Montessori

Montessori Montag: 5 Übungen des täglichen Lebens für Kleinkinder (mit Dingen, die wir daheim haben)

mini and me präsentiert 5 einfache Übungen des täglichen Lebens nach maria Montessori zur Förderung der Selbständigkeit und dadurch auch des Selbstwertgefühls

Die „Übungen des täglichen Lebens“ sind genau das: Dinge, die wir jeden Tag tun und die entsprechend auch ganz selbstverständlich dazugehören. Das Kind erlebt sie regelmäßig in seinem gewohnten Umfeld und hat demnach oft die Möglichkeit zur Beobachtung. Wie schön ist es da, den eifrigen Nachwuchs mitmachen zu lassen! Der Umgang mit Wasser gehört beispielsweise genau so zu jenen Tätigkeiten, wie auch das Tragen, Öffnen und Schließen von Dingen.

Mit den Übungen wie Maria Montessori sie zusammenfasste, werden die kindliche Koordination gefördert und Bewegungen verfeinert. Sie fördern die Unabhängigkeit des Kindes und somit seine Selbständigkeit, in einem sicheren Rahmen. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich – und das ist für uns die Hauptsache – dass es meiner Tochter einfach richtig Spaß macht, überall mithelfen und dabei sein zu können.

Für Übungen des täglichen Lebens für Kleinkinder müssen wir zum Glück keine speziellen Montessori-Materialien kaufen – alles Nötige haben wir bereits daheim!

Übungen des täglichen Lebens für Kleinkinder

Womöglich denkt ihr euch bei einigen Übungen: „Das soll eine Übung sein? Das ist für uns doch ganz normal!“, worauf ich antworten würde: Großartig! Das war auch mein Gedanke, als ich begonnen habe, mich damit zu beschäftigen. Aber an manches hatte ich nicht gedacht. Vielleicht findet ihr hier ja auch etwas Inspiration und euer Kind kann somit noch besser mitgestalten und noch eifriger mitmachen. Ich freu mich, wenn dem so ist!

1. Banane schneiden und Brot streichen

Ich weiß noch, als ich vor Jahren an der Seite meines damaligen Arbeitskollegen O. stand – ein begnadeter, zweifacher Haubenkoch – und er mir sagte, dass es in der Küche mit das Wichtigste für kleine Kinder sei, den sicheren Umgang mit einem Messer zu beherrschen. Messer können gefährlich sein – keine Frage. Umso wichtiger ist es, dass sie keine mysteriösen Gegenstände für unsere Kinder sind, von deren Handhabung sie keine Ahnung haben.

Seit meine Tochter ein mal ihr Brot selbst streichen durfte, möchte sie es immer wieder machen. Sie ist so stolz, wenn sie es „schafft“. Bananen haben nun eine magische Anziehung und der ganze Prozess – vom Schälen bis zum Essen – macht ihr einfach Freude.

Hierzu ist – wie bei allen Übungen des täglichen Lebens – wichtig, dass Eltern wo immer möglich auf keinen Fall „nachbessern“. Euer Kind hat sein Bestes gegeben – wenn die Butter am Brot noch immer ein großer Klecks und alles andere als gut verteilt ist, dann bleibt das diesmal halt so. Jedes Ausbessern durch euch würde die Leistung eures Kindes schmälern. Das wollen wir nicht.

Natürlich dürft ihr unterstützen, wenn euer Kind das möchte.

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2. Beim Saubermachen helfen: Boden kehren, Staub wischen

Sie können gefühlt gerade laufen, da wollen sie schon beim Saubermachen helfen. Ganz versunken sind sie da, betrachten sich beim Spiegelputzen, wischen, sprühen, wischen… Was Kleine bei den Großen sehen, müssen sie am besten gleich selbst ausprobieren!


mini-and-me-nyani-logo-montessori-montagDer Montessori-Montag wird präsentiert von Mini and Me und nyani: das Münchner Label steht für hochwertige, freche und gleichzeitig ökologische Kindermode. Mini trägt die Hose Relax und die Kinderstrickjacke Confetti, beim Bananenschälen das süße Langarmshirt Moonlight.


Fehlt nur noch das richtige „Werkzeug“. Dabei ist es egal, ob man den langen Stiel des hauseigenen Swiffers zerlegt und ihn somit auf Kindergröße bringt oder sich – so wie wir – ein eigenes Putzset für Kinder anschafft. Unser Set aus Holz, das ihr im Titelbild seht, ist von Melissa & Doug. „Let’s play House! Dust! Sweep! Mob!“ ist laut Hersteller geeignet für 3 bis 6 Jahre. Wir kauften unseres ein paar Monate nach Minis 2. Geburtstag und es ist regelmäßig in Verwendung. Das Set ist super, weil es nicht nur nett anzusehen ist, sondern die einzelnen Putzutensilien ihren Zweck auch gut erfüllen.

3. Wäsche waschen und aufhängen

Mini hilft mir dabei, die Wäsche farblich zu sortieren, stellt mit mir gemeinsam die Waschmaschine zu, räumt sie mit mir aus und hängt danach die Wäsche zum Trocknen auf. Hierfür haben wir direkt an unserem Wäscheständer von einem Steher zum anderen auf ihrer Höhe ein Seil gespannt. (Ehrlich gesagt ist es ein ziemlich unansehnliches, weiches Maßband mit beim bunten Logo eines Lebensmittelhandels drauf. Das hatten wir damals daheim und es erfüllt seinen Sinn.)

Es gibt auch richtig schöne, kleine, entzückende Wäscheständer für Kinder, aber davon haben wir (noch) keinen. Meine Tochter liebt es dennoch, Kleinkram wie Socken und Unterhosen aufzuhängen und mir dabei zu erzählen, wem was gehört.

4. Reis löffeln, Wasser schütten

Ihr braucht kurz eine Verschnaufpause? Ich hab zwei Tipps: Reis oder Wasser. Beides vermag es, Kinder regelrecht in ihren Bann zu ziehen. Über die für Eltern beinah meditative Wirkung eines Waschtisches für den abenteuerlustigen Nachwuchs habe ich ja bereits berichtet, aber auch in einem kleineren Rahmen fasziniert Wasser.

Mit einem Krug etwa, aus dem in andere Gefäße geschüttet werden kann, trainiert das Kind so wichtige Dinge wie seine Wahrnehmung und die Augen-Hand-Koordination. Eine kleine Schüssel voll Reis, eine leere Schüssel und ein Löffel können ein Kleinkind für lange Zeit beschäftigten. Oder zumindest so lang, bis Mama fertig gekocht oder ihren Cappuccino geschlürft hat.

Beim Schütten von Reis oder Wasser handelt es sich um dasselbe Grundprinzip, aber verschiedene Schwierigkeitsstufen. Der Umgang mit Wasser ist der herausforderndere. Gerade bei derlei Tätigkeiten kann man gut sehen, in welcher von drei „Phasen“ sich das eigene Kind gerade befindet:

  1. Zuerst geht es um die Tätigkeit selbst – das Schütten alleine macht Freude.
  2. In der zweiten Phase gilt es, so genau wie möglich zu arbeiten und so wenig Wasser wie möglich zu verschütten.
  3. In Phase drei zählt das Ergebnis der Arbeit. Zum Beispiel, dass das Kind in der Lage ist, sich selbst Tee in die Tasse einzuschenken, ohne daneben zu schütten.

Der Kreislauf ist nach Montessori durchlaufen, wenn das Kind seine Fähigkeiten dazu nützt, anderen zu helfen und somit ein wichtiger Teil der Gemeinschaft wird.

Bei Übungen wie dem Schütten ist es einmal mehr wichtig, dem Kind den Übungsablauf langsam und genau vorzuzeigen, damit es dann in seinem Tempo erforschen und daran arbeiten kann, selbst zu diesem Übungsergebnis zu gelangen.

5. Pflanzen pflegen

Eine wunderschöne „Übung“, mit der man meiner Meinung nach gar nicht früh genug beginnen kann. Sowohl meine Tochter als auch ich haben in dem vergangenen Frühling und Sommer vieles von unserem begrünten Balkon gelernt. Es war eine wunderbare Erfahrung, sich regelmäßig um die Pflanzen zu kümmern, zu beobachten, wie sie wachsen und manche von ihnen Früchte tragen. Auch im Haus gibt es natürlich Pflanzen, um die sich gesorgt werden muss.

Bei How We Montessori gibt es eine Liste mit kinderfreundlichen, ungiftigen Pflanzen. Ganz vorne dabei in unserem Fall sind Kräuter wie Thymian oder Melisse. Die schmecken, durften und sind nicht so empfindlich wie zum Beispiel Basilikum.

Ist das Kleinkind stolz mit der Gießkanne unterwegs, sollte man natürlich gleich ein paar Stück Küchenrolle oder einen Putzlappen bereit halten. Zweites ist in jedem Fall die ökologisch wertvollere Variante. Steht neben der Kanne auch ein Sprühfläschchen bereit, sorgt das sicher für Begeisterung.


Es geht darum, den kindlichen Drang zur Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu fördern. Das Kind bringt sich aktiv ein, kann mitgestalten, lernt und verzeichnet dabei ganz persönliche, individuelle Erfolge. Diese Erfahrungen wirken sich positiv auf das Selbstwertgefühl der kleinen Erdenbürgerinnen aus. Das macht Freude – Kind und Eltern.

Weitere Übungen des täglichen Lebens wären zum Beispiel An- und Ausziehen, Hände und Gesicht waschen, Schuhe putzen, Haare kämmen oder kochen. Fallen euch noch welche ein?

Was setzt ihr bereits um? Konntest du auch einen neuen Gedankenanstoß mitnehmen?

Ich freu mich zu lesen, was bei euch funktioniert und was nicht und bin gespannt auf eure Erfahrungen!

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Vertiefende Lektüre und Inspirationen:


Diesen sowie alle anderen Montessori-Montage ermöglichte das feine Kindermode-Label nyani. Vielen Dank für die wunderbare Kooperation! <3

Fotos © Mini and Me

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9 Kommentare

  • Reply
    VeronikaD
    24. November 2016 at 10:38

    Das gefällt mir. Meine sind zwar noch nicht soweit, die eine lernt gerade laufen, der andere bekommt noch die Flasche, aber die Idee Kinder frühzeitig spielerisch in den Haushalt mit einzubinden finde ich gut. Und Staub wischen oder Pflanzen pflegen sind Dinge, die einen ein Leben lang verfolgen werden. Also früh übt sich.

    • Reply
      Jeannine
      4. Dezember 2016 at 16:35

      Genau so ist es! 🙂 Und den Kindern macht es richtig viel Spaß, wenn sie dasselbe tun dürfen, wie wir Großen. 🙂

  • Reply
    Heidi
    28. November 2016 at 8:41

    Genau so machen wir das auch, lassen Sie sich langsam ran tasten. Bei der Großen waren wir noch etwas zögerlich was manche Dinge angeht, mit der Kleinen hat man dann keine Wahl, die möchte immer alles mit Ihrer Schwester machen.

    LG

    • Reply
      Jeannine
      4. Dezember 2016 at 16:34

      Ich habe auch schon bei vielen Freundinnen mit zwei Kindern beobachtet, dass die Kleinen dann automatisch viel „größer“ sind, was viele Tätigkeiten angeht. 🙂 Ein klarer Vorteil, wenns der oder die Große schon vormacht. 😉

  • Reply
    karin
    30. November 2016 at 11:00

    Danke für die tollen Anregungen! in welchem Alter habt ihr da ca begonnen?
    alles Liebe euch!

    • Reply
      Jeannine
      4. Dezember 2016 at 16:33

      Das ist ganz individuell. Die meisten Tätigkeiten eignen sich ab etwa eineinhalb Jahre. 🙂

  • Reply
    Larissa//No Robots Magazine
    29. Dezember 2016 at 13:06

    Schöne Übersicht! Für vieles ist mein Kind zwar noch ein kleines bisschen zu klein, aber ich sehe das auch so, dass man den Kids einfach mal was zutrauen sollte. Als ich neulich als Tipp für den Schulanfang gelesen habe, dass Kinder im Haushalt helfen sollen, z.B. den Tisch zu decken, da fand ich es schon etwas erschreckend, dass man das manchen Eltern extra sagen muss. Mein Kind kann gerade mal laufen und deckt schon den Tisch mit (ja, auch mit Porzellan, nur nicht dem guten ;)), hilft mir dabei, die Spülmaschine auszuräumen und trinkt alleine aus dem Becher. Wenn es etwas ausprobieren möchte, dann sage ich selten Nein, sondern helfe eben mit. Ist doch egal, wenn der Brei eben nicht von Anfang an präzise im Mund landet. Lieber ein dreckiger Tisch, aber dafür ein zufriedenes Kind, als Sauberkeit, aber dafür Geschrei und Frustration.

  • Reply
    marla
    15. April 2017 at 19:18

    Danke für die Tips, ich freue mich schon sehr drauf! Meine Tochter ist mit 15 Monaten für einige deiner Beispiele noch zu klein. Aber es kommen ständig neue Dinge hinzu. Momentan liebt sie alles was Knöpfe hat – im Bus den Stopknopf drücken, Geld in den Ticket Automaten stecken und das Ticket rausnehmen, Spülen (nach dem ich auf der Toilette war:-), aber auch Dinge transportieren, Müll in den Mülleimer, Wäsche in die Waschmaschine und wieder raus, Aufwischen wenn ihr Tee daneben ging oder vorab den Teebeutel aus den Tütchen basteln und in die Kanne legen … und es scheint dass es noch viel mehr sein könnte, wenn ich die Dinge nur erst wahrnehme und ihr „erlaube“ oder einmal zeige. Faszinierend und so freudvoll.

  • Reply
    Sarah
    14. Juni 2017 at 14:12

    Liebe Jeannine,
    Ein ganz toller und inspirierender Blog!
    Zum Wäsche aufhängen sind die so genannten Turm Wäscheständer genial, eine Ebene für’s Kind, zwei für die Großen.
    LG Sarah

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