Simple Green Living

Own less, have more: 5 Schritte zum befreiten Leben mit weniger Zeug (und 15 Tipps fürs Aufräumen)

Minimalismus mit Kindern - entspannt leben mit weniger: Own less, have more: Wie du in 5 Schritten dein Leben vereinfachst (und 15 schnelle Tipps zum Aufräumen von Küche, Badezimmer und Schrank) - minimalistischer Leben

Die Idee, mehr Ordnung in mein Leben zu bringen, lässt mich momentan nicht los. Ich möchte nichts umkrempeln – davon bin ich weit entfernt. Was ich will ist, weniger Zeit mit Suchen verbringen. Mehr finden. Ich denke, die Zeit des Suchens ist vorbei für mich. Ob sie wieder kommt und in welchem Ausmaß – wer kann das schon sagen?

Ich will nicht mehr suchen.

Ich habe dieses Bild von mir. Sitzend, in Ruhe, in einem Raum, von dem ich nicht sagen kann, ob er groß oder klein ist. Es ist hell, die Farben sind warm. Ich sehe keine Wände – darum geht es aber auch nicht.

Ich bin einfach da. Nicht wartend, auch nicht erwartend. Einfach angekommen.

Meine Hände sind frei. Sie können verharren, umarmen, auffangen, sich verschränken, andere Stützen und hoffentlich auch mich selbst.

Vielleicht ist es eine Art Umbruch, der aber nicht die Veränderung zum Ziel hat, sondern das Fokussieren. Denn das muss ich. Klarheit ist es, was ich will. Konzentration aufs Wesentliche.

Vielleicht irre ich, aber der Gedanke, weniger Zeug zu haben, das mir meine Zeit stiehlt, reizt mich. Hier Ordnung zu schaffen ist ein Schritt, der mir zu mehr Klarheit verhelfen kann.


Mehr Raum zum Leben und weniger Zeug in 5 Schritten

Ich möchte mit dem Aufräumen und Ausmisten nicht irgendwelche tiefliegenden Probleme wegschaffen und ich denke auch, dass dieser Ansatz unsinnig wäre. Auch ist es nicht mein Ziel, meinen Partner oder meine Tochter mit meinem Selbstversuch zu beglücken und ihre Dinge da mit hineinzunehmen.

Nein, es ist mein Ding, das ich ganz alleine für mich und mit mir machen möchte. Zu diesem Artikel inspiriert haben mich zwei amerikanische Blogs, Blissful Mind und Rustic Elk, deren Tipps für ein einfacheres, minimalistisches Leben ich gelesen hab und hilfreich fand.

1. Frage: Kann das weg oder bleibt’s?

Nach Aufräum-Queen Marie Kondo sollten wir uns fragen: Bringt das Ding mir Freude? Beantworte ich die Frage mit „Nein“, kann es weg. Das finde ich ein wenig schwierig in der Umsetzung, da es durchaus Dinge gibt, die mir keine Freude bereiten, die ich aber dennoch brauche. Deshalb halte ich mich lieber an Fragen wie:

  • Benutze ich dieses Ding regelmäßig? Wenn ja, darf es bleiben.
  • Wenn nein, frage ich weiter: Macht es mir Freude?

Beantworte ich diese Frage mit ja, bleibt das Teil, obwohl ich es nicht regelmäßig benutze.

Außerdem kann es sein, dass ich manche Dinge wirklich selten verwende und deshalb kein eigenes brauche. Aktuell fällt mir da zum Beispiel Reitausrüstung ein. Ich möchte ganz sicher wieder mehr reiten, aber bei der Häufigkeit, die ich momentan lebe, ist ausborgen definitiv genug.

2. Am Anfang: Raum für Raum ein Häufchen

Ähnlich wie beim Decluttern des Kleiderschranks empfiehlt es sich auch beim „Wenigermachen“ der Dinge, die in einer Wohnung rumliegen, zunächst alle auf einen Haufen zu packen. Wirklich alles. So sieht man auf einen Blick, wie viel Zeug und was genau man eigentlich hat.

Dann frag ich mich bei jedem Stück wie oben beschrieben, ob ich es brauche oder gern mag. Wenn ich von etwas mehr als eines habe, kann das zweite weg.

3. Dann: In drei Häufchen teilen

Hab ich mir die Fragen gestellt und ehrlich beantwortet, kommen die verschiedenen Dinge auf drei Haufen:

  1. kommt in den Müll
  2. wird gespendet, verschenkt oder verkauft im Second Hand Laden bzw. online
  3. bleibt! (Auch wenn es z.B. repariert werden muss.)

Was weggeworfen wird, sollte natürlich nicht einfach so in den Restmüll wandern. Vielleicht kann man alte Shirts zerschneiden und Abschminkpads oder Putzlappen draus machen. Elektronisches sollte sachgemäß entsorgt werden, etc.

4. Merke: Alles hat seinen Platz

Die Dinge, die bleiben, brauchen einen fixen Platz. Ein Ort, an dem sie „wohnen“.

Das ist wichtig, da so beim Aufräumen und Minimieren des Zeugs auch langfristig alles ordentlich bleibt.

5. Details: 15 Tipps fürs Aufräumen in Schrank, Bad und Küche

Ich möchte wirklich viel weniger haben, krass reduzieren. Dieser Gedanke hat so etwas Befreiendes. Auch einfach bewusst „Nein!“ zu sagen zu Dingen, die man nicht braucht. Wie toll ist das denn? Dem blinden Konsum etwas entgegenzusetzen und dafür mit jedem Teil, das man doch kauft, echt Freude zu haben.

In unserem Wohnzimmer gibt’s hauptsächlich Bücher, die weg müssen. Meiner Meinung nach haben wir auch einige DVDs und BluRays zu viel und Konsolenspiele, die wir nicht spielen, können auch im 1-Euro-Shop verkauft werden. Das wird zwar ein langer Weg, aber der Plan ist klar.

Anders sieht es da zum Beispiel im Schrank, in der Küche und auch im Badezimmer aus. Manches ist hier nicht offensichtlich. Deshalb habe ich hier 15 Tipps für dich und für mich:

Kleiderschrank

Fange ich mal an, kann ich nicht mehr aufhören und bin dann wirklich streng mit mir. Letztes Jahr hab ich meinen Schrank zum ersten Mal „decluttert“ und viele riesengroße Säcke voll (schöner, aber von mir nicht getragener) Klamotten wanderten zu jungen Frauen in Polen und Rumänien. Kein einziges der verschenkten Teile habe ich seither vermisst.

Dieses Jahr wird der Inhalt des Kleiderschranks noch reduzierter. Ich freu mich auf das Gefühl, den Kasten zu öffnen und wirklich jedes Teil darin auch gerne anzuziehen.

  1. Alles Kaputte und Teile, die nicht passen, kommen  weg.
  2. Wenn du etwas seit einem Jahr nicht mehr getragen hast, kommt es weg – verkaufen, verschenken, spenden. Eine Ausnahme mach ich hier nur bei ein paar kurzen Kleidern und schicken Oberteilen, die ich schlicht nicht anhatte, weil ich abends nicht unterwegs war.
  3. Frag dich, wie viele Oberteile du wirklich brauchst. Hast du mehr als das, werden auch die aussortiert.
  4. Schuhe sind womöglich ein harter Brocken. Ich habe so viele Paar in meinem Kasten stehen, die ich seit mehr als fünf Jahren nicht mehr getragen hab. Sie alle müssen nun gehen. Frag dich auch hier: Wie viele Paar Schuhe brauch ich wirklich?
  5. Unterwäsche um etwa eine Woche damit auszukommen. Alles andere – auch die löchrigen Socken – kann weg.

Badezimmer

  1. Niemand braucht 4 Duschgels auf einmal. Von jedem eines reicht aus. Geht das zur Neige, kauft man das Nächste. Hast du Produkte, die du nicht magst, schenk sie jemandem, der sich darüber freut.
  2. Medikamente sollten immer mal wieder aussortiert werden: Sind welche abgelaufen? Brauchen wir manche nicht (mehr)? Ich empfehle zudem ein kleines Büchlein, in dem geschrieben steht, welcher Infekt mit welchen Medikamenten oder Hausmitteln erfolgreich behandelt wurde. Vor allem im Leben mit Kindern. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber ich merk mir das nicht alles.
  3. Natürlich braucht man Badetücher, aber nicht zu viele. Behalte, was du verwendest und was dir wirklich gefällt. Den Rest kann man als Putzlappen verwenden, spenden oder wegwerfen, sofern etwas kaputt ist.
  4. Elektronische Geräte wie Föhn, Rasierer oder Glätteisen bleiben, wenn sie verwendet werden. Und selbst dann reicht eines von jedem.
  5. Altes MakeUp sollte durch neues ersetzt werden, sofern man es überhaupt verwendet. Was nicht gebraucht wird, kommt weg. Auch hier reicht eine Mascara. Geht die zur Neige, wird sie ersetzt.

Küche

  1. Kaputtes Zeug kommt weg. Keine abgesplitterten Kanten mehr und keine Stumpfen Messer, bei denen die Spitze abgebrochen ist.
  2. 100 Tassen sind zu viel – ganz sicher. Zwei Tassen pro Person sollten grundsätzlich ausreichen. In unserem Fall, weil wir starke Kaffeetrinker sind und auch oft Besuch haben, möchte ich 2 Sets bestehend aus jeweils 6 Tassen aufbewahren. Ein 6er Set größere Teetassen darf auch bleiben.
  3. Elektronische Geräte, die nicht verwendet werden, kommen weg. Ich habe zum Beispiel einen ganz neuen Mini-Mixer mit super tollen Features. Seit drei Jahren. Noch nie verwendet. Der kommt weg.
  4. Niemand braucht drei Set Essbesteck und Unmengen an Plastiklöffeln. Ein schönes Set an Löffeln, Gabeln und Messern sollte gut reichen. Habt ihr selbst Kinder, kennt ihr das vielleicht: Bei uns hat sich so viel Plastikgeschirr angesammelt, dass es richtig befreiend war, das Zeug loszuwerden.
  5. Essen aussortieren. Als ich kürzlich den Apothekerschrank in meiner Küche aussortierte – beim Versuch, verpackungsfrei und ohne Plastik einzukaufen – fand ich tatsächlich Einmachgläser, deren Inhalt vor drei Jahren abgelaufen war. Inhalt raus, Einmachglas behalten und zum Beispiel unverpackten Reis einfüllen.

Weniger haben? Die 1. Welt und ihre Probleme…

Zwischen all dem Wenigerhaben komm ich nicht umhin, diese Ganze Geschichte als äußerst „erste Welt lastig“ zu empfinden. Wir haben so viel, dass wir uns ernsthaft überlegen, es loszuwerden.

Ist das nicht skurril?

Andererseits hat es für mich den bewussten Konsum als Ziel. Ich habe es bereits geschafft, mit ein paar Umstellungen unser Leben ein ganzes Stück grüner zu gestalten. Und zwar auf eine Weise, die für meine Familie absolut gangbar und nicht unangenehm ist.

Sieht man diese ganze Wenigerhaben-Sache in diesem Kontext, verknüpft mit bewusstem Konsum und einem Ressourcen schonenden Leben, macht es in meinen Augen jede Menge Sinn, sich damit zu beschäftigen.

Der Wunsch nach Ordnung, den haben wir alle in uns. Bei kleinen Kindern ist er besonders stark ausgeprägt, was einer der Gründe ist, warum ich Montessori so viel abgewinnen kann.

Auch wir dürfen und sollen uns besinnen.

Vor allem, wenn es uns gut tut.


Hattest du auch schonmal das Bedürfnis, weniger zu besitzen, mehr Ordnung und Raum zum Leben zu schaffen? Lebst du Minimalismus mit Kindern?

Ich freu mich auf deine Erfahrungen!

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1 Kommentar

  • Reply
    Marlen
    24. Juni 2017 at 5:27

    Guter Artikel.
    Ich miste immer wieder gern aus. Bei Kleidung fällt es mir schwer, weil ich einiges gekauft hab als ich nur eeeetwas schlanker war. 🙁
    Aber i geh jetzt in die Küche und räum was aus! 🙂

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