ExpertInnen im Gespräch Interview Motherhood

Hausgeburten: „Viele haben wenig Ahnung, aber eine starke Meinung. Es ist schwer, sich davon freizumachen.“

Ich erinnere mich: ein Playdate im Frühling. Während meine Tochter und L.s Sohn miteinander spielen, liegt ihre kleine Tochter in ihren Armen. Sie schläft selig, nachdem sie von ihrer Mama liebevoll in den Schlaf begleitet wurde. Wir bestaunen die neue Erdenbürgerin. So klein ist sie, so vollkommen.

L. erzählt mir von ihrer zweiten Geburt. Zu Hause. Ich staune: „Und wie wars?“, möchte ich wissen. „Meine Traumgeburt“, lächelt sie. Sie fühlte sich rundum sicher und mit ihrer Hebamme in fürsorglichen und verlässlichen Händen. Sie konnte ihr Kind genau so in der Welt willkommen heißen, wie sie es sich immer gewünscht hatte.

Kurz möchte ich fragen, ob sie eine Hausgeburt nicht als Risiko empfunden hat. Ich weiß nicht, wie ich das finden soll. Zu weit weg ist diese Thematik. Bis mir auffällt, dass ich neidisch bin. Eigentlich. Denn eigentlich hab ich mir das gewünscht, genau so, ganz tief drinnen. Aber da war so viel Angst, so eine vorgefertigte Meinung, von der ich bis heute nicht weiß, woher sie kam.

Und dann begann ich, zu lesen. Ich gestand mir ein, dass eine geborgene, selbstbestimmte Geburt im vertrauten Umfeld wohl die absolute Traumvorstellung ist. Für mich zumindest. Und dass ich sie nicht aus uninformierter Angst ausschließen sollte, für ein potenzielles zweites Mal…

Hausgeburten – Wahrheit und Mythos: Sissi Rasche im Gespräch

Ich habe mit Sissi Rasche, Hebamme und Mama zweier Kinder, die sie in den eigenen vier Wänden zur Welt brachte, gesprochen. Über geborgenes Gebären, die Unterschiede zwischen Haus- und Klinikgeburten und darüber, dass auch nach einem Kaiserschnitt eine Hausgeburt durchaus möglich ist.

Wann kann man zu Hause entbinden?

Für mich ist eine Hausgeburt purer Luxus, denn um Zuhause gebären zu können, spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Zum einen müssen Mutter und Kind gesund sein. Zum anderen sollte die Schwangerschaft unauffällig verlaufen. Eine Hypertonie, also ein erhöhter Blutdruck, oder eine insulinpflichtige Schwangerschaftsdiabetes sind beispielsweise Ausschlusskriterien für eine Hausgeburt. Auch der Zeitraum der Geburt ist wichtig: Frühgeburten dürfen nicht zu Hause betreut werden. Ab der 37. bis zur 41. Schwangerschaftswoche (plus 6 Tage) kann dagegen eine Hausgeburt stattfinden. Bei Beckenendlagen und Zwillingsschwangerschaften kommt eine Hausgeburt ebenfalls nicht infrage.

Hält man sich an diese Regeln, ist eine Hausgeburt genauso sicher wie eine Geburt im Krankenhaus. Studien kann man dazu auf der Seite von Quag.de finden: http://quag.de/quag/geburtenzahlen.htm

Welche Vorteile hat eine Hausgeburt? Gibt es auch Nachteile?

Vorteile einer Hausgeburt sind natürlich, dass die Frau sich in ihrer gewohnten Umgebung befindet und sich dort sicher und geborgen fühlt. Es sind nur die Menschen dabei, die sie ausgewählt hat und es herrscht absolute Privatsphäre. Kein Schichtwechsel, kein hektischer Klinikalltag und keine Unsicherheit darüber, ob man die einzige Gebärdewanne im Krankenhaus bekommt– das spart wertvolle Kräfte. Bei einer Hausgeburt bestimmen die Frauen selbst wie sie ihr „Geburtszimmer“ gestalten.

Nachteile einer Hausgeburt sind Notfälle. Eine Hebamme kann zum Geburtsbeginn einschätzen, ob ein normaler Verlauf vorliegt. Sind beispielsweise die kindlichen Herztöne schon zu Beginn der Geburt suspekt, wird nicht bis zu den Presswehen gewartet, sondern die Frau vorsorglich ins Krankenhaus verlegt. Selbst wenn sich dort vielleicht wieder alles als physiologisch herausstellt, ist es wichtig, in solchen Fällen zu verlegen. Wird bei einer Hausgeburt verlegt, passiert das meistens in Ruhe. Richtige Notfälle treten zum Glück sehr selten auf.

Wer ist in der Regel anwesend?

Viele Hebammen arbeiten zu zweit und rufen für die Endphase der Geburt eine zweite Hebamme mit dazu. Die dient hauptsächlich als Entlastung für die geburtsleitende Hebamme, damit sie sich voll und ganz auf die Gebärende konzentrieren kann. Die zweite Hebamme übernimmt dann zum Beispiel die Dokumentation des Geburtsberichtes und reicht Sachen an. Auch bei einer Verlegung ist es oft hilfreich, zu zweit zu sein.

Manche Hebammen arbeiten auch mit Frauenärzten zusammen. Es gibt aber nur noch sehr, sehr wenige Ärzte, die Hausgeburten betreuen, denn sie haben ein ähnliches Problem wie wir Hebammen: Die Beiträge für die Berufshaftpflichtversicherung sind für sie einfach unglaublich gestiegen. Ansonsten sind bei der Geburt die Personen anwesend, die für die Frau wichtig sind. Das sind meistens ihr Partner, Geschwisterkinder oder auch die beste Freundin.

Hast du schon einmal erlebt, dass Geschwisterkinder bei einer Geburt in den eigenen vier Wänden dabei waren? Wie haben sie die Geburt erlebt? 

Ich habe schon viele Geburten mit Geschwisterkindern erlebt und diese Geburten in bester Erinnerung. Es ist nicht so, dass die Kinder sich die ganze Zeit im Gebärzimmer befinden und stundenlang zugucken. Vielmehr verbringen sie die Zeit oft spielend und spüren genau im richtigen Moment, dass es Zeit ist, ihr Geschwisterchen willkommen zu heißen. Im Vorfeld ist es wichtig, die Kinder darauf vorzubereiten, was bei einer Geburt passiert und warum ihre Mama laut atmet und ganz bei sich ist. Wenn alles gut vorbereitet ist, dann ist eine Hausgeburt ein wunderbares Erlebnis für die gesamte Familie.

„Geschwisterkinder spüren genau im richtigen Moment, dass es Zeit ist, ihr Geschwisterchen willkommen zu heißen.“

Ich finde es immer wichtig, dass sich eine Betreuungsperson für die Kinder in der Wohnung befindet. Falls sie nicht dabei sein wollen, muss zum Beispiel nicht der werdende Vater die Partnerin verlassen. Die Highlights für die Geschwisterkinder sind bei einer Geburt natürlich immer, die Nabelschnur durchzuschneiden und die Plazenta erklärt zu bekommen. Kinder sind einfach unglaublich wissbegierig und möchten alles erklärt und gezeigt bekommen.

Ein wunderschönes Buch für Kinder, das dazu gut passt, ist ‚Hello Baby’ von Jenny Overend.

Was sollte man bei der Entscheidung für eine Hausgeburt besonders beachten?

Ich finde es wirklich sehr, sehr wichtig, dass man sich eine Hebamme aussucht, bei der man sich hundertprozentig sicher und geborgen fühlt. Wenn die Entscheidung für eine Hausgeburt gefallen ist, rate ich meinen Frauen, sich genau zu überlegen, wem sie davon erzählen. Viele Leute haben wenig Ahnung, aber eine starke Meinung zu diesem Thema. Als Schwangere ist es oft schwer, sich davon freizumachen.

„Viele Leute haben wenig Ahnung, aber eine starke Meinung zu Hausgeburten. Als Schwangere ist es oft schwer, sich davon freizumachen.“

Was sind die gängigsten Mythen, die sich um Hausgeburten ranken?

Da fällt mir zuerst einmal ein: Die Schweinerei möchte ich nicht zu Hause haben! Dann bekomme ich oft zu hören, dass Hausgeburten etwas für Hippies sind. Viele Leute wissen gar nicht, dass sich die unterschiedlichsten Menschen für Hausgeburten entscheiden. Außerdem wird oft behauptet, dass Hausgeburten gefährlich seien. Dabei zeigt die Statistik: eine gut geplante und vorbereite Hausgeburt ist risikoarm.

Warum werden Frauen, die sich für eine Geburt außerhalb des Krankenhauses entscheiden, deiner Meinung nach von so vielen Menschen bekrittelt?

Meiner Meinung nach liegt das in allererster Linie am fehlenden Wissen darüber, wie eine Hausgeburt abläuft. Die wenigsten Menschen beschäftigen sich mit Hausgeburten und können daher überhaupt nicht einschätzen, wie sicher eine gut vorbereitete Hausgeburt ist. Das erzeugt Unsicherheit. Aus diesem Grund ist für den Großteil der Bevölkerung Sicherheit unter der Geburt gleichbedeutend mit Arzt und Klinik.

Für mich bedeutet Sicherheit unter der Geburt vielmehr eine Eins-zu-Eins-Betreuung und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen werdender Mama und Hebamme. So können die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt und das Gefühl von Ruhe und Geborgenheit vermittelt werden.

Viele Frauen, die beim ersten Kind einen Kaiserschnitt hatten, entscheiden sich bei der 2. Schwangerschaft gegen eine Hausgeburt, obwohl sie sich eine wünschen. Wie ist deine Erfahrung: Sagt die erste Geburt etwas über den Verlauf der zweiten aus?

Ein Kaiserschnitt ist kein Grund sich beim zweiten Kind gegen eine Hausgeburt zu entscheiden. Wenn sich Frauen bei mir anmelden oder wenn ich sie bei der Geburt ihres ersten Kindes betreut habe, schauen wir uns gemeinsam noch einmal ganz genau die erste Geburt an: Was ist gut gelaufen? Wo gab es Probleme? Wie können wir frühzeitig etwaige Probleme unter der Geburt vermeiden?

Generell stehen die Chancen nach sekundärem Kaiserschnitt gut für eine Spontangeburt. Für mich persönlich ist daher die gemeinsame Vorbereitung auf eine Hausgeburt mit regelmäßigen Hebammenterminen sehr wichtig.

„Ein Kaiserschnitt ist kein Grund sich beim zweiten Kind gegen eine Hausgeburt zu entscheiden.“

Wie unterscheiden sich für dich als Hebamme Hausgeburten vom Geburten im Krankenhaus?

Wenn ich Frauen im Krankenhaus betreue, habe ich immer das Gefühl, sie beschützen zu müssen. Vor dem Trubel zum Beispiel. Es herrscht eine ganz andere Atmosphäre als bei einer Hausgeburt. Die Krankenhausstandards führen dazu, dass nicht wirklich auf die einzelne Frau und ihre Bedürfnisse geachtet, sondern alles nach Schema F abgespult wird. Als Beleghebamme habe ich da natürlich mehr Spielraum, weil ich mich auf eine Frau konzentrieren kann.

„Wenn ich Frauen im Krankenhaus betreue, habe ich immer das Gefühl, sie beschützen zu müssen.“

Ich betreue die Frauen in der frühen Eröffnungsphase auch immer noch zu Hause und gehe erst etwas später ins Krankenhaus – natürlich nur so lange, wie sich meine betreuende Frau wohl fühlt. Im Kreißsaal muss ich dann oft für mehr Zeit und Ruhe kämpfen. Es ist immer wieder amüsant, die verdutzten Gesichter zu sehen, wenn ich auf die Frage eines Arztes nach den von mir bereits verabreichten Schmerzmitteln mit „Keine“ antworte. Sie können nicht glauben, dass „nur“ durch eine intensive Eins-zu-Eins-Betreuung weniger Schmerzen entstehen. Tatsächlich ist es aber so, dass bei einer Frau, die keine Angst hat, weil ich bei ihr bin und sie durch die Geburt begleite, weniger Spannungen entstehen und daher auch weniger Schmerz ausgelöst wird.

Natürlich betreue ich auch Geburten mit PDA und manchmal muss ja aus medizinischen Gründen auch ein Kaiserschnitt gemacht werden. Wichtig ist in jedem Fall immer, die Frauen zu begleiten, aufzuklären und nicht alleine zu lassen.

Eine Hausgeburt ist natürlich ganz anders als eine Geburt im Krankenhaus: die Frau ist in ihrer natürlichen Umgebung und allein dadurch schon viel entspannter. Auch für den Partner ist es sehr angenehm, zwischendurch an den eigenen Kühlschrank gehen zu können anstatt die Krankenhauscafeteria zu besuchen. Aus meiner Sicht als Hebamme hat es zudem den Vorteil, dass ich die Frau nicht vor störenden Faktoren beschützen muss. Ich kann mich darauf konzentrieren, aufzupassen, dass alles normal verläuft und Auffälligkeiten zu erkennen. Ein weiterer Vorteil der Hausgeburt ist, dass die Dokumentation der Geburt weniger Zeit in Anspruch nimmt, die ich der Frau schenken kann. Im Krankenhaus habe ich manchmal das Gefühl, einen Bürojob auszuüben. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste diese Aufgabe für 4-5 Frauen parallel machen, wie die Hebammen, die im Schichtsystem arbeiten, würde ich durchdrehen. Dadurch hat man noch weniger Zeit für die Frau.

Nach der Geburt das Wochenbett im eigenen Schlafzimmer zu starten ist ein weiterer Vorteil und ein großartiger Luxus.

Erzählst du uns eines deiner schönsten Geburtserlebnisse? 🙂

Das ist sehr schwierig, denn ich habe viele schöne Geburten mit wunderbaren starken Frauen begleiten dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar! Eine Geburt war für mich jedoch ein Wendepunkt: Ich war damals im zweiten Ausbildungsjahr zur Hebamme und habe ein Externat bei einer Hausgeburtshebamme in Hamburg gemacht. Sie hat mich zu meiner ersten außenklinischen Geburt mitgenommen. Nach zwei Jahren Krankenhausgeburten, die fast alle gesteuert wurden, war das ein überwältigendes Erlebnis. Eine Geburt zu sehen, bei der eine Frau aus eigener Kraft und selbstbestimmt ihr Baby zur Welt bringt, hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gesehen. Ich war mit meinen Gefühlen völlig überfordert und habe sehr geweint, so ergriffen war ich. Ich habe damals gemerkt wie wichtig es mir ist, Frauen, die ich betreue, gut zu kennen und ihnen eine gute Eins-zu-Eins-Betreung zu ermöglichen. Das ist mir auch heute noch sehr wichtig.


hebamme sissi rasche im interview mit mini and me über hausgeburtenSissi Rasche

Hebamme

Franziska „Sissi“ Rasche ist zweifache Mama und als Hebamme auf Hausgeburten spezialisiert. Ihre beiden Kinder brachte sie in ihrer Wohnung in Berlin-Charlottenburg zur Welt. Mit ihrem Wissen verstärkt sie das Team hinter der neuen Windelmarke Lillydoo, über die ich bereits begeistert berichtet habe.

Während meiner Recherche stieß ich auf ein weiteres, sehr sympathisches und interessantes Interview über Sissi als berufstätige Mama, das sie für den Blog Little Years gab.


Hattet ihr selbst eine Hausgeburt oder über diese Möglichkeit nachgedacht?

Mir hat das Gespräch mit Sissi deutlich gemacht, wie vorgefertigt auch mein eigenes Bild über eine Hausgeburt war. Durch die Ansicht, eine Hausgeburt wäre mit unnötigen Risiken verbunden, war sie für mich nie eine Option. Erst nach der Geburt meiner Tochter beschäftigte ich mich mehr mit dem Thema und frage mich nun, wie diese festgefahrenen Ansichten ihren Weg in meinen Kopf finden konnten – nämlich bereits weit vor meiner eigenen Schwangerschaft.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr hier eure Meinung und eure Erfahrungen teilen würdet.

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Dieser Artikel entstand im Zuge einer Kooperation mit Lillydoo.

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14 Kommentare

  • Reply
    Herbstmama
    20. November 2016 at 13:46

    Hallo! Ich finde diesen Beitrag so gut und wichtig. Zwei Freundinnen und eine Bekannte von mir hatten eine bzw mehrere Hausgeburten. Die Mutter dieser einen Freundin hat ihre 5 Kinder alle zu Hause auf die Welt gebracht-bei allen verlief alles komplikationslos. Ich selbst hatte einen „geplanten“ Kaiserschnitt. Für mich war er alles andere als geplant. Bei Beckenendlage hat man nicht viele Optionen. Und ich habe mich gegen eine Spontangeburt bei BEL in einem anderen Bundesland entschieden..und ich kann mittlerweile ganz gut damit umgehen, wobei ich mir die Geburt meiner Tochter anders vorgestellt habe. Zu einer Hausgeburt gehört eine starke persönliche „Erdung“ dazu-so eine Art Urvertrauen (das man als Mensch durch die eigene Erziehung mitbekommt oder nicht), eine gute Verbindung zu sich und seinem Körper (in sich hineinspüren können) und gaaanz wichtig: ein Partner bzw Umfeld, das die eigenen Ideen und Vorstellungen teilt und mitträgt (zumindest teilweise). Mein Mann zB hält von Hausgeburten wenig, da er dahinter ein unnötiges Risiko sieht, das doch vermieden werden kann. Ja, früher hatten die Frauen halt auch Hausgeburten, aber weil sie doch keine andere Wahl hatten..und ich selbt halte mich für zu wenig geerdet und selbstsicher für eine Hausgeburt.
    Nun sind der Kaiserschnitt und die Hausgeburt zwei Extreme, finde ich. Könnte ich wieder oder halt beim nächsten Mal wählen, würde ich weder das eine noch das andere Extrem wählen. Es gibt einiges dazwischen, wie zB. Geburtshäuser. Man muss sich auch fragen: wie ginge ich damit um, wenn etwas nicht so läuft wie es soll und dem Kind oder einem selbts etwas passiert. Und zuletzt möchte ich noch loswerden: ich denke, dass JEDE Geburtsform-auch die Sectio- selbstbestimmt sein kann! Wenn sich eine Frau einen KS wünscht und diese Geburtsform als ideal und gut betrachtet, handelt sie selbtsbestimmt, genau so wie eine Frau, die sich zur Hausgeburt entscheidet. Eine Frau, die eigentlich ins Krankenhaus zur Geburt wollte, ihr Kind aber, weil sichs vielleicht nicht mehr ausgeht, zu Hause im Flur gebärt, hatte auch keine selbstbestimmte Geburt. In diesem Sinne: auf dass wir alle unsere Form von selbstbestimmter Geburt erleben dürfen 🙂 Liebe Grüsse

  • Reply
    Doreen
    20. November 2016 at 21:55

    Hallo,
    ich hatte nach meinem KS 2013 eine HG 2016 – es war kein Vergleich und einfach wunderbar, locker, und alles lief super obwohl unser kleiner Schatz fast 5 kg auf die waage brachte. ich war einfach so happy“!

    • Reply
      Jeannine
      20. November 2016 at 21:56

      Liebe Doreen, dein Kommentar hat mich zu Tränen gerührt. Ich freue mich so für dich, wie wunderschön!

  • Reply
    stadtmama Judith
    21. November 2016 at 11:01

    Liebe Jeannine, ein tolles Interview!
    Ich möchte dazu noch sagen: ich könnte mir eine Hausgeburt zwar vorstellen, werden aber auch bei Nummer drei sicher wieder den für mich einfacheren Weg im KH wählen. Ich kenne mich und würde mich zu Hause nicht wohl fühlen. Beim Nummer zwei dachte ich, ich hatte Wehen und was habe ich gemacht? Bin schnell in den Keller gegangen noch Wäsche in die Maschine schieben, Wäsche schnell aufhängen, noch was wegräumen hier ist es noch schmutzig, ich bin doch ein paar Tage nicht hier! … ich würde zu Hause einfach den Kopf nicht frei bekommen und das ist etwas, was ich bei einer Geburt wirklich nicht gebrauchen kann. Ich hatte zwei komplikationslose Geburten und könnte ehrlich auch nicht sagen, dass ich schlecht oder zu wenig betreut war, dass ich mich unwohl gefühlt habe oder dass es mich in Wahrheit überhaupt interessiert hat, ob mich jemand betreut oder mir sagt, was ich tun soll. Das Kind kommt sowieso, egal wer dabei ist und hilflos habe ich mich nicht gefühlt. Ich hätte vermutlich auch alleine im Wald knien können, könnte man fast sagen. Es war mir egal, ob das jemand aus und ein gegangen ist. Also außer meinen Mann, den habe ich schon gerne dabei gehabt.
    Also ja, eine Hausgeburt stelle ich mir wunderschön vor, aber ich habe Angst vor mir selbst. Oder besser meiner Gschaftlhuberei. Ich, die sich im Wochenbett an die Paradeiserpflanzen macht, weil die gehören ja eingesetzt und ich kann sie nicht rumliegen sehen oder die am ET+4 noch das Beet umsticht. Weil wenn man dann Wehen bekommt, ists auch schon egal. Besser ich bin an einem neutralen Ort, wo ich all das nicht machen kann und mir selbst nicht selbst im Weg stehe. Wo ich an nichts denken muß, außer die Geburt.

  • Reply
    Denise
    21. November 2016 at 12:13

    Ich könnte mir eine Hausgeburt eigentlich nicht wirklich vorstellen. Auch in meinem Kopf ist verankert: also die Sauerei die ich da im Kreissaal hinterlassen hab, möchte ich daheim eigentlich nicht unbedingt haben 🙈
    Ich hab mich im Krankenhaus eigentlich sehr gut betreut und sicher aufgehoben gefühlt, trotz Hebammenwechsel waren alle sehr nett.
    Und haben meine Ablehnung aller Schmerzmittel usw. akzeptiert und mich toll durch die Geburt meines Sohnes begleitet. Oft war ich über etwas „Ruhe“, nur mit meinem Mann gemeinsam froh.
    Aber man muss sagen dass ich an diesem Abend im KH Lainz die einzige Geburt war und deshalb meistens 2 Hebammen bei mir hatte.
    Das hätte natürlich auch anders sein können.
    Außerdem war ich über Hilfe beim stillen, bei Unsicherheiten mit meinem kleinen Säugling usw. wirklich sehr froh.
    Ich denke,ich würde alles genau wieder so machen wie beim 1.Mal 😊

  • Reply
    3fach-Mama
    21. November 2016 at 13:49

    Hallo und vielen Dank für diesen schönen Artikel – vor allem das Statement in der Überschrift unterschreibe ich sofort.
    Ich selbst, 33, bin 3-fach Mama. Alle drei meiner Kinder sollten daheim das Licht der Welt erblicken.
    Beim ersten haben wir jedoch nach laaaaanger Geburt – wohlüberlegt und in Ruhe die Geburt ins Krankenhaus verlegt… Was folgte, war ein wahrer Kulturschock für mich und meinen Mann. Nach 24 h intensiver Hebammenbetreuung daheim nun Klinik – PDA, viel Zeit allein, permanentes Gepiepe vom CTG, nur vereinzelt schaute die Hebamme nach uns. Die Herztöne wurden auffällig… Permanentes liegen – Blasenkatheter (was für mich übrigens im Nachhinein das Schlimmste war), am ENde Saugglocke… Ganz knapp an der Sectio vorbei…
    Unendlich glücklich, das kleine Wesen in den Armen zu halten, haben mein Mann und ich im Kreissaal noch zueienander gesagt „und das nächste bekommen wir zu Hause“…

    SO war es auch – 1,5 Jahre später. Wieder eine lange Geburt, viele Grenzerfahrungen, die ich gemacht habe, doch wunderbar selbstbestimmt in meiner Badewanne. Baby zwischenzeitlich im hohem Geradstand, was in vielen Kliniken in ner Sectio endet – daheim bedeutete es, Seitenlage, viel Betreuung, gutes Zureden, Bestärkung dass genug Platz im Becken ist, Vertrauen in mich und mein Kind… Am Ende tauchte ein Sternengucker aus dem Wasser auf! Welch heilsame Erfahrung für mich. So stark und wunderbar hab ich mich noch nie gefühlt gehabt… Dann ins eigene Bett – nackig kuscheln so lange wir wollten – wunderbar.

    Und dann weitere 3 Jahre später – eine stürmische, urgewaltige und für mich kurze Geburt unseres dritten Wunders – auch ein Sternengucker, wieder in der heimischen Badewanne…

    Die Geburten daheim machen mich demütig, solche Urgewalten, solche Urkräfte sind da am Werk.
    Hausgeburten sind nicht rosafarben und in Watte gepackt, esoterisch angehaucht. Es ist Arbeit ein Kind zu gebären – egal wo man ist, aber sich aussuchen zu können, WIE man gebärt, WO und MIT WEM und in der ganz persönlichen Geschwindigkeit die ich und dieses Kind brauchen und mit VERTRAUEN in Mutter und Kind – das ist für mich unwahrscheinlich wichtig. Und die Erinnerungen an die Momente, meine Kinder selbst aus dem Wasser in meine Arme zu heben, lassen mich heute noch vor Glückseeligkeit erschaudern… Die Welt steht in diesem Moment still – im Geburtszimmer, bei uns daheim und „draußen“ dreht sie sich einfach weiter…

    Die Geschwister waren übrigens immer im Haus… Nicht im Geburtszimmer aber in der Wohnung. Sie waren total unaufgeregt, haben nie Angst gehabt, für sie war es vollkommen normal, dass jetzt das neue Familienmitglied zu uns kommt. (Kommentar bei der Geburt vom Jüngsten Kind: „Ich mach mal die Tür zu. Die Mama is mir grad einfach zu laut, da kann ich nicht in Ruhe spielen…“ – „Ja, jetzt kommt doch das Baby endlich raus.“)

    Und ganz ehrlich – ich hätte unter Wehen nicht ins KH fahren wollen – anziehen, raus aus den eigenen 4 Wänden, Auto fahren, Betreuung für die Geschwister organisieren, nichts vergessen… Davor ziehe ich den Hut – solches Organisationstalent hab ich nicht.
    Und die „große“ Sauerrei waren bei uns: eine Wäscheladung mit Handtüchern und ein kleiner Müllsack voll. Die Badewanne wurde von den Hebammen und meinem Mann ausgespült. Das wars – mehr nicht. Da hab ich mehr Wäsche wenn ein Kind das Bett vollpinkelt oder mal Magen-Darm-Zeugs hat.

    Mit Mut haben Hausgeburten nichts zu tun, auch nicht mit Leichtsinnigkeit – es ist EIN Weg von vielen. Nicht dogmatisch, nicht esoterisch, nicht unvernünftig.
    Für mich – als übrigens sonst ein sehr sicherheitsbedürftiger Mensch – war die Entscheidung, daheim zu gebären ein Schritt hin zu mir, zu meinem Vertrauen in mich und in mein Kind. Verantwortung zu übernehmen, für mich und den Start des Lebens für mein Kind und mich als Mutter. Ein vertrauensvoller, verantwortungsvoller, angstfreier Start. Für mich persönlich der richtige Weg.

  • Reply
    Judith
    21. November 2016 at 15:59

    Liebe Jeaninne! Ein wirklich schöner Text, der das Thema gut beleuchtet! Ich selbst bin zur Hausgeburt ein wenig wie die Jungfrau zum Kind gekommen (eine schwierige erste Erfahrung mit Komplikationen hat mich in eine andere, eben diese Richtung geführt). Immer wieder muss ich über die „Vorurteile“ schmunzeln, die ich selber hatte. Schön, dass hier so umfassend erzählt wird.

  • Reply
    Svenja
    21. November 2016 at 18:10

    Ich hatte beum ersten Kind eine Geburt um KH, was damals für mich ok war. Erst durch meine wundervolle Hebamme bin ich dazu gekommen, über außerklinische Geburten nachzudenken. Erst war ich aus purem Unwissen skeptisch, aber je mehr ich gelesen habe, umso sicherer war ich und kann heute über diese unwissende Kritik und Angst der anderen nur schmunzeln. „Mutig“ sind da noch die nettesten Kommentare. Nach zwei GH Geburten und einer HG finde ich es ehee mutig ins KH zu gehen, das war tatsächlich bei den letzten beiden Ss meine größte Sorge. Mein viertes Kind durfte ich zu Hause zur Welt bringen und ich habe es zelebriert. Er wurde von unserer Familie bei Sonnenaufgang und Kerzenschein willkommen geheißen znd in ein selbstgenähtes rotes Handtuch gewickelt. Ab da lagen wir eine Woche in unserem Bett, in meiner Bettwäsche, nur unsere Familie und ab und zu unsere Hebamme. Das war meine Traumgeburt! Ich habe mal gelesen, dort wo das Kind entsteht, soll es auch geboren werden und das hörte sich für mich irgendwie richtig an.

  • Reply
    Sandra Schindler
    22. November 2016 at 5:13

    Ein wunderschöner Artikel, den ich gleich mal teilen werde, weil dem nichts hinzuzufügen ist. Ich hatte 2 Hausgeburten und habe mich schon dafür entschieden, bevor ich wusste, dass ich schwanger war. Hier (https://www.unsere-hebammen.de/mitmachen/zuhause-geboren/) hab ich übrigens darüber berichtet – so wie viele andere Frauen auch. Vielleicht möchte sich ja noch die eine oder andere Leserin in die Reihe der Erzählerinnen einreihen.

  • Reply
    sandra
    23. November 2016 at 21:43

    so ein schöner Artikel der zur Aufklärung hilft. ich selbst habe meine beiden Geburten selbstbestimmt zu hause erleben dürfen. mein großer Wunsch war es, dass bei der zweiten geburt unser 5jähriger Sohn dabei sein konnte – und es war dann für uns alle so ein wundervolles Erlebnis. bei meiner ersten Geburt kam die Hebamme sogar einige stunden erst nach der Geburt und bei meinem zweiten kind kam die Hebamme direkt in der Endphase der Geburt. ich bin so dankbar und glücklich über zwei so wundervolle und selbstbestimmte Geburten <3.

  • Reply
    Lena
    6. Dezember 2016 at 16:33

    Das Thema Hausgeburt war für mich immer präsent. Eigentlich war für mich immer klar das ich meine Kinder zu Hause zur Welt bringen wollte.
    Wärhend der Geburt des 1. Kindes kam es jedoch zu sehr extremen Komplikationen, obwohl ich eine sehr gesunde Schwangere mit gesundem Baby war laut Hebamme und Frauenarzt. In der Wehenpause war die Hebamme der Meinung das Kind schläft und alles ist gut. Dabei war GAR NICHTS gut. Ende vom Lied war das unser Kind im Krankenhaus per KS geholt werden musste weil es unter massivem Sauerstoffmangel litt. Seitdem ist unser Kind leider schwerst behindert und auf Dauerhafte 24-Stunden Bestreuung angewiesen.

    Bei den Kindern 2 und 3 war von Anfang an klar, das es eine Geburt im Krankenhaus geben wird. Ich hatte mich dem Arzt und der Hebamme gesprochen und es war klar das der Arzt bei der KOMPLETTEN Geburt dabei ist, ansonsten hätte ich nämlich bei beiden einen geplanten KS machen lassen. Die Geburten waren somit Sicher und ich wusste das der Arzt jederzeit einen Kaiserschnitt machen würde wenn ich ihm das Zeichen gebe oder er auch nur den leisesten Verdacht hat das etwas nicht stimmt.

    Jetzt bin ich mit unserem 4. Kind schwanger und ich finde das Thema immer noch total interessant, aber ich weiß das mein Mann und ich das nie nie wieder probieren werden. Wir spielen gerade mit dem Gedanken eine Geburt im Geburtshaus zu machen. Allerdings ist unser Problem das es sehr weit vom Krankenhaus weg ist.

    Meiner Schwester hat vor einem Jahr ein Kind bekommen und es auf eigenen Wunsch in einem Geburtshaus bekommen, allerdings hat sie den Vorteil das ihr Mann Gynäkologe ist und gemerkt hätte wenn etwas zu lange dauert oder nicht stimmt.

    JA, eine Hausgeburt kann gut verlaufen wenn man eine Hebamme hat die kompetent ist und weiß was sie tut. Unsere war es scheinbar auch nach 25 Jahren nicht. Denn sonst hätte sie gemerkt das etwas nicht stimmt. Das haben wir mehrere andere Hebammen bestätigt.
    Mein Rat an jede Frau die eine Hausgeburt plant. Informiert Euch bei anderen Müttern die Eure Wunschhebamme begleitet hat. Wenn ihr ein komisches Gefühl habt. FINGER WEG.

  • Reply
    Beatrice
    8. Dezember 2016 at 20:20

    Ich hatte ALL diese Vorurteile bevor ich schwanger wurde. 😀
    Ich wurde schwanger und der Zufall wollte, dass ich eine Hebamme fand, die Hausgeburten betreut. Sie beriet uns sehr ausführlich und ich hatte keine Zweifel mehr, dass das genau mein Ding ist. Drei Kinder kamen zu Hause entspannt und gesund zur Welt. Ich hatte keine Geburtsverletzungen und fühlte mich unfassbar wohl, wie man sich eben wohl fühlen kann, wenn man Wehen hat. Hinterher in meinem eigenen Bett liegen zu können, war auch der Knaller.

  • Reply
    Karin
    7. August 2017 at 12:51

    Ein wunderbarer Artikel! Ich habe unseren Sohn im November 2015 zwar nicht mit einer Hausgeburt zur Welt gebracht, durfte dies aber in einem sehr schönen Geburtshaus am Bodensee tun. Davon gibt es leider nicht mehr sehr viele, da, wie auch im Artikel erwähnt, die Versicherungen die Hebammen leider in keinster Weise mehr adäquat entgegen kommen. Ich hatte diesen Wunsch von Beginn der Schwangerschaft und auch die wundervolle Hebamme gefunden, die das Geburtshaus leitete. In heimeliger Atmosphäre, ganz privat, aber mit allem notwendigen Equipment, das in Frage kommen könnte – Von der Badewanne bis zum Gebärstuhl. Die Schwangerschaft war perfekt, ohne Komplikationen und Schwierigkeiten. Und die Geburt selbst „ein Traum“. Ich habe jetzt, nach 1 ¾ Jahren die Erinnerung noch immer so präsent, dass mir manchmal noch Glückstränchen in die Augen schießen. Trotzdem würde ich um meiner selbst willen vor der Geburt eines zweiten Kindes auf RESET drücken und mich nicht von diesen Erinnerungen steuern lassen. Wenn es aus irgend einem Grund anders kommen würde wäre die Enttäuschung möglicher Weise groß. Ich würde es allerdings trotzdem jeder Frau empfehlen sich die Argumente für eine Hausgeburt anzuhören, die Angst versuchen auszuklammern und dann noch mal über alle Eventualitäten nachdenken. Ich wünsche jeder Frau von Herzen ein natürliches Geburtserlebnis!

  • Reply
    Mileniii
    15. August 2017 at 20:40

    So wundervolle Geschichten gerade gelesen.
    Geburten sind einfach etwas wundervolles und auch wundervoll anstrengend. Ich glaube kaum, dass ich mich so gut an meine Geburten erinnern könnte, wären sie in Null-Komma-Nichts aus mir heraus geflutscht.
    Meine drei kamen alle zu Hause auf die Welt. Ich erinnere mich gerne an die Geburten und sie geben mir in meinem Alltag Kraft. Die Geburt habe ich schließlich auch alleine geschafft, da schaffe ich den Tag auch.
    Ich Selbst bin ein Mensch, der nicht gut Hilfe annehmen kann, schon gar nicht von Fremden. Da war die Hausgeburt für mich einfach perfekt. Ich durfte „meine“ Hebamme schon Wochen vorher kennen lernen und konnte alle meine Ängste mit ihr besprechen.
    Ich finde nicht, dass Mut zu einer Hausgeburt dazu gehört, für mich ist es mutig im Krankenhaus zu entbinden. Es fühlt sich zu Hause doch viel sicherer an. Mut bedeutet ja auch Angst zu haben und diese zu überwinden. Ich wollte mich doch auf die Geburt konzentrieren. Davor hatte ich natürlich auch ein wenig Bammel. Beim ersten Mal wusste ich ja nicht, was da auf mich zukommt. Ich musste mich einfach entspannen, um mich dem zu stellen und das konnte ich einfach am Besten zu Hause. Bei allen dreien. Eine Hebamme neben mir sitzend, die ganz entspannt Socken strickt und mich machen lässt. Natürlich war sie die ganze Zeit voll dabei und ist sofort aufgesprungen, wenn ich sie gebraucht habe. Bevor ich sie gerufen habe.
    Bei meinem dritten Kind wäre es fast ins Krankenhaus gegangen. Ein Tag vorher war ich beim Frauenarzt zur Untersuchung: Kind wiegt zu wenig. Dann im Krankenhaus: wiegt nicht viel, aber genug. Also wieder nach Hause und in der Nacht ging die Geburt dann los. Morgens lag mein 3250g schwerer Junge in meinen Armen, die Frauenärzte hatten beide schlechte Ergebnisse per Ultraschall ermittelt. Die eine hatte 2200g gemeint, die nächste 2700g. Auch noch ein halbes Kilo daneben.
    Insbesondere bei meinem letzten Kind, gab es keine Sauerei. Nicht mal eine Waschladung kam zusammen. und aufzuwischen war auch nichts. Aber selbst die Hebamme war überrascht, wie wenig es war.
    Da ich nur eine Fehlgeburt im Krankenhaus erlebt habe, weis ich nicht, wie es ist, dort ein Kind zu bekommen. Manche sagen: schön und die anderen: nie wieder.
    Die schönsten Erinnerungen direkt an die Geburt folgend: nackt mit meinem Baby zu kuscheln und alle Lieben um mich zu haben, die Großen können ihr Geschwisterchen direkt begrüßen, noch Wochen später gehe ich am Geburtsort vorbei und denke versonnen an die Sonnenstrahlen, die meine zweite Tochter nach der Geburt begrüßt haben, der Geruch noch Wochen später, und eigentlich gibt es nur ein Geräusch, das zarte Trippeln der Besuchenden, die versuchen kein Geräusch zu machen. So schön.

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