. Wenn das Zimmer zb zu unordentlich ist dann sage ich ihm „Räume bitte dein Zimmer auf, es ist so unordentlich dass wir gar nichts mehr neues spielen können bzw. deine Sachen nicht mehr finden!“ Dann versteht er das und tut das und ich helfe ihm dabei wenn ich Zeit habe, solche Basics muss ein Kind lernen und wenn mein Mann ein riesen Chaos wo hinterlässt sage ich ja auch „Räum das bitte auf, …“!

    • Reply
      Jeannine
      30. Oktober 2017 at 11:07

      Liebe Silvia, danke für dein Kommentar! Du hast recht, dein Partner ist erwachsen und kann das abschätzen. Das Kind darf noch lernen. Es hat Zeit, herauszufinden, wie das Umfeld auf seine Taten (und unterlassene Taten) reagiert, wie es sich fühlt, wenn das Zimmer aufgeräumt, der Bauch voll, etc. ist. Ich finde es ganz wundervoll, dass du dein Kind dabei begleitest. Hier sehe ich nicht zwingend einen Widerspruch. Auch bin ich bei dir, wenn es darum geht, dass es Dinge gibt, die einfach sein „müssen“. Überraschend viele müssen aber auch nicht sein. Wenn du deinem Kind, wie du selbst schreibst, sagst: „Bitte räum dein Zimmer auf…“ und das auch so begründest, wie von dir beschrieben, so ist das doch eine Bitte. Es sei denn, du erwartest, dass dein Kind dann auch genau das tut und zwar genau dann, wenn du den Satz gesagt hast. Dann wäre es ein Befehl, und das Bitte ist nur dabei, um ihn freundlicher zu verpacken. Ändert aber nichts an deiner Haltung, dass das Kind jetzt muss, damit du wieder alle Sachen finden kannst. (Wobei das „Wir“ in deinem Satz impliziert, dass dein Kind auch nicht mehr spielen kann und nichts findet… was so vielleicht gar nicht stimmt.) Wenn ich meinem Kind sage, dass ich es mir ordentlich wünsche, weil ich mich unwohl fühle, dann wird es mir wahrscheinlich helfen. 🙂 Weil es mich lieb hat und sich gern einbringen möchte. Oder aber es hat gerade einen anderen Plan, möchte gerade anders… Dann darf es das, weil es nicht dazu da ist, das zu tun, was ich mir wünsche. Oder jene Dinge von denen ich meine, dass es sie tun „sollte“. Es braucht keinen Zwang bei derlei Sachen. Damit das Kind selbst fühlen kann, was es gern machen möchte. In den meisten Fällen (und gibt man diesem Gefühl Zeit zu wachsen) wird das Kind aus einem eigenen Bedürfnis und aus der eigenen Motivation heraus, helfen. Es geht lediglich darum: Übt man Zwang aus, tut das Kind, was man möchte. Dabei geht viel verloren. Ich glaube, wir sind da gar nicht so weit voneinander entfernt. Es gilt für mich lediglich, meine eigene Erwartungshaltung zu reflektieren und das Kind sein zu lassen – auch, wenn es nicht tut, was ich möchte. (Eines möchte ich noch sagen: Ich esse selbst, wenn ich Hunger habe. Ich esse nicht jetzt, wenn ich nicht hungrig bin, damit ich später keinen Hunger hab. Da würde ich mir wohl eher etwas mitnehmen für später oder später etwas organisieren. Ich finde es absolut wichtig, dass Kinder dann essen, wenn sie hungrig sind. So kann sich ein gesundes Hunger- und Sättigungsgefühl entwickeln.)

      • Reply
        Stefanie
        30. Oktober 2017 at 20:10

        Ich finde es so bemerkenswert, Jeannine, wie du alles so treffend auf den Punkt bringst! Du sprichst mir so aus der Seele und ich hoffe, dass deine Worte immer mehr Menschen erreichen und berühren. Ich persönlich finde den Vergleich mit dem Partner ziemlich passend und auch gerechtfertigt. Es geht ja hierbei nicht darum ob Erwachsen oder Kind, sondern um die Integrität und Würde die gewahrt werden sollte und die ist unabhängig von Alter (und noch vielen anderen Dingen).
        Herzliche Grüße
        Steffi ❤️

  • Reply
    Lina
    30. Oktober 2017 at 11:53

    Liebe Jeannie,

    Danke für diesen Artikel. Ich findfinde ihn wirklich sehr hilfreich. Ich bin noch recht am Anfang, davon nicht zu erziehen und Rutsche leider oft in alte Muster…deinen Blog finde ich wirklich anregend, sich selber zu reflektieren und Dinge zu hinterfragen.

    Lg lina

    • Reply
      Michi
      30. Oktober 2017 at 12:24

      Geht mir genauso. Gerade wenn es sehr doll stressig ist oder ich überhaupt nicht weiter weiß, passiert mir das. Es wird besser 🙂

      Der Artikel ist toll, hab ihn gleich geteilt =0)

  • Reply
    Daniela
    30. Oktober 2017 at 22:36

    Hallöchen auch! Dem schließe ich mich an! Ich habe übrigens mal gelesen, dass man seine Kinder genauso respektvoll behandeln darf, wie die eigenen Arbeitskollegen! Die werden schließlich auch nicht herumkommandiert, da das dann auch kontraproduktiv wäre!

  • Reply
    Annamaria
    31. Oktober 2017 at 8:21

    Ein sehr guter Artikel , ich lese deine Beiträge mit meinem Partner . Da wir an unserer Familienplanung arbeiten und ich bereits jetzt mit meinem Partner Wege finden möchte , die für uns beide in frage kommen. Mein Partner ist leeiiiideeer noch nicht ganz im Boot . Es ist auch für ihn ein Lernprozess ☺️Ich bin nämlich gelernte „Erzieherin“ und habe daher Erfahrungen wie vieles NICHT geht . In vielen Gesprächen mit dem Team und Arbeitgeber , habe ich deine / eure , Ansätze schon präsentiert und es ist auch hier ein Lernprozess , dies in unsere Arbeit mit einfließen zu lassen. Wir „erziehen“ nach dem Prinzip von Rudolf Steiner und leben in der vor und Nachahmung , welches den Schritt zu deinen Ansätzen definitiv erleichtert .
    Ich bin auch so frech und Vergleiche es teilweise mit der Erziehung / Dressur von meinen Hunden ( welches selbstverständlich leicht ist / weil keine Diskussionen ) aber auch hier gibt es zwei Varianten .. die negative ( geht ratzfazt) der Hund zeigt unerwünschtes/ nicht korrektes Verhalten und wird bestraft . Nachteil , es findet kein Lernprozess statt und benötigt immerwieder die negative Konsequenz .
    Dann gibt es die positive Variante ( dauert sehr lange) es findet ein Lernprozess statt , Mann muss nur viel Kraft und Mühe hereinstecken . Und hier kommt es auf die Dauer an . Deine Wege ( aufräumen ) in den Kita Alltag zu integrieren klappt , weil ich mit einem Lied als Vorbild Funktion aufräume . Die Kinder beobachten zu Beginn . Manche sogar 1 Woche und die Kinder entscheiden , wann , wer , wie . Kommentarlos . Ich zeige den Kindern meine Freude über die Hilfe . Das ist echt und ich zeige mich mit meiner Freude , erwarte aber im morgen nicht , dass das Kind mir erneut hilft.
    Du bist eine wahre Bereicherung , danke ❤️

  • Reply
    Mascha
    31. Oktober 2017 at 17:27

    Hallo! Ich habe schon so viele von solchen Beiträgen und Artikeln gelesen. Bei uns ist das so dass Theorie und Praxis außeinander schweifen. Ich versuche meinen dreijährigen Sohn auch mit Liebe und Respekt zu begegnen. Nun sind das die alltäglichen Situationen die uns in das typische Muster fallen lassen, denn wenn es nach ihm gehen würde dann würde er den ganzem Tag nur fernsehen, Süßigkeiten essen, Zähne putzen würden wir gar nicht mehr usw. Ich bitte ihn auch lieb darum etwas zu tun z. B. das Zimmer aufräumen. Ei Tag vorher möchte er es nicht, genau so wenig wie am Tag danach. Egal wie liebvoll ich ihn um etwas bitte geht es nur darum was er will. Zähne putzen dauert bei uns bis zu einer Stunde, angefangem mit liebevollen Überredungskünsten. Hab ihm schon sogar ein Buch zur Körperpflege gekauft. Interessierthier aber nicht wenn er nicht will dann will er nicht und das endet in einem Befehlston. Ich kann leider nicht immer nur nach seinen Wünschen gehen, ich weiß mir echt nicht zu helfen wie ich es ihm beibringen kann meine Wünsche ebenfalls zu respektieren.

  • Reply
    Britta
    2. November 2017 at 19:03

    Das ist wundervoll geschrieben! Ich bin da ganz bei dir und habe kürzlich mal Eden Artikel „Verwöhnprogramm“ geschrieben. Da geht es darum, dass das Wort „Verwöhnen“ heutzutage so verpönt ist… https://fulltime-mami.blogspot.de/2017/09/verwohnprogramm.html?m=0
    schau gern mal rein!

  • Reply
    Rebecca
    5. November 2017 at 8:44

    Hallo! Guter Artikel, bloss schade, dass Heavy Metal gleich zu Anfang so schlecht dabei wegkommt. Die Musik mag für Außenstehende hart klingen, in der Szene habe ich jedoch die herzlichsten Menschen gefunden, die man sich denken und wünschen kann. Ich bin froh, dass mein Sohn durch meinen Mann, unsere Freunde und mich Zugang dazu hat. Zum Einstieg für alle Interessierten kann ich die Band Blind Guardian aus Deutschland empfehlen. Sehr sympathische Menschen, die meisten Bandmitglieder sind selbst Eltern und ihr „The Bard’s Song: In the Forest“ ist das erste Schlaflied, dass mein Sohn kennen gelernt hat. Er liebt es.
    Viele Grüße aus der Schweiz, Rebecca

  • Reply
    Anne
    6. November 2017 at 22:05

    Liebe Jeannine, wie sprichst du mir aus dem Herzen. Ich selbst bin in dem letzten Wochen mit offenen Ohren durch das Leben gelaufen und habe mich oft gefragt, ob die Eltern auch so mit ihren Partner sprechen, wie sie ihr Kinder ansprechen?! Oft sind es diese kalten, kurzen Befehle und das weinende Kind, dessen Bedürfnisse nicht gesehen und gehört werden, die mich unendlich traurig stimmen. Auch ich selbst schaffe es nicht immer die Perspektive zu wechseln und die Bedürfnisse meines Sohnes sofort zu erkennen, doch in dem Moment, in dem ich merke, dass ich ungeduldig mit ihm werde, stelle ich mir die Frage: Was treibt dich hier gerade? Oft bemerke ich schnell, dass es z.B meine Langeweile ist, wenn er sich noch das 5. Buch in der Bücherei anschauen will. Dann schnappe ich mir selbst ein Buch oder schaue mir mit ihm dieses 5. Buch an. So kann ich mitreden, bei den Dingen, die ihm wichtig sind. 😉 Oft wird die „verlorene“ Zeit, die wir dafür aufwenden als Argument angebracht, es nicht zu tun. Doch um ehrlich zu sein: es ist ein Geschenk, diese Zeit gemeinsam zu erleben. Denn irgendwann ist nicht mehr cool, die Zeit mit Mama oder Papa zu verbringen und dann können wir nichts mehr nachholen. Deshalb finde ich deine gewählten Zitate wunderbar treffend und möchte meinen Kommentar beenden mit: Glück IST einfach. Bitte mach weiter! Herzliche Grüße!

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