Montessori

Montessori für die Sinne: Mit Kindern in Geruchswelten tauchen

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Es gibt Gerüche, die prägen und begleiten uns ein Leben lang. Wir erfahren die Welt durch unsere Sinne – von Anfang an. Leider sind es oftmals der Geruchs- und der Geschmackssinn, deren Erforschung in unserem so bunten Alltag zu kurz kommt. Es gibt kaum Spielzeug, das Kinder dazu ermuntert, diese beiden Sinne zu schärfen. Lasst uns deshalb kreativ werden. Gehen wir mit unseren Kindern auf Entdeckungsreise – bewusst, neugierig und immer verspielt!


Montessori für die Sinne: Geruchswelten

Düfte der Kindheit – Eindrücke, die Bleiben

Ich sitze im Zimmer meines Bruders, sehe vom Schreibtisch durch das Fenster raus in den Garten. Die Sonne scheint. Ich höre „I Try“ von Macy Gray. Neben mir steht der kleine Pokal, den ich beim Tennis-Kinder-Tunier im Jahre Schnee gewonnen habe. Darin ein Potpourri, das einen warmen, lieblichen Duft verströmt. Es ist dieser Duft, der mich zurück an den alten Schreibtisch, ins alte Zimmer, an meinen allerersten Laptop bringt.

Den Laptop, den Schreibtisch und das Zimmer gibt es mittlerweile nicht mehr. Der Garten sieht ganz anders aus. Das und noch so vieles mehr hat sich verändert. Aber in meiner Erinnerung, ist alles da. Es ist dieser Duft, der mich zurückbringt. Ein Duft meiner Kindheit.

Gerüche erforschen nach Montessori: Geruchsdosen

Während der Geruchssinn bei modernem Spielzeug oft zu kurz kommt, erkannte Maria Montessori, wie wesentlich er doch für die kindliche Entwicklung ist. Das Ergebnis ist eine Reihe von Sinnesmaterialien, mit denen auch dieser Sinn „geschult“ werden soll. Das klingt so streng, aber wie immer sind auch solche Materialien ein Angebot, von dem das Kind Gebrauch machen kann, wenn es möchte.

Klassisch nach Montessori sind hier zum Beispiel Geruchsdosen für Kinder ab etwa drei Jahren. Die kleinen Gläser werden mit gemahlenen Gewürzen oder Tropfen von ätherischen Ölen auf Watte gefüllt. Gibt es jeweils zwei Gläser mit demselben Geruch, können Geruchspaare gefunden und „Geruchsmemory“ gespielt werden. Ziel ist es, den Geruchssinn zu schulen und zu verfeinern: Das Kind kann unterschiedliche Gerüche in seiner Umgebung wahrnehmen, erkennen, unterscheiden und zuordnen. Der Wortschatz wird erweitert, indem einerseits der Geruch selbst beschrieben werden kann und andererseits auch, woher er stammt. Für ältere Kinder ist es zum Beispiel auch interessant, woher die Gewürze stammen, wie man sie verwendet, und so weiter.

Ein wunderschönes Beispiel fürs selbstgebastelte Geruchsmemory findet ihr bei den Eltern vom Mars.

Immer auf Entdeckungsreise: Von Mandarinen, Lilien und dem Jetzt

Wir halten es mit den Gerüchen (und auch mit den Geschmäckern) im Hause Mini vorerst sehr simpel: Einfach so, wie es sich gerade ergibt, erforschen wir die Gerüche, die uns umgeben. Sie überhaupt einmal ins Bewusstsein unserer Kleinkinder zu rufen und zu thematisieren, ist meiner Meinung nach der erste, einfach umsetzbare Schritt.

Wir machen unsere Kinder einfach auf die Düfte und Gerüche, die sie umgeben, aufmerksam. Dazu braucht es keinerlei Vorbereitung oder teure Anschaffungen. Beim Kochen, beim Essen oder auch, wenn das Kind eine Mandarine schält. „Mmmmhhh, wie das duftet!“, und schon schnuppern Kinder neugierig und nehmen den Geruch bewusst wahr: „So frisch, und irgendwie süßlich, oder?“

Meine Tochter und ich haben erst gestern gemeinsam eine frisch erblühte Lilie und eine, deren Blüte bereits ein paar Tage lang geöffnet ist, neugierig untersucht. Wir versuchten festzustellen, wo genau der Duft entspringt und die Blüte auch mit anderen Sinnen zu erfassen: sehen, anfassen… verstehen. Es ist so unglaublich spannend, inspirierend und bereichernd, mit Kindern auf Entdeckungsreise zu gehen! Wir schulen so gemeinsam spielerisch unsere Wahrnehmung – denn auch wir Eltern freuen uns bei all den Ablenkungen des Alltags, ganz hier und im Jetzt zu sein. Etwas bewusst sinnlich zu begreifen, hilft uns dabei.

Spielerisches Kennenlernen: Montessori Geruchsschalen

Für diesen Artikel habe ich meiner Tochter zum ersten Mal montessori-inspirierte Geruchsschalen bereitet. Sie war sofort super interessiert daran, wollte gleich wissen, was von den Dingen man essen kann. Die Schalen sind schnell gerichtet, die Zutaten dafür entweder daheim oder recht günstig gekauft.

Etwas Anis haben wir gleich gekostet und sie wollte es sich nicht nehmen lassen, auch mal in eine Nelke zu beißen. Schnell stellte sie fest, dass die weniger ihrem Geschmack entsprach und spülte mit einem halben Glas Orangensaft nach. Ich rieb ein Lorbeerblatt zwischen meinen Fingern, sie roch neugierig.


Der Montessori-Montag wird euch präsentiert von Mini and Me und nyani: fesche Kindermode aus München, in super Qualität und bestens geeignet als treuer Begleiter beim Erforschen dieser Welt. Mini trägt die Hose Relax und ihr liebstes Shirt Fox Girls.


Ehe ich mich versah, wanderte eine Schale nach der anderen an die andere Seite des Zimmers, in ihre kleine Küche, wo sie vergnügt damit zu „kochen“ begann. Es ist wahr, Geruchs- und Geschmackssinn sind eng miteinander verbunden. Es entwickelte sich ein freies Spiel fernab meiner ursprünglichen Idee, in das meine Tochter versank. Sie schüttete umher, mischte die Kräuter, rührte mit Zimtstangen um. Ich wollte sie dabei nicht stören – auch nicht mit dem leisen Klicken, das der Auslöser der Kamera verursacht.

Spielideen: Immer der Nase nach!

Ich lade euch ein, kreativ zu werden und Gerüche im Alltag bewusster wahrzunehmen: Gebt ihnen Platz, bereichert euch an ihnen. Lasst sie uns neugierig erforschen und beschreiben. So geben wir auch unseren Kindern Worte, um ihre eigenen Sinneseindrücke auszudrücken.

Wenn meine Tochter und ich das nächste Mal in unserer Wohnung Forscherinnen sind, die gemeinsam eine große Bärenhöhle erkunden, werde ich da garantiert etwas Passendes einbauen…

Meine Ideen, um Gerüche spielerisch zu entdecken:

  1. An irgendwelchen Dingen riechen. Ja, wirklich. Wonach riecht eigentlich unsere Couch? Und der Ledersessel? Wonach riecht es im Kühlschrank und welches Lebensmittel verströmt diesen Geruch?
  2. Lass uns schnell durch Buchseiten blättern und tief einatmen. Das kann ein iPad nie! Riechen Papas Bücher eigentlich anders, als die von Mama? Und was ist mit den alten Baby-Büchern mit den dicken Seiten?
  3. Blumen! Der Frühling naht endlich. Welch wundervolle Gelegenheit, sich etwas davon in die eigenen vier Wände zu holen. Je bunter der Blumenstrauß, desto vielseitiger freilich die Gerüche. Achtet hier nur darauf, besonders geruchsintensive Blumen – wie zum Beispiel Lilien – bei Bedarf auch an einen anderen Ort als mitten ins Wohnzimmer zu stellen. Riechen mir Blumen zu krass, wandern sie schonmal ins Badezimmer. So haben wir den Duft für ein paar Minuten täglich und nicht permanent in der Nase.
  4. Unsere Terrasse wartet schon darauf, wieder von uns in Betrieb genommen zu werden. Der kleine, urbane Garten, von dem wir so vieles lernen können, wird schon bald wieder mit allerlei Kräutern gefüllt. Darauf freuen wir uns schon! Und die duften und schmecken.
  5. Salz- und Pfefferstreuer lassen sich ganz wunderbar als Geruchsgläser verwenden, auch schon für ganz kleine Kinder. So kann ein frisches Blatt Basilikum nicht durch die Löcher, verströmt aber dennoch seinen einzigartigen Duft. Stellt in dem Fall nur sicher, dass sich nichts lösen kann – und schon wird geschnüffelt!
  6. Gerüche mit verbundenen Augen kennenzulernen oder zu erraten macht das Geruchserlebnis intensiver und ein bekanntes Spiel wieder spannend.
  7. Für ältere Kinder oder vorm Urlaub: Gerüche eines bestimmten Landes erforschen. Das ist so eine nette Idee und passt auch wiederum wunderbar mit dem Kennenlernen von neuen Geschmäckern zusammen. Möchte man die Gerüche und Geschmäcker orientalischer Länder erforschen, bieten sich Gewürzschalen mit Kardamom, Koriander, Kümmel und so weiter an. Welch wunderbare Weise, ferne Länder zu riechen und zu schmecken!
  8. Ich riech, ich riech, was du nicht riechst: Vielleicht ist das sehr schwer, ich muss es selbst noch probieren. Aber gerade kam mir die Idee, in ein kleines, uneinsichtiges Gefäß, mehrere riechende Dinge zu packen. Dann wird geraten, was drinnen ist. Wenn man die Auswahl vorher beschränkt (von 5 verfügbaren Gerüchen sind 2 drinnen), ist es vielleicht machbar. Müssen wir bald ausprobieren, gebt mir doch bitte Feedback, wenn ihr schneller seid.
  9. Geruchsschnitzeljagd: egal ob durch die Stadt, im Wald oder am Bauernhof. Nachdem wir zu Hause überlegt haben, welche Gerüche wir wohl antreffen könnten, machen wir uns auf die Suche.

Inspiriert? Juchu, los geht’s!


Habt ihr Ideen, wie man Gerüchen im kindlichen Alltag mehr Raum widmen kann?

Baby-Mamas finden beim Montessori Montag auf Mini and Me auch wertvolle Tipps zur Babyzimmergestaltung nach Montessori, Eltern von Kleinkindern lesen über fünf einfache Wege zu mehr Selbständigkeit und konzentrierter Beschäftigung im Kinderzimmer. Selbstgebastelte Wetter- und Erzählsteine laden ein, gemeinsam Wetterphänomene kennenlernen und spannende Geschichten zu erzählen.

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Interessante Links:

Diesen sowie alle anderen Montessori-Montage ermöglichte das feine Kindermode-Label nyani. Vielen Dank für die wunderbare Kooperation! <3

Fotos © Mini and Me

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