Motherhood

Impfen: Das Spiel mit der Angst besorgter Eltern

Impfen. Ein leidiges Thema für viele; ein Thema, das Eltern, die sich mit guten Absichten genauer darüber informieren, oftmals komplett planlos zurücklässt. Unsicherer, als davor. Und auch ein Thema, über das ich in den letzten Monaten viel nachgedacht und recherchiert habe.

Ich habe Gespräche mit verschiedenen Menschen in unterschiedlichen Berufen geführt, unter ihnen SchulmedizinerInnen, AlternativmedizinerInnen, Eltern, die impfen lassen und solche, die es nicht tun und Menschen, die als Kinder selbst nicht geimpft wurden.

Vor wenigen Tagen gab es auf der Facebook-Seite eine Diskussion, in der sowohl BefürworterInnen als auch überzeugte GegnerInnen schnell und klar Position bezogen. Und ich glaube, ich hab’s jetzt und ich hoffe, ich liege richtig. Das Ergebnis der Recherche: Wir lassen impfen.

Bevor ich jetzt großartig aushole, möchte ich auf diesen Artikel von Jennifer Raff hinweisen, der im Stern-Magazin auf Deutsch veröffentlicht wurde und überquillt mit interessanten Links. Hier ist das englische Original vom März 2014. Der Artikel ist lesenswert, ich empfinde ihn als sehr wichtig. Wer informiert sein will, scheut nicht davor zurück, sich die Querverweise in dem Artikel zu Gemüte zu führen. Die sind zwar teilweise mühsam zu lesen, da sie oftmals medizinisch sind und auch entsprechendes Fachvokabular beinhalten, aber sie bieten besorgten Eltern die Chance, mit einer gefestigten Meinung, mit einer so notwendigen Portion Zuversicht, aus der Auseinandersetzung hervorzugehen. Bevor mich jetzt der Shitstorm überrollt: Ich habe nicht die Antwort. Ich habe meine. Und die reicht mir. (Wir besuchen übrigens nach jeder Impfung unsere Osteopathin, die meine Tochter wieder „in ihre Mitte“ bringt. Das tut ihr gut. Globuli können helfen, Nebenwirkungen wie Fieber etwas abzuschwächen.)

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen & vor allem ausreichend Zeit dafür!

Ein Ausschnitt des Artikels von Jennifer Raff, veröffentlicht auf stern.de im Juni 2014:

Liebe Eltern,

Sie werden angelogen. Die Menschen, die behaupten im besten Interesse Ihrer Kinder zu handeln, setzen in Wahrheit deren Gesundheit und sogar Leben aufs Spiel.

Sie sagen, die Masern seien keine tödliche Krankheit. Doch das sind sie.

Sie sagen, Impfungen könnten Krankheiten nicht wirksam vorbeugen. Dabei retten sie jährlich drei Millionen Kindern das Leben, und zwei Millionen sterben jedes Jahr an Krankheiten, die durch eine Impfung hätten verhindert werden können.

Sie sagen, die Sicherheit von Impfungstoffen sei nicht gründlich genug getestet worden. Aber Impfstoffe werden strenger kontrolliert als jedes andere Medikament. In dieser Studie zum Beispiel wurde die Sicherheit und Wirksamkeit der Pneumokokken-Imfpung an mehr als 37.868 Kindern getestet.

Sie sagen, es sei unnötig, die eigenen Kinder zu impfen, wenn die Kinder anderer Leute geimpft seien. Das ist eines verabscheuungswürdigsten Argumente, die ich je gehört habe. Erstens sind Impfungen nicht immer hundertprozentig wirksam. Es ist also durchaus möglich, dass ein geimpftes Kind sich infiziert, wenn es Krankheitserregern ausgeliefert wird. Noch schlimmer ist aber, dass manche Menschen keine Impfungen erhalten dürfen, weil ihr Immunsystem geschwächt ist oder sie auf Bestandheile des Impfstoffes allergisch reagieren. Diese Menschen sind abhängig vom Schutz durch „Herdenimmunität“ Menschen, die ihre eigenen Kinder nicht gegen Infektionskrankheiten impfen, setzen also nicht nur ihre eigenen Kinder einem Risiko aus, sondern auch andere.

In Wahrheit zählen Impfungen zu den größten Errungenschaften unseres Gesundheitssystems. Impfen ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihr Kind zu beschützen.

Warum sie Sie anlügen? Manche tun es für Profit. Sie verkaufen Ihnen ihre alternativen Heilmittel, indem sie Ihre Angst vor der Schulmedizin schüren. Ich bin mir sicher, dass viele andere Impfgegner gute Absichten verfolgen und ehrlich glauben, dass Impfungen gefährlich sind. Aber wie ein gewisser Astrophysiker neulich sagte: „Das Gute an Wissenschaft ist, dass sie wahr ist, ganz egal ob wir daran glauben oder nicht“. Im Falle der Impfkritiker ist das nicht so gut. Gute Absichten halten Mikroben nicht davon ab, Menschen zu befallen und krank zu machen, und die Botschaft, dass Impfungen gefährlich seien, hat fatale Konsequenzen. Überall in den USA ereignen sich derzeit Krankheitsausbrüche, die durch ungeimpfte Kinder verursacht wurden.

Nur in einer Hinsicht ist meine Botschaft die gleiche wie die der Impfgegner: Informieren Sie sich. Doch während die Impfkritiker damit meinen „Lesen Sie Internetseiten, die unsere Position stützen“, schlage ich vor, dass Sie sich anhören, was Wissenschaftler dazu zu sagen haben. Lernen Sie, wie das Immunsystem funktioniert. Lesen Sie über die Geschichte der Medizin und die Ära vor der Erfindung von Impfungen. Sprechen Sie mit älteren Menschen, die in einer Zeit aufwuchsen als man Polio, den Masern und anderen Leiden nicht vorbeugen konnte. Lesen Sie sich durch, wie Impfstoffe entwickelt werden und wie sie funktionieren.

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