Mini ist 20 Monate alt. Sie stillt nach wie vor, wenn sie das möchte. Ich weiß zwar nicht, wann der Tag kommt, an dem wir diese besondere Zeit hinter uns lassen, aber ich mache mir so meine Gedanken.

Auch und vor allem deshalb, weil ich keine Ahnung habe, wie wir “aufhören” sollen… Ich hoffe ehrlich gesagt immer noch, dass sie irgendwann von selbst einfach nicht mehr möchte.

Mini ist kein Baby mehr. Sie stillt nicht statt eine Mahlzeit zu sich zu nehmen, sondern zusätzlich. Sie stillt aus Lust oder Langeweile, manchmal zur Entspannung… you get it. Flascherl oder Schnuller waren sowieso nie ein Thema bei uns, also würde sie mich vermutlich höchstens ungläubig anschauen, wenn Mama plötzlich mit “so etwas” antanzte.

miniandme-stillendemariaZum Abstillen in der Nacht habe ich bereits vor einigen Monaten bei den Rabeneltern einen Leitfaden zur sanften Entwöhnung nach Gordon gefunden, den ich sehr interessant fand. (Auszuprobieren bei Kindern ab einem Jahr!) Glücklicher Weise hat auch Danielle vom Gewünschtesten Wunschkind zu diesem Thema sehr ausführlich und lesenswert geschrieben.

Auch der wunderbare Familienblog Von guten Eltern, geschrieben von Hebamme Anja, gibt eine Reihe wertvoller Tipps für die besondere, oftmals nicht ganz unanstrengende Zeit des Abstillens.


Bloggermoms, wie habt ihr (ab)gestillt?


Abgesehen von Tipps und Anleitungen finde ich vor allem die persönlichen Erfahrungen anderer Mütter wichtig. Einfach fragen zu können “Wie war das bei dir?” fällt manchmal schwer. Sei es, weil die meisten Freundinnen noch keine Kinder haben, selbst noch stillen oder ihr Kind schon viel früher abgestillt haben.

Ich habe mich deshalb für meinen ersten #fragmama Artikel bei meinen geschätzten Bloggermamas umgehört und 10 ehrliche, persönliche (Ab-)Stillwege für euch zusammengetragen.

Also: Willkommen im Stillstory-Vademekum!

Dass das Stillen überhaupt funktioniert, ist nicht selbstverständlich. Birgit von Muttis Nähkästchen erzählt eine etwas andere (Ab-)Stillgeschichte:

“Mein erstes Kind war 3 Tage alt, als ich vom Krankenhaus total überhastet abgestillt wurde – medikamentös und mit jeder Menge Topfenwickel. Ich fühlte mich – und roch – auf der Wochenbettstation wie eine überdimensionale Topfengolatsche. Beim zweiten Kind wollte ich es wieder unbedingt probieren – schließlich ist meine eigene Schwiegermutter Stillberaterin. Aber auch da klappte es leider nicht länger als 6 Wochen. Das Abstillen funktionierte ganz automatisch – es war einfach keine Milch mehr da. Und der Spross war durch das Zufüttern ohnehin an die Flasche gewöhnt. Tja, auch so kann’s laufen…”

Stefanie, die 3fach-Jungsmami, hat bei jedem ihrer Kinder ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Vom nicht stillen Können beim ersten, übers Versiegen der Milch durch Stress beim zweiten und dem selbst Abstillen ihres dritten Sohnes schreibt sie auf ihrem Blog in dem Artikel “Stillen vs. Flasche – unsere Erfahrungen” und resümiert schön und treffend:

“Was ich euch damit sagen will, ist dass es in dieser Frage, meiner Meinung nach, kein richtig oder falsch gibt. Stillen kann man nicht erzwingen. Ich habe eigentlich alles durch. Habe gekämpft ums stillen, doch schlussendlich war mir am wichtigsten, dass es meinen Kindern gut geht.”

Von ihren unterschiedlichen Erfahrungen und Stillbeziehungen zu ihren Kindern berichtet auch Daniela, Schreiberin des Blogs Die kleine Botin:

“Ich stille immer noch, die Kleine wird im April 2. Es ist auch immer noch viel Milch da, das spüre ich richtig. Mich stört es nicht, im Gegenteil, so bin ich sicher, dass sie auch im Krankheitsfall zB gut versorgt ist. Nachts ist nun weniger (meist 1x), seit sie im eigenen Zimmer schläft. Ich werde in 6 Mon wieder arbeiten, mal sehen, wie es entwickelt. Die Große habe ich 11 Mon gestillt, sie wollte dann nicht mehr, hat nach dem Abstillen auch nie mehr danach gefragt!”

Und Dreifachmama Daniela, die für das große Familienportal welovefamily tippt:

“Kind Nr. 1 hat sich nach 9 Monaten von selbst abgestillt, als ich wieder schwanger wurde. Bei Kind Nr. 2 lief es unglücklich und ich konnte nicht stillen nach Abstilltabletten (nach hardcore abpumpen hatte ich dann nach 2 Wochen ein wenig Milch und ich kämpfte um jeden Tropfen). Bei Kind Nr.3 wollte ich eine laaaange Stillbeziehung und dann kam es anders: Ich bekam ein Dauer-Slow-Still-Baby, das sich für eine Mahlzeit gute 1,5 Stunden Zeit ließ. Also begann ich nach guten Erfahrungen wieder zu pumpen und bereute es keine Minute. Sie akzeptierte beides und so wurde ich flexibel. Nach 4 Monaten und einem “Ich leg dich nur mal schnell ab ins Geschwisterbett” schlief sie dort zum ersten Mal 8 Stunden am Stück. Seitdem schlief sie bei den Schwestern und stillte sich so nachts ab. Untertags trank sie dann noch bis etwa 7 Monate, dann nahm das Essen vom Tisch (BLW) zu und sie verlangte nicht mehr nach der Brust. Ich war zwar wehmütig, genoss aber doch die “Freiheit”.”

Vom recht entspannten Abstillen ihrer beiden Kinder berichtet Stadtmama Judith:

“Das mit dem Stillen und Abstillen ging völlig ohne Drama über die Bühne. Das einzige, was schwierig war, war das umstellen auf Fläschchen, als ich Abends wieder begonnen habe, meine Zumbastunden zu halten. Also abpumpen (mochte ich nie) und dann ab ins Fläschchen damit. Hat ein paar Abende gedauert, bis das akzeptiert wurde. Abgestillt habe ich beide Male nach und nach. Festes Essen war untertags spannender, also kamen sie irgendwann einfach nicht mehr zum Stillen. So mit 10 Monaten habe ich dann das Abendstillen überhaupt durch abgepumptes Abendfläschchen und dann durch Pre Milch ersetzt und das wars dann … Sie haben nicht mehr gefragt, untertags hat es sie ja schön längst nicht mehr interessiert.”

Der Wunsch, den eigenen Körper wieder ganz für sich haben zu wollen, kann groß sein. So hat Catrin vom Blog Mom4Mom ihren Sohn mit 3,5 Monaten abgestillt. Irene wollte bei ihrem ersten Kind nach 3 Monaten nicht mehr und genießt dafür die längere Stillzeit beim zweiten. Sie tippt auf Wien mit Kind und zu diesem Thema:

“Das Augustbaby stille ich nach wie vor mit Begeisterung und doch hat auch diese Stillzeit für mich bereits ein Ablaufdatum: August 2016. Da das Augustbaby sehr an mir hängt, meinte unsere Kinderärztin, ich solle damit rechnen, dass das Abstillen langwierig und schwierig werden könnte. Derzeitiger Plan: Ich werde wohl ab Mai mit dem Abstillen beginnen und hoffe, dass wir das gemeinsam gut hinbekommen.”

Eine ganze Reihe an Tipps teilt Vere vom Blog Mami Rocks mit uns. Dicker Pulli, Ablenkung und die nächtliche Hilfe von Papa… aber lest selbst:

“Ich habe ziemlichen Bammel vor dem Abstillen bei meinem ersten Sohn gehabt, da er ein so glücklicher Busenschmatzer war. Als er 9 Monate war, erfuhr ich von meiner Zwillingsschwangerschaft und wollte abstillen. Zu dem Zeitpunkt trank er nur noch ab und zu. Die Abendmahlzeit um 7 Uhr war unser Ritual schlechthin und ich hatte keine Ahnung wie ich das Ganze angehen sollte. Der Papa hatte die rettende Idee und spielte in der kritischen Tageszeit jeden Abend eine Woche intensiv mit ihm. Außerdem zog ich immer dicke Pullis ohne Ausschnitt an, sodass der Kleine gar nicht auf den Geschmack kommen konnte! So war alles nach einer Woche beendet. Bei den Zwillingen machte ich mir schon nicht mehr soviele Gedanken, da ich ja schon wusste, alles geht seinen Weg. Und siehe da, kurz vor dem ersten Geburtstag hatten sie kein Interesse mehr. Auch hier habe ich schon seit dem 5. Monat Mahlzeit um Mahlzeit ersetzt – einfach weil die beiden mir ganz schön viel Energie absaugten!”

Birgit bloggt bei Fräulein im Glück über Achtsamkeit und Minimalismus als Familie. Sie spricht mir aus der Seele, wenn sie sagt:

“Ich stille auch immer noch (2 Jahre +) und ich habe dazu immer wieder gemischte Gefühle. Zum einen war ich in den letzten Wochen, in denen der Kleine krank war, sehr froh, dass ich noch stille, zum anderen merke ich aber, dass der Druck von außen wächst und ich, so cool ich gern wäre, das nicht immer einfach so wegstecken kann. Mal sehen, wie es sich in der nächsten Zeit entwickelt.”

Dass es in Ordnung ist, wenn frau ihren Körper zurück haben möchte und über den Druck, den die Meinungen außenstehender Menschen auslösen können, schreibt Anja von Gänseblümchen & Sonnenschein. Sie beschreibt, wie sie ihre Tochter einvernehmlich und respektvoll nach einer schönen Stillbeziehung abstillte und erzählt, wie eine Stillberaterin sie auf ihrem Weg unterstützte:

“Also bei uns war das Abstillen auch so eine Sache. Eigentlich wollte ich ursprünglich nur ein halbes Jahr, aber jemand anderer wollte irgendwie gar nicht aufhören. Dadurch dass Flascherl und Brei bis heute verweigert wird, gab es eben Fingerfood und Muttermilch. War auch praktisch irgendwie, da wir in die USA geflogen sind. Ich glaube das war auch ein Grund warum ich unterbewusst noch nicht wirklich abstillen wollte. Denn ich glaube, wenn man wirklich will, kann man auch abstillen. Es ist eine Art stille Vereinbarung, die nur gilt, wenn es beide wirklich wollen. Gestillt wurde daher bis kurz vor dem 1. Geburtstag des kleinen Fräuleins, weil ich dann einfach nicht mehr konnte. Nicht mehr wollte. Und das ist okay. Die letzten drei Monate wollte die kleine Maus alle 1,5 Stunden in der Nacht andocken. Ich wusste sie braucht das, und es war in Ordnung, obwohl anstrengend und so. Aber eines Nachts war es nicht mehr okay. Ich wollte meinen Körper endlich wieder zurückhaben und war wirklich verzweifelt. Ich habe über La Leche eine sehr liebe und verständnisvolle Stillberaterin gefunden. Sie hat mir ein paar Tipps gegeben und mich auch ermutigt, dass es absolut okay ist, wenn ich dieses Gefühl habe. Denn natürlich hatte ich ein schlechtes Gewissen. Mit ihrer Hilfe und vor allem der Unterstützung meines Mannes ging es dann sehr schnell. Ich hab mich mit dem kleinen Fräulein hingesetzt und ihr das erklärt, ihr gesagt, wie sehr ich sie liebe, aber dass sie jetzt schon groß ist und keine Brust mehr bekommt. Aber dass das absolut nichts an unserer Beziehung ändert. Das Hinlegen hat dann der Papa ein paar Wochen unternommen. Das allerletzte Mal stillte ich an ihrem ersten Geburtstag. Und es hat uns beiden gut getan. Es war der richtige Zeitpunkt für uns. Das kleine Fräulein hat auf einmal sehr gerne und viel mehr gegessen und die Nächte viel mehr geschlafen. Endlich hat sie zugenommen und ich hab mich wieder mit meinem Körper angefreundet. Ein bisschen. Der richtige Zeitpunkt ist für jede ein anderer. Und es gibt doch kein richtig oder falsch, es ist schade, dass man von außen immer bewertet wird: Was? Du stillst noch immer? Was? Du stillst nicht? Was? Was geht es denn irgendwen an bitteschön?!

Julia von Sinn.im.Puls hinterfragt das Abstillen an sich. Ist es wirklich notwendig, ein Kind “abzustillen”? Ihre Tochter hat sich mit 13 Monaten abgestillt, sie selbst war dafür noch nicht bereit. In ihrem Artikel “Abstillen. Ein Abschied” vergleicht sie den Abschied vom Busen mit dem Abschied von einem Menschen und regt damit zum Nachdenken an:

“Meine einzige Aufgabe war nur, meine Tochter trinken zu lassen und mich entspannen. Easy, ohne dem ganzen Kopfzirkus. Und beim Abstillen, wollte ich das genauso machen. Kopf aus. Sendepause. Die ganze Schwere und Melancholie die dieses Wort mitbringt, nicht im Kopf kreisen lassen. Ist ein Abschied nicht nur dann schwer, wenn man ihn nicht will? Wenn es einen Widerstand dagegen gibt? Oder macht ein plötzlicher, unerwarteter Abschied, die Sache schwer? Wenn ich mich zum Beispiel an den Abschied von Menschen in meinem Leben erinnere, dann waren die schleichenden Abschiede immer die am wenigsten schmerzhaften.”

10 Mamas, 10 Geschichten. Ganz viele Gefühle, Eindrücke und Erfahrungen. Ich bin gespannt, wann eine elfte Story, unsere Story, die Liste vervollständigt.

Ihr seht ja, wie schnell es gehen kann, wenn entweder die Milch ausbleibt, das Kind plötzlich keinen Bock mehr hat oder Mami sich eines Tages in den Spiegel schaut und beschließt: Ich mag nicht mehr.

Wer weiß schon, wie’s weitergeht.


Jetzt seid IHR dran!

Her mit euren Still/Nicht-Still/Lang-Still/Kurz-Still/Whatever-Still-Geschichten!

Ich freu mich! Und ich bin wahnsinnig neugierig… ;)

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Lust auf mehr #fragmama Artikel?

PS: Über die gesundheitlichen Vorteile des Stillens im zweiten Lebensjahr habe ich auch schon einmal getippt und einen offenen Brief darüber, warum wir Mütter stillen können sollten, wo und wann auch immer wir und unsere Kinder das möchten.

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