Motherhood

Kinder trösten: „Hast du dir weh getan?“ – Übers Wahrnehmen und Verbalisieren von Schmerz

kinder trösten

Meine Tochter ist eineinhalb Jahre alt. Beim Aufstehen stoßt sie ihren Kopf leicht an der Tischkante. Sie stutzt kurz. Ich gehe zu ihr und frage sie: „Hoppla, hast du dir wehgetan?“ Sie verneint. „Natürlich hat sie sich nicht weh getan, das war doch nicht fest!“, dröhnt es ermahnend aus dem Hintergrund.

Ein anderer Tag. Mini stolpert auf den Fliesen, ihr Kopf berührt den Boden. Sie fängt an zu weinen. Ich sehe, dass wohl eher die Überraschung zu den Tränen führte, als der Schmerz. Trotzdem nehme ich sie in den Arm, streichle über ihren Kopf und sage: „Du bist über den Teppich gestolpert. Hast du dir wehgetan? So ein doofer Teppich, der liegt da ja auch wirklich im Weg rum!“ Sogleich höre ich neben mir: „Tu doch nicht immer gleich so! Sonst wird sie noch zur Mimose! Das war doch nicht schlimm.“


Übers Wahrnehmen und Verbalisieren von Schmerz

Das sind nur zwei Szenarien einer unendlich langen Liste: Weil ich meiner Tochter seit jeher helfe, ihren Schmerz wahrzunehmen, einzuordnen und zu verbalisieren, werde ich gescholten – von allen Seiten.

Und ich habe dennoch nicht damit aufgehört.

Ich habe nicht damit aufgehört, weil ich davon überzeugt bin, dass das Kleinreden und Übergehen von potenziell schmerzhaften Erfahrungen der falsche Weg ist.

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“

Ein Kind schon, wenn wir helfen.

Die Aufgabe von uns Erwachsenen besteht für mich darin, einem Baby oder Kleinkind zu helfen, das Erlebte richtig einzuordnen, indem wir angemessen reagieren. Wir unterstützen Kinder darin, herauszufinden: Was ist da passiert? Wie fühle ich mich? Was ist jetzt zu tun, wie soll ich mich verhalten?

Wir haben mittlerweile erkannt, dass Kinder permanent von unserem Vorbild lernen. Ich frage mich, warum so viele die Augen davor verschließen, dass es im Umgang mit Schmerz genauso ist.

Wenn ich meinem Kind keine Wege aufzeige, mit seinen Gefühlen umzugehen, wird es keine finden.

Lasst mich relativieren: Die Chancen stehen gut, dass die Suche ein längerer Prozess als nötig wird. Und es besteht die Gefahr, dass für die Bewältigung mancher Gefühle einfach keine Strategien entwickelt werden können. Weil nichts dergleichen vorgelebt wurde.

Aus Angst, Kinder zu verweichlichen, zu Mimosen zu machen oder zu verwöhnen, lassen wir sie mit wichtigen Erfahrungen alleine.

Dabei ist das Nicht-Trösten ein Überbleibsel der Erziehungsmethoden, die auch im 2. Weltkrieg angewandt wurden. Es sollten Erwachsene „herangezüchtet“ werden, die abgehärtet, gefühlstot und leicht kontrollierbar sind. Liebesentzug bei unerwünschtem Verhalten, die Kindheit als Kampf zu sehen und das Ignorieren schreiender Babys waren an der Tagesordnung.

Zum Glück machen diese Ansichten mittlerweile Platz für ein liebevolleres, auf Beziehung und Bindung aufbauendes Miteinander.

Tränen zulassen, wenn sie kommen

Ein Elternteil, der nach einem lauten „Bumm!“ seinem weinenden Kind sagt, dass es doch „gar nicht so weh tut“, macht mich einfach nur grantig. Offenbar tut es doch weh oder irgendetwas anderes stimmt nicht. Ich bezweifle, dass das Kind Krokodilstränen weint, weil es gerade so einen Spaß dabei hatte, von der Schaukel zu fallen.

Das Kind erlebt einen Widerspruch: einerseits hat es Schmerzen aber andererseits ist da diese geliebte Vertrauensperson, die ihm sagt, dass nichts weh tut.

Weinen ist gut und wichtig, es darf sein. Manchmal auch zur Erleichterung. Vielleicht kennt ihr das ja auch aus eigener Erfahrung? Ich denke, es wäre falsch zu glauben, dass es bei unseren Kindern anders ist.

Wir sollten Tränen zulassen, auch bei unseren Kindern. Gefühle wollen gelebt werden. Wir sollten da sein und unsere Kinder angemessen trösten, ohne dabei sofort von ihren Emotionen abzulenken.

Übergangene Kinder verlieren das Vertrauen

Psychotherapeutin Nina Petz warnt im Expertinnengespräch „Trösten, nicht ablenken“ davor, die kindlichen Gefühle nicht ernst zu nehmen: „Wenn Eltern Schmerzen abtun oder nicht wahrnehmen, schädigen sie die Beziehung zu ihren Kindern nachhaltig.“ Kinder fühlen sich miss- oder gänzlich unverstanden.

Die Vertrauensbasis zu den Eltern wird belastet, da die Reaktion der Bezugspersonen nicht mit der Wirklichkeit des Kindes übereinstimmt.

„Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Gefühlsausbrüche weniger werden, wenn man sie bagatellisiert. Im Gegenteil: Es ist wichtig, Kindern Worte zu geben und sie bei Schmerzen zu begleiten. So erfahren sie nicht nur Zuwendung und das Gefühl, angenommen zu werden so wie sie sind – „ich bin in Ordnung so“ – sondern lernen Gefühle erst so richtig kennen und sie später auch allein zu bewältigen.“ – Nina Petz im Interview

Schmerzwahrnehmung: Ich weiß, wo’s wehtut!

Kleinkinder können bis zu einem gewissen Alter Schwierigkeiten dabei haben, Schmerz zu lokalisieren. Als Schmerzquelle wird der Bauch angegeben, weil noch nicht ausgedrückt werden kann, wo der Schmerz wirklich sitzt. Auch das ist ein Lernprozess, der in den ersten Lebensjahren reifen muss.

Mini kann uns in vielen Fällen recht schnell mitteilen, wo ihr etwas weh tut. Das pauschale „auf den Bauch Zeigen“ fällt großteils weg. So deutet sie zum Beispiel auf den Bauch bei Blähungen, den Kopf beim Anschlagen an der Tischkante oder, letztens erst, auf den Oberschenkel nach dem Hinfallen.

Vielleicht ist das Zufall, vielleicht auch nicht. Aufgrund meiner Überzeugung möchte ich natürlich glauben, dass wir sie durch unser Verhalten und das bedingungslose Trösten nach Bedarf in dieser wichtigen Entwicklung gestützt haben.

Womit hast du dich verletzt?

Wir können unsere Augen nicht immer überall haben, das ist nichts Neues. Je älter meine Tochter wird, desto öfter passiert es, dass ich anfangs gar nicht sicher bin, womit sie sich verletzt hat. Es passiert meistens genau dann, wenn ich grad nicht hinschaue.

Da ist es umso wichtiger, dass Mini mir zeigen kann, womit sie sich verletzt hat. So fällt es mir leichter – natürlich auch anhand ihres Verhaltens – abzuschätzen, ob und wie ernst ein kleines Hoppala, ein fieser Kratzer oder eine vermutlich doch sehr schmerzhafte Kopfverletzung ist.

Geholfen beim „Womit“ hat uns ein extrem tollpatschiger Weihnachtsmann in einem ihrer absoluten Lieblingsbücher. Erst rutscht er am Eis aus, danach schlägt er sich mit dem Hammer auf den Finger und bei der Geschichte danach bleibt er im Kamin stecken. Auch wenn das für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Ungeschick in einem Kinderbuch ist, war vor allem die Hammer-Story fürs Erlernen des „Womit“ hilfreich.


Was sind eure Erfahrungen mit dem Trösten?

Wie tröstet ihr eure Kinder?

Ich freue mich auf eure Meinung und Erlebnisse als Kommentar!


Mehr zum Thema bei Mini and Me:

Eltern und kinder trösten

Quellen und weiterführende Links:

Dieser Artikel wurde erstmals am 3. April 2016 veröffentlicht.

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35 Kommentare

  • Reply
    Sabine
    4. April 2016 at 7:14

    Ich sehe es ganz genau so!
    Als Kinderlose war es für mich unverständlich als meine Schwägerin bei ihren Kindern ebenso den Schmerz verbalisiert hat, weil ich anders erzogen (erzogen, da liegt schon der Fehler :P) wurde. Ich habe mich darüber gewundert was die für komische Methoden haben…

    Tja, was soll ich sagen… jetzt mit eigenem Kind setze ich mich immer wieder mit diesen Themen auseinander und versuche zu wachsen. Nachdem meine Schwägerin und mein Bruder damals einen sehr ähnlichen Weg gegangen sind sind es die Grosseltern schon gewohnt und halten sich sehr mit den „ist doch nichts passiert“-Aussprüchen zurück.

    Das Kind muss erst lernen mit dem was gerade passiert ist umzugehen… da kommen so viele Gefühle zusammen. Wir sollen Ihnen eine Stütze sein und Sicherheit geben und das tut man durch Verbalisieren und nicht untergraben.

  • Reply
    stefanie
    4. April 2016 at 10:01

    Ein toller Artikel von dir. Ich werde mich in Zukunft selbst an der nase nehmen, wenn ich das nächste mal „ist ja nichts passiert“ sage.

    Meine tochter (18 monate) kann mir auch genau zeigen wo es wehtut, wenn mal was passiert ist. Sie möchte dann immer ein küsschen auf die betroffene stelle haben, dann ist es wieder gut. Das hat sich mal so eingeschlichen und es gefällt mir eigentlich ganz gut. So ist es für die kleine erträglicher.

    Lg steffi

    • Reply
      Sarah
      8. April 2017 at 20:41

      wie süß! wir geben auch immer küsschen drauf auf die stelle wo es weh tut – hab ich damals spontan so eingeführt statt dem damals von meinen Eltern praktizierten wegpusten… Küsschen drauf fühlt sich für mich an wie “ ich geb dir da jetzt Liebe drauf, damit dein aua ganz schnell wieder heile werden kann“
      und als wir mal zu zweit im Auto unterwegs waren meine Tochter und ich und sie sich am Daumen gekratzt hat, hab ich sie dazu ermutigt, sich da selber n Küsschen drauf zu geben, weil ich am Steuer saß und an ihren Daumen nicht rankam von dort und wir mitten im Feierabend-Stadtverkehr unterwegs waren – das hat sie dann auch gemacht und mich dann ganz stolz angegrinst danach. Mittlerweile verteilt sie auch Küsschen auffs Aua von Mama, Papa und allen anderen die sie lieb hat.

      Ich nehm sie immer sofort in den Arm wenn möglich, wenn was passiert ist, sag ihr erstmal dass ich für sie da bin und sie halte und sie in sicherheit ist – und streichel ihren Kopf und versuch danach wenn sie sich vom ersten schreck etwas erholt hat, kurz nachzuerzählen was gerade passiert ist und mit ihr zusammen reinzuspüren wie sie sich grade fühlt und wo sie evtl Aua hat. Und dort gibts dann wenn sie mag (!) Küsschhen drauf.

      Zwei sehr lesenswerte Bücher zum Begleiten von Kindern in Situationen mit denen sie allein Überfordert sind aus meiner Sicht:
      – Levine, Kline: Verwundete Kinderseelen heilen
      – Daniel Siegel: Achtsame Kommunikation mit Kindern

    • Reply
      ne
      18. April 2017 at 20:04

      bei uns ist es genauso.. anfangs haben wir auch immer gesagt „ist doch nichts passiert“.. doch nachdem ich einige solcher artikel gelesen habe gehe ich seitdem auch anders damit um.. und mittlerweile wird es bei uns auch so gemacht..
      – fragen wo es weh tut
      – fragen ob sie ein bussi drauf mag
      mittlerweile wenn uns was weh tut bekommen wir meist auch von ihr eines..

      find es gut da sie so auch weiss dass auch mama & papa sich mal verletzen bzw. etwas weh tun kann 😉

  • Reply
    Katharina
    4. April 2016 at 11:12

    Ein toller Artikel, vielen Dank dafür! Das ist genau meine Meinung und ich meine Art, wie ich mit meiner Tochter (1,5 Jahre) umgehe, wenn sie sich weh getan hat. Den Schmerz ernst nehmen heißt nicht, dass man ihn überbewertet. Ich finde es schön zu sehen, wie meine Tochter darauf vertraut, von mir getröstet zu werden. Dann tut es nämlich viel schneller auch nicht mehr weh. Und auch sie lokalisiert schon sehr gut, wo es weh tut.

  • Reply
    Magdalena Wieser
    4. April 2016 at 11:15

    Meine Tochter 16 Monate, kann mir seit dem sie ein Jahr alt ist zeigen, wo es ihr wehtut. Ich habe sie auch immer gefragt, ob sie sich wehgetan hat und wenn ich sie frage, ob alles wieder gut ist, sagt sie es mir auch. Ich habe das Gefühl, dass sie sich verstanden und wahrgenommen fühlt und dadurch auch der Schmerz schneller vergessen ist.

  • Reply
    Karin
    4. April 2016 at 12:40

    Danke für den wunderbaren Artikel! Ich finde es toll wie du damit umgehst, ich mache es bei meinen Mädels genauso. Ich finde dasselbe ist es mit der Angst. Ich krieg immer die Krise wenn ich Leute höre die ihren Kindern sagen: „Du musst keine Angst haben“ oder „du brauchst keine Angst haben“. Die Angst ist ja schon da! Unseren Kindern zu zeigen wie man auch mit Gefühlen und Empfindungen umgeht die sich nicht gut anfühlen finde ich extrem wichtig.

  • Reply
    Küstenmami
    4. April 2016 at 17:26

    Moin aus dem Norden und vielen Dank für Deinen einfühlsamen Artikel!

    Ich sehe das genauso: Unsere Kinder haben das Recht, mit allem, was sie sind, wahrgenommen und gewürdigt zu werden. Da gehören Schmerzen und negative Gefühle dazu! Und ich glaube auch: Je mehr sie damit angenommen und liebevoll aufgefangen werden, desto besser können sie selber (auch später) damit umgehen. Wir wollen ja selbst auch von liebevollen Mitmenschen umgeben sein, und nicht nur von „harten Hunden“. Gestehen wir unseren Kindern das gleiche Recht zu!

    Viele liebe Grüße von der Ostsee

    Küstenmami

  • Reply
    Hannah
    4. April 2016 at 17:42

    Ich finde die Balance manchmal schwer. Bummm, mein Sohn Haut sich den Kopf an, er guckt mich an, sieht mein erschrockenes Gesicht, weint. Sieht er mein Gesicht nicht, ist es manchmal so dass er nicht weint. Also immer hin zu gehen und ihn zu fragen ob er sich weh getan hat, ist vielleicht auch nicht immer gut? Ich weiß es nicht
    Jedenfalls ist es für mich selbstverständlich ihn zu fragen ob er sich weh getan hat. Wobei…Wenn ich ganz ehrlich bin rutscht mir auch mal ein ist doch nicht so schlimm, ich denke du hast dich mehr erschreckt oder? Raus. Mein Sohn ist ein Jahr. Daher kommt dein Artikel gerade recht damit ich an mir arbeiten kann. Denn jetzt fängt mit dem laufen eine Phase an wo er sich an und zu weh tut

    • Reply
      Marlen
      18. April 2017 at 11:23

      Das denke ich mir auch oft. Och sage oft einfach nur „Hoppala“, wenn meine Tochter hinfällt. Wenn sie weint sage ich auch sowas wie „Hast du dich angehaut?“ „Hast du dich gekratzt?“
      Ich hab mir auch vorgenommen, nicht zu sagen: „Das ist ja gar nicht schlimm…“
      Aber meist warte ich erstmal ab, was sie tut. Weil, ja, wie du sagst – meist „erschreckt“ sie sich mehr an der Reaktion der Erwachsenen und reagiert dann dementsprechend. 🙂

  • Reply
    Jutta
    4. April 2016 at 17:48

    ‚War doch nichts‘ ist leider der Standardsatz bei meiner Schwiegermutter. Sie meint es nicht böse, ganz im Gegenteil, kann Tränen der Enkel einfach nicht ertragen.

    Ich bin sehr von Emmi Pikler geprägt worden in der Anfangszeit mit meinem ersten Kind und habe es daher gelernt, das Kind direkt anzusprechen und das Erlebte zu verbalisieren. Bin bis heute froh, diesen Weg für mich entdeckt zu haben.

    Danke für diesen Artikel, ich kenne diese Rufe aus dem Hintergrund leider auch!

  • Reply
    Sarah
    4. April 2016 at 18:42

    Der Artikel ist super. Ich bin selbst nicht Mama, arbeite aber seit mehr als zehn Jahren in der Schweiz als Erzieherin. Und die Themen aus dem Artikel: dass haben wir in der Ausbildung rauf und runter gelernt.
    Verneine oder verniedliche keine Schmerzen und Empfindungen der Kinder. Denn es ist absolut anmassend, wenn jemand bewertet, dass das jetzt gerade nicht so schlimm war. Ich als aussenstehnde weiss das ja nun wirklich nicht.
    Mit wenigen – undramatischen – Worten wahrnehmen/spiegeln, allenfalls Körperkontakt anbieten. Ich investiere dabei so wenig Energie und Zeit und bewege mich damit auf einer so achtsamen und vertrauensvollen Basis.
    Danke für den Beitrag.

  • Reply
    Linde
    4. April 2016 at 18:57

    Meine Mutter hat mir auch nie geglaubt wenn jch schmerzen oder so hatte. Somit habe jch mit 11/12 Jahren meine Nachtepileptischen Anfälle verschwiegen. Ich wusste eh nicht was es ist und meine Mutter hätte eh nur gesagt das ich mir das einbilde.

    Und dann lag ich da und wäre fast an meinrm erbrochenen erstickt. Gut das meine Oma mich gefunden hat …

    Und dann der Spruch warum hast nichts gesagt …

  • Reply
    Anna
    4. April 2016 at 19:23

    Genau das Gleiche höre ich ständig von diversen Leuten!
    „Jetzt lass sie doch…!“ „War doch garnicht schlimm“ „tu einfach so, als wär nichts, sie hat sich doch niemals dabei weh getan!“
    „Renn doch nicht jedes Mal gleich hin!“

    Ich habe mich aber nie verunsichern lassen und meine Tochter (18 Monate) immer getröstet. Egal, ob es nun weh tat oder nicht. Auch der Schreck kann reichen, dass die Zwerge weinen und Trost brauchen! Und wie im Artikel bereits stand: wie fühlt sich wohl ein Kind, dass Schmerzen hat (egal ob starke Schmerzen oder leichte!) und von einer für es wichtigen Person hört, dass es doch nicht schlimm war…!?
    Es ist im Zwiespalt mit seinen Gefühlen und fühlt sich nicht ernst genommen.
    Das möchte ich bei meinem Kind auf jeden Fall vermeiden. Mein Kind soll wissen, dass es immer zu mir kommen kann und Trost bekommt wenn es diesen braucht. Egal ob sie sich nun verletzt oder erschrocken hat oder irgendetwas anderes passiert ist.

  • Reply
    Kultmama
    4. April 2016 at 19:46

    Interessanter Artikel. Man sollte Kinder schon ernst nehmen. Mein Sohn hat aber im Moment eine Phase, wo er wirklich dramatisch weint, und es ist wirklich nichts Großes passiert. Ich gehe dann schon zu ihm. Aber denke mal, die Phase geht vorbei.

  • Reply
    Linda
    5. April 2016 at 5:46

    Ich lese gerade ein Buch zu diesem Thema und finde diese Art der Erziehung (über Schmerz oder andere negative Erfahrungen immer wieder zu reden, um dem Kind zu helfen, das Erlebte logisch zu verarbeiten) absolut nachvollziehbar und sinnvoll. Daher hat es mich ziemlich erstaunt zu lesen, welche Probleme durch verständnislose Mitmenschen auf einen zukommen können. Besonders diese „nicht trösten und auch mal schreien lassen“-Verfechter – diese Erziehungsmethoden sind Reliquien aus dem 3. Reich. Sagt eigentlich schon alles oder?! Meine Kleine ist gerade erst 2 Monate alt geworden. Von daher ist es noch ein bisschen Zeit, aber ich werde es bei ihr genauso machen, wie du bei Mini.

  • Reply
    patriya
    5. April 2016 at 10:12

    Ein wunderbarer Artikel! Beim Meditieren habe ich gelernt, dass gerade das genaue Hinschauen zu gelassenem Umgang mit einem Problem führen kann. Ich dachte vorher immer, dass man Dinge dramatisiert, wenn man sich zu sehr drauf fokussiert. Aber es gibt eben auch noch einen anderen Weg: sich die Dinge anzugucken, wie sie sind. Möglichst ohne zu werten, sie einfach das sein zu lassen, was sie sind. Mit Deinen Fragen an Mini ermöglichst Du ihr genau das!

  • Reply
    Christel
    5. April 2016 at 11:05

    Vielen Dank für den Artikel. Auch meine Tochter ‚durfte‘ Schmerzen empfinden. Auch ich habe sie getröstet, egal ob es der ’nur‘ Schreck oder Schmerz war. Wir hatten, als sie noch klein war, ein spezielles Tröste-Ritual. Auch wir bekamen die Sprüche über die Erziehung zur Mimose zu hören. Die Großeltern versuchten das Kind in kritischen Situationen immer ‚abzulenken‘. Das hat nie funktioniert. Heute ist unsere Tochter ’schon‘ neun Jahre alt und ich bin froh, dass sie ein sehr empathisches Kind ist! Sie wird ganz sicher nie ein Kind einfach weinen lassen, damit es nicht verwöhnt wird!

  • Reply
    Cindy
    5. April 2016 at 14:40

    Das Thema Schmerzen war mir auch schon länger ein Anliegen. Ich finde deinen Artikel toll, er passt wunderbar weiterführend zu meinem Artikel😉 Man sollte sein Kind, meiner Ansicht nach, immer Trösten, nicht nur bei Verletzungen. Kinder weinen ja nicht ohne Grund.

  • Reply
    nadja
    5. April 2016 at 15:53

    Ein toller Artikel!
    Wir handhaben es bei unserem Rabenkind ebenfalls so. Als ich schwanger wurde hatte icb einen immensen Wandel. Ich wuchs nicht bedürfnissorientiet, achtsam, ohne gewaltfreie Kommunikation und ohne Authenzität auf.
    Ich wollte mein Kind wahrnehmen, ernst nehmen und sehen in seiner Ganzheit.

    Und seit das Rabenkind ca 20 Monate jung ist, kann er seinen Schmerz und wie auch die Unfallstelle genau zeigen.

    Bitte um viele weitere gute Aufklärung der vergifteten Gesellschaft um endlich die Generationen zu befreien, von dem alten kalten Stil Kinder zu erziehen.

    Auf Augenhöhe hat jedes Lebewesen verdient, egal welche Art und welches Alter!

    Wie Menschen auf Dich mit deiner Situation reagieren, ist ihr Karma-
    Wie Du reagierst ist dein Karma 😉

  • Reply
    Sandra
    5. April 2016 at 17:47

    Super Artikel, unterschreibe ich komplett und habe ich mich bei meinem Sohn genauso gemacht. Mein Standardspruch war immer: „Oh, das hat dir am Arm/Bein etc weh getan“. Ergebnis: Wir können uns heute noch darauf verlassen, wenn er weint oder aua sagt, dann tat es wirklich weh. Er brauchte sich nie die Aufmerksamkeit „erweinen“

  • Reply
    Silvia
    5. April 2016 at 17:53

    Ich bin Mama von 2 Erwachsenen Söhnen und einem Nachzügler von 5 Jahren. Für mich ist es eine der wichtigsten Aufgaben die es gibt seine Kinder ernst zu nehmen ..ihnen zuzuhören sie zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren..wir sind die von denen Sie das meiste lernen…Schmerzen begleiten sie in der gesamten Lebenszeit egal in welcher Form ob körperlich oder seelisch..runterpurzeln als Kleinkind..von der Schaukel fallen als Kindergarten …in der Schule beim Sport..Beleidigungen von Mitschülern…Verlassen werden in einer Partnerschaft. Jeder möchte dann einen Zuhörer einen Tröster …wer mag schon gerne hören „Ist ja nicht so schlimm geht schon wieder weg“ Für mich gibt es nicht schöneres als das meine Jungs auch heute noch mit Kummer und Schmerz zu mir kommen und mir Vertrauen.

  • Reply
    Annett
    5. April 2016 at 20:35

    Klasse, genau das, was ich auch an meinem Kind praktiziere – von Anfang an habe ich ihn selbst entscheiden lassen, ob es weh tat oder nicht. Und auch ich kann solche Sätze a la „ach das war doch nicht schlimm!“ absolut nicht ertragen. Ich denke mir dann immer „Hör mal, wenn du dich mal so richtig hin packst als Erwachsene, dann werd ich auch sagen ‚Komm, steh auf, war doch nicht schlimm jetzt!'“ 😉
    Mein Sohn (3) ruft übrigens mittlerweile meistens schon vorsorglich „Mir geht’s gut Mama, keine Sorge!“, wenn er sich weh getan hat … Irgendwie auch sehr praktisch 😉 Kurzum: toller Artikel und klasse Einstellung! Liebe Grüße

  • Reply
    Kirsten
    5. April 2016 at 21:38

    Was habe ich mir alles vorwerfen lassen müssen. Wattebauschpädagogik war noch das wenigste. Rückblickend kann ich nur sagen : ich muss was richtig gemacht haben. Ich habe wunderbare selbstbewusste, im Leben stehende Kinder, die gut für sich und andere sorgen (25 und 18)

  • Reply
    Missy12
    6. April 2016 at 8:23

    Ich mache das auch so mit meinem Sohn. Irgendwann soll er in der Lage sein, über seine Gefühle zu reden bzw die erst einmal wahrzunehmen und diese dann auch im Worte zu fassen. Das lernt er nicht, in dem ich seine Schmerzen bagatellisiere oder kleinrede.

    Toller Artikel, vielen Dank dafür!

  • Reply
    Nicky
    6. April 2016 at 8:48

    Wir machen es ähnlich bei unseren Kinder. Wenn sie sich stoßen fragen wir meist: „Hoppla, tat das am Kopf/Bein/Arm/… weh? Soll ich pusten?“ Oder auch anders herum „Wo soll ich denn pusten?“
    Unsere Kinder zeigen auch von Anfang an genau wo es weh tut.

    Eine Kleinigkeit machen wir allerdings anders: Wir haben ihnen von Anfang an beigebracht, das sie zu uns kommen sollen wenn sie sich weh getan haben. Hat den Vorteil das jetzt wo sie älter werden (4J) sie selbst entscheiden wie doll es weh tat, ob sie zu uns kommen, oder ob sie lieber weiter spielen (bzw. wenn sie auf dem Weg zu uns etwas Spannendes entdecken und das Kommen vergessen war es wohl nicht so schlimm 😉 ). Zusätzlich sehe ich beim kommen schon ob sie Humpeln oder sonst wie komisch laufen, bzw. wenn sie nicht kommen sondern nur nach mit rufen/weinen, weiß ich gleich das es schlimmer ist und kann entsprechend reagieren. Und nein, ich warte nicht eine halbe Stunde ob sie aufstehen können, sondern es ist so oder so eine Frage von höchstens ein/zwei Minuten.

  • Reply
    Vera
    6. April 2016 at 11:18

    Super schön geschrieben und genau meine Meinung, leider dröhnt bei mir auch immer aus dem Hintergrund – ist doch nicht schlimm…. macht mich auch fuchsig :/
    Aus meiner Erfahrung ist z.B., das Weinen aufgrund des Erschreckens viel schneller wieder vorbei, wenn ich nachfrage und einmal einen Kuss drauf gebe.

  • Reply
    Ulrike
    6. April 2016 at 11:54

    Prinzipiell sehe ich das auch so. Schmerzempfinden gehört zum Leben. Wir müssen ihn manchmal auch ertragen können, um Dinge durchzuhalten, um unsere Grenze auszuloten. Im Sport, in der Schule oder im Alltag. Ich glaube, man kann dies besser, wenn man gelernt hat, mit Schmerzen umzugehen. Eben so, wie im Artikel beschrieben wird.

  • Reply
    Kathrin
    9. April 2016 at 9:50

    Großartig. So liebevoll und direkt geschrieben. Brava! Weiter so! Ich bedanke mich von Herzen, selbst wenn ich noch kein eigenes Kind habe. Liebe Grüße, Kathrin

  • Reply
    5 things that make me smile – MINI AND ME
    15. April 2016 at 13:12

    […] kann die enorme Resonanz zu meinem neusten Motherhood-Artikel „Hast du dir weh getan?“ – übers Wahrnehmen und Verbalisieren von Schmerz noch immer nicht ganz begreifen. Vielen Dank für’s Lesen, Teilen und Kommentieren. Vielen […]

  • Reply
    Matthias
    16. Mai 2016 at 16:09

    Hallo

    Ich finde beide Seiten hier unangebracht, ehrlich geschrieben: Kinder können sehr wohl selbst einordnen, wann ihnen wo was besonders weh tut und es ist sehr wohl erwiesen, das sehr viele Verletzungen und Depressionen stark psychosomatisch einzuordnen sind.

    Wenn das Kind kommt und gestreichelt werden will, ist das ein selbstständiger Akt und natürlich ist es dann sehr sinnvoll, dem Kind Geborgenheit zu vermitteln.

  • Reply
    Kinder trösten: „Ist doch gar nicht schlimm!“ - Doch, das ist es! • MINI AND ME
    17. Juni 2016 at 22:05

    […] und thematisierte meine Erlebnisse auf meinem Blog. Der Artikel wurde binnen weniger Stunden zu meinem meistgelesenen Beitrag. Viele Mütter schrieben mir und berichteten in den Kommentaren von ihren eigenen Erfahrungen – […]

  • Reply
    Cornelia
    17. April 2017 at 20:32

    Dankeschön! Das hast du wieder toll auf den Punkt gebracht! Ich werde auch immer so schräg angeguckt und wurde sogar schon vor meinem Kind zur Seite geschoben, weil ich es ja nur schlimmer machen würde als es ist. In der Situation war ich zu perplex, um angemessen zu reagieren, aber ich habe mich bei der Großen später entschuldigt, als ich mich gesammelt hatte. Alle wollen ihre Kinder immer „hart“ für das Leben machen und wundern sich, dass unsere Große schon so selbstständig ist und das obwohl wir immer trösten und sie bei uns schläft.
    Und sie kann zudem sehr genau beschreiben,wo ihr etwas weh tut -was uns enorm viel hilft.
    Danke für das Rücken stärken! Es tut gut gleichgesinnte zumindest zu lesen.
    Liebe Grüße
    Cornelia

  • Reply
    Freitagslieblinge 21.4.17 Dinge annehmen so wie sie sind - Wheelymum
    21. April 2017 at 8:23

    […] Lieblingsinspiration kommt in dieser Woche von einem Mini and me. Sie schreibt einen Text der mir aus der Seele spricht. Hast du dir […]

  • Reply
    Monatsrückblick April - Wheelymum
    2. Mai 2017 at 8:04

    […] Miniandme schreibt über das Wahnenehmen und bagatelisieren von Schmerz:” Weil ich meiner Tochter seit jeher helfe, ihren Schmerz wahrzunehmen, einzuordnen und zu verbalisieren, werde ich gescholten – von allen Seiten. Und ich habe dennoch nicht damit aufgehört.Ich habe nicht damit aufgehört, weil ich davon überzeugt bin, dass das Kleinreden und Übergehen von potenziell schmerzhaften Erfahrungen der falsche Weg ist.” […]

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