ExpertInnen im Gespräch Interview Motherhood

Good Enough Parenting: Warum es wichtig ist, nicht perfekt sein zu wollen (und 9 Tipps, wie wir Eltern uns weniger Druck machen)

mama hält baby im arm und denkt übers good enough parenting nach

Eine knappe Stunde zu spät sind wir mit meiner Freundin L. und ihren Kindern am Spielplatz. Wir hocken am Rand des großen Sandkastens und schlürfen kalten Kaffee, die Kinder backen Sandeis. Ich erzähle L. von der Stimmung am Vormittag. „Heute war irgendwie nicht gut.“, sage ich und führe aus:

„Da lese ich so vieles und bemüh mich so. Ich möchte bei mir bleiben, auch in stressigen Situationen, und meiner Tochter geduldig und liebevoll begegnen. Und dann ist wieder ein Tag wie heute, an dem wir nun mal leider doch Stress haben und ich merke, dass ich damit nicht so geduldig und kreativ umgehen kann, wie an anderen Tagen. Irgendwann entlang des Weges werde ich laut, obwohl ich das nicht möchte. Obwohl ich für mich selbst lange nach sinnvollen Alternativen zum Schreien gesucht hab, die auch funktionieren. Manchmal gelingt’s mir nicht. Dann fühlen wir uns beide schlecht.“

L. holt tief Luft und lächelt: „So schön, dass du das ansprichst! Und ich dachte, nur mir geht’s da so. Ich erlebe dich mit der Kleinen immer so herrlich entspannt und aufmerksam! Bei uns war heute der ganze Vormittag so, irgendwie war der Wurm drin. Ich war mit meiner Geduld sicher schon fünf mal am Ende.“

Jetzt lächeln wir beide. Irgendwie fühlt es sich jetzt leichter an.


Good Enough Parenting: Barbara Widerhofer im Gespräch

Mit Elterncoach und Psychologin Barbara Widerhofer habe ich über ihr Herzensthema, das „Good Enough Parenting“, gesprochen. Warum Elternsein heutzutage vermutlich schwieriger ist, als früher, über Fehler, die wir Eltern täglich machen und darüber, wie wir sanfter und liebevoller zu uns selbst sein können. Wir Eltern sind gut genug, die allermeisten von uns sind das. 

Was ist „Good enough Parenting“?

Das erste Mal ist mir der Begriff in meiner Ausbildung zur Kindergärtnerin untergekommen und in nachhaltiger Erinnerung geblieben. Damals wurde von der „hinreichend guten Mutter“ gesprochen – ein Begriff aus dem Jahr 1958 von Donald Winnicott, einem britischen Kinderarzt und Begründer der Kinderpsychotherapie.

Wie verhalten sich „hinreichend gute Eltern“?

Hinreichend gute Eltern sind in der Lage, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu erkennen und danach zu handeln, aber sie machen auch Fehler. Und sie vergeben sich dafür. Sie akzeptieren und respektieren, dass Fehler machen zum Menschsein dazu gehört. Sie „bestrafen“ sich selbst nicht mit Schuld- und Schamgefühlen. Weder von sich, noch von ihren Kindern verlangen sie Perfektion, die in der Realität nicht gelingen kann.

Nicht einmal die Liebe zu Kindern ist immer perfekt: Sie ist immer wieder Ambivalenzen ausgesetzt, es mischen sich Ärger, Entmutigung und Enttäuschung rein. Und das Gleiche gilt für die Liebe der Kinder uns gegenüber.

„Hinreichend gute Eltern verlangen weder von sich, noch von ihren Kindern Perfektion, die nicht gelingen kann.“

Wenn man sich in der Literatur so umsieht, wird diese Haltung von vielen Seiten bestätigt. Jesper Juul, der bekannte dänische Familientherapeut, schreibt zum Beispiel immer wieder in seinen zahlreichen Büchern, dass die besten Eltern pro Tag etwa 20 ernsthafte Fehler machen. Dabei ist wichtig: Sie übernehmen auch die Verantwortung dafür.

Was er auch sagt, und das kann ich aus meiner Erfahrung nur bestätigen: Unsere Kinder bekommen oft zu viel Aufmerksamkeit.

Viele Eltern zweifeln an sich. Woher weiß ich, ob ich „gut genug“ bin?

„Eltern sein“ ist ein Lern- und Entwicklungsprozess von mindestens 10 Jahren, in dem wir uns stetig mit uns selbst und mit unseren Kindern auseinandersetzen. Wichtige Aspekte dabei sind aus meiner Sicht:

  • Den Kindern gut zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Aber auch auf sich selbst zu hören und die eigenen Grenzen zu respektieren.
  • Großzügigkeit und Güte gegenüber den eigenen Möglichkeiten und der eigenen Geschichte zu entwickeln.
  • Den Fokus immer wieder auf Gelungenes zu richten.
  • Stetig die eigenen Werte, Grenzen und Haltungen reflektieren und auf ihre Aktualität überprüfen. Das heißt, sich immer wieder die Fragen stellen: „Will ich das wirklich so?“ und „Ist das wirklich das was ich will?“

Sehr interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch den Forschungsbericht über die Qualität der Erziehung in Österreich von 2016 des ÖIF. Dort wird von Good Enough Parenting als „adäquate Haltung“ gesprochen.

Es wird auch festgehalten, dass Eltern-sein aktuell sicherlich keine leichte Sache ist: Die Sensibilisierung für mögliche Probleme und die Fokussierung auf negative Entwicklungen und Gefahrenpotenziale wächst. Gleichzeitig werden Eltern für das Verhalten ihrer Kinder und für Probleme, die im Laufe des Lebenslaufs auftreten immer stärker verantwortlich gemacht. Das hat zur Konsequenz, dass Eltern den Aufwand für die Erziehungsarbeit immer mehr erhöhen. Es geht darum, ja „alles richtig“ zu machen.

Um jeden Preis nett mit den Kindern sein, um ihnen ja keinen Schaden zuzufügen ist nicht gut für unsere Kinder. Das Gegenteil – also Bedürfnisse der Kinder ignorieren, sie „dressieren“ bzw. ihnen laufend zu sagen, wie sie sein sollen, statt herauszufinden wie sie sind – auch nicht. Die Wahrheit liegt vermutlich in der goldenen Mitte.

Beruhigend ist es, dass Eltern, laut einer Metastudie von Martin Dornes aus dem Jahr 2012, in großer Mehrzahl kompetent im Umgang mit ihren Kindern sind und ihnen so viel Zeit wie nie zuvor widmen.

Welche negativen Folgen kann es haben, wenn ich an meinem Perfektionismus festhalte?

Was nicht selten passiert ist, dass wir dann anfangen unsere Ängste und Emotionen über unsere Kinder steuern – immer mit dem Kopf in möglichen Entwicklungsszenarien – statt zu schauen, was im Hier und Jetzt stattfindet. Kinder sind von Natur aus widerstandsfähig und großzügig was Fehler betrifft, mehr als wir oft denken.

Viele Eltern sind auf der Suche nach Orientierung, was ihr Leben mit Kindern betrifft und immer mehr Eltern beschreiten dabei neue Pfade. Und das ist gleichzeitig mutig und schwierig. Weil man ja die Konsequenzen auch nicht sofort sieht. Die Eltern, die das Leben mit Kindern als Entwicklung aller Beteiligten begreifen, die begeistern mich. Die größere „Gefahr“ heute ist, dass wir unsere Kinder zu Projekten machen und damit zur Verlängerung unserer eigenen Identität. Die Kinder lernen dann, wie sie gefallen und funktionieren und erfolgreich sein können, aber nicht wie sie sind.

„Die größere „Gefahr“ heute ist, dass wir unsere Kinder zu Projekten machen und damit zur Verlängerung unserer eigenen Identität.“

Kinder lernen in jedem Fall. Sie nehmen intuitiv das auf, was wir ihnen vorleben. Gutes wie Schlechtes. Und oft genug lernen sie auch, indem sie das „Gegenteil“ machen wollen von dem, was sie sehen.

Wenn wir selbst perfekt sein wollen, vermitteln wir auch unseren Kindern, dass es wichtig ist, perfekt zu sein. Ergo schließen sie daraus, dass es auch wichtig ist, dass sie selbst perfekt sind. Was wir ihnen nicht vermitteln ist, dass Menschen Stärken und Unzulänglichkeiten haben und dass das ok ist. Sie sehen auch nicht, wie jemand eigenverantwortlich mit seinen Unzulänglichkeiten umgeht.

Und sie sehen auch nicht, wie jemand versucht, sich zu entwickeln und erleben nicht, wie stolz so eine Entwicklung machen kann. Sie lernen ihre Eltern nicht wirklich kennen, sondern nur die perfekte Rolle, die sie ihnen vorleben.

Hast du dafür ein Beispiel?

Mein älterer Sohn und ich haben immer wieder Auseinandersetzungen, die mitunter auf beiden Seiten sehr laut werden können. Da muss ich auch dazu sagen, dass wir beide sehr temperamentvoll sind. Ich selbst bin eher strikt erzogen worden: Regeln, Benehmen und Funktionieren waren sehr wichtig, wer ich bin weniger. Und da möchte ich dazu sagen, dass auch meine Eltern das Beste gegeben haben, was sie hatten und was unter all den persönlichen und strukturellen Bedingungen möglich war. Ich möchte das für meine Kinder dennoch nicht so.

Trotzdem kämpfe ich immer wieder mit den gut eingeübten, bekannten destruktiven Mustern. Und die sind sicherlich nicht gut für meine Kinder, waren das ja schon bei mir nicht. Dennoch kann ich auch nur so weit wie ich kann. Und wenn ich unter Stress gerate, passiert es mir immer wieder mal, dass ich in bekannte Muster zurückrutsche.

Der entscheidende Unterschied: Ich arbeite aktiv und kontinuierlich daran, das weiterzuentwickeln. Ich spreche mit meinen Kindern in einem ruhigeren und zeitnahen Moment sehr offen darüber und übernehme Verantwortung für mein Tun. Und was ich bei meinem älteren Sohn erlebe, ist eine sehr interessierte Haltung dafür, wie ich aufgewachsen bin, was ich darüber denke und wie ich versuche das zu ändern.

Das sind dann trotz des heftigen Konfliktes zuvor sehr innige Momente, weil wir uns einander echt und offen zeigen.

Und auf der Mama-Seite muss ich dazu sagen: Es ist auch nicht gut für Mamas sich vollkommen aufzugeben und die eigenen Bedürfnisse permanent zurückzustellen. Das geht über die Jahre nicht gut.

Du hast ein Zuviel an Aufmerksamkeit für Kinder angesprochen. 

Kinder nehmen so viel Aufmerksamkeit, wie sie bekommen können und das ist ihr gutes Recht. Und unser Recht ist es, ihnen zu kommunizieren, wann unsere persönliche Grenze erreicht ist. Konkret bedeutet das, sie kommen so lange bis sie die persönliche Grenze ihrer Mutter erreichen und sie sagt: „Ich mag jetzt nicht mehr.“

Woran merke ich, dass meine eigene Grenze erreicht ist?

Wenn ich als Mama das Gefühl habe „Ich kann eigentlich nicht mehr, aber ich komme trotzdem nochmal zu dir.“, fühlt sich das für mich als Mama irgendwann unangenehm an. Und wenn es sich unangenehm anfühlt, dann habe ich dem Kind zu viel Aufmerksamkeit gegeben.

Da wir in erster Linie für unsere persönlichen Grenzen selbst verantwortlich sind, geht es für mich darum, rechtzeitig zu kommunizieren, wann diese erreicht ist. Das ist nicht immer leicht, wenn man im Perfektions-Modus ist und beispielsweise im Kopf hat, dass eine perfekte Mutter den umgefallenen und wieder aufgebauten Holzturm gefälligst auch beim 20. Mal mit Begeisterung zu kommentieren hat.

Aber auch unsere Kinder brauchen etwas mehr Raum um eigene Fehler machen zu können.

Und dann brauchen sie Eltern, die da sind. Sie brauchen nicht Eltern, die sagen „Das habe ich gleich gewusst“, sondern sie brauchen Eltern, die dann die Realität ihrer Kinder bestätigen und die es aushalten, dass ihre Kinder eigene Fehler machen und die Konsequenzen selbst erleben müssen. Und das ist, weiß ich aus eigenen Erfahrung, echt nicht immer leicht und gelingt auch nicht immer. Wenn es aber gelingt, lernen Kinder Frustrationstoleranz und Problemlösungskompetenz.

Du hast die „Güte gegenüber den eigenen Möglichkeiten“ erwähnt…

Aus der Perspektive als Elterncoach kann ich sagen: Manchmal ist es richtig schwierig bis unmöglich alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Nach einer durchwachten Nacht, einem Tag an dem tausend Dinge erledigt werden wollen oder wenn der liebe Nachwuchs schon seit früh morgens seine Selbständigkeit demonstriert, sind wir nicht mehr perfekt.

Aber wir tun das Beste, das uns unter gegebenen Umständen möglich ist.

Wenn wir es besser könnten – also mehr Motivation aufbringen könnten, mehr Energie hätten, mehr Zeit freimachen könnten, uns besser abgrenzen könnten, unsere Werte und Bedürfnisse besser kennen würden etc., etc. – dann würden wir es besser tun. Das meine ich mit Großzügigkeit für die eigenen Möglichkeiten.

Sich so zu zeigen hat auch seine Vorteile!

Würdest du das ausführen? Wo liegen die Chancen?

Nachdem unsere Kinder sich vor allem an dem orientieren, was wir tun, statt daran, was wir sagen, lernen sie auch, was es bedeutet menschlich zu sein. Sie lernen, wie man sich streitet. Dass andere Menschen persönliche Grenzen haben, die sie auch mal emotional verteidigen, die man aber nur erkennt, wenn man auch ganz nahe kommen darf. Und dass die Großen immer wieder kräftig daneben liegen mit dem was sie tun. Und sie lernen, dass es ok ist, wenn man Fehler macht und wie man die Verantwortung dafür übernimmt und auch, wie man es wieder gut macht.

„Kinder lernen, was es bedeutet, menschlich zu sein, wie man sich streitet, dass andere Menschen Grenzen haben und dass auch Erwachsene Fehler machen. Und die Verantwortung übernehmen.“

Also nur Mut und Vertrauen! So lange wir als Eltern nicht zu grob daneben liegen (zB. unsere Kinder körperlich oder psychisch misshandeln), werden unsere Kinder ziemlich gut geraten. Und ziemlich gut, ist gut genug!

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9 Tipps: Wie schaffe ich es, mir selbst weniger Druck zu machen? 

Da fällt mir eine Menge ein. Ob das immer so schnell und leicht umzusetzen ist, weiß ich nicht. Denn das Bedürfnis perfekt zu sein, geht meist sehr tief. Ich versuche es dennoch.

1. Was macht mich wertvoll?

Wir haben alle das Bedürfnis, wertvoll für unser Umfeld zu sein. Vor allem für die Menschen, die wir besonders lieben. Wenn Konflikte entstehen, ist eine der Ursachen oft, dass wir das Gefühl haben, nicht wertvoll zu sein. Es kann helfen, ehrlich für sich zu überprüfen:

  1. Wodurch will ich wertvoll für meine Kinder und meine Familie sein?
  2. Was würden meine Kinder, mein Partner bzw. meine Partnerin als wertvoll empfinden?

Oft unterscheidet sich das, was wir als wertvoll sehen bzw. wie wir für unsere Familie wertvoll sein wollen von dem, was unsere Familie als wertvoll empfindet.

2. Welche Glaubenssätze bestimmen mein Denken über mich?

Wirklichkeit entsteht vor allem über Worte. Worte, die wir aussprechen, aber auch Worte, die wir denken. Das bedeutet, wir können nicht konsequenzenlos denken. Was wir denken bestimmt mit welcher Einstellung, welchen Zielen und welchen Gefühlen wir in Situationen gehen – und damit auch unser Verhalten.

Meistens passiert das ganz unbewusst. Daher empfehle ich, über einen längeren Zeitraum die Gedanken zu beobachten, die einem durch den Kopf schießen, wenn man sich mal wieder dabei ertappt „nicht gut genug“ zu sein. Welche konkreten Sätze sind es, die sich da im Kopf wiederholen?

  1. Diese Sätze mal aufschreiben und damit sichtbar machen. zB. „Na großartig, nicht einmal das bekommst du hin.“ oder „Die schafft zwei Kinder und ich nicht mal eines.“ oder „Außer anschreien fällt dir wohl auch nichts mehr ein, du bist ja eine richtig tolle Mama.“
  2. Die negativen (Glaubens-)Sätze überprüfen und durch positive (Glaubens-)Sätze ersetzen. Am besten hilft: Was würde in der Situation eine richtig gute Freundin zu mir sagen? Womöglich etwas wie: „Ich bin nicht da, um perfekt zu sein. Ich bin da, um da zu sein.“, „Es gelingt mir auch oft, geduldig zu bleiben.“, …
  3. Für das nächste Mal wenn es losgeht: ein gedankliches STOP Schild einführen und sich bewusst die positiven Antworten geben. Die negativen Gedankenspiralen lassen sich ersetzen. Es dauert zwar eine Weile, denn wir haben sie meist ja auch lange Zeit eingeübt, aber es funktioniert.

3. Die eigene Kindheit reflektieren

Klären, welche Bedürfnisse in der eigenen Kindheit auf der Strecke geblieben sind. Da tappen wir nämlich am leichtesten in die Perfektionsfalle, weil wir ja unseren Kindern auf keinen Fall dieselben Schäden zufügen wollen.

4. Atmen, Abstand gewinnen

Kling abgedroschen aber hilft: Tief durchatmen und innerlich einen Schritt zurücktreten. Eventuell auch das genaue Gegenteil von dem tun, was man sonst tun würde. zB. sehr langsam und leise sprechen, statt hektisch und oft zu wiederholen.

Das innerliche Zurücktreten kann man sich gedanklich so vorstellen: Wir stehen inmitten einer Autobahn, wo die Gedanken und Gefühle in Form von Autos nur so um uns herum brausen. Wir treten an den Straßenrand und betrachten die Gedanken und Emotionen von dort.

5. Sich mitteilen

Ehrlich und persönlich über das sprechen, was man gerade empfindet. Auch mit den Kindern und auch wenn man das Gefühl hat, die verstehen mich eh nicht. Damit meine ich nicht, dass ich sie „zutexten“ muss, aber „Ich merke, dass ich ganz ungeduldig werde, weil…“ kann auch schon mal Abstand schaffen.

Man kann auch liebevolle Menschen in der Umgebung bitten, einen darauf hinzuweisen, wenn man versucht, allzu perfekt zu sein.

6. Sich das „worst case“ Szenario vorstellen

Was ist das Schlimmste, das eintreten kann, wenn ich jetzt nicht XY tue? Den Realitätstest machen: Wie wahrscheinlich ist es, dass das eintritt? Was kann ich dann noch tun?

7. Großzügigkeit sich selbst gegenüber üben und als Ritual etablieren

Ich mache das zum Beispiel mit meinem älteren Sohn. Wir besprechen jeden Abend, was schön war an diesem Tag. Und da sind auch Dinge dabei wie: „Ich fand’s schön, dass wir doch noch einen Weg aus unserem Streit gefunden haben.“

Man kann das aber auch schriftlich oder gedanklich für sich machen. Was ich dabei wichtig finde: sich gedanklich für jeden Mini-Schritt auf die Schulter klopfen!

8. Sich den Nutzen von Konflikten vor Augen führen

Konflikte treten immer dann auf, wenn das, was ich will, nicht mit dem zusammenpasst, was mein Gegenüber will. Konflikte haben also die Chance, etwas zu bereinigen. Und sie geben einem selbst die Gelegenheit, etwas zu entwickeln – in sich und innerhalb der Familie.

9. Wirklich da sein

Reale Präsenz üben, wirklich da sein, nicht nur anwesend. Damit meine ich auch, gedanklich voll da sein. Mir persönlich hilft tägliche Meditation. Da habe ich eine tolle App gefunden: headspace.


elterncoach barbara wiederholen über good enough parentingBarbara Widerhofer

Elterncoach

Barbara unterstützt Eltern darin, Klarheit über den für sie richtigen Weg zu finden. Sowohl in Coaching Settings als auch in Workshops und Vorträgen. Sie ist Psychologin, Kleinkindpädagogin und kommt aus dem Kontext der Unternehmensberatung, wo sie Führungskräfte coacht und trainiert. Außerdem ist sie selbst Mama von zwei Söhnen, Ehefrau und Partnerin und Schwester von drei Brüdern.

Homepage: www.barbara-widerhofer.at | Vorträge und Workshops: Working Mom, Trotzphase, Erziehung 2017


In welchen Situationen macht ihr euch besonders viel Druck?

Ich freu mich auf eure Erfahrungen! Fragen leite ich gerne an Barbara weiter!

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