ExpertInnen im Gespräch Interview

HypnoBirthing: mit dem richtigen Mindset und tiefer Konzentration zur entspannten, selbstbestimmten Geburt

Hypnobirthing: entspannte Geburt, selbstbestimmt und schmerzfrei

Eines der ersten Dinge, das ich übers Kinderkriegen wusste, war: Es tut weh. Wenige Glaubenssätze standen je so fettgedruckt in meinem Hirn, wie dieser. Diese Gewissheit wurde bei der Geburt meiner Tochter zu meiner Wahrheit. Wie für die meisten Mütter.

Nach der Geburt stieß ich auf den Begriff „HypnoBirthing“. Vereinfacht ausgedrückt geht es dabei vor allem darum, die Schwangere mental so auf das Erlebnis der Geburt vorzubereiten, dass ihr positives Mindset und ihre tiefe Konzentration ihr dabei helfen, eine entspannte, selbstbestimmte Geburt zu erleben.


HypnoBirthing und die entspannte Geburt

Nina Winner, dreifache Mama und Birth Coach, hat beides erlebt: Die Geburt ihres ersten Kindes war schmerzvoll. Sie hatte das Gefühl, machtlos zuzusehen und von den Wehen überrollt zu werden. Dann entdeckte sie HypnoBirthing, fand darin ihre Wahrheit und beschloss, selbst die Ausbildung zur HypnoBirthing Kursleiterin zu machen.

Nun möchte sie Frauen jenes Erlebnis ermöglichen, das sie bei der Geburt ihres zweiten Kindes hatte: selbstbestimmt, bei sich, kraftvoll und schmerzfrei.


Nina, du hast zwei sehr unterschiedliche Geburtserlebnisse erfahren. Wie hast du dich auf die erste Geburt vorbereitet?

Als ich das erste Mal schwanger war, wusste ich genau, dass ich mein Kind zu Hause bekommen wollte.

Ich las’ sehr viele Bücher zum Thema selbstbestimmte Geburt und Hausgeburt, recherchierte die Faktoren, die eine Geburt sicher machen, schaute mir extrem viele Geburtsvideos auf YouTube an, besuchte Infoveranstaltungen und Filmabende zum Thema Geburt und trainierte sogar mit dem EpiNo, um meinen Damm auf die Geburt vorzubereiten. Ich wusste sehr viel.

Ein paar Wochen vor dem Geburtstermin wurde mir mit einem Schlag allerdings bewusst, dass dieses Kind ja auch irgendwie rauskommen muss.

Ich weiß noch diesen Moment, in dem ich an mir hinunter schaute, diese riesige Kugel sah und mich die Einsicht traf, dass ich keinen Schimmer hatte, wie sie aus mir herauskommen soll, ohne, dass ich völlig entzwei gehe dabei.

Ich musste mir eingestehen, dass ich gar nichts wusste.

Wie hast du deine erste Geburt erlebt?

12 Tage vor dem errechneten Geburtstermin tröpfelte es nur so aus mir heraus und nach einem Test bei der Hebamme war klar: Ich verlor Fruchtwasser.

Der Startschuss war gefallen.

Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war – wie ein kleines Kind kurz vor der Bescherung fühlte ich mich: Bald würde ich mein Kind in den Armen halten dürfen.

Mit dem vorzeitigen Blasensprung lief die Zeit nun gegen mich.

Das System wollte, dass mein Körper innerhalb der anerkannte Zeitrichtlinien seine Performance hinlegte. Um dies zu unterstützen, legte mir meine Hebamme den berühmten Rizinus-Cocktail ans Herz. Ich wollte auf keinen Fall zur Einleitung ins Krankenhaus, also zog ich mir das Zeug rein.

Wie hat dein Körper auf den Kräutercocktail reagiert?

Mit einem Sturmritt durch meine Geburtswellen.

Im Eiltempo versuchte mein Körper das Kind auszustoßen, bevor es zu viel Rizinus-Öl abbekam. Es war nicht mehr meine Geburt. Es war ein Wettlauf, ein Aufbäumen meines Körpers gegen die Manipulation. Ich erinnere mich, wie ich mitten in einer Monsterwelle dachte, wie schlimm das doch alles ist und dass ich nie wieder eine Geburt erleben möchte. Die Schmerzen waren größer als alles, was ich jemals gefühlt hatte.

Jede Welle drohte mich zu zerreißen. Ich fühlte mich völlig außer Kontrolle, wie in einem sturmgepeitschten Meer, in dem ich um mein Leben schwamm und die größte Mühe dabei hatte, nach Luft zu schnappen.

Angespült am Mutterstrand, hatte ich zwar ein wunderbares Baby im Arm, aber ich brauchte Wochen, um mich von diesem Überlebenskampf zu erholen. Mein Muttermund war sogar leicht eingerissen, weil er nicht genug Zeit hatte, sich im eigenen Tempo zu öffnen.

Ich schwor mir, dass ich das nie wieder erleben wollte!

Wieso denkst du, ist die Geburt so verlaufen?

Ich hatte meine Geburt abgegeben, ich hatte meine Macht abgegeben – vielleicht hatte ich sie mir auch nie geholt; war doch auch die Art und Weise, wie ich mich damals auf diese Geburt vorbereitet hatte, eher am Außen orientiert, an der Hebamme, an den Büchern, und nicht wirklich an mir.

Es ist mir nie in den Sinn gekommen, mich nach Innen zu wenden, um meine Frauenkraft, meine Frauenweisheit anzuzapfen und zu stärken. Ich lernte auf die harte Weise, dass mir keiner die Macht über mich geben konnte, denn die musste ich mir selbst holen.

Jede Frau muss sich die selbst holen. Jede Frau hat ihre eigenen Wahrheit und wir müssen auf die Füße kommen und uns für uns selbst einsetzen.

Wie hast du dich auf die zweite, schmerzfreie Geburt vorbereitet?

In meiner zweiten Schwangerschaft entschied ich mich dazu, eine ganz sanfte, entspannte Geburt zu haben – es war eine bewusste Entscheidung.

Und mein Weg dorthin führte nach Innen.

Ich las’ das Buch ‘Hypnobirthing’ von Mary Mongan und mir war klar, dass ich ihre Technik lernen wollte.

Ich begann zu meditieren, machte regelmäßig Tiefenentspannungs- und Selbsthypnoseübungen, schrieb’ mir meine Wunschgeburt auf und richtete meine Gedanken daraufhin aus.

Meine Wohnung war voll mit Geburtsaffirmationen und selbst mein zweijähriger Sohn Finn hatte Dank der vielen Meditationen, die er mit anhörte, immer einen sehr ausgeprägten Mittagsschlaf.

Ich schrieb’ meiner Hebamme genau auf, was ich wollte und was nicht und sagte ihr, dass sie sich komplett zurückhalten sollte, weil ich die Geburt in meinem eigenen Tempo machen wollte.

Jeden Tag trainierte ich mehrfach die verschiedenen Hypnobirthing Techniken und ich fühlte mich verdammt gut vorbereitet. Ich fühlte mich innerlich so ruhig, sicher und gestärkt, dass ich mein Kind überall hätte bekommen können.

Wie hast du die zweite Geburt nach der mentalen Vorbereitung erlebt?

Entspannt, kraftvoll und schmerzfrei.

Wenn ich es selbst nicht erlebt hätte, hätte ich das nur schwer glauben können: eine schmerzfreie Geburt! Da wird man ja schon halb für verrückt erklärt, wenn man das ausspricht.

Dieses intensive, großartige Gefühl, diese nach innen gekehrte Konzentration, diese spürbare Macht und mein wunderbarer Körper, der ganz genau weiß, was zu tun ist.

Ich habe den Geburtsschmerz am eigenen Leib erlebt und ich habe die schmerzfreie Geburt erlebt.

Ich kenne beide Wahrheiten. Und ich habe mir selbst den Weg dahin erschlossen, eine sanfte, schmerzfreie Geburt zu erleben.

Ich habe den Geburtsschmerz am eigenen Leib erlebt und ich habe die schmerzfreie Geburt erlebt. Ich kenne beide Wahrheiten. Click To Tweet

Wie verlief dein Wochenbett nach dieser Erfahrung?

Es verlief ganz anders. Ich hatte einerseits mehr Kraft, andererseits gönnte ich mir viel mehr Ruhe und Privatsphäre, was diese ersten Wochen einfach sehr entspannt und wunderbar machte. Ich konnte diese erste Kuschelzeit wirklich in vollen Zügen genießen.

Diese Geburtserfahrung führte aber auch dazu, ganz in meine „Löwenmamakraft“ zu kommen. Dies ließ mich in meiner Partnerschaft, im Mama-Leben, in meiner beruflichen Weiterentwicklung auf eine ganz neue Ebene aufsteigen.

Diesen Prozess an andere Frauen weiterzugeben, ihnen die nötigen Impulse zu geben, damit sie selbst in ihre Kraft kommen und ihren Weg durch Schwangerschaft und Geburt gehen können, ist eine meiner größten Herzensangelegenheiten.   

Was ist Hypnobirthing eigentlich genau?

Hypnobirthing wurde von der Amerikanerin Mary Mongan entwickelt und beruht auf dem Wissen von Dr. Grantly Dick-Read, einem englischen Gynäkologen des 20. Jahrhunderts.

Die Methode vereint die klassischen Techniken der Hypnotherapie und der Hypnose, sowie das neueste (und älteste) Wissen um die Geburtsvorgänge und die Bedürfnisse gebärender Frauen.

Die Philosophie von Hypnobirthing ist es, dass Geburt ein natürlicher, physiologischer Vorgang ist; ein besonderes Ereignis im Leben einer Familie. Es ist der grundsätzliche Glaube daran, dass der Körper einer Frau perfekt für die Geburt gemacht ist; ein unerschütterliches Vertrauen in den Geburtsvorgang.

Und es ist das Wissen um die Kraft der Gedanken, die unseren Körper steuern.

Hypnose ist nichts unheimliches, esoterisches. Meditation, mentales Training, Visualisierung – dies alles nutzt unsere Superpower als Mensch: unser Gehirn.

Was lerne ich bei einem Hypnobirthing Kurs?

Im Laufe eines Hypnobirthing Kurses lernst du, wie du diese Superpower für dein Ziel einer positiven Geburtserfahrung einsetzen kannst.

So lernst du, wie du das angeborene Geburtswissen deines Körpers anzapfen kannst, wie du dich in den Geburtsprozess hinein entspannen kannst und mit deinem Körper und deinem Kind zusammenarbeiten kannst.

Du schaffst dir den Zugang zu dem tiefen Vertrauen, dass Geburt ein normaler, physiologischer Vorgang ist, der reibungsfrei und leicht ablaufen kann.

Ich hatte sie schon erwähnt, unsere Superpower, die uns als Mensch ausmacht: unser Geist und die Kraft unserer Gedanken. Es ist mittlerweile erwiesen, dass es für jeden Gedanken, den wir denken, eine chemische Reaktion im Körper gibt. Und es gibt genug Beispiele dafür, dass wir als Menschen mit der Kraft unserer Gedanken bestimmte Dinge in unser Leben ziehen können.

Du hattest etwas erwähnt, das mich an die „Selffullfilling Prophecy“ erinnert…

Das Gesetz der Anziehung, oder auch Resonanzgesetz genannt, besagt, dass wir die Dinge anziehen, mit denen wir in Harmonie schwingen.

Erwarten wir also eine negative Geburtserfahrung, erwarten wir eine schwere, lange, schmerzhafte Geburt, ist es das, was wir bekommen. Denn auch unser Körper wird brav den Anweisungen unseres Gehirns folgen. Haben wir behindernde Gedanken in Bezug auf die Geburt als unsere innere Wahrheit, als Teil unseres Glaubenssystems angenommen, so werden wir dies leben.

Es sei denn, wir erkennen es und entscheiden uns dazu, diese Glaubenssätze zu lösen und mit einer positiven Einstellung zur Geburt und der Fähigkeit unseres Körpers, dies ohne Schwierigkeiten zu bewältigen, zu ersetzen.

Dabei kann uns unsere Vorstellungskraft helfen.

Nun klingt Hypnose im ersten Moment womöglich unheimlich. 

Vielleicht kennst du es aus Berichten von erfolgreichen Spitzensportlern: wie sie einen Teil ihres Trainings nur mental absolvieren. Sie durchlaufen also mental ihr Trainingsprogramm, bis zu dem Grad, dass ihr Gehirn die gleichen Botschaften an den Körper schickt wie während eines ‘realen’ Trainings. Zum Beispiel beginnt der Körper zu schwitzen. Es gibt wissenschaftliche Beweise dafür, dass die mentalen Trainingseinheiten genauso effektiv wirken wie das wirkliche Absolvieren der Einheiten.

Oder Du kennst die Kraft der Gedanken aus der bewiesenen Wirksamkeit von Placebos: Allein der Glaube an die Heilkraft aktiviert hier die Heilung, nicht aber bestimmte Inhaltsstoffe der Medizin.

Natürlich kannst Du die Kraft Deiner Gedanken genauso kraftvoll für das Erreichen einer positiven Geburtserfahrung einsetzen.

Und hier kommt die Hypnose ins Spiel.

Nun, Hypnose ist ein großes Wort, ein komisches, unheimliches. Man weiß nicht genau, was man davon halten soll. Man denkt da an die typische Bühnenhypnose, wo jemand mit den Fingern schnippt und dann das Gegenüber sein Verhalten ändert.

Ich gebe zu, das Wort Hypnose ist vielleicht nicht ganz geschickt gewählt.

Wie kann man also „Hypnose“ im konkreten Fall verstehen?

Hypnotische Zustände kennen wir alle und erleben sie im Grunde auch täglich. Trancereisen, Meditation, mentales Training, Tiefenentspannung, autogenes Training, Hypnose – alle diese Techniken nutzen die Fähigkeit des Gehirns, neue Verknüpfungen zu schaffen.

Du kennst einen hypnotischen Zustand vielleicht wenn du ein sehr spannendes Buch liest oder einen spannenden Film schaust. Man vergisst die Umgebung und selbst wenn man angesprochen wird, kann es sein, dass man es gar nicht mitbekommt. Du bist völlig in der Szene, die da vor dir abläuft. Du wirst zum Teil davon. Aber es ist etwas, das sich in deinem Geiste abspielt und nicht wirklich in der Realität.

Beim Hypnobirthing lernt man, wie man in einen tiefen Entspannungszustand kommen kann. In diesen tiefenentspannten Zuständen ist der Geist in der Lage, Gedankenmuster, Glaubenssätze und gespeicherte Erfahrungen zu bearbeiten, zu ändern und über Suggestionen mit zielführenden, positiven Glaubenssätzen zu ersetzen.

Jede Hypnose ist eine Selbsthypnose, das heißt es braucht deine Bereitschaft, diese Arbeit zu machen. Man könnte dir nichts einreden, wenn du es nicht willst oder wenn es gegen deine Werte geht. Du behältst absolute Kontrolle.

Worüber sollte ich reflektieren, um das richtige „Mindset“ zu gestalten?

Es hat sich im gängigen Geburtshilfesystem sehr stark durchgesetzt, den Fokus nur auf den Körper zu legen. Jedoch folgt der Körper immer den Anweisungen der führenden Steuerungszentrale, dem Gehirn. Jeder Gedanke erzeugt eine chemische Reaktion im Körper. Die chemischen Reaktionen bestimmen dann, ob der Körper einer Gebärenden gestresst oder entspannt ist. Gedanken beeinflussen die Gefühlswelt.

Gedanken, die wir oft denken und die uns vielleicht schon seit der Kindheit stetig begleiten, wie z.B. “Geburt ist schmerzhaft”, formen unser Glaubenssystem. So glauben wir, dass eine Geburt schmerzhaft ist, bevor wir es überhaupt selbst erlebt haben.

Es sind auch oft Erkenntnisse, die mit prägenden Erlebnissen verknüpft wurden.

Wenn dir zum Beispiel von klein auf immer wieder gesagt wurde, du sollst brav und fleißig sein oder dich nicht so anstellen, dann sind dies prägende Sätze, die Teil deines Selbstwertes und deines Glaubenssystems sind. Dies beeinflusst die Art und Weise, wie du gebären wirst.

Daher ist es unabdingbar, dir deinen Lebensrucksack geburtsvorbereitend einmal ganz genau anzuschauen.

Wo kann ich da zum Beispiel anfangen?

Du weißt mit Sicherheit, wann und wo du geboren wurdest, aber weißt du auch wie? Deine eigene Geburtserfahrung als Baby hat Einfluss darauf, wie du selbst deine Kinder gebären wirst.

Einfluss hat auch wie du erzogen wurdest. Einfluss hat auch das mediale Bild einer Geburt, welches in Film, TV und Zeitung erzeugt wird. Und nicht zuletzt hat ebenso die gesellschaftliche Betrachtungsweise Einfluss auf das Bild von Geburt, welches in jedem von uns schlummert. Dieses Gesamtbild beeinflusst also die Fähigkeiten des weiblichen Körpers.

Der Körper folgt unter der Geburt der eigenen inneren Wahrheit. Entweder folgt er der Überzeugung “Geburt ist schmerzhaft und gefährlich” oder er folgt der Wahrheit “Geburt ist ein natürlicher, einfacher Vorgang im Körper”.

Das menschliche Gehirn ist plastisch.

Plastisch bedeutet, dass es “formbar” ist. Und das bedeutet, dass du nicht auf dem gefährlichen schmerzhaften Bild von Geburt sitzen bleiben musst, sondern dass du dir ein neues positives und auch schmerzfreies Bild von Geburt erschaffen kannst. Du kannst jederzeit beginnen, die Verknüpfungen im Gehirn umzuprogrammieren. Dabei kann dir das Hypnobirthing Programm helfen.

Welchen Einfluss haben Geburtsort und -begleiter auf den Geburtsverlauf?

Geburt ist ein physiologischer, natürlicher Vorgang des Körpers – ein Ausscheidungsprozess.

Wenn man sich anschaut, wie die Gebärmuttermuskeln das Kind in pulsierenden Muskelbewegungen erst zum Geburtskanal hin und dann aus diesem hinaus schieben, so erkennt man, dass dieser Körpervorgang ähnlich wie der Stuhlgang funktioniert.

Eine ganz bestimmte Muskelart ist für das reibungslose Ablaufen des Geburtsvorgangs verantwortlich.

Und diese Muskulatur folgt den Anweisungen des Gehirns der Mutter. Sowohl Mutter als auch Baby schütten außerdem spezielle Hormone aus, sobald beide für die Geburt bereit sind. Alle Befehle dazu kommen aus der Steuerungszentrale.

Das vegetative Nervensystem im Gehirn wertet des weiteren aber auch aus, ob es für die gebärende Frau überhaupt sicher genug ist, das Kind zu bekommen.

Das bedeutet, wenn es Botschaften erhält, die zu viele Stress- und Gefahrensignale enthalten (z.B. unbekannter Ort, fremde Menschen, ständige Interventionen wie Vaginaluntersuchungen, das Setzen eines Venenzugangs, Störungen, Anweisungen von Außen oder Zeitdruck) wird der Geburtsvorgang angehalten, bis das vegetative Nervensystem es für ausreichend sicher befindet, den Geburtsprozess fortzusetzen.

Eine gebärende Frau benötigt Privatsphäre und Ungestörtheit, um ihrem Körper die Rahmenbedingungen zu geben, die er braucht, um die Hormonausschüttung und die darauffolgenden Muskelaktionen einzuleiten.

Der von dir gewählte Geburtsort und die Menschen, die dich bei der Geburt umgeben, haben also einen entscheidenden Einfluss auf den Geburtsverlauf.

Das sind die Rahmenbedingungen, die wir als “Setting” bezeichnen.

Wie kann ich für mich ein stimmiges „Setting“ schaffen?

Entweder unterstützt dich das gewählte Setting in Deinen biologischen und individuellen Bedürfnissen oder aber es behindert dich.

Ein liebevoll eingerichteter Kreißsaal mit gelb getünchten Wänden heißt noch lange nicht, dass dir während der Geburt die nötige Ruhe und Ungestörtheit, die nötige Zeit und Geduld, sowie das nötige Vertrauen in die Fähigkeit deines Körpers gewährt wird.

Hier solltest du besonders genau nachspüren und fühlen, welcher Ort und welche Geburtsbegleiter bei der Geburt deines Kindes dabei sein dürfen.

Da Gebären ein aktiver Ausscheidungsvorgang ist, wird er umso sicherer und leichter ablaufen, je ungestörter du bist. Einfach weil wir Frauen unserer Biologie nach so programmiert sind.

Konkret bedeutet das für dich, dass du herausfinden solltest, welche Bedürfnisse du im speziellen hast und dich dafür einsetzen, dass diese von allen Beteiligten respektiert und umgesetzt werden.

Schaffe dir genau die Rahmenbedingungen, die du brauchst – und pfeif auf die Bedingungen die dir von Außen aufgedrückt werden oder von denen du glaubst, dass sie von dir erwartet werden.

Unter der Geburt bist du die Königin! Du bist die Bestimmerin!

Was genau macht man in einem Hypnobirthing Kurs?

Zunächst geht es darum, sich das innere Bild, das du von Geburt hast, genau anzuschauen. Wie sieht das aus? Wo kommt das her? Unterstützt mich dieses Bild in meinem Bestreben, eine positive Geburtserfahrung zu haben?

Wenn die Antwort hier ‘Nein’ ist, dann gilt es, dieses Bild im Laufe des Trainings zu ändern.

Im Kurs lernst du, wie eine physiologische Geburt funktioniert und was für Bedürfnisse rein unserer Biologie nach erfüllt werden müssen, um reibungslos gebären zu können.

Dein Partner und du werdet in eurem Selbst-Verantwortungsgefühl gestärkt, um informierte Entscheidungen treffen zu können. Der Geburtsvorgang wird genau erklärt und der Unterschied zwischen manipulierten und ungestörten Geburtsverläufen aufgezeigt, denn es gilt das Bewusstsein zu schulen, dass sich jede Intervention auf den Geburtsprozess auswirkt. Ihr werdet erfahren, welche Positionen während der Geburt hilfreich oder hinderlich sein können.

Durch gezielte Tiefenentspannungen lernst du, deinem Körper noch besser zu vertrauen und im Kontakt mit deinem Kind bleiben zu können.

Durch geführte Angstlösungshypnosen und begleitende Schreibaufgaben werden deine persönlichen Ängste vor der Geburt bewusst gemacht, bearbeitet und abgebaut.

Der werdende Vater lernt, wie er seine Partnerin mittels Entspannungs- und Vertiefungstechniken unter der Geburt unterstützen kann.

Des Weiteren werden die drei Hypnobirthing Atemtechniken gelehrt, die bereits in der Schwangerschaft und dann vor allem im Geburtsprozess zum Einsatz kommen.

Mit Hilfe von geführten Hypnosen, in denen ein stärkendes, vertrauensvolles Bild von Geburt mit deiner eigenen Vision für eine positive Geburtserfahrung verbunden wird, wirst du durch die Techniken des Visualisierens bis zum Tag der Geburt regelmäßig trainieren, um Dich so mental optimal auf die Geburt Deines Kindes vorzubereiten.

Eigene Affirmationen für die Geburt, die du dir regelmäßig anhörst, werden dich in diesem Prozess unterstützen.


Hypno Birthing Kursleiterin Nina WinnerNina Winner

Geburt und Mama-Sein

Nina Winner ist dreifache Mama, Birth Coach und Mama Mentor. Als Tänzerin, Tanztherapeutin, tiefenpsychologisch orientierte Bewegungsanalytikerin und zertifizierte HypnoBirthing Kursleiterin ist ihr der Zugang über den Körper und die Bewegung ein natürliches Werkzeug, um innere Konflikte freizulegen. In ihrer Coachingmethode verbindet sie Tools aus dem Tanz, der Tiefenpsychologie, der Hypnose, Meditation und der Achtsamkeit.

Nina bietet Online-Coachings, -Workshops und -Kurse, Retreats sowie Audio-Meditationen für Schwangere und Jungmamas. Sie ist die Gründerin und Head of Creation bei Geburt und Mama-Sein.

Homepage: geburt-und-mama-sein.com


Ninas Angebot:

Ich habe Nina zum Interview gebeten, weil ich die Thematik sehr spannend finde und mich, im Falle einer zweiten Schwangerschaft, auf jeden Fall eingehend darüber informieren würde. Eigene Erfahrungen, die ich weitergeben kann, habe ich noch nicht.

Habt ihr Erfahrungen gesammelt, würde ich mich freuen, wenn ihr sie hier mit anderen Müttern teilen würdet.

Auch Fragen sind jederzeit willkommen, Nina beantwortet sie gerne.

Hypnobirthing: mit dem richtigen Mindset und tiefer Konzentration zur entspannten, selbstbestimmten Geburt (und Birth Coach Nina Winner erzählt, wie sie sich auf ihre schmerzfreie Geburt vorbereitet hat)

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(Inklusive 9 Artikel, die mir dabei geholfen haben, ein Stückchen mehr die Mama zu werden, die ich sein möchte und Buchempfehlungen.)

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5 Kommentare

  • Reply
    Christina
    13. Juni 2017 at 7:24

    Liebe Jeannine, liebe Nina,
    Wunderbarer Artikel! Ich habe vor der Geburt meiner Tochter einen Online-Hypnobirthingkurs (bei einer Dame aus Deutschland) gemacht und das Buch gelesen, das mir viel gegeben hat. Die Geburt selbst war letztendlich eingeleitet, (weil der Termin um 10 Tage überschritten war) sehr schmerzhaft aber insgesamt relativ zügig und gut für mich. Speziell am Ende konnte ich mitarbeiten und war ganz dabei. Mein körperorientierter Beruf (als Sängerin) und die Hypnobirthing-Ideen haben da sicher geholfen. Bei einem zweiten Kind würde ich so gerne (wenn gesundheitlich vertretbar!) ohne Einleitung auskommen. Wie geht das, wenn ich in einem Krankenhaus entbinden will, das gewisse Rahmenbedingungen vorgibt? Gibt es, außer Hypnobirthing (das ich wieder einbauen will), andere unterstützende Maßnahmen (Osteopathie vielleicht?)? Für Erfahrungen und Tipps wär ich sehr dankbar! Liebe Grüße!

  • Reply
    Melanie
    14. Juni 2017 at 7:28

    Vielen Dank für diesen ausführlichen und stärkenden Beitrag <3

  • Reply
    Marison
    14. Juni 2017 at 18:27

    Spannender Beitrag. Die Geburt meines Sohnes war „normal“ im Krankenhaus, aber unglaublich lang (27 Stunden) und extrem schmerzhaft. In meinem ganzen Leben möchte ich das nicht nochmal erleben. Der Artikel zeigt auf, dass es auch anders gehen kann. Das macht Mut. Vielen Dank dafür!

  • Reply
    Vivian
    22. Juni 2017 at 19:34

    Ich hatte auch eine schreckliche erste Geburt und wollte das so nicht nochmal erleben. Beim 2.Kind hatte ich mir das Buch und die CD gekauft und fleißig gelesen und die CD gehört. Wir hatten zwar auch eine Einleitung,die leider viel zu schnell ging . Ich konnte erst die letzten 10 Minuten das erlernte anwenden, aber es waren dann die schmerzfreisten und intensivsten Geburtsmomente die ich je hatte. Ich habe richtig gespürt, dass es nicht einfach nur ein pressen war, sondern das mein Körper und ich das Baby ganz sanft zur Welt bringen. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben, aber es war toll. Ich kann es nur empfehlen!

  • Reply
    Carolin
    26. Juli 2017 at 18:47

    Ich hätte so gerne eine Hypobirthing Geburt erlebt, musste allerdings aus medizinischen Gründen doch einen Kaiserschnitt machen lassen. Bisher habe ich aus dem Freundeskreis nur positives darüber gehört.

    Liebe Grüße Carolin
    http://halfiesstyle.com

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